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Die sieben Anti-Dividenden-Schlümpfe

Kannst du dich noch an die Schlümpfe erinnern? Jeder Schlumpf hat eine besondere Eigenschaft, Fähigkeit oder Vorliebe und nach der ist er benannt. Fauli-Schlumpf schläft fast immer, Torti-Schlumpf bäckt den ganzen Tag, Schlaubi-Schlumpf weiß immer alles (besser) usw.

Es gibt aber noch mehr Schlümpfe als in den Comics und Filmen. Es sind die sieben Anti-Dividenden-Schlümpfe. Sie heißen: Einfallslosi, Verschwenderli, Steuerli, Quellensteuerli, Verrechnerli, Abzieherli und Nichtbesserli. Ich glaube, es sind entfernte Verwandte von Schlaubi-Schlumpf.

Heute erfährst du, wie die so drauf sind und was ich ihnen antworte. Aber gleich vorweg: Sie sind genauso knuffig wie die anderen Schlümpfe und ich hab auch sie lieb.

Einfallslosi-Schlumpf

Die Firmen wissen nicht, was sie mit dem Geld machen sollen, deshalb schütten sie es als Dividende an die Aktionäre aus. Besser wäre es doch, das Geld ins eigene Wachstum zu stecken.

Antwort: „Die Firmen“. Das klingt ja so, als wären alle Firmen gleich und auch deren wirtschaftliche Situation und Umfeld. Ab einer bestimmten Größe ist Wachstum kaum noch möglich. Es gibt durchaus Firmen, die obwohl sie in vernünftigem Maße in Innovation und ihr eigenes Wachstum bzw. ihre Stabilisierung investieren, immer noch genügend Geld übrig haben. Sollen sie es herumliegen lassen oder ihre Büros damit tapezieren? Da ist es doch besser, sie geben es den Aktionären.

Verschwenderli-Schlumpf

Es gibt Firmen, die mehr Dividenden an ihre Aktionäre ausschütten, als sie durch ihr Geschäft verdienen. Irgendwann können sie es sich nicht mehr leisten. Dann kürzen sie die Dividenden. Viele Investoren, die die Aktien wegen der Dividenden gekauft haben, verkaufen dann ihre Aktien. So sinkt auch der Kurs immer weiter und du hast Leichen im Depot.

Antwort: Ja, die gibt es. Aber genauso sinnlos wie „(alle) Dividendenaktien sind Mist“ ist die Aussage „(alle) Dividendenaktien sind super“. Wer nur auf die rein rechnerisch höchste Dividendenrendite achtet, wird vor allem die der ersteren Kategorie kaufen und damit auf die Nase fallen. Schuld daran ist nicht das Konzept der Dividendenausschüttung an sich, sondern die eigene Faulheit oder Unüberlegtheit. Ein Blick auf die öffentlich verfügbaren Zahlen gibt Aufschluss darüber, ob das Unternehmen die Dividenden aus der Substanz zahlt oder aus den Gewinnen, und auch, wie groß der Anteil der ausgeschütteten Gewinne ist.

Steuerli-Schlumpf

Auf Dividendenzahlungen fallen gleich Steuern an. Bei Aktien, die nicht ausschütten, zahlt man Steuern erst, wenn man mit Gewinn verkauft. Bis dahin kann der Zinseszinseffekt (über mehr Geld) besser wirken. Deshalb sind Dividendenzahler für den langfristigen Vermögensaufbau weniger geeignet.

Antwort: So viel zur Theorie! Und ja, es ist durchaus etwas Wahres dran. Aber in der Praxis ist der so viel gerühmte Zinseszinseffekt nicht immer sichtbar. Besonders für den Anfänger nicht, der das Pech hat, zu einem ungünstigen Zeitpunkt eingestiegen zu sein, z. B. kurz vor einer Krise. Da können Dividendenzahlungen von Dickschiffen beruhigend wirken. Außerdem hat der Börsenneuling am Anfang keine Steuerabzüge von Dividenden, wenn er seinen Freibetrag über den Freistellungsauftrag aktiviert.

Weiterhin ist der motivierende Effekt von Dividendenzahlungen, die von Mal zu Mal größer werden, nicht zu unterschätzen. So ist es sehr wahrscheinlich, dass jemand aufgrund dessen mehr Gas gibt, mehr spart, mehr anlegt, bessere Entscheidungen trifft und am Ende doch mehr herausbekommt, als wäre er den aus Sicht eines „Homo Oeconomicus“ rein rechnerisch besseren Weg gegangen.

Quellensteuerli-Schlumpf

Auf manche ausländische Dividenden fallen noch zusätzliche ausländische Steuern an, deren Rückholung z. T. aufwändig bis unmöglich ist.

Antwort: Dann kauf eben so etwas nicht! Die Auswahl an Aktien aus Ländern, bei denen der Anleger aus Deutschland steuerlich von vornherein nicht schlechter dran ist als bei inländischen, ist groß genug, um nur dort zu investieren.

Tipp: Das Bundeszentralamt für Steuern stellt auf seiner Homepage entsprechende Listen zum Download zur Verfügung. Dort kann man das für jedes Land nachschlagen, wie hoch die jeweilige Quellensteuer ist und wie viel davon angerechnet wird.

Verrechnerli-Schlumpf

Dividenden kann man nicht mit Aktienverlusten (aus Verkauf) verrechnen. Aktiengewinne durch Verkauf aber schon.

Antwort: Das stimmt. Aber das sind ja auch zwei völlig unterschiedliche Dinge. Wenn du eine Aktie verkaufst, egal ob mit Gewinn oder Verlust, gibst du einen Teil deiner Unternehmensanteile weg. Wenn du nur die Dividenden kassierst, behältst du deine Anteile am Unternehmen.

Den Verlust kannst du auch später noch durch einen Verkauf mit Kursgewinn verrechnen, denn dank des Verlusttopfes, wird der ins nächste Jahr übertragen und dann auch später noch angerechnet.

Abzieherli-Schlumpf

Die Dividende wird vom Kurs abgezogen. Das ist „linke Tasche – rechte Tasche“.  

Antwort: Ja, da wird der Kurs einmal auf rationale Art und Weise angepasst und danach geht es wieder weiter auf und ab, zum Teil nach wirtschaftlicher, aber zum Großteil nach psychologischer „Logik“. Na und?

Nichtbesserli-Schlumpf

Argument: Dividenden-Aktien haben sich in der Vergangenheit nicht besser entwickelt als Nicht-Dividenden-Zahler.

Antwort: Ja, aber auch nicht schlechter.

Ich hab sie trotzdem lieb, aber

Zum Teil haben die putzigen Anti-Dividenden-Schlümpfe sogar Recht. Nur sind mir deren Aussagen zu sehr verallgemeinert. Es gibt sehr gute Dividendenaktien und es gibt sehr gute Wachstumsaktien. Außerdem schließt das eine das andere nicht aus.

Ich persönlich investiere nach wie vor überwiegend in gute Dividendenaktien, bei deren Auswahl ich mir Mühe gebe. OK, Fehler passieren jedem, aber davor sind auch reine Wachstums-Investoren nicht gefeit.

Tools, die bei der Aktien-Auswahl helfen

Tipp 1

Ein sehr unterhaltsam und verständlich geschriebenes Buch, das eine Kriterienliste zur Auswahl der besten Dividendenaktien bereithält, ist folgendes:

Cool bleiben und Dividenden kassieren* (von Christian W. Röhl und Werner H. Heussinger)

Tipp 2

Ein Web-Tool, das auf Punkten basierende Bewertungssysteme zur Aktienauswahl für drei verschiedene Strategien bereitstellt – darunter auch eine Dividendenstrategie frei nach dem zuvor genannten Buch – ist der

Aktien.guide*

Auch für Wachstums-Investoren ist dieses Tool eine Fundgrube, denn darin ist auch die sogenannte High-Growth-Investing-Strategie (HGI) umgesetzt.

Tipp 3

Ein sehr mächtiges und hervorragend grafisch aufbereitetes Tool zur Aktienauswahl ist der

Aktienfinder.net

Sein Motto lautet: „In Aktien investieren. Von langfristig steigenden Kursen und Dividenden profitieren.“

Disclaimer

Das hier ist keine Anlageberatung und auch keine verbindliche Empfehlung zum Umgang mit Schlümpfen und anderen Fantasiewesen.

Mit * markierte Links sind Provisionslinks. Ich bekomme für Käufe oder Abschlüsse darüber einen kleinen Obolus, der dich nichts extra kostet.

Eine Antwort auf „Die sieben Anti-Dividenden-Schlümpfe“

Hallo Petra
Aktien.guide ist wirklich sehr gut und preiswert. Es ist vieleicht noch zu erwähnen das es sogar Aktien gibt, die High Growth+Dividende bieten. Das eine schließt das andere ja nicht aus. Viele große Highgrower schwimmen aufgrund ihrer Margen im Geld, kaufen jedoch leider meist zurück statt auszuschütten (Steuerli Schlumpf).

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