Altersvorsorge einrichten in 10 Minuten

cashWieder ist ein Jahr vorbei und der jährliche Bescheid der Deutschen Rentenversicherung ist eingetrudelt. Wieder schaust du auf die Zahlen und denkst dir: Ja, ich müsste zusätzlich etwas für meine Altersvorsorge tun. Dann vergehen Wochen, Monate und huch, schon wieder ist der nächste Bescheid da!

Mal ehrlich, wer begibt sich denn schon gern freiwillig in den Dschungel der sogenannten Altersvorsorgeprodukte mit all ihren Begrifflichkeiten, Bestimmungen usw. Das macht doch etwa so viel Spaß wie eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt. Überhaupt sind diese ganzen Riester-, Rürup-, Pensionskassen- und Hastenichgesehn-Produkte in der Hauptsache staatlich geförderte Maßnahmen, die die dahinter steckenden Versicherer blühen und gedeihen lassen. Ja ja, bevor hier gleich wieder die digitalen Steine fliegen: Die sind nicht alle schlecht, und besser so etwas als gar nichts. Aber es gibt einfachere und lukrativere Möglichkeiten.

Vor ein paar Wochen hatte ich bereits etwas zu diesem Thema geschrieben und einen Vergleich angestellt: betriebliche Altersvorsorge (Pensionskasse) vs. ETF-Sparplan. Hier ist der Artikel: Woher bekommt man einen Goldesel?

Heute gibt’s ’ne Schritt-für-Schritt-Anleitung

Die ist für Leute, die sich von relativ wenig bis gar nicht mit dem Thema Geldanlage für die zusätzliche Altersvorsorge auseinandersetzen möchten, die aber trotzdem vorsorgen wollen, ohne von einem provisionsgesteuerten Verkäufer über den Tisch gezogen zu werden.

Schritt 1

Du brauchst ein Depot bei einer Direktbank, bei der du günstig ETF-Sparpläne einrichten kannst. Wenn du noch kein derartiges Depot hast und dich nicht entscheiden kannst, bei welcher Bank das sein soll, nimm einfach eine der beiden folgenden. Doch Vorsicht! Bevor du eines der beiden Banner anklickst sage ich dir gleich, dass ich eine Vermittlungsprämie bekomme, wenn du über einen meiner Links dort Kunde wirst. Das kostet dich zwar nichts extra, aber wenn du das nicht möchtest, dann klick eben nicht drauf. Ich bin nicht provisionsgesteuert, freue mich jedoch über jedes Taschengeld nebenbei.

comdirect   Consorsbank Sparplan

Warum schlage ich nur diese beiden vor? Ich selbst bin Kunde bei drei Direktbanken, und zwar bei beiden obigen (comdirect und Consorsbank) und der ING DiBa. Ich empfehle grundsätzlich nur Dinge, die ich auch für mich nutze und für gut befinde, unabhängig von der Höhe einer eventuellen Vermittlungsprämie. Die beiden oben genannten Banken bieten von meinen drei Beispielen derzeit etwas bessere Konditionen für Sparpläne.

Schritt 2

Lege die monatliche Sparrate fest. Bei den oben empfohlenen Banken geht das schon ab 25 EUR. Bei anderen ist ein Minimum von 50 EUR vorgegeben. Du kannst dich nicht entscheiden, wie hoch Deine monatliche Sparrate sein soll? Dann nimm zunächst 100 EUR.

Schritt 3

Wähle einen oder mehrere ETFs für diesen Sparplan aus. Du kannst dich auch hier nicht entscheiden oder hast einfach keinen Bock dazu. Dann nimm z.B. diesen, sofern er für einen Sparplan bei deiner Bank angeboten wird, bei comdirect und Consorsbank ist das der Fall:
Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (ISIN: IE00B3RBWM25)

Schritt 4

Das Konto ist eröffnet und du hast gewählt oder bist einfach meinen Vorschlägen gefolgt. Erstelle nun in deinem Konto den ETF-Sparplan. Stelle die monatliche Sparrate, die du in Schritt 2 festgelegt hast, ein. Gib den oder die in Schritt 3 festgelegten ETFs ein. Entscheide dich, ob du eine automatische Dynamisierung deiner Sparraten haben möchtest und stelle ggf. den Prozentsatz dafür ein. Um diesen Prozentsatz wird die monatliche Sparrate dann jeweils nach einem Jahr angepasst. Wenn du dich auch hier wieder nicht entscheiden kannst, nimm 5% und lass die erste Anpassung nach Ablauf des ersten Jahres zu.

Schritt 5

Wenn du noch etwas von deinem Freistellungsauftrag übrig hast, dann stelle den entsprechenden Betrag ein.

Fertig!

Sofern du meinen vorgeschlagenen ETF oder einen anderen ausschüttenden gewählt hast, bekommst du sogar gleich Jahr für Jahr Rendite in Form von Ausschüttungen ausgezahlt. Für den oben genannten ETF sogar quartalsweise. Beim obigen ETF kann man mit im Schnitt knapp 2% p.a. auf den Gesamtwert der bereits gekauften Anteile rechnen, und dieser nimmt auf lange Sicht mindestens 5-6% p.a. zu.

Die meistens von Jahr zu Jahr steigenden Ausschüttungen sind motivierend, besonders in Zeiten, in denen es mit dem Wert der Anteile mal abwärts geht. Die gibt es immer mal. Darin besteht das Risiko dieser Lösung. Den besten Wertzuwachs dieser Geldanlage erzielst du natürlich, wenn du die Ausschüttungen nicht verbrauchst, sondern einfach wieder anlegst. Das geht über eine hohe Dynamisierung des Sparplans oder eben durch gelegentliche Änderungen.

Die Wertpapiere werden durch den Sparplan gekauft und bleiben in deinem Depot. Der Sparplan legt einfach nur die folgenden regelmäßigen Käufe fest. Wenn du ihn stoppst oder löschst, verschwinden dadurch die bereits gekauften ETF-Anteile natürlich nicht. Du bist hier völlig flexibel, kannst den Sparplan ändern und auch mit den ETFs jederzeit machen, was du willst. Das ist zugegeben Fluch und Segen zugleich. Bleib diszipliniert!

Und später?

Wenn es dann später so weit ist, stopp einfach den Sparplan. Sofern du meinen vorgeschlagenen ETF verwendet hast, bekommst du weiterhin Ausschüttungen. Dazu brauchst du deine ETF-Anteile nicht anzurühren. Du kannst sie sogar vererben. Du kannst die Anteile aber auch verkaufen.

Ist das alles?

Komplizierter muss das Ganze nicht sein. Obwohl ich zugebe, dass die wenigsten das wirklich so durchziehen und zwischendurch nicht anrühren werden. Aber egal, es ist ein Anfang. So kommst du ins Tun. Natürlich kannst du nun, während der Sparplan schon läuft und du also bereits etwas für deine zusätzliche Altersvorsorge getan hast, nach und nach Weiteres zu dem Thema lernen.

Zum Beispiel, dass man anstelle von ausschüttenden ETFs sogenannte thesaurierende verwenden kann. In diesen werden die Ausschüttungen automatisch sofort wieder angelegt. Du bekommst dann zwischendurch keine entsprechenden Zahlungen auf dein Konto. Dafür brauchst du dir um Wiederanlage keine Gedanken zu machen. Allerdings hast du dann auch später keine Ausschüttungen, sondern musst, um deine Altersvorsorge zu ernten, Anteile verkaufen oder das Ganze in ausschüttende Wertpapiere umschichten.

Naja, so ganz abgehandelt ist das Thema nicht in den 10 Minuten aus der Überschrift. Aber es ging mir darum zu zeigen, wie man schnell starten kann.

Wenn dich das Thema nicht weiter interessiert, ist es auch gut, denn du hast ja etwas getan. Ansonsten kannst du dich in dem dir angenehmen Maße nun weiter damit beschäftigen, nebenbei immer mit dem beruhigenden Gefühl, bereits vorgesorgt zu haben.

Du willst mehr wissen?

Wenn die folgende Buchempfehlung irgendwo hinpasst, dann hier. Auch hier wieder Vorsicht: Der zu Amazon führende Link verschafft mir eine kleine Prämie, wenn du dort kaufst. Das kostet dich nichts extra. Wenn du nicht drauf klickst, ist das für mich auch OK. Ich empfehle das Buch trotzdem:

Die ETF-Empfehlung ist keine Empfehlung!

Das klingt jetzt ziemlich bescheuert. Aber der oben genannte ETF ist nur ein Beispiel für entscheidungsschwache Menschen und natürlich keine Anlageempfehlung.

Viel Erfolg!

Ein Kommentar

  • Hey Petra,
    klasse Blogartikel! Kompliement auch für diese kleinen, netten Hinweise á la „… nur ein Beispiel für entscheidungsschwache Menschen …“. Ich lieben es. Das empfohlene Buch ist der Klassiker für ETF-Wissen und man sollet es DER KOMMER nennen.
    Weiter so, du hast eine Fan-Gemeinde und ich gehöre dazu!!!
    LG, Horst

    Gefällt 1 Person

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