Wohlstandswegweiser: Der Weg zur Gelassenheit

Heute soll es auf meiner virtuellen Wohlstands-Karte noch einmal um das Land des Schutzes gehen. Vielleicht stehst du noch am Anfang der Reise und hast dir vorgenommen, endlich mit dem Sparen und dem Vermögensaufbau anzufangen. Das ist eine gute Entscheidung. Vielleicht bist du in der Situation, dass du zwar bisher immer ein Auskommen mit deinem Einkommen hattest, gespart hast du aber noch nichts. Du bist also im Geht-so-Land.

Nun kommt es am Anfang auf das richtige Maß an, damit du deinen Plan auch durchhalten kannst. Bitte komm nicht auf die Idee, gleich jeden übrig bleibenden Euro in Investitionen mit hoher Rendite zu stecken, um gleich „den Turbo einzuschalten“. Das kann zwar gut gehen, tut es in den meisten Fällen aber nicht, da immer mit hohem Risiko verbunden. Ein Rückschlag – und ein Großteil deines Investments, vielleicht sogar alles, ist futsch! In so einer Situation neigt man schnell dazu, aufzugeben und wieder alles gleich auszugeben.

Sieh es vor dir!

Mach dir zunächst einmal klar, was genau finanzieller Schutz in deinem Fall bedeutet. Wie wird es sein, wenn du dieses (Zwischen-)Ziel erreicht hast? Etwa so: Kühlschrank und Waschmaschine gehen gleichzeitig kaputt? Mir egal, ich kauf mir gleich neue Geräte und muss die nicht lange abstottern. Komplizierte und teure Zahn-Baustelle? Naja, das ist zwar nicht gerade angenehm, aber um die Finanzierung muss ich mir keine Sorgen machen. Mein Einkommen bricht teilweise oder ganz weg? Ich kann trotzdem Miete, Strom, Essen usw. für die nächsten Monate bezahlen und habe den Kopf frei, mich um eine Lösung zu kümmern. Das ist Gelassenheit pur! Genau das, was das Land des Schutzes ausmacht. Und das Beste daran ist: Katastrophen, auf die man vorbereitet ist, treten meistens nicht ein, oder zumindest nicht in einem so schlimmen Ausmaß.

So kommst du dorthin

Die berühmten 10 %

Zunächst einmal heißt es, richtig zu sparen. Richtig ist es, wenn es leicht geht und sich trotzdem lohnt. Die beste Methode ist immer noch die, gleich nach jedem Geldeingang, noch bevor man irgendetwas anderes bezahlt, einen Anteil beiseitezulegen und nicht mehr daran zu denken. Ja, das ist inzwischen schon überall zig Mal erklärt worden. Aber ich finde, das kann man gar nicht oft genug wiederholen: 10 % sind am Anfang fast immer machbar. Dieses Geld ist für Notfälle wie im vorigen Abschnitt beschrieben. Deshalb muss es verfügbar sein. Also ist und bleibt die beste Lösung dafür Tagesgeld, auch wenn es dafür fast keine Zinsen gibt. Hier steht nicht die Rendite im Vordergrund, sondern die Liquidität. Das Schöne an dieser Sparmethode ist, dass die meisten diese 10 % überhaupt nicht vermissen. Die restlichen 90 % reichen auch bis zum Monatsende.

Der 50 %-Turbo

Eine bessere Möglichkeit, die Reise zum finanziellen Schutz zu beschleunigen, als das erste gesparte Geld in riskante Investitionen zu stecken, besteht darin, von Einkommenserhöhungen 50 % auf die monatliche Sparrate aufzuschlagen und außerdem von unerwarteten zusätzlichen Einnahmen auch gleich 50 % in den „Topf“ zu werfen. Durch diese Vorgehensweise bewegst nicht nur du dich auf dein Ziel zu, sondern dein Ziel kommt dir ebenfalls entgegen. Klingt bescheuert? Lass mich dir anhand von ein paar konkreten Zahlen veranschaulichen, wie ich das meine:

Nehmen wir an, du hast dir überlegt, dass dein Finanzpolster für den Schutz drei Monate Lebensausgaben plus 1.000 EUR für „Extrawürste“ wie kaputte Waschmaschine usw. umfassen soll. Nehmen wir weiterhin an, du verdienst 1.500 EUR netto pro Monat, die du bisher immer komplett verbraucht hast. Du würdest also nach heutigem Stand 3 * 1.500 EUR + 1.000 EUR = 5.500 EUR benötigen, um finanziellen Schutz zu erreichen. Wann würdest du das in dieser Situation erreicht haben? Klar, niemals, denn du sparst ja nichts.

Nun beginnst du damit, monatlich 10 % von deinen 1.500 EUR zu sparen. Das sind 150 EUR. Du kommst nun mit 1.350 EUR im Monat aus. Nun brauchst du für deinen Schutz also 3 * 1.350 EUR + 1.000 EUR = 5.050 EUR, also sogar weniger als in der ersten Situation. Bei deinem Sparbetrag von 150 EUR pro Monat würde es 5.050 : 150 = 33,66, rund 34 Monate dauern, also fast drei Jahre. Das ist schon ein Anfang, lässt sich jedoch verbessern.

Nun schaffst du es, mehr zu verdienen. Egal, ob durch eine Gehaltserhöhung oder einen Nebenjob o.ä. Sagen wir, du bekommst nun 100 EUR mehr im Monat. Du erhöhst nun deine monatliche Sparrate um 50 % davon, also um 50 EUR. So sparst du im Monat 200 EUR. Allerdings verbrauchst du die andere Hälfte des zusätzlichen Einkommens, womit du auf monatliche Ausgaben von 1.400 EUR kommst. Die nötige Gesamtsumme für deinen finanziellen Schutz erhöht sich damit auf 3 * 1.400 EUR + 1.000 EUR = 5.200 EUR. Allerdings brauchst du bei einer monatlichen Sparrate von 200 EUR nur noch 5.200 : 200 = 26 Monate, also nur noch knapp über zwei Jahre, um die Summe zusammen zu bekommen. Da du aber sicher schon ein paar Monate die vorher festgelegten 150 EUR gespart hast, bleiben noch weniger Monate übrig.

Das meine ich damit, dass bei dieser Vorgehensweise sich auch dein Ziel auf dich zu bewegt. In der Beispielrechnung hatte ich noch keine unerwarteten Einnahmen berücksichtigt. Nehmen wir an, du bekommst eine Steuerrückerstattung oder einen Bonus über 200 EUR. Wenn du davon 50 %, also 100 EUR für dein Schutz-Polster beiseite legst, hast du die Prozedur wieder um einen halben Monat verkürzt.

Ideen für weitere Turbos

Was kann das sein? Es liegt auf der Hand: Einkommen steigern oder Ausgaben senken, am besten beides gleichzeitg. Dazu kannst du nutzen, was immer möglich ist, natürlich nur, solange es legal ist, aber das versteht sich von selbst.

Vielleicht magst du ja auch höhere Prozentsätze zum Sparen festlegen. Wie wäre es, wenn du zum Beispiel statt eines 50 %-Turbo einen 80 %-Turbo einsetzt? Das Schöne ist, es besteht kein höheres Risiko dadurch.

Nun bist du dran

Rechne dir das Ganze für deine Zahlen aus und denke über für dich geeignete Turbos nach. Es ist keine Raketenwissenschaft. Ich habe mir das nicht ausgedacht, sondern so ähnlich in einem Buch von Bodo Schäfer gelesen. Aber auch Herr Schäfer hat sich das nicht selbst ausgedacht.

Ich möchte das Konzept des Wohlstandswegweiser nun weiterhin als roten Faden für meine Blog-Artikel verwenden. Irgendwie lässt sich das alles auf meiner virtuellen Karte aus diesem Artikel einordnetn: Wo bitte geht’s zum Wohlstand?

Möglicherweise fragt sich nun der eine oder andere, wie denn mein Experiment Levermann-Depot, über das ich alle zwei Wochen jeweils am Dienstag schreibe, dort hineinpasst. Ich würde sagen, das sollte auf einem späteren Wegstück, etwa zwischen dem Land der Sicherheit und dem Land der Freiheit eingeordnet werden.

Wenn du noch Ideen hast, die ich im Zusammenhang mit dem Weg ins Land des Schutzes vergessen habe, oder auch andere Anmerkungen, nur zu – das Kommentarfeld ist deins!

Weiteres

Ein sehr gelungener Artikel zum Theme Sparen ist dieser von Madame Moneypenny:
Die 15 besten Spartipps

Ein paar Buchempfehlungen:

*

Titelbild dieses Artikels: Rike / pixelio.de

* Affiliate-Links zu Amazon

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