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Investieren aus dem Nichts: Das Bündnis mit dem Glück oder mit dem Strick?

Kennst du das noch?

Passiert dir mal ein Missgeschick. Ja, da hilft auch kein Gestöhne. Brichst du dir hin und wieder das Genick, sie werden trotzdem gar nicht löhnen.

Denn wer sich Arroganz versichert, der hat völlig ausgekichert. Denn bei der Arroganz beginnt vom ersten Augenblick das Bündnis mit dem Strick.

Das sang Otto Waalkes in einem „Werbespott“ zu einer großen Versicherung.

Das hier ist eins der Originale (es gibt verschiedene Versionen):

An einem 13. mein Sohn, da wurdest du geboren. An jenem Tag dacht ich schon, die Welt hätt sich verschworen. Ich ging gleich hin zur Allianz und sicherte dein Leben. Wir nannten dich zum Glück noch Hans, so ging nichts mehr daneben. Denn wer sich Allianz versichert, der ist voll und ganz gesichert. Der schließt vom ersten Augenblick ein festes Bündnis mit dem Glück. Eine Allianz fürs Leben.

Dieser Werbespot stammt ungefähr aus den achtziger Jahren.

Inhalt

Die nächste Aktie in meiner Nichts-Challenge

Damit verrate ich gleich am Anfang, was die nächste Aktie in meiner „Nichts-Challenge“ ist. Bisher hatte ich eine Geschichte rund um die in diesem Spiel ausgewählten Aktien gesponnen. Auf diese Weise waren nach und nach dreizehn Aktien verschiedener Branchen im Depot gelandet, nur eine Versicherung war noch nicht dabei.

So habe ich mich nun für die Allianz entschieden, denn das ist ein schön konservatives Unternehmen, das bisher noch alle Krisen überstanden und fast immer Gewinn gemacht hat – ein Marktführer eben.

Ausgewählt habe ich die Aktie jedoch nicht anhand ihrer Werbespots oder deren Verhohnepipelung durch Otto, obwohl das beides ja irgendwie nostalgische Kostbarkeiten sind. Stattdessen habe ich wieder Gewinne, Dividenden usw. betrachtet, alles im Aktienfinder von Torsten Tiedt angeschaut und für geeignet befunden.

Besonders bei Versicherungen finde ich es besser, anstatt Kunde lieber Mitbesitzer zu sein. Denn nichts anderes ist man als Aktionär. Langfristig ist so die Rendite garantiert besser als bei jedem Versicherungsprodukt. Schon die Dividendenrendite der Allianz-Aktie von über 4% ist lukrativer.

Ich schreibe hier keine detaillierten Betrachtungen zur Allianz auf. Es gibt schon genug Analysen dazu im Internet und ich bin zu faul, die gefühlt hundertste dazu zu verfassen, die ja doch nur das Gleiche wiederholt.

Zum Beispiel gibt es auf dem Youtube-Kanal vom Aktienfinder ein Video, welches sich mit Versicherungsaktien beschäftigt. Es stammt zwar bereits von Ende 2019, aber der Inhalt passt auch heute noch gut. Hier findest du es:

Allianz Aktie vs Münchener Rück vs Hannover Rück

Apropos faul. Das war ich im Februar in dieser Challenge. Das war der erste Monat seit Beginn des Spiels, in dem ich kein Nebenbei-Mini-Einkommen verdient habe. So konnte ich den nächsten Kauf also nicht zum 1. März beauftragen. Dann wird es eben erst am 15.03. etwas, was soll’s.

Einnahmen aus Umfragen

Inzwischen habe ich mich durch ein paar Umfragen beim EntscheiderClub* geklickt und es gab endlich ein paar bei meiner kürzlich neu hinzugenommenen Plattform, dem TrendsetterClub*.

Beide Plattformen stammen vom selben Betreiber. Der TrendsetterClub ist EntscheiderClub plus spielerische Elemente – ein Musterbeispiel für Gamification. Das hat psychologische Effekte. Es geht schon bei der „Kontoführung“ los. Hier gibt es Punkte statt Euro und Cent für die Umfragen, und zwar so, dass es positiver wirkt. 500 Punkte entsprechen einem Euro. Ein Punktestand von 1.200 wirkt auf den ersten Blick imposanter als 2,40 €, obwohl es gleichbedeutend ist.

Das zweite spielerische Element besteht in der Höhe der Vergütung. Während beim EntscheiderClub von vornherein bekannt ist, wie viel es für die Umfrage gibt, ist es beim TrendsetterClub offen. Allerdings gibt es dort immer ein paar „Trost-Punkte“, auch wenn man nicht zur Zielgruppe passt. Sozusagen als Grundvergütung für die Teilnahmebereitschaft. Ein Teil richtet sich nach der Länge der Umfrage und ein weiterer Teil wird ausgelost (zwischen 5 und 500 Punkte – also 0,01 € bis 1,00 €). Sicher haben sie dafür einen maximalen Gesamtbetrag festgelegt, der zufällig auf die Teilnehmer aufgeteilt wird.

Diese Umfrageplattformen sind keine ernstzunehmende Einnahmequelle, dafür aber recht einfach schnell mal für zwischendurch. So habe ich beim EntscheiderClub wieder eine Auszahlung von 10 € anfordern können.

Texte schreiben über Content.de und die kuriosesten Anforderungen

Außerdem habe ich einen Schreibauftrag über die Texterplattform content.de abgearbeitet. Der war einfach, denn es war dafür keinerlei Recherche nötig. Ich konnte den Text einfach so herunterschreiben. Dafür gab es 15,60 €. Zusammen mit dem Restguthaben über 3,20 € konnte ich also bei content.de eine Auszahlung über 18,80 € anfordern.

So habe ich wieder meine 25 € für den nächsten Aktienkauf per Sparplan zusammen und bereits eingerichtet. Dann wird ein Bruchteil einer Allianz-Aktie für genau 25 € gekauft und danach der Sparplan gleich wieder für unbestimmte Zeit pausiert.

Noch etwas zur Schreibplattform content.de. Manche Aufträge, die es darüber gibt, sind schon kurios. Leider darf ich bei deren Beschreibung nicht zu sehr ins Detail gehen, denn das würde den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, denen ich zugestimmt habe, widersprechen. Deshalb hier nur ganz grob meine TOP 5 der spaßigsten Anforderungen:

Platz 5: Eine völlig schräg und falsch klingende Keywordphrase, die zigmal unterzubringen ist. 

Platz 4: Eine derart lange Keywordliste, dass für den Text dazwischen kaum noch Raum bleibt.

Platz 3: Eine Auftragsbeschreibung, die mindestens doppelt so lang ist wie der verlangte Text.

Platz 2: Eine genau vorgegebene Textstruktur, deren  Zwischenüberschriften jedoch selbst nicht hingeschrieben werden dürfen, weil das ein paar Cent zu viel kosten würde.

Platz 1: Eine Anforderung, die lautet, dass man keinen bestehenden Text im Internet suchen und umschreiben darf samt Drohung, dass das herauskommt.

Ich will mich nicht darüber beklagen, sondern finde so etwas ziemlich lustig. Ich bin ja nicht gezwungen, solche Aufträge anzunehmen.

Es gibt aber auch immer vernünftige, deren Aufwand vertretbar ist, und ich schaffe es inzwischen, diese sehr schnell zu finden. Das sind diejenigen, die übrig bleiben, wenn ich die „kuriosen“ aussortiere und das geht leicht:

Die Länge der Keywordliste und der Auftragsbeschreibung lässt sich auf einen Blick erfassen. Ein schräges Keyword „beißt“ sofort.

Andererseits freue ich mich über Aufträge, deren Titel schon selbsterklärend, die Wortanzahl angemessen und die Beschreibung angenehm kurz ist. So etwas finde ich auch ab und zu.

Ganz kleine Anfänge und Lerneffekt

Hier geht es nicht um die Vorstellung lohnender Einnahmequellen, sondern darum, wie sich aus an sich nicht lohnenden Dingen etwas Lohnendes machen lässt.

Ich zeige in diesem Spiel, wie fast jeder – egal wie gering sein sonstiges Einkommen auch sein mag – sofort das Investieren an der Börse in echt üben kann. Das Geld, welches hier investiert wird, wäre ohne diese Challenge überhaupt nicht vorhanden – deshalb „Investieren aus dem Nichts“.

Natürlich wird man durch diese kleinen Beträge nicht reich, aber so lässt sich der Umgang mit der Materie völlig entspannt nach und nach lernen. Fehler fallen bei diesen Beträgen kaum ins Gewicht. Als lohnend sehe ich dabei den Lerneffekt an.  

Da ich pure theoretische Klugscheißerei nicht leiden kann, probiere ich es in der Praxis aus, um zu testen, wie es sich anfühlt.

Passives Einkommen durch Dividenden – Steigerung möglich

Dividenden spielen in meiner Challenge eine Rolle. Auch wenn es sich bei solch einem kleinen Depot zunächst immer nur um ein paar Cent handelt, mit wachsendem Depot werden auch diese Beträge wachsen.

Schon jetzt schüttet dieses Depot jeden Monat aus. Einige Aktien – die amerikanischen – teilen die Dividende in vier Portionen auf und schütten diese quartalsweise aus. Die Aktien aus Deutschland zahlen nur einmal im Jahr, aber dafür alles auf einmal. Mein derzeitiger Dividenden-Monatskalender sieht wie folgt aus:

Januar: PepsiCo, Nike, Mondelez

Februar: CVS Health, Hormel Foods

März: VISA, Microsoft, NextEra Energy, Home Depot, Waste Management

April: PepsiCo, Samsung Electronics, Nike, Mondelez

Mai: CVS Health, Samsung Electronics, Hormel Foods, TAG Immobilien, Allianz

Juni: VISA, Microsoft, NextEra Energy, Home Depot, Henkel, Waste Management

Juli: PepsiCo, Nike, Mondelez

August: CVS Health, Samsung Electronics, Hormel Foods

September: VISA, Microsoft, NextEra Energy, Home Depot, Waste Management

Oktober: PepsiCo, Nike, Mondelez

November: CVS Health, Samsung Electronics, Hormel Foods

Dezember: VISA, Microsoft, NextEra Energy, Home Depot, Waste Management

Im vorigen Jahr gab es zusammengerechnet genau 1,00 € an Dividenden. Das ist zwar lächerlich wenig, aber es wird von Jahr zu Jahr mehr werden.

Diese Challenge ist nur als möglicher Anfang anzusehen, also als Startimpuls. Für die meisten Menschen ist es möglich, bessere Einkommensquellen für die Investments zu finden, so dass eine Verzehnfachung der Spar- und Investmentraten in einem überaus realistischen Rahmen ist. Dann wird die Sache doch schon interessanter.

Noch einfacher oder sogar noch kleiner

Das Ganze lässt sich natürlich noch einfacher gestalten als in meinem Beispiel. Anstelle nach und nach in kleine Aktienhäppchen zu investieren, genügt auch ein einziger Sparplan über einen global investierenden ETF.

Es geht aber auch mit noch kleineren Beträgen als in meinem Experiment. Bei TradeRepublic* funktionieren Sparpläne über Aktien oder ETFs bereits ab 10 €.

Alternativ dazu lässt sich über BERGFÜRST* ein Portfolio aus kleinen Immobilien-Crowdinvestments aufbauen. Das ist dort schon ab 10 € möglich. Die ersten 10 € gibt es für Neukunden sogar geschenkt.

Die Sache mit den kleinen Immobilien-Investments probiere ich jedoch bereits in einem anderen Spiel aus. Hier ist mein neuester Beitrag dazu:

Immobilien-Crowdinvesting-Experiment: Richtiger Umgang mit Risiko

Alle Infos zu dieser Challenge

Immer den aktuellen Stand (ungefähr wöchentlich aktualisiert),Transaktionen, Dividenden, dazugehörige Blog-Artikel findest du auf dieser Seite:

Challenge: Investieren aus dem Nichts

Damit du nicht lange suchen brauchst, wenn dich eine der irgendwo im Text verlinkten Sache genauer interessiert, fasse ich alle in einer Liste zusammen.

Disclaimer

Das hier ist keine Anlageberatung, sondern nur meine persönliche Meinung.

Mit * markierte Links sind Affiliate-Links, über jeden Abschluss darüber erhalte ich eine Provision, die dich nichts extra kostet.

3 Antworten auf „Investieren aus dem Nichts: Das Bündnis mit dem Glück oder mit dem Strick?“

Ich will hier eigentlich keine Werbung machen, aber genau für so ein Experiment oder solche kleinen Beträge bietet sich auch die orange Bank aus Holland an. Sparpläne ab 1€ und ab April 800 Sparpläne kostenlos. Und man hat ein ordentliches Webinterface im Gegensatz zu Trade Republic wo man nur eine App hat. Ich verwende übrigens beide Broker.

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