Zwei Jahre Experiment Levermann-Depot

Ich kann es kaum fassen, dass dieses Spielchen nun schon zwei Jahre lang läuft. Heute ist mal wieder Zeit für eine ausführlichere Auswertung, ein paar Rückblicke, und natürlich Pläne für die nächste (dritte) Runde.

Zuerst wünsche ich allen ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2018!

Transaktionen

Ich beginne wieder damit, wie oft ich handeln musste. Hier die komplette Historie von Anfang an:

Anzahl Käufe Anzahl Verkäufe davon mit Gewinn
Jan-Jun 16 15 7 1
Jul-Dez 16 12 8 3
Jan-Jun 17 7 7 4
Jul-Dez 17 7 7 5

Das sieht also auch für das letzte halbe Jahr recht gut aus.

Der gesamte Wertverlauf

Zuerst wieder der gesamte Verlauf des Levermann-Depots:

Levermann-Depot Chart

Nun wieder wie schon vor einem Jahr zum Vergleich eine Einmalanlage der Summe in einem thesaurierenden ETF auf den SDAX. Zwar haben inzwischen auch schon große Aktien in mein Levermann-Depot gefunden, trotzdem vergleiche ich weiterhin mit diesem SDAX-Beispiel, denn es sind nach wie vor überwiegend kleine Aktien enthalten.

SDAX-ETF-Depot Chart

Nun die nüchternen Zahlen zur prozentualen Entwicklung jeweils vom Beginn an:

Levermann-Depot SDAX-ETF-Depot
Ende Jun 2016 +0,6% +1,7%
Ende Dez 2016 +28,8% +10,6%
Ende Jun 2017 +55,2% +25,3%
Ende Dez 2017 +62,9% +35,7%

Es besteht noch immer ein schöner Vorsprung gegenüber dem viel bequemeren SDAX-ETF-Depot über den gesamten Zeitraum von zwei Jahren. Allerdings speist sich dieser vor allem aus der Outperformance im zweiten Halbjahr. Nur auf das letzte halbe Jahr bezogen hatte das SDAX-Depot eine bessere Performance (8,3%) als das Levermann-Depot (5,0%).

Meine speziellen Spielregeln

Ich zähle zunächst einmal auf, was ich bisher anders geregelt habe als in der Originalstrategie von Susan Levermann beschrieben:

  • Kauf erfolgt immer ab sieben Punkten aufwärts, egal ob Large, Mid oder Small Cap
  • Verkauf erfolgt immer ab 3 Punkten abwärts
  • Seit einem Jahr verwende ich eine andere Variante zur KGV-Berechnung, bei der die historischen KGVs der letzten Jahre einen Einfluss bekommen, um zu starke Schwankungen dieses Kriteriums zu vermeiden. Ich hatte das in diesem Artikel ausführlich erklärt. Meine Herangehensweise diesbezüglich wurde auch schon als Unfug bezeichnet, was mir jedoch in Anbetracht dessen, dass es sich hier niemals um exakte Wissenschaft handelt, nur ein Lächeln entlockt.

Ansonsten leistete und leiste ich mir noch den folgenden „Punk“:

  • Banken und Versicherungen zählen bei mir automatisch zu den Finanzwerten. Für Immobilien- und Beteiligungsfirmen regele ich das nicht automatisch so. Allerdings habe ich vor kurzem festgestellt, dass es für einige davon durchaus Sinn macht, sie wie Finanzwerte zu behandeln. Hier die Einzelheiten dazu: Levermann-Dienstag: Immobilienunternehmen nun doch Finanzwerte? Ich lege das also jeweils individuell fest.
  • Die Zuordnung, was als Large Cap zählt und was nicht, erledige ich anders als in der Originalstrategie. Für mich zählen Aktien aus einem Leitindex eines Landes immer als Large Caps, egal wie groß die Marktkapitalisierung ist. Das spielt besonders für österreichische Aktien eine Rolle.

Eine Änderung bezüglich des Quartalszahlen-Kriteriums

Nun wage ich mich an „eines der wichtigsten Kriterien“ der Levermann-Strategie. Einige sehr kleine Unternehmen berichten nicht in jedem Quartal. Es gibt den Jahresabschluss und dann allenfalls noch eine Zwischenmitteilung. Oftmals lassen sich die Termine dafür auch nur schwer herausfinden, sowohl vorab als auch im Nachhinein. In solchen Fällen kann es also gar nicht sein, dass am Termin alle Augen auf das Unternehmen gerichtet sind. Die Kursreaktion an diesem Tag ist also so zufällig wie an jedem anderen. Oftmals ist es bei eng gehandelten Aktien dann auch noch so, dass unter Betrachtung der Kurse an einer Regionalbörse ein Pluspunkt für Reaktion auf Quartalszahlen herauskommt, gleichzeitig an einer anderen Börse ein Minuspunkt. Ein Beispiel dafür ist Zapf Creation, die aufgrund dessen, dass ich aus Versehen die Börse München statt Stuttgart verwendet hatte, in mein Depot gelangt ist.

Aufgrund dieser Beobachtungen werde ich nun folgendes einführen: Für Unternehmen, die kaum Berichtstermine haben bzw. deren Termine kaum beachtet werden, weil sie schwer herauszufinden sind, untersuche ich das Quartalszahlenkriterium erst gar nicht, ich vergebe dafür also immer 0 Punkte. In solch einem Fall darf ich die Aktie auch schon ab 6 Punkten kaufen. Die Entscheidung dafür liegt aber wie bei allen Käufen bei mir. Ansonsten bleibt die Kaufpunktezahl bei 7 aufwärts. Verkauft wird eine solche Aktie nach wie vor ab 3 Punkten abwärts.

Noch in dieser Woche werde ich über den Newsletter auch den Zugang zu einer neuen Excel-Tool-Version bereitstellen. In dieser Version besteht die Möglichkeit, das Quartalszahlenkriterium entsprechend für einzelne Aktien zu deaktivieren, sofern gewünscht. Weiterhin habe ich in der neuen Version Verbesserungen/Korrekturen umgesetzt. Genaueres dazu im Newsletter.

Mein Vorhaben zum „Praxisbuch zur Levermann-Strategie“

Ende August 2017 hatte ich meine Erfahrungen nach anderthalb Jahren Levermann-Experiment in diesem Buch systematisch aufbereitet veröffentlicht:


Das Praxisbuch zur Levermann-Strategie: Aktienauswahl nach Punktesystem *

Es ist sehr gut angenommen worden, wofür ich mich noch einmal an dieser Stelle bedanken möchte. Übrigens würde ich mich über noch mehr gute Rezensionen bei Amazon sehr freuen.

Seit dem Erscheinen des Buches habe ich weitere Erkenntnisse in dieser Materie gewonnen, und das werden auch sicher nicht die letzten sein. Ich denke, dass ich in einigen Monaten vielleicht genug Stoff zusammen haben sollte, um eine erweiterte Neuauflage zu erstellen. Ich denke darüber nach, ob ich zusätzlich zur Neuauflage eine separate Ergänzung der ersten Auflage schreibe, die wirklich nur den Teil enthält, der neu hinzugekommen ist. So müssten die Leser der ersten Auflage, sofern sie sich weiterhin für das Thema interessieren, nicht das Ganze noch einmal kaufen, sondern würden durch die Ergänzung günstiger abschneiden. Ich denke dafür an einen Preis, der noch unter dem eines der üblichen Anleger-Magazine liegt.

Die abschließende Depotübersicht für 2017

Depotübersicht zum Jahresende

Nun noch der unvermeidbare Abschnitt

Das Levermann-Experiment ist für mich nur ein Spiel. Ich empfehle es nicht zum Nachmachen. Jeder ist für seine Handlungen selbst verantwortlich. Das beste Werkzeug zur Urteilsbildung hat jeder zwischen seinen Ohren.

Titelbild dieses Artikels: Marcus Stark / pixelio.de

* Affiliate-Link zu Amazon

nächster Levermann-Artikel: Levermann-Dienstag: Was ist mit Fehlern?

9 Kommentare

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