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Immobilien-Crowdinvesting-Experiment: Ich passe meine Spielregeln an, sonst wird es zu langweilig

Dieses duellartige Experiment hatte ich im Oktober 2019 gestartet. Ich hatte beschlossen, zwei Investments, die etwas mit Immobilien zu tun haben, gegeneinander antreten zu lassen. Ich möchte damit ausprobieren, ob die beim Immo-Crowdinvesting versprochenen Renditen das Risiko wert sind. Außerdem vergleiche ich die Performance mit der eines Sparplans über einen Immobilienaktien-ETF.

In der Praxis zeigt sich bei so etwas oftmals, dass selten alles so abläuft wie gedacht. Aber da es mein Spiel ist, kann ich dessen Regeln einfach anpassen, wie ich es für richtig halte.

Die Immobilien-Crowdinvestments schließe ich über die Plattform BERGFÜRST ab, und zwar einfach wie sie kommen. Der ETF-Sparplan läuft über den iShares Developed Markets Property Yield UCITS ETF (WKN: A0LEW8). So mein Plan. Ich war davon ausgegangen, dass es bei BERGFÜRST etwa ein Projekt pro Monat geben würde.

Warum gerade diese Plattform? Weil es die einzige ist, über die man bereits sehr kleine Beträge (ab 10 €) einsetzen kann.

Jedenfalls habe ich seitdem Monat für Monat in jede der beiden Seiten 30 EUR gesteckt. Während das Investieren auf der ETF-Sparplanseite naturgemäß von selbst funktioniert, hatte ich auf der Crowdinvesting-Seite bisher fast immer etwas mehr Cash übrig, weil es doch nicht so viele neue Projekte gab wie erwartet.

Ich konnte zwar durch Käufe über den Handelsplatz weitere Projekte in mein Portfolio aufnehmen. Das ging gebührenfrei aufgrund von Freetrades, die bei BERGFÜRST ab und zu verschenkt werden. Inzwischen finde ich aber dort nichts Passendes mehr. Warum? Die Angebote sind zu teuer, werden nicht in passenden kleinen Portionen offeriert, ich habe sie schon oder sie sind bereits in Schieflage. Ich habe zwar noch einen Freetrade, aber kann ihn bisher aus genannten Gründen nicht einlösen.

Ich hatte inzwischen auch schon die Summe, die ich in ein Projekt stecke, etwas angehoben. Dadurch hatte ich es tatsächlich zwischenzeitlich geschafft, den Bargeldtopf nahezu abzubauen. Das wird allerdings immer schwieriger. Inzwischen befinden sich rund 100 € im Topf. Irgendwann werden Projekte auch zurückgezahlt. Dann ist da weiteres Bargeld, das investiert werden möchte.

Gestern bekam ich eine Nachricht von BERGFÜRST, die mich nachdenklich werden ließ. Darin wurde die nächste vorzeitige Rückzahlung eines meiner Projekte angekündigt, und zwar Pflegezentrum Boizenburg. Es endet schon zum 27.08.2021 anstatt erst zum 30.04.2023. Natürlich ist eine vorzeitige Rückzahlung besser als eine Pleite, aber so kommt wieder zusätzliches Geld in den Topf, das investiert werden will.

Dadurch ist ein Vergleich mit der immer fast voll investierten ETF-Sparplan-Seite wenig sinnvoll. Fairer wäre es, wenn auch auf der Immobilien-Crowdinvesting-Seite das Bargeld möglichst schnell investiert werden könnte. Aber so schnell hintereinander kommen keine neuen BERGFÜRST-Projekte. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als meinen Investmentbetrag je Projekt flexibler zu gestalten.

Meine Lösung

Ich habe mir folgendes überlegt: Ich werde mich von nun an bei jedem neuen Immo-Crowdinvesting-Projekt vom festen Betrag pro Investment (bisher 30 € bzw. 40 €) lösen und mich stattdessen nach dem aktuellen Bargeldbestand richten, und zwar so:

Ich investiere ab jetzt jeweils die Hälfte des Bargeldtopfes gerundet auf einen Zehner, aber mindestens 30 €, sofern vorhanden.

Momentan sind rund 100 € verfügbar. Wenn also noch vor dem 23. August, d. h. vor der nächsten monatlichen Sparrate, ein neues Projekt herauskommt, investiere ich 50 €. Kommt nach dem 23. August und vor der Rückzahlung vom Pflegezentrum Boizenburg ein neues Investment, habe ich in dem Moment etwas mehr als 130 € im Topf. Dann werden 70 € investiert. Gibt es erst danach ein neues Projekt, sind bereits über 160 € vorhanden. Also würden dann 80 € investiert werden usw. Durch diese Methode bleibt meistens etwas übrig, falls noch ein Investment unmittelbar folgt. So etwas gab es schon häufiger. Erst lange Strecken ohne etwas Neues und dann kurz hintereinander mehrere Projekte.

Ich bin gespannt, wie sich das entwickeln wird. Vielleicht wird der Bargeldtopf durch meine Mindestanforderung von 30 € pro Investment endlich mal abgebaut. Vielleicht sogar so, dass ich mal ein Projekt auslassen muss. Das wäre nicht so schlimm.

Vielleicht komme ich aber so mit meinen Einzelinvestments manchmal auf Beträge ab 100 €. Dann könnte ich noch andere Crowdinvesting-Plattformen hinzunehmen, denn es gibt welche, bei denen es ab 100 € losgeht. Darüber werde ich mich genauer informieren, wenn es soweit ist.

Zum Abschluss noch die aktuellen Stände beider Seiten in Kurzform:

Aktueller Stand vom 28.07.2021

Immobilien-Crowdinvesting

Einzahlungen (Sparraten) gesamt:660,00 EUR
Bargeldbestand:100,65 EUR
Wert der Anteile (Projekte):590,00 EUR
Gesamtwert:690,65 EUR

ETF-Sparplan

Einzahlungen (Sparraten) gesamt:660,00 EUR
Bargeldbestand:8,52 EUR
Wert der Anteile:768,04 EUR
Gesamtwert:776,56 EUR

Der ETF-Sparplan liegt vorn. Allerdings entwickelt sich der Wert der ETF-Anteile durch Börsennotierung, während der Wert der Anteile beim Immo-Crowdinvesting immer gleich bleibt.

Ich bin gespannt, wo das nächste BERGFÜRST-Projekt sein wird, das demnächst einen etwas größeren Betrag bekommt.

Alles zu diesem Experiment

Immobilien-Crowdinvesting gegen ETF-Sparplan

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