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Haustürgeschäfte 2.0: Die Telekom und der Glasfaserausbau – lass dich nicht verar…!

Der Telekom-Mitarbeiter an der Tür, der etwas vom Glasfaserausbau erzählt und dann etwas überprüfen oder irgendwelche Daten von dir haben will. Ist das seriös oder Betrug? Diese Frage wird oft gestellt. Hier ein eigenes Erlebnis und meine Gedanken dazu.

Telekom-Mitarbeiter an der Tür, wichtig und eilig?

Es klingelt an der Tür. Dann klopft jemand noch kurz. Draußen sind Stimmen zu hören. Irgendein nachbarlicher Disput, zu dem meine Beteiligung gewünscht ist? So reiße ich die Tür auf mit einem fröhlichen: „Wo brennt’s denn?“

Davor steht ein Typ und vor einer der Wohnungstüren meiner Nachbarn noch einer, der dort wiederum gerade klingelt und klopft. Währenddessen spielt sein Kollege, der vor meiner Tür steht, seine einstudierte Rolle. Erst nuschelt er etwas – wohl seinen eigenen Namen und das Wort „Telekom“ – und dann fragt er mich: „Sind Sie Frau Wolff?“

Ich schaue ihn schief an und entgegne: „Ihren Namen hab ich nicht verstanden!“ So wiederholt er den Namen und zeigt mir sogar eine Art Ausweiskarte. Er sei von der Telekom und es gehe um den bevorstehenden Glasfaserausbau. Dazu hänge ja auch unten im Haus ein Aushang. Dann wiederholt der seine Frage, ob ich Frau Wolff sei.

Ich schaue ihn erneut schief grinsend an und sage nichts. Er ist irritiert. Solche Situation haben sie wohl in der Schulung nicht abgehandelt. So tritt er einen Schritt zurück und guckt nochmal auf das Schild an der Klingel, die sich etwas seitlich zurückgesetzt befindet. „Ja, da steht Wolff“, stellt er fest.

Dann kommt die zweite Frage, ob ich für Internet und Telefon zuständig, also Vertragsinhaber sei. Ich entgegne „Ja, aber ich bin nicht Telekom-Kunde und will es auch nicht werden.“ Daraufhin er: „Das spielt keine Rolle, aber darf ich fragen, warum nicht?“ Schwerer Fehler! Ich antworte: „Nein, das ist meine Sache.“

Sein Kollege kommt ihm zu Hilfe, denn an der Nachbartür macht niemand auf. So spielt er nun den Erklärbär und hält mir einen Vortrag, dass es völlig egal sei, ob ich Telekom-Kunde bin oder nicht, denn die Leitungen gehören schließlich der Telekom und sie seien letzten Endes diejenigen, die dafür sorgen, dass auch mit meinem anderen Anbieter das dann weiterhin gut oder sogar noch besser funktioniert und blablabla-blablabla.

Er hört einfach nicht wieder auf. Ich schaue demonstrativ auf die Uhr. Er lässt sich davon nicht beirren und gefällt sich wohl in seinem „Mansplaining“. Mir wird es zu bunt. Ich unterbreche ihn. „Stopp jetzt! Kommen Sie doch mal auf den Punkt! Was wollen Sie denn konkret von mir?“

Nun hat sich der andere wieder gefangen. „Es geht um den Glasfaserausbau. Wir sind damit beauftragt, dafür schon jetzt vorab alle Bewohner der Häuser zu registrieren. Dazu gibt es ja auch unten einen Aushang.“

Den Aushang kenne ich. Da steht sinngemäß, bis wann der Ausbau stattfinden und dass dazu gebuddelt werden wird, es aber keine Einschränkungen für uns Mieter geben soll. Von Registrieren durch Telekom-Mitarbeiter steht da nichts.

Ich (Ahnungslosigkeit vortäuschend): „Dann registrieren Sie doch, schreiben Sie Namen auf und fertig!“ Nun will ich doch wissen, was für eine Masche die da gerade durchzuziehen versuchen.

Dann kommt es endlich: „Nicht nur den Namen. Wir brauchen auch Ihren jetzigen Internet- und Telefonanbieter und die Vertragsnummer dazu.“

 „Nö, da hab ich jetzt gar keinen Bock drauf!“ antworte ich und klappe die Tür zu. Schade, dass ich deren Gesichter nicht mehr sehen kann! Ich höre, wie sie noch kurz miteinander sprechen und dann weiterziehen.

Was ist das für eine Masche?

Eine ganz miese! Das sind doch garantiert nur Provisionskasper, die irgendwelche Abschlüsse machen wollen. Und wenn ich denen meine Vertragsnummer gebe, bin ich da ganz schnell ab- und bei einem neuen Telekom-Vertrag angemeldet und habe dann den Salat.

Weil wohl inzwischen keiner mehr irgendetwas direkt an der Haustür kauft oder abschließt, versuchen sie es auf diese hinterhältige Art und Weise. Es wird bestimmt Leute geben, die den neuen Vertrag dann behalten, weil sie vom Aufwand, wieder alles rückgängig zu machen, überfordert sind.

Es gibt auch noch andere Maschen wie „Ich muss mal bei Ihnen die Leitung durchmessen“ oder „Es sind dann nur begrenzt schnelle Internetzugänge verfügbar. Lassen Sie sich gleich jetzt vormerken.“ Ich hatte diese Varianten schon alle vor meiner Tür zu stehen.

So schützt du dich vor skrupellosen Vertrieblern und Betrügern

Jeder, der seine Sinne beisammen hat und in Ruhe darüber nachdenkt, wird sich die Frage stellen:

Warum sollte ein Unternehmen wie die Telekom für eine wichtige organisatorische Aufgabe, die alle Haushalte betrifft, solche Seppel von Tür zu Tür schicken, anstatt das offiziell über die Hausverwaltung mit den Bewohnern zu regeln?

Der Trick dieser Drücker, denn anders kann ich sie nicht nennen, besteht in Überrumplung. Du sollst nicht in Ruhe zum Nachdenken kommen. Sie haben gelernt, zunächst zwei einfache Fragen zu stellen, auf die fast jeder mit „Ja“ antwortet, und zwar nach der Person: „Sind Sie Frau/Herr XY?“ und „Sind Sie für den Vertrag für Internet und Telefon zuständig?“

Das ist ein psychologischer Trick. Wer schon zweimal „Ja“ gesagt hat, neigt dazu, auch weiterhin aufgeschlossen zu sein. Dazu kommt dann der Anschein des Offiziellen, so dass der Bewohner fast ein schlechtes Gewissen bekommt, wenn er es anzweifelt.

Nun kennst du diesen Trick und bist dagegen hoffentlich etwas immunisiert. Aber eigentlich musst du nicht lange darüber nachdenken oder versuchen, hier eine Masche zu entlarven. Mein Tipp, egal worum es geht:

Wenn es sich nicht gerade um ein Anliegen eines Nachbarn, eine Havarie oder Notlage handelt, ist „Nein!“ im Zweifelsfalle vorzuziehen. Das geht sogar höflich mit dem Hinweis, dass sie ihr Anliegen bitte über die Hausverwaltung oder den Vermieter regeln möchten.

Auch wenn du kein Mieter, sondern Hausbesitzer bist, musst du dich nicht von Leuten, die bei dir klingeln und offiziell tun, überrumpeln lassen. Wenn deren Anliegen seriös ist, hast du immer wenigstens ein paar Tage Zeit dafür, womit du dann auch in Ruhe nachdenken oder nötige Erkundigungen einholen kannst.

Was denkst du darüber?

Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht oder bist du schon mal auf solche A…löcher hereingefallen und hattest dann den Aufwand, einen unabsichtlich geschlossenen Vertrag rückgängig zu machen?

Wie kann man sich und seine Nachbarn vor so etwas schützen?

4 Antworten auf „Haustürgeschäfte 2.0: Die Telekom und der Glasfaserausbau – lass dich nicht verar…!“

Das läuft in der Regel über die Firma „Ranger Marketing“. Die sind Vertriebspartner der Telekom, mehr aber auch nicht. Ich hatte mal vor ein paar Jahren im beruflichen Kontext mit denen kurz zu tun. Aus der Zeit gefallener Drückerkolonnen-Betreib…

Ja, von Ranger habe ich schon gehört. Nach meinem Empfinden arbeiten diese Vertriebspartner am Rande der Legalität. Es spricht auch nicht gerade für ein großes Unternehmen, wenn es sich auf solche Partner einlässt.

Kann man diesen Typen irgendwie rechtlich beikommen, z.B. Verbot mein Grundstück zu betreten? Bei mir haben sie es schon mehrfach versucht. Es nervt mich total.

Keine Ahnung, aber versuchen kannst du es ja, aber es wird bestimmt nicht viel nutzen. Irgendwie sind es doch nur arme Provisionswürstchen, die da bei dir klingeln.

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