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Immobilien-Crowdinvesting: Galerie Konze Dortmund – spannend wie ein Krimi

Ich hatte zwar nicht damit gerechnet, dass es in meinem Experiment „Immobilien-Crowdinvesting“ so schnell etwas Neues geben würde, aber heute wurde ich doch überrascht. Ich bekam eine Nachricht von BERGFÜRST, dass die ausstehenden Zinsen des Projektes „Galerie Konze Dortmund“ nun doch gezahlt werden.

Die Nachricht zur Zinszahlung von Galerie Konze Dortmund

Hier der genaue Wortlaut der Nachricht:

Sehr geehrte Frau Wolff,

der Sicherheitentreuhänder, die BERGFÜRST Service GmbH, hat im Rahmen seiner Tätigkeit erfolgreich auf die Bezahlung der ausstehenden Zinsen hingewirkt.

So wurden nun die gemäß Darlehensvertrag vereinbarten Zinsen in Höhe von 6,50 % p.a. für den Zeitraum 01.07.2021 bis 31.12.2021 an die Anleger angewiesen.

Eine Verpflichtung zur Zahlung von Verzugszinsen auf Zinszahlungen ist gesetzlich ausgeschlossen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr ​​Team von BERGFÜRST

Tatsächlich ist das Geld auch schon auf meinem Konto angekommen.

Ach nee, jetzt doch?

Na, die haben Nerven! Ich meine die Cityhaus 100 GmbH, die dieses Projekt durchführt.

Nachdem ich dieses Investment im Geiste schon abgeschrieben hatte, nun so etwas! Ist das ein Grund, zu jauchzen und zu frohlocken? Keine Ahnung.

Es mag ja sein, dass die Probleme gelöst sind oder es gar keine Probleme gibt und dass die einfach nur „vergessen“ hatten, die Zinsen zu zahlen. Oder sie haben „gedacht“, sie hätten gezahlt oder die Bank hat Mist gebaut. Und dann haben sie es vielleicht erst „gar nicht mitbekommen“, dass schon der Sicherheitentreuhänder eingeschritten ist. Ui, ui, ui, das kann ja manchmal alles ganz schön dumm laufen, oder? Was‘n Quatsch!

Spannend wird es Ende Juni diesen Jahres, denn dann ist zusammen mit der letzten Zinszahlung die Rückzahlung fällig.

Ich werde das jedenfalls hier dokumentieren, da BERGFÜRST selbst sich ja nicht dazu bemüßigt fühlt, es öffentlich zu machen, wenn mal etwas nicht so läuft wie geplant.

Die BERGFÜRST-Ausfallquote erahnen

Immerhin gibt es ein paar versteckte Halbinformationen auf der BERGFÜRST-Seite zu Projekten, die schiefgegangen sind, allerdings sind die schwer zu finden. Es ist eine Liste der abgeschlossenen Projekte. Darin sind alle, sowohl die bisher zurückgezahlten als auch gescheiterten. Hier findet man die Liste:

BERGFÜRST abgeschlossene Projekte

Stand heute sind darin 72 Projekte. Davon tragen fünf die Überschrift „Laufzeit beendet“ und die anderen 67 „Zurückgezahlt“. Die fünf mit der euphemistischen Überschrift „Laufzeit beendet“ sind gescheitert, sonst würde „Zurückgezahlt“ darüber stehen.

Leider ist hier nicht zu entnehmen, ob die Crowdinvestoren dafür überhaupt nichts zurückerhalten haben oder wenigstens noch einen Teil. Das veröffentlicht BERGFÜRST nicht.

Sehen wir es jedoch ganz nüchtern:

5 von 72 sind knapp 7%. Die durchschnittliche Rendite beträgt 6,36% pro Jahr. Nun ist die übliche Laufzeit der Projekte zwei bis drei Jahre oder mehr. So wäre man sicher gerade noch im Plus, wenn man in jedes dieser 72 Projekte immer den gleichen Betrag investiert hätte, aber berauschend wäre die wirkliche Rendite nicht.

Ich bleibe dabei: die Besicherung ist überbewertet

Die Besicherung der Projekte ist nicht so viel wert, wie BERGFÜRST die Anleger glauben macht. Einen winzigen Vorteil mögen die Anleger dadurch gegenüber den sonst üblichen Nachrangdarlehen haben, aber dieser ist eigentlich nicht der Rede wert.

Ich teste den Spaß weiter, denn wenn Galerie Konze Dortmund bis Ende Juni doch noch schiefgehen sollte, oder später eins meiner anderen Projekte, ist das für mich nicht so schlimm. Es stecken nur ganz kleine Beträge darin. Ärgerlicher ist es für diejenigen, die höhere Beträge investiert haben, und besonders ärgerlich, wenn sie sich gerade solch ein Pleitedings ausgesucht haben.

Hier sieht man wieder einmal mehr: Rendite gibt es nicht ohne Risiko, auch wenn letzteres kleingeredet wird.

Hier immer der aktuelle Stand in meinem Experiment

Immobilien-Crowdinvesting gegen ETF-Sparplan

Das hier ist wie immer keine Anlageberatung.

2 Antworten auf „Immobilien-Crowdinvesting: Galerie Konze Dortmund – spannend wie ein Krimi“

Hallo Petra,

immer wieder sehe ich mich bestätigt darin, dass den ganzen P2P/CrowdInvest-Kram niemand braucht, der an einer ernsthaften Geldanlage intererssiert ist. Als Beimischung „für Spaß“ meinetwegen, aber sonst? Fährt man mit Börsenbeteiligungen (REITs, Closed-End-Funds, ETFs, usw.) meiner Ansicht nach tausendmal besser und letztlich sogar sicherer… Nachrangdarlehen mögen auf dem Paier zwar etwas sicherer wirken als P2P-Kredite, aber gerade diese sind mit Schrott-Anleihen zu vergleichen und dafür gibt’s dann 7-12 % p.A.? Risiko-Return-Profil absolut unzureichend! Da würde ich maximal ab 50 % anfangen, ganz leise darüber nachzudenken… Mintos habe ich mal ne Zeit probiert, lief auch nicht schlecht, inzwischen alles wieder abgezogen. Jedoch 5-6stellige Summen dort platzieren?! NEVER!

Beste Grüße

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