Ein Jahr Levermann-Experiment

Was am Anfang ziemlich holprig losging, hat sich inzwischen eingefahren. Nach einem Jahr, welches ich als die erste Runde betrachte, möchte ich heute einmal eine ausführliche Zusammenfassung zeigen. Außerdem habe ich mich entschlossen, für die nächste Runde ein paar Änderungen vorzunehmen.

Zunächst wünsche ich Euch allen ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2017!

Und nun geht es los:

Die bisherigen Spielregeln

Ein Jahr lang habe ich nun in einem kleinen experimentellen Depot nach der Levermann-Strategie gehandelt. Ich habe mich dabei ziemlich nahe an die Vorgaben von Susan Levermann gehalten, die sie in ihrem Buch beschreibt. Ein paar Dinge habe ich aber etwas anders geregelt, und zwar:

  1. Als Kaufpunktezahl verlange ich immer ein Minimum von 7 Punkten, egal ob es sich um Small, Mid oder Large Caps handelt. (Susan Levermann hat für Large Caps eine Punktezahl von 4 als Kaufsignal empfohlen und nur für Mid und Small Caps die 7. Ich hatte mir vor dem Start meines Experimentes einige große Aktien mit 4 Punkten angesehen und hätte diese nicht gern kaufen wollen. Deshalb habe ich da die Latte etwas höher gelegt.)
  2. Als Verkaufskriterium verwende ich generell eine Punktezahl von 3 oder weniger. (Susan Levermann hat für Large Caps 2 bzw. für Mid und Small Caps 4 empfohlen. Auch hier fand ich nach dem Betrachten einiger Beispiele meinen Ansatz besser.)
  3. Als Zusatzkriterium habe ich festgelegt, dass ich grundsätzlich nur solche Aktien kaufe, die eine Dividende zahlen. Dafür hatte ich keinen zusätzlichen Bewertungspunkt eingeführt, sondern das immer vor dem Kaufen für die entsprechende Aktie nachgeschlagen.

Der Stand zum Jahresende

So sieht das Depot zum Jahresende aus:

levermann2016-12-30

Aus meinem Startkapital von 12.000 Euro wurde nach einem Jahr ein Gesamtwert von 15.452,61 Euro. Das sind +28,8%.

Der Verlauf bis jetzt

Es gab eine Menge an Transaktionen, und zwar 27 Käufe und 15 Verkäufe. Es wurden also 15 Positionen aufgebaut und wieder geschlossen, und zwar folgende:

levermann2016-12-30b

Wie man sieht, wurden mehr Verluste realisiert, insgesamt -415,40 Euro.

Insgesamt gab es 9 Dividendenzahlungen und einen Verkauf von Aktien-Bruchteilen. Das sind:

levermann2016-12-30c

Es gab also Gutschriften von 280,69 Euro. Insgesamt gab es einen echten Cashflow aus realisierten Kursgewinnen/-verlusten und Dividendenzahlungen von -134,71 Euro.

Dem gegenüber stehen aber die aktuellen (offenen) Depotpositionen so weit im Plus, dass es einen Stand von diesen anfänglich gezeigten +28,8% ergibt. Dieses Plus besteht also auf der Grundlage von Buchgewinnen. Wenn ich nun alle Aktien verkaufen würde, käme wegen des Abzugs von Steuern und Transaktionskosten ein nicht ganz so großes Plus heraus. Da ich das Experiment jedoch weiter verfolgen werde, steht diese Möglichkeit nicht zur Debatte.

Vergleich mit Einmalanlage in einen ETF

Als ich nach einem halben Jahr Levermann-Experiment ein Zwischenfazit gezogen hatte, hatte ich mein Depot mit dem Verlauf eines SDAX-ETF-Depots verglichen. Auch nach einem Jahr will ich diesen Vergleich wieder vornehmen. Also lautet meine Frage: Wie wäre es gelaufen, wenn ich meine Anfangssumme von 12.000 Euro einfach gleich in einen SDAX-ETF investiert und mich dann nicht mehr darum gekümmert hätte? Ich verwende wieder denselben ETF für meinen Vergleich, also den COMSTAGE-SDAX-TR-UCITS-ETF (ISIN: LU0603942888). Das wäre etwa so verlaufen:

sdax-etf-2016-12-30

Der Gesamtwert der Investition läge heute bei etwa 13.270 Euro. Das wären also „nur“ +10,6% im Gegensatz zu meinen +28,8%.

Eine „Was-wäre-wenn“-Betrachtung zur KGV-Ermittlung

Während des letzten Jahres gab es immer wieder viele Fragen und einige Diskussionen, was die Berechnung bestimmter Bewertungskriterien angeht. Dazu gehörte auch die Art und Weise, wie die beiden KGV-Kriterien ermittelt werden.

Ich habe das bisher genauso realisiert, wie von Susan Levermann in ihrem Buch beschrieben. Für das 5-Jahres-KGV habe ich die Zahlen für Gewinn pro Aktie (EPS) für die letzten drei abgeschlossenen Geschäftsjahre, sowie geschätzte Werte für das aktuelle und das nächste Geschäftsjahr verwendet, daraus den Durchschnitt gebildet und den aktuellen Aktienkurs durch diesen Durchschnittswert geteilt. Für das aktuelle KGV habe ich entsprechend den aktuellen Kurs durch den geschätzten Gewinn pro Aktie für das aktuelle Geschäftsjahr geteilt.

Stephan alias Leise, der Autor des wikifolios Qualität angelehnt an Susan Levermann, verwendet eine andere Methode. Er benutzt mehr die historischen KGVs. Das heißt, für das mehrjährige Kriterium bildet er einfach den Durchschnitt aus den angegebenen KGVs der letzten drei Geschäftsjahre. Für das aktuelle KGV-Kriterium verwendet er das erwartete KGV des aktuellen Geschäftsjahres.

Mir gefällt diese Idee schon deshalb, weil nervöse Kursschwankungen so keinen zu großen Einfluss auf die Punktebewertung haben. Außerdem gibt es noch drei weitere Kriterien, die stärker von der aktuellen Kursentwicklung abhängen. Das sind Kursentwicklung über 6 Monate, über 1 Jahr bzw. Kursmomentum.

Weiterhin wird dadurch der Einfluss von Schätzungen geringer, denn die historischen KGVs beruhen mehr auf Fakten als auf geschätzten Werten. Trotzdem bleibt mit den Kriterien zu den Gewinnrevisionen und den Analystenmeinungen noch immer genügend Spielraum für Annahmen.

Da Stephans wikifolio schon seit Jahren eine hervorragende Performance aufweist, kann diese Lösung nicht allzu verkehrt sein. Also habe ich die Ruhe zwischen Weihnachten und Neujahr für eine etwas ausführlichere Untersuchung genutzt, wie es in meinem Experiment gelaufen wäre, wenn ich die beiden KGV-Kriterien eben auf jene Art und Weise berechnet hätte.

Dazu habe ich meine bestehenden Bewertungstabellen aus meinem Excel-Tool bzw. soweit möglich aus der vorherigen etwas provisorischen Lösung alle nacheinander um die benötigten historischen KGV-Werte ergänzt und dann den Verlauf des Experimentes simuliert.

Der aktuelle Stand zum Jahresende wäre in etwa dieser:

levermann-test-2016-12-30

Mit einem aktuellen Gesamtwert von 16.270,95 Euro hätte ich eine Performance von +35,6%.

Es hätte, was nicht verwunderlich ist, weniger Transaktionen gegeben, und zwar 24 Käufe und 12 Verkäufe. Die Liste der geschlossenen Positionen hätte etwa so ausgesehen:

levermann-test-2016-12-30b

Auch hier wären also mehr Verluste realisiert worden, Mit -122,05 Euro jedoch nicht ganz so viel wie in meinem realen Experiment.

Auch in diesem Fall hätte es insgesamt 9 Dividenden und denselben Verkauf der KPS-Bruchteile gegeben, allerdings mit einem besseren Gesamtergebnis.

levermann-test-2016-12-30c

Mit diesen Gutschriften von 325,04 Euro und den durch Verkäufe realisierten -122,05 Euro wäre das ein positiver Cashflow von 202,99.

Zusätzlich hätte ich also einen noch höheren Gesamtdepotwert, natürlich mit Buchgewinnen, so dass das eine Gesamtperformance von +35,6% ergeben hätte.

Fazit und daraus resultierender Plan

Auch wenn meine Beispielzahlen kein Beweis dafür sind, dass es so immer bessere Ergebnisse gibt, gefällt mir die zweite Methode zur Berechnung der KGV-Kriterien mittels der historischen KGVs besser als die bisher verwendete. Logisch ist, dass es auf diese Art weniger Transaktionen gibt, weil die Punktebewertung weniger schwankt.

Ich werde ab jetzt, also schon ab der Bewertungsrunde am nächsten Wochenende, die Berechnung der beiden KGV-Kriterien ändern. Weiterhin habe ich festgestellt, dass der Auswahlalgorithmus ohnehin fast nur Dividendenzahler zutage fördert. Ich werde die Dividende deshalb nicht mehr zur Bedingung machen. Für mein Excel-Tool bedeutet das, dass ich zusätzlich die benötigten historischen KGVs mit einlesen werde. Die neue Variante baue ich zusätzlich zur bestehenden Variante ein. Mag sein, dass es dadurch etwas unübersichtlicher wird. Aber das ist dann eben so. Das hat den Vorteil, dass man immer noch einen Vergleich mit der bisherigen Berechnungsmethode hat.

Die öffentlichen Depot-Stände vom 30.12.2016
Levermann-Experiment: +28,8% mehr
Graham-wikifolio: +/-0,0% mehr

nächster Levermann-Artikel: Das Tool zur nächsten Levermann-Runde

51 Gedanken zu “Ein Jahr Levermann-Experiment

  1. Manfred 1. Januar 2017 / 23:54

    Hallo Petra,
    erstmal Alles Gute fürs neue Jahr.

    Schon tolle Ideen die du da hast. Kommt dass dann auch im neuen Download-Tool zur Geltung?

    Weiterhin viel Erfolg und gute Ideen.

    VG Manfred

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  2. Kjell 2. Januar 2017 / 0:13

    Liebe Petra,

    Spannender Vergleich! Ich freue mich auf die Fortsetzung des Experimentes, und wünsche Dir weiterhin viel Erfolg und auch viel Spaß!

    MfG,

    Kjell

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  3. Sascha Ha 2. Januar 2017 / 11:30

    Hallo Petra,

    erstmal ein frohes neues Jahr und ein großes Dankeschön für Deine viele Arbeit. 🙂
    Ich habe eine frage zu deiner Simulation. Wie genau bist du dabei vorgegangen? Hast du einfach auf heutige Bewertungen geschaut und irrtümlich im Depot befindliche/ nicht im Depot befindliche Aktien rausgestrichen, bzw. ergänzt?
    Wie kommt es dann zum Beispiel, dass Eckert& Ziegler keinen Platz bekommen haben? Ich habe den KGV-Durchschnitt und das KGVa auf Grundlage der neuen Berechnungsvariante ermittelt und dabei einen Druchschnitt des KGVs von ca. 13 für die letzten drei Geschäftsjahre und 9,5 (2015) für den letzten aktuellen KGV-Wert festgestellt.
    Ich freue mich auf Deine Antwort.

    Viele Grüße

    Sascha

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    • Petra Wolff 2. Januar 2017 / 12:03

      Hallo Sascha,

      so einfach war das nicht! ich habe in den alten Bewertungen die Punktebewertungen für die KGVs neu ermittelt, also ausgetauscht, und dann nacheinander auf die Gesamtbewertungen geschaut. Dann bin ich die Bewertungsblätter von vorne bis hinten durchgegengen, habe das nach Punkten sortiert, habe das auch mit den bestehenden Käufen und Verkäufen verglichen und auch andere Aktien mit hoher Bewertung gefunden. Dabei habe ich festgestellt, dass ich einige Käufe und Verkäufe genauso ausgeführt hätte, einige zu anderen Zeitpunkten, einige gar nicht und andere zusätzlich. Das habe ich alles zusammengetragen. Dann bin ich alles aus der Zeitablaufsicht durchgegangen bzw. aus der Sicht des Depots. Wenn dan Depot voll war, konnte ich nichts neues kaufen, auch wenn es 7 oder mehr Punkte hatte. Dadurch ist Eckert+Ziegler auf der Strecke geblieben.
      Als Kaufkurse habe ich immer jeweils den Höchstkurs des Tages, als Verkaufkurs immer den Tiefstkurs des Tages nach der Bewertung verwendet, also so eine Art Worst-Case-Szenario. Dafür habe ich als Spesen immer 10 Euro angesetzt. Bei den Verkäufen mit Gewinn habe ich darauf geachtet, ob Steuer abzuziehen ist. Das war aber niemals der Fall, weil sich genügend im Verlusttopf befunden hätte.
      Bei den Dividendenzahlungen habe ich geschaut, welche ich unverändert bekommen hätte, weil ich zum entsprechneden Zeitpunkt genau die gleiche Anzahl dieser Aktien im Depot gehabt hätte wie in der Realität. Bei den anderen habe ich das möglichst realistisch ausgerechnet und auch Kapitalertragsteuer und Solizuschlag korrekt abgezogen.
      Ich bin bei der ganzen Sache sehr sorgfältig vorgegangen. Natürlich bin ich auch nur ein Mensch, so kann ich Fehlerchen niemals ausschließen. Aber es geht mir hier nicht ein-zwei Euro, sondern um eine grundlegende Tendenz.

      Gruß
      Petra

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  4. Philipp 2. Januar 2017 / 19:44

    Hallo Petra,

    Deine Arbeit ist grossartig! Seit einem halben Jahr verfolge ich Dein Levermann-Depot und finde die Erkenntnisse (und die Performance) beeindruckend. Ich wünsche Dir auch fürs neue Jahr viel Erfolg und hoffe, dass uns (also Deinen Followern) Dein Interesse an der Levermann-Methode noch lange erhalten bleibt.

    Viele Grüße,
    Philipp

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  5. twendlan 3. Januar 2017 / 1:22

    Hallo Petra,

    Gratulation zu der hervorragenden Jahres-Performance und vielen Dank, dass du Deine Ergebnisse und Analysen mit der Internet Community teilst.

    Ich habe selbst auch ein kleines Levermann-Tool entwickelt, dass momentan 230 Aktien aus 7 Indizes analysiert. Du findest es unter http://aktien.guide. Da du sehr viel Expertise hast, würde ich mich freuen, wenn Du mal einen Blick drauf wirst und mir Feedback bezüglich der von mir verwendeten Datenquellen und Berechnungen gibst.

    Deine angepasse KGV-Berechnung ist auf jeden Fall eine Überlegung wert.

    Viele Grüsse
    Tino

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    • Petra Wolff 3. Januar 2017 / 11:22

      Hallo Tino,

      Du hast das wirklich sehr gut gelöst, sehr schön übersichtlich und nachvollziehbar.
      Ich habe mir insbesondere Deine KGV-Berechnung angesehen und muss feststellen, dass Du es doch schon in der angepassten Form machst. Du rechnest die KGVs nicht selbst aus, sondern nimmst die von OnVista. Die schwanken dann nicht täglich mit dem Kurs. Viel anders wird es bei mir dann auch nicht werden. Da brauchst Du doch gar nichts anzupassen.
      Welche Technologie steckt bei Dir dahinter? Also, womit hast Du den Algorithmus programmiert?

      Gruß
      Petra

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    • Petra Wolff 3. Januar 2017 / 15:49

      Hallo Tino,

      hab mir Deine Seite jetzt noch einmal in Ruhe angeschaut und bin immer mehr begeistert.
      Eine Sache ist mir allerdings aufgefallen, und zwar bei dem Kriterium Reaktion auf Quartalszahlen. Da berechnest Du das etwas anders, als im Original empfohlen und auch als ich es tue. Du schaust Dir die Kursentwicklung von Eröffnungs zu Schlusskurs der Aktie bzw. des Index an, während ich die Entwicklung vom Schlusskurs des vorherigen Börsentages zu Schlusskurs des Tages mit den Zahlen jeweils auswerte. Ich weiß nicht, welche Variante besser ist. Hast Du einen Grund, warum Du es lieber so berechnest?

      Gruß
      Petra

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      • twendlan 3. Januar 2017 / 16:56

        Hallo Petra,

        du hast Recht, da habe ich das Buch falsch interpretiert. Vielen Dank für Dein gutes Auge. Ich werde das ändern.

        Darf ich dich fragen wie du Kriterium 8 – Gewinnrevision interpretierst? Susan Levermann schaut auf das aktuelle Jahr und das kommende Jahr. Wenn die Gewinnrevisionen für für beide Jahre in die gleiche Richtung gehen ist die Punkteverteilung klar für mich. Was passiert aber, wenn diese sich gegensätzlich verhalten. Da ich darauf keine Antwort gefunden habe, benutze ich bis jetzt nur das aktuelle Jahr.

        Ich benutze Ruby als Programmiersprache und Ruby on Rails als Webframework. Kann ich empfehlen 🙂

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        • Petra Wolff 3. Januar 2017 / 17:11

          Ich betrachte die Gewinnrevisionen für sowohl das aktuelle als auch das nächste Geschäftsjahr. Wenn eine nach oben und die andere nach unten zeigt, heben die sich bei mir auf, also es gibt 0 Punkte. Wenn es nur für eine von beiden Angaben gibt, dann wird das genommen, wenn beide in die gleiche Richtung zeigen, wird auch das genommen.

          Ich habe jetzt schon von mehreren Seiten gutes über Ruby gehört. Das macht mich ein wenig neugierig. Ich werde mich wohl mal damit befassen. Danke für den Tipp.

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      • twendlan 15. Januar 2017 / 16:11

        Hallo Petra,

        Die Reaktion auf die Quartalszahlen wird nun auch auf http://aktien.guide mit den Schlusskursen des Vortages anstatt den Eröffnungskursen des gleichen Tages berechnet.

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        • Petra Wolff 15. Januar 2017 / 20:35

          Prima gemacht! Wie handhabst Du es eigentlich in Deinem System, wenn Aktien den Index wechseln? Wenn das zwischen zwei Indizes passiert, deren Bestandteile Du betrachtest, ist das klar. Aber was ist, wenn z.B. eine Aktie aus dem SDAX oder dem SMI entfernt wird? Betrachtest Du sie dann trotzdem weiter?

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          • twendlan 15. Januar 2017 / 22:39

            Ich betrachte momentan nur Aktien die in einem der von mir analysierten Indizes sind. Wenn eine Aktie rausfällt, dann behalte ich nur die historischen Daten, mache aber keine weiteren Berechnungen. Das vereinfacht mir die Logik für die Kriterien 7 und 12 für die man einen Vergleichsindex benötigt.

            Du hast ja teilweise sehr marktenge deutsche Nebenwerte in Deinem Portfolio, die nicht in der klassischen DAX-Familie gelistet sind. Wie berechnest du in diesen Fällen die Kriterien 7 und 12? Nimmst du dann einfach den SDAX als Vergleichsindex?

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    • Jenny 4. Januar 2017 / 19:02

      Hallo Tino,

      ich finde deine Umsetzung auch super! Eine Frage: Warum ist im ATX ein Large-Cap-Wert wie beispielsweise voestalpine nicht „grün“, obwohl er aktuell bei dir 5 Punkte hat?

      LG,
      Jenny

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      • Petra Wolff 4. Januar 2017 / 22:21

        Also ehrlich Jenny. Sei mir nicht böse, aber lass doch mal die Kirche im Dort. 😉
        Ich vermute mal, dass es in Tinos Tool nicht grün ist, weil eins der Kriterien nicht ermittelt werden konnte.

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        • twendlan 4. Januar 2017 / 22:45

          Hallo Jenny, Hallo Petra,

          Jenny, du hast das gut erkannt und völlig recht. Ich berücksichtige die Marktkapitalisierung momentan noch nicht auf Einzelwertbasis, sondern nur auf Indexbasis. D.h. ich habe die vereinfachte Annahme getroffen, dass alle DAX- und SMI-Aktien Large Caps sind. ATX ist eine Mischform aus Large Caps und Mid Caps. Für den Moment gehe ich einfach von Mid Caps aus.

          Bitte entschuldigt, dass aktien.guide noch nicht bis ins Detail perfekt ist. Ich habe mir dennoch erlaubt es schon live zu schalten, weil ich denke, dass es zum einen hinreichend gut ist, dass es von Nutzen ist und zum anderen Euer Feedback dabei hilft es zu verbessern.

          Also, Unterscheidung zwischen Large, Mid und Small Caps auf Einzelwertbasis steht auch auf meiner Todo-Liste 🙂

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          • Jenny 4. Januar 2017 / 23:45

            Danke für die Erklärung. 🙂 Sollte auch gar keine Kritik sein (wie Petra das wohl fälschlicherweise verstanden hat). Im Gegenteil: Ich finde dein Tool schon jetzt sehr cool und benutzerfreundlich. Und schick aussehen tut es auch noch!

            Hast du vielleicht vor, noch weitere internationale Indizes und andere Währungen aufzunehmen? Oder bleibst du erstmal bei Deutschland, Schweiz und Österreich?

            LG,
            Jenny

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            • twendlan 5. Januar 2017 / 18:25

              Hallo Jenny,

              was du mit anderen Währungen meinst, ist mir nicht klar. Bezüglich Indizes plane ich mittelfristig weitere aufnehmen. Z.B. USA ist sicherlich interessant für ein gut diversifiziertes Portfolio und zur Vorbeugung des Home Bias.

              Kurzfristig möchte ich mich aber erstmal auf inhaltliche Verbesserungen konzentrieren, z.B. dein Feedback bezüglich Marktkapitalisierung. Die Berechnungen am Jahresanfang sind auch nicht ganz trivial, da z.B. Onvista noch nicht alle Daten für alle Aktien zur Verfügung stellt. Ich musste daher eine Übergangslösung programmieren, die teilweise auf Werte aus der Vergangenheit zurückgreift.

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            • Petra Wolff 5. Januar 2017 / 21:08

              Hallo Tino, hallo Jenny,

              ich kann die Sache mit den Fremdwährungen vielleicht etwas erklären.
              In meinem Tool hatte ich ein klitzekleines Problem damit, weil ich für die KGV-Berechnungen bisher wirklich den Durchschnitt der EPS-Werte von Onvista genommen habe und jeweils den aktuellen Kurs durch diesen Durchschnitt geteilt habe. Und Onvista rechnet dieses EPS immer in Euro um, auch für US-Werte usw.
              Mit der neuen KGV-Berechnung wird dieses Problem gar nicht mehr so sehr bestehen, denn da werden die fertigen KGVs genommen. Das ist mir jetzt erst aufgefallen. Tino rechnet mit den KGVs schon so ähnlich, wie ich es dann auch tun werde. Deshalb hat er das Problem mit den Währungen nicht.
              Ich hoffe, ich habe jetzt nicht zu große Verwirrung gestiftet.

              Gruß Petra

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      • twendlan 15. Januar 2017 / 16:09

        Hallo Jenny,

        Aktien.guide berücksichtigt mittlerweile die tatsächliche Marktkapitalisierung für jede einzelne Aktie 🙂

        LG
        Tino

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        • Jenny 19. Januar 2017 / 18:19

          Hey Tino,

          super! Schön zu sehen, wie deine Seite immer weiter wächst. 🙂

          Mir ist aber gleich schon wieder etwas Neues aufgefallen. 😉 Du gibst nun zwar an, dass zum Beispiel Swatch (N) ein Large Cap im kleineren SMIM-Index ist, lässt aber das Drei-Monats-Reversal bei solchen Werten noch außer Acht. Dort steht nur „nicht berechnet“. Im Info-Popup steht sogar noch: „Swatch (N) gehört zu den Small und Mid Caps für die das Dreimonatsreversal nicht gilt.“ Möchtest du das noch anpassen?

          Gut finde ich auf der Startseite deine Zusammenfassung, welche Werte derzeit am besten abschneiden. Du sprichst hier von „Kaufempfehlungen“. Zumindest nach deutscher Rechtslage solltest du mit diesem Begriff aber vorsichtig sein, das könnte sonst Ärger geben. Sicherer wäre es, sogar ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass dies keine (!) Kaufempfehlungen sind. 🙂

          LG,
          Jenny

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  6. Mario 3. Januar 2017 / 13:45

    Moin Petra,

    zunächst einmal möchte ich dir ganz herzlich für deine Beiträge danken. Die Mühe lässt sich sehr gut (an)erkennen.

    Leider bin ich erst gestern Abend auf diesen Blog gestoßen und kam anschließend nicht umhin, die restliche Nacht mit dem Lesen der einzelnen Artikel zu verbringen.

    Ich habe mal eine Anregung/Frage zu der Abschlussbetrachtung 2016. Wie hätte der Jahresabschluss ausgesehen, wenn du das Verkaufskriterium auf bspw. 4 Punkte heraufgestuft hättest. Wäre damit vielleicht ein positiver Cashflow herausgekommen? Ich könnte auch mutmaßen, dass es zu mehr Transaktionen geführt und somit die dafür fälligen Kosten in die Höhe getrieben hätte. Oder gar Positionen aus dem Portfolio geworfen hätte, die jetzt nach Wunsch laufen.

    Ich wünsche dir weiterhin endlose Kraft und Freude für dein Schaffen.

    Mario

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    • Petra Wolff 3. Januar 2017 / 15:22

      Hallo Mario,

      gute Frage mit den 4 Punkten! Es ist in der Tat so, dass es noch mehr Hin und Her gegeben hätte, also noch mehr Transaktionskosten. Ich kann Dir jetzt keine Zahl nennen, ob und was das insgesamt an Performance gekostet hätte, und ich möchte den Aufwand einer entsprechenden Analyse jetzt auch nicht betreiben. Möchte auch nicht zu viele Änderungen am System auf einmal vornehmen. Ich nehme mal an, dass der realisierte Cashflow nicht besser ausgesehen hätte.

      Tut mir leid, dass Du Dir die Nacht mit dem Lesen meiner Artikel um die Ohren geschlagen hast, aber sie wären doch am nächsten Tag auch noch da gewesen. 😉

      Gruß
      Petra

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  7. Anonymous 3. Januar 2017 / 14:36

    Hallo Petra,
    frohes, neues Jahr, und herzlichen Glückwunsch zu deinem Erfolg mit dem Levermann-Projekt.
    Dein Erfolg gibt Dir Recht, und die Änderung der Regeln bringt Dich sicherlich weiter.

    Deinem Projekt folge ich ebenfalls seit einem halben Jahr, bin in das Wikifolio von „Leise“ investiert, und wähle auch Einzelwerte nach Levermann-Punkten aus.
    Wie ich schon schrieb, habe ich weniger Gebührenanteil als Du, weil ich auf Positionsgrößen achte, die auch bei Verkauf im Verlust durch die Mindestsätze den Gebührenanteil in % nicht vergrößern.
    Die Levermann-Punkte verwende ich auch zur Anlage in Derivate, die eine andere Performance bringen.
    Ein getrenntes Levermann-Depot führe ich aber nicht.

    Mogli

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    • Petra Wolff 3. Januar 2017 / 15:25

      Hallo Mogli,

      ich will zwar nicht zu optimistisch sein, aber wer weiß, wenn sich das irgendwann verdoppelt haben sollte, fangen meine Positionsgrößen auch an, in Bezug auf die Transaktionskosten angenehmer zu werden.

      Gruß
      Petra

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  8. Jenny 3. Januar 2017 / 15:01

    Hallo Petra,

    auch von mir ein frohes Neues! 🙂

    Was ich mich schon oft gefragt habe: Wozu braucht man eigentlich das aktuelle KGV, wenn man einen Wert bereits in seinem Depot hat? Dass es ein Kaufkriterium ist, leuchtet mir ein. Aber wenn man den Wert schon gekauft hat, kann man sich doch nur über einen steigenden Kurs freuen. Dass damit auch das KGV steigt, sollte einen da doch nicht mehr tangieren.

    Kann man das aktuelle KGV also nicht bei der regelmäßigen Bewertungsrunde auslassen? Oder übersehe ich da etwas?

    LG,
    Jenny

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    • Petra Wolff 3. Januar 2017 / 15:31

      Hallo Jenny,

      das KGV dient als eine Art Maßstab dafür, ob eine Aktie zu billig, angemessen oder zu teuer bewertet ist. Wenn sie übertrieben zu teuer ist, besteht die Gefahr, dass „die Blase platzt“, also der Kurs einbricht. Ich würde sagen, dass die Idee dahinter, das KGV weiterhin zu betrachten, darin besteht, dass man dadurch die Chance bekommt, oben auszusteigen. Außerdem ist das KGV ja nur eines von vielen Kriterien und führt nicht allein zum Verkauf.

      Auf die Frage: „Kann man es auslassen?“ würde ich mit „Warum nicht, wenn man das so für sich definiert.“ antworten. Aber ich selbst lasse es nicht aus.

      Gruß
      Petra

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      • Jenny 4. Januar 2017 / 19:09

        Hallo Petra,

        danke für deine Antwort. Dein Argument mit der platzenden Blase macht Sinn. Allerdings vergibt Frau Levermann ja schon einen Minuspunkt bei einem KGV, das größer als 16 ist. Da würde ich jetzt noch nicht gleich von einer Blase sprechen.

        Nun ja, ich werde mal noch ein wenig über das Thema sinnieren. 🙂

        LG,
        Jenny

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  9. Maria 4. Januar 2017 / 13:58

    Hallo Petra,

    sehr intressante Gedanken über dein Levermann-Experiment! Ich folge deinen Blog seit ein paar Monaten und bin von Deinem Wissen beeindruckt.

    Eine Frage bezüglich des KGVs. Ich bin nicht sicher, ob ich dass richtig verstanden habe. Für das mehrjährige Kriterium würdest Du dann die historische Kurse vom Jahresschluss und das EPS vom jeweiligen Jahr benutzen? Und dann wird nur das aktuelle KGV-Kriterium abhängig von der aktuellen Kurs?

    Ich finde, dass macht Sinn die EPS-Schätzungen außen zu lassen.

    Gruß
    Maria

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    • Petra Wolff 4. Januar 2017 / 22:17

      Hallo Maria,

      bitte etwas Geduld. Ich werde das ganz genau beschreiben, wenn ich es fertig und hochgeladen habe. Möchte es jetzt nicht doppelt tun.

      Gruß Petra

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  10. Waldemar 4. Januar 2017 / 17:39

    Hallo Frau Wolff!

    Wie würden Sie Durchschnitts-KGV nach der neuen Methode für ACCENTRO REAL ESTATE berechnen? Das Unternehmen hat im Jahr 2014 einen Verlust gemacht (kein KGV 2014 bzw. EPS 2014 = -0,14).

    Würden Sie dann für das Jahr 2014 KGV gelich Null setzen? Oder würden Sie KGV 2014 selbst errechnen? Wenn selbst errechnen, dann mit welchem Kurs?

    Danke im Voraus für Ihre Antwort!

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    • Petra Wolff 4. Januar 2017 / 22:19

      In dem Fall gibt es -1 Punkt. Ich werde das dann hier noch genauer erklären. Bitte um Geduld.

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  11. Lothar 5. Januar 2017 / 15:19

    Hallo Petra,
    habe soeben Dein Levermann-Experiment und den dazu gehörenden Chat entdeckt. Das sieht super aus. Bin gerade damit beschäftigt mir auch ein Depot nach Levermann anzulegen, bin mir in vielen Dingen aber noch unsicher.
    Und schon habe ich eine Frage an Dich. Ist es auch möglich, Dein Tool in Libre Office unter Windows 10 zum Laufen zu bringen?
    Über eine Antort würde ich mich freuen.

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    • Petra Wolff 5. Januar 2017 / 20:59

      Hallo Lothar,

      das Tool habe ich für mich selbst unter Excel auf Windows entwickelt.
      Ich nehme mal an, dass es nicht unter Libre Office läuft und ich habe auch nicht vor, etwas dafür zu tun.

      Gruß Petra

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  12. Philipp Bruno 6. Januar 2017 / 10:00

    Hallo Petra,

    vielen Dank für die vielen Infos und tollen Artikel auf deinem Blog.

    Ich möchte mich ebenfalls ein bisschen mit der Materie „Levermann“ beschäftigen und würde nur zu gern deine Excel Tabelle als Informationsquelle nutzen. Leider habe ich nur einen Mac zur Verfügung und dort funktionieren (mit installiertem Microsoft Office) die Makros leider nicht. Wirst Du in Zukunft eine Version für Mac veröffentlichen?
    Auch würde es mich sehr freuen, wenn es ein Makro geben würde, welches das Dateiblatt „Aktien“ automatisch mit neuen Aktien auffüllen kann (sofern es welche gibt). Ist solch eine Funktion geplant?

    Viele herzliche Grüße und viel Erfolg in 2017!
    Philipp

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    • Mo 6. Januar 2017 / 11:51

      Sonst noch irgendwelche Wünsche? 🙂

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    • Petra Wolff 6. Januar 2017 / 15:19

      Hallo Philipp,

      leider funktionieren Web-Abfragen in Excel auf Mac nicht so wie unter Windows. Ich selbst bin kein Mac-User und werde auch keiner werden, nur um dieses Tool, das ich eigentlich zu rein privaten Zwecken für mich geschrieben und nur auf vielfache Bitte hin veröffentlicht habe, dann auch dafür mit sehr viel Mühe bereitzustellen. Und ich finde auch nicht, dass ich die Schwächen von Microsoft ausbügeln muss, und bitte dafür um Verständnis.
      Das automatische Auffüllen der Aktienliste ist nicht geplant.
      Ich hoffe, Du hast trotzdem weiterhin Freude an meinem Blog und wünsche Dir auch ganz viel Erfolg.

      Gruß
      Petra

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  13. Ameise 6. Januar 2017 / 11:56

    Wir sind hier nicht bei wünsch dir was, wir sind hier bei so ises 🙂

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  14. Bernd 6. Januar 2017 / 14:08

    Hallo Petra,

    da hier mal wieder eine rege Diskussion zu Stande gekommen ist, reihe ich mich mal mit ein.
    Was mich bei meiner teils noch händischen Levermann-Überprüfung stets ins grübeln bringt, ist die Frage: „Wie alt dürfen Analystenmeinungen eigentlich sein, dass sie noch in die Betrachtung fallen sollten?“ Frau Levermann gibt im Buch leider keine Antwort darauf. Aus dem Bauchgefühl würde ich hier nichts was älter als 6-8 Monate ist mit einbeziehen. Besonders kleine Unternehmen haben teils nur wenige und/oder veraltete Handlungsempfehlungen (und Kursziele). Teils wiederholt sich auch stets immer wieder der gleiche einzige Analyst, und eine automatisiertes Datenauslesen könnte es als „mehrere Analysten“ wahrnehmen. Wie ist deine Meinung(/Umsetzung) und evtl. die der Community?

    Zum Thema KGV-Berechnung bin ich unschlüssig. Einerseits gibt dir Leise, dein Backtesting und der Fakt geringerer Transaktionsanzahlen recht. Andererseits sollte es doch prinzipiell vorteilhaft sein, tagesaktuelle Daten zu haben.
    Du sagst: „Mir gefällt diese Idee schon deshalb, weil nervöse Kursschwankungen so keinen zu großen Einfluss auf die Punktebewertung haben.“
    Aber kann es nicht auch gut sein zu wissen, ob man durch eine spontane Kursüberreaktion über- oder unterbewertet ist und sollte das nicht gerade deswegen in die Gesamtauswertung einfließen? Stünde Beispielsweise ein Verkauf „knapp“ bevor und man erwischt gerade den Zeitpunkt einer Kursüberbewertung zum Verkaufen, muss das ja nicht schädlich sein. Umgekehrt genau so.
    Dass du beide Varianten beibehalten willst finde ich super – auch im Sinne eines einfacheren zukünftigen Backtestings.

    Danke und auch von mir noch alles Gute für 2017!

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    • Petra Wolff 6. Januar 2017 / 15:37

      Hallo Bernd,

      zu jedem Bewertungskriterium könnte man Dutzende solcher Überlegungen anstellen: „Wäre es nicht besser, noch auf jenen Sack Reis zu achten, der in China umfallen könnte?“ usw.
      Und ich gebe zu, ich bin manchmal auch versucht, noch mehr detaillierte Betrachtungen anzustellen. Aber das alles noch komplizierter zu machen und z.B. zu einem ohnehin schon vagen Kriterium wie Analystenschätzungen noch mehr Bedingungen, z.B. zum Alter der Schätzung, hinzuzufügen, würde doch nur eine Genauigkeit vorgaukeln, die es niemals gibt.
      Ich suche daher eher nach Vereinfachungen. Aber das kann jeder für sich selbst entscheiden. Ich nehme z.B. für die Analystenschätzungen einfach die Angabe, die zu dem Zeitpunkt, wo ich die Analyse laufen lasse, auf einer bestimmten Seite steht, und fertig.
      Die Daten, die man hier automatisch einliest, haben immer ein paar Fehler. Die wird man sicher nicht alle finden und mit denen muss man leben.

      Gruß
      Petra

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    • Maria 6. Januar 2017 / 18:31

      Hallo Bernd,

      ich bin auch zum Thema KGV unschlüssig. Die alte KGVs sagen eigentlich nichts über die jetzige Bewertung der Aktie. Ich bin gespannt auf Petras nächsten Bericht und werde es dann genau überlegen, vielleicht überwiegen die Vorteile.

      Wegen der Analystenmeinungen habe ich, wenn ich diese Kriterium noch manuell gemacht habe, die maximal 6 Monate alte Schätzungen gezählt. Aber ich denke, dass so wie es Petra macht, wird es auch gut. Das ganze ist keine exakte Wissenschaft.

      Gruß
      Maria

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  15. Rainer 13. Januar 2017 / 19:05

    Respekt vor Deiner Leistung, und vor allem dem Zeitaufwand den Du dafür betreibst…

    Aber genau das führt mich zu meiner Kritik:

    1. Dein Depot ist sehr Deutschland-Österreich-lastig, Du hängst also sehr von einem Wirtschaftsraum ab. Dem geht es aktuell recht gut, aber Du hast wegen dieser ‚Homebias‘ keine echte Diversifikation.

    2. Eine Auswertung ohne Transaktionskosten ist gemogelt, auch wenn das vielleicht nur 1% bewegt.

    3. Vor allem aber musst Du Deine Arbeitszeit (inkl. Stundensatz dafür) einrechnen. Nur dann ist der Vergleich mit einem einzigen ETF etwas wert. Du stehst mit EUR 3.000-4.000 im Plus, aber wie viele Stunden hast Du dafür gearbeitet???

    LG Rainer

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    • Petra Wolff 13. Januar 2017 / 19:56

      Hallo Rainer,

      vielen Dank für Deine Anmerkungen, auf die ich hier gerne antworten möchte:

      Zu 1. Ja, Du hast Recht, und das gefällt mir auch nicht wirklich. Ich habe jedoch Werte aus ganz Euroland ausgewertet, es sind aber nun mal vor allem deutsche und österreichische, die die geforderte Punktezahl erreichen. Natürlich wird es auch daran liegen, dass da eben mehr Titel verfügbar sind bzw. auf den ausgewerteten Web-Seiten mehr Informationen zu diesen Werten stehen. Ein Ausbau meines Experimentes auf Übersee bzw. Nicht-Euro-Raum ist jedoch geplant.

      Zu 2. Bei mir ist gar nichts gemogelt. Die Zahlen, die ich zeige, sind abzüglich echter Transaktionskosten. Ich führe das Experiment mit Echtgeld durch und gebe hier 1:1 wieder, was in meinem eigens dafür angelegten Extra-Depot passiert. In dem Abschnitt mit den hypotetischen Betrachtungen habe ich mit sehr realistischen Zahlen ebenfalls inklusive der ganzen Kosten gerechnet.

      Zu 3. Ich muss überhaupt nichts 😉 Das ist mein Experiment, das mir Spaß macht. Ja klar hat das viel Zeit gekostet. Ich habe die Stunden nicht gezählt. Es ist auch nicht nur die in Zahlen bzw. Euro ausgedrückte Rendite, die dabei heraus kommt. Ich habe nebenbei eine Menge gelernt und auch einige andere gute Ideen gefunden. es ist also auch eine Investition in mich selbst.

      Überhaupt empfehle ich nirgends, das nachzumachen. Deshalb heißt es „Experiment“. Dass es jetzt nach einem Jahr so gut gelaufen ist, bedeutet eigentlich noch gar nichts.

      Viele Grüße
      Petra

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    • Christian 14. Januar 2017 / 9:03

      Hallo Rainer,

      zu Punkt 3 lautet meine Meinung:

      Klares „Jein“. Wenn man Spaß daran hat, ist es irgendwie mehr Hobby als Arbeit.

      Und zumindest als normaler Arbeitnehmer ist es nicht automatisch so, dass man mal 10 Stunden mehr pro Monat arbeitet und dann auch mehr Geld bekommt.

      Das geht so direkt eigentlich nur bei jemandem der einen Stundenlohn erhält – auch hier ist das aber nicht beliebig skalierbar. Wer schon 40 Stunden pro Woche arbeitet, kann nicht einfach beliebig mehr machen. Das muss zum einen der Arbeitgeber ja erstmal erlauben (er muss es ja zusätzlich zahlen) und zum anderen gibt es noch Arbeitsverträge/Tarifverträge und das Arbeitszeitgesetz. Ob und wie streng das überwacht wird steht natürlich auf einem anderen Papier…

      Für Selbstständige mag es ebenfalls gehen, aber auch die können ja nicht mehr Arbeiten als sie gerade Aufträge haben.

      Natürlich könnte man sich dann auch noch einen zweiten Job suchen – aber wenn Petra keine Lust mehr auf ihr Experiment hat, muss sie nicht erst kündigen – ein par Mausklicks und das Thema ist erledigt. 😉 Und häufig gibt es dazu auch eine Klausel im Arbeitsvertrag, bei dem man den Arbeitgeber erstmal um Erlaubnis fragen muss.

      Gleichzeitig ist (je nach Einkommen!) die Besteuerung von Kapitalerträgen deutlich günstiger, als die vom Einkommen aus nichtselbstständiger Arbeit.

      Nur mal als grober Einwand, warum ich Deine Ansicht dazu nicht teile. 🙂

      VIele Grüße an alle Levermfrauen und Levermänner! 😀
      Christian

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  16. Ralf Hieber 1. April 2017 / 17:15

    Hallo Petra,
    kurze Frage an Dich.

    Bei den Large Caps werden beim Dreimonatsreversal
    der Dax Performance Index (^GDAXI ) als vergleich herangezogen.
    Da die Aktiengesellschaften jedoch die Dividenden ausschütten, wäre es da nicht
    folgerichtig den DAX Kursindex (^GDAXP)
    in die Berechnung mit einzubeziehen.

    Ev. liege ich ja völlig falsch,
    über ein kurzes Statement würde ich mich freuen.

    Gruß Ralf

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    • Petra Wolff 1. April 2017 / 18:40

      Hallo Ralf,
      Deine Überlegung ist nicht verkehrt. Aber es handelt sich bei dieser Strategie nicht um exakte Wissenschaft, bei der es auf ganz genaue Werte ankommt. Ich lebe deshalb einfach mit dieser kleinen Ungenauigkeit. Es wird ja schließlich ein Zeitraum über nur 3 Monate betrachtet.
      Gruß Petra

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  17. Ralf 11. April 2017 / 18:08

    Hallo Petra,
    ich habe noch eine Verständnissfrage zu der Unterscheidung L-M/S Werte.
    Ich bin noch nicht darauf gekommen warum nur die Large Werte beim Dreimonatsreversal berücksichtigt werden.
    Meine Frage.
    Warum bleiben hier die M/S Werte außen vor?
    Danke im voraus.
    Gruß Ralf

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    • Petra Wolff 11. April 2017 / 19:09

      Das hat Susan Levermann so definiert aufgrund ihrer Erkenntnisse, die sie auf Seite 152 ihres Buches beschrieben hat, und zwar:
      „Bei großen Aktien gibt es Reversal-Effekte, d.h. nach guter Performance folgt eher eine Zeit schlechter Performance und umgekehrt. Besonders stark sind diese Effekte empirisch über drei Monate.“
      Ich denke, dass ist vor allem für Aktien aus den Leitindizes sinnvoll, weil diese am meisten im Fokus von großen Investoren sind, so dass diese Effekte besonders stark auftreten. Deshalb definiere ich grundsätzlich Aktien aus den Leitindizes als Large Caps und wende das Dreimonatsreversal auf diese an.

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