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Fünf Ursachen, warum Sparbemühungen scheitern – mit Lösungen

Du hast das Gefühl, das Geld rinnt dir durch die Finger. Der Dispo ist ständig am Limit. Du machst dir dauernd Sorgen. Du willst dir auch mal etwas Größeres leisten können. Was wird nur später, wenn du Rentner bist?

Also nimmst du dir vor, ein wenig bewusster mit deinem Geld umzugehen und zu sparen, um deine Situation zu verbessern. Eigentlich müsste das doch möglich sein. Denn du verdienst Geld und das müsste doch für deine normalen Ausgaben reichen und auch noch etwas übrig bleiben können.

Gut, du erfüllst also die Voraussetzung, um überhaupt etwas sparen zu können. Ganz banal: Du solltest es schaffen können, dass deine Einnahmen höher sind als deine Ausgaben.

Nun legst du los und beginnst zu sparen. Mag sein, dass es am Anfang auch ganz gut klappt. Doch dann passiert etwas Unvorhergesehenes, eine vergessene Rechnung oder es geht irgendetwas kaputt und muss ersetzt werden. Was auch immer, es wirft dich zurück. Du hast keinen Bock mehr und das war’s dann.

Warum ist das so schiefgegangen und wie geht müheloses Sparen? Ich zeige dir hier die fünf häufigsten Ursachen, woran Sparbemühungen scheitern, und Lösungen dazu.

Ursache 1: Verzicht wirkt negativ

Du verzichtest auf alles, was du dir sonst so nebenbei gönnst – Coffee-to-Go, Schokoriegel, Snacks –, und das ist dir bewusst. So hast du irgendwann keine Lust mehr, immer wieder zu verzichten, wirst rückfällig und gibst dann erst recht viel Geld aus. Das, was man als Jojo-Effekt beim Abnehmen kennt, gibt es beim Sparen nämlich auch.

Lösung: Anstatt immer auf alles zu verzichten, definiere dir diesen Kleinkram von vornherein als etwas Besonderes und gönne ihn dir gezielt, nur eben seltener. So steht nicht der Verzicht im Vordergrund, sondern du genießt bewusster. Lege vorher fest, wie viele solcher kleinen Annehmlichkeiten du dir in bis zu welcher Höhe pro Woche oder auch pro Monat gönnen darfst. Wenn es dir hilft, bastele dir dafür eine Karte zum Abstreichen.

Ursache 2: Fehlende Motivation

Du hast kein Ziel, worauf du sparst oder dein Ziel ist nicht motivierend genug. So fällst du immer wieder in deine alten Verhaltensmuster zurück. Du sparst zum Beispiel irgendwie ohne zu wissen, was dann mit dem gesparten Geld möglich sein wird. Du hast keine Vorstellung davon, was dir das Sparen bringen kann. Oder du sparst, um Schulden abzuzahlen. Das ist zwar sehr sinnvoll, insbesondere dann, wenn die Schulden laufende Zinsen kosten. Aber ein wirklich motivierendes Ziel ist eine schwarze Null nicht, vor allem wenn du nicht einmal weißt, wann sie erreicht sein kann.

Lösung: Setze dir ein oder mehrere motivierende Ziele. Lege deine Sparziele zunächst in konkreten Zahlen fest. Überlege am besten gleich mehrere Ziele, jeweils als Kombination aus Geldsumme und Zeitpunkt, bis wann du das geschafft haben möchtest. Definiere sowohl kurz- als auch längerfristige Ziele.

Du kannst dir auch schon von vornherein eine Belohnung für dich selbst überlegen, wenn du ein Sparziel erreichst. Natürlich sollte diese nicht darin bestehen, die gesamten Sparbemühungen wieder zunichte zu machen. Die Kosten für die Belohnung sollten sich also in Grenzen halten. Wenn es dir hilft, kannst du dir auch dafür eine Art Karte zum Abhaken oder Ausmalen oder was auch immer basteln. Wenn du ein Gamification-affiner-Mensch bist, ist das Abhaken für dich vielleicht schon Belohnung genug.

Zunächst schaffst du dir durch das Sparen ein Polster für den Notfall. Wenn du so etwas hast, kannst du auch unvorhergesehenen Kosten sehr entspannt begegnen. Meistens treten solche Notfälle (gefühlt) sogar seltener ein, wenn man darauf vorbereitet ist.

Wenn dein Notfalltopf irgendwann groß genug ist, ist es sehr motivierend, weiteres gespartes Geld so anzulegen, dass es „für dich arbeitet“, also ein passives Einkommen produziert. Du kannst die Höhe des entsprechenden monatlichen oder jährlichen passiven Einkommens als konkrete Ziele definieren.

Wenn du jedoch zuerst Schulden abbauen musst, überlege dir trotzdem gleich die ersten kleinen Ziele für den Vermögensaufbau danach. Das wirkt besser als nur die Null als Ziel. Wenn die Schuldzinsen nicht allzu hoch sind, kannst du das gesparte Geld auch teilen, also z. B. eine Hälfte zum Abbauen von Schulden und die andere Hälfte für deinen eigenen Vermögensaufbau verwenden.

Ursache 3: Du grenzt das gesparte Geld nicht ab

Du lässt das gesparte Geld einfach auf deinem Girokonto. Du hast keinen sofortigen Überblick, wie viel des Saldos noch für laufende Ausgaben zur Verfügung steht und wie viel davon dein Spartopf ist. So passiert es leicht, dass du Ersparnisse aus Versehen ausgibst, was dich wieder zurückwirft.

Lösung: Schaff das gesparte Geld beiseite. Leg dir zunächst ein oder mehrere zusätzliche Tagesgeldkonten dafür an. Eins kannst du zum Beispiel als Notfalltopf definieren. Auf dieses Geld greifst du dann wirklich nur im Notfall zurück.

Ein weiteres kannst du als Anspartopf für deinen Vermögensaufbau verwenden. Du kannst auch ein Spaßkonto anlegen und einen festgelegten kleinen Teil deiner Ersparnisse jeweils darauf einzahlen. Dieses Spaßkonto ist dafür gedacht, nicht zu verbissen zu sparen und jeden Genuss auf später zu verschieben, sondern dich auch jetzt schon für erreichte (Zwischen-)Ziele zu belohnen.

Ursache 4: Du hast eine falsche Vorstellung von deinen Ausgaben und nutzt dein Sparpotenzial nicht aus

Wenn du nicht weißt, wie viel du wirklich Monat für Monat ausgibst, kannst du auch dein Sparpotenzial nicht kennen. Wenn du es überschätzt, bist du schnell enttäuscht und gibst auf, wenn du es unterschätzt, fängst du möglicherweise gar nicht erst an zu sparen.

Lösung: Verschaff dir einen Überblick über alle deine wiederkehrenden Ausgaben, die automatisch vom Konto abgehen: Miete, Strom, Versicherungen, Abos usw. Verfolge deine täglichen Konsumausgaben mit Hilfe eines Haushaltsbuches, wenigstens für vier bis acht Wochen, um eine Vorstellung über deren Gesamthöhe zu erhalten.

Halte es so einfach wie möglich, so dass du jede Ausgabe zeitnah erfassen kannst. Wenn du ohnehin jeden Tag deinen Rechner einschaltest, nimm eine Excel-Tabelle. Google-Sheets als kostenlose Variante funktioniert auch auf dem Smartphone.

Noch ausgefeilter sind spezielle Haushaltsbuch-Apps, wobei du dich allerdings fragen solltest, wo deine Daten landen. Natürlich kannst du auch einfach in ein Notizbuch schreiben und am Ende des Monats selbst zusammenrechnen.

So schlägst du gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Du findest zum einen heraus, wie viel du schon jetzt monatlich sparen kannst, zum anderen findest du möglicherweise weiteres Einsparpotenzial, indem du unsinnige Verträge kündigst oder zu teure durch günstigere ersetzt, z. B. Strom, Versicherungen usw.

Nun dauert es ja einige Wochen oder Monate, bis du aussagekräftige Daten über deine laufenden Konsumausgaben hast. Warte mit dem Sparen nicht so lange, sondern nimm bis dahin folgende Pi-mal-Daumen-Regel: In den meisten Fällen ist eine Sparquote von zehn Prozent mühelos zu erreichen. Wenn du gleich nach Geldeingang, z. B. gleich nach der Gehaltszahlung zehn Prozent davon beiseiteschaffst, reicht der Rest meistens trotzdem für die Ausgaben. Wenn du nicht an diese zehn Prozent glauben kannst, fang mit fünf Prozent an. Wenn du später genauer über deine Ausgaben Bescheid weißt, kannst du diese Sparquote (möglichst nach oben) anpassen.

Ursache 5: Du bist überschuldet und schaffst es nicht, durch Sparen da raus zu kommen.

Du schaffst es zwar, deine Ausgaben unter deine Einnahmen zu drücken, aber du hast so viele Schulden, dass das gesparte Geld nur für deren Zinszahlungen aufgewendet wird und deine Schulden trotzdem nicht weniger werden.

Lösung: Du kannst versuchen, dich mit deinen Gläubigern zu einigen. Gehe offen mit deiner Situation um. Versuche zu erreichen, dass dir ein Teil der Schulden oder Zinsen erlassen werden, so dass du es schaffen kannst, den Rest aus eigener Kraft abzutragen. Das ist oftmals möglich, denn für den Gläubiger ist es immer noch besser, einen Teil zurückzuerhalten als gar nichts.

Letzteres tritt im Fall deiner Privatinsolvenz ein. Diese solltest du in Betracht ziehen, wenn du keine Vergleiche erreichst und nicht in der Lage sein solltest, innerhalb der nächsten Jahre deine Schulden abzubauen. So machst du einen sauberen Schnitt und kannst danach neu starten. Während der Privatinsolvenz musst du nicht verhungern, denn dein Einkommen bleibt bis zu einer bestimmten Höhe pfändungsfrei.

Vorsichtig solltest du jedoch sein, wenn du bereits während der Privatinsolvenz von deinem pfändungsfreien Einkommen zu sparen beginnst. Dann kannst du Pech haben und das Geld landet in der Insolvenzmasse. Ich weiß nicht, ob es dafür inzwischen eine feste Regelung gibt. Wenn du es also schaffst, während der Zeit zu sparen, dann sicherheitshalber so, dass niemand außer dir davon weiß, also als gut verstecktes Bargeld.

Auf jeden Fall kannst du dich während dessen auf die Zeit danach vorbereiten, indem du dich weiterbildest. Außerdem lebst du ruhiger mit Blick auf das Licht am Ende des Tunnels.

Zusammenfassung

Sparen gelingt dir, wenn du

  • es schaffst, Sparen als etwas Positives zu erleben ohne den bitteren Beigeschmack von Verzicht
  • dir motivierende Sparziele setzt und angemessene Belohnungen dafür definierst
  • das Gesparte sofort von deinem übrigen Geld für die üblichen Ausgaben abgrenzt und beiseiteschaffst
  • möglichst schnell deine wirklichen Ausgaben und damit dein Sparpotenzial ermittelst und immer sofort nach Geldeingang einen bestimmten Prozentsatz zur Seite legst – mindestens zehn Prozent – mit der Zeit steigend
  • es erkennst, wenn du überschuldet bist und so schnell wie möglich Vergleiche mit deinen Gläubigern versuchst oder in die Privatinsolvenz gehst, so dass du möglichst schnell neu starten kannst

Ausgaben senken und Einnahmen erhöhen

Um deinen Sparbetrag zu erhöhen und damit deine finanziellen Ziele schneller zu erreichen, ist das Senken deiner Ausgaben natürlich zuerst der naheliegende und meistens auch einfachste Weg. Dass dessen Möglichkeiten jedoch schnell ausgeschöpft sind, ist wohl jedem klar.

Die andere Stellschraube – dein Einkommen zu erhöhen – ist meistens effektiver, natürlich nur, wenn du deine Ausgaben nicht gleichermaßen erhöhst.

Ein smarter Umgang mit Geld hat nicht nur positive Auswirkung auf deine Finanzen, sondern auch auf deine Gesundheit – weniger Sorgen, weniger Stress, gelassener leben!

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