Warum ein Bitcoin-Investment für mich ein Fehler ist

BitcoinDabei sind doch Kryptowährungen wie der Bitcoin eine so geniale Idee mit ungeahntem Potenzial! Warum also sehe ich von der Seitenlinie aus zu, während sich fast alle anderen auf dem Spielfeld tummeln?

Zurückgedacht

Machen wir zunächst einen Umweg über die Vergangenheit: Um das Jahr 2000 herum brach alles „in eine neue Ära“ auf: ungeahnte aufregende Möglichkeiten, die das anbrechende Internetzeitalter versprach, und ich spielte nicht mit. Im Nachhinein war das gut so.

Doch das lag nicht daran, dass ich besonders schlau war. Ich hatte einfach nur kein Geld zum Investieren übrig. In der damaligen Situation war es wirklich schwierig, einen klaren Kopf zu behalten. Jeden Tag erzählt dir jemand, dass er gerade wieder soundso viel Gewinn hat. Ich gebe zu, dass ich mich damals ganz schön geärgert habe, dass dieser „Geldsegen“ an mir vorbei ging. Ich hatte zwar schon ein winziges Aktiendepot, aber eben ohne solche „Superstars“, also ohne Firmen mit Visionen, die von Gewinnen so weit entfernt waren, wie ich von einer Karriere als Astronautin oder Primaballerina. Im Nachhinein bin ich natürlich froh darüber, damals nicht „mitgefeiert“ zu haben, denn so blieb mir der darauf folgende Absturz erspart.

Heute wird wieder gefeiert

Wieder eine geniale Idee mit ungeahntem Potenzial, wie ich es am Anfang schon erwähnte.

Bitcoin-EUR Chart über 3 Jahre

Bitcoin-EUR erzeugt auf finanzen.net

Ich frage mich nun jedoch: Worauf basiert der „Wert“ oder besser gesagt der Wechselkurs des Bitcoin zu anderen üblichen Währungen? Keine Ahnung! Mag sein, die Idee und die Technologie dahinter sind genial, das Ganze ist unhackbar (…hüstel…), und keine Zentralbank kann damit ihr Schindluder treiben. Ich habe trotzdem keine Meinung zu dessen Wert, nur ein vages Gefühl, dass nicht so viel Wert dahinter steckt wie alle glauben.

Damals in der Dotcom-Blase hätte man anhand von Kennzahlen, wie dem erwarteten KGV usw. wenigstens erahnen können, dass das nicht ewig gut gehen kann. Hat man heute irgendetwas Vergleichbares und in Zahlen Ausdrückbares für die Kryptowährungen? Mir ist nichts bekannt. Ich wette, dass die meisten der Bitcoin-Enthusiasten noch ahnungsloser sind als ich und nur aufgrund des Herdentriebs, heute sagt man Social Proof dazu, so begeistert davon sind.

Ist eben alles kryptisch. Deshalb ärgere ich mich nicht über verpasste Bitcoin-Gewinne und werde mich auch nicht ärgern, wenn’s ohne mich noch weiter aufwärts geht.

Befinden wir uns in einer Bitcoin-Blase?

Das kann sein. Vielleicht kracht beim nächsten „Fork“ Ende Oktober bereits alles zusammen. Möglicherweise geht der Hype aber noch eine ganze Weile so weiter. Warten wir ein paar Jahre ab, dann kann ich es wohl sagen. Vielleicht ziehe ich dann diesen inzwischen längst vergessenen Blog-Artikel triumphierend wieder hervor. Falls es doch keine Blase war, dann tue ich das eben nicht. Mist, jetzt habe ich den Trick verraten, wie man ein glaubhafter Crash-Prophet wird.

Spaß beiseite! Für mich ist ein Bitcoin-Investment ein Fehler, und dabei bleibe ich. Vielleicht übersehe ich auch nur einen einfachen Zusammenhang. Aber damit kann ich leben.

Das ist nur meine persönliche Meinung. Solltest du anderer Meinung sein, wünsche ich dir viel Glück mit deinen Bitcoin-Investments.

Titelbild dieses Artikels: Tim Reckmann / pixelio.de

22 Kommentare

  • Hallo Petra,
    auch ich habe keine Bitcoin, und auch noch nie daran gedacht, darin zu investieren.

    Die ganze Bitcoinstory basiert darauf, dass die Verschlüsselung niemals gehackt werden kann.
    Wird das System doch mal gehackt, Ist die ganze Story wertlos.

    Ähnlich würde der Wert des Goldes fallen, wenn man es künstlich herstellen könnte. Wobei ich die synthetische Goldproduktion für sehr unwahrscheinlich halte, und ebenso unwahrscheinlich, dass der Bitcoin-Code niemals geknackt werden kann. Es gab früher schon Verschlüsselungstechniken, – Pay-TV, Yellow-CD, Enigma und die EC-Pin – , die teilweise schneller gehackt wurden, als die Entwicklung der Verschlüsselung gedauert hat.

    Außerdem sehe ich keinen Vorteil darin, in Bitcoin zu investieren. Es gibt so viele schöne und lukrative Anlagemöglichkeiten mit weniger Risiko.
    Solche außergewöhnlichen Wertzuwächse gab es an der Börse schon einmal.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Bernard_Cornfeld
    Mogli

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  • mhh weiß nicht. wenn man kein börsenneuling ist. ist man schon lange dabei. also seit 300€?! zig mal gewinne mitgenommen und neu gekauft. also meine anfangs invest ist schon lange raus. wenn ich jetzt den Einsatz verliere … an einem tag geht’s nicht auf 0 … also sagen wir 50%, dann verliert jmd, der an der Börse aktiv ist maximal ein minimalen Bruchteil seiner anfangsinvestition.

    alles Studenten (ich hab letztens echt btc an den user Studenten_wg verkauft, oder sonstigen Neulinge die jetzt einsteigen werden wohl alles verlieren, dort trifft dein text natürlich zu

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    • Deine Investmentidee besteht also darin, dass du hoffst, immer einen „noch Dümmeren“ zu finden? Hat so ein bisschen was von einem Pyramidenspiel. Findest du nicht auch?

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      • ist das bei Spekulationen nicht immer so?
        das es kein Investment ist, auf lange zeit sehe ich auch.
        aber kurz min. ne Verzehnfachung zu bekommen … da beschwere ich mich nicht

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        • Ja stimmt, ist so. Ist auch ein bisschen wie „Stuhltanz“ oder „Reise nach Jerusalem“, wie es manche nennen. Es bleibt immer einer auf der Strecke. Solange man es sportlich sieht und die Spielregeln akzeptiert, ist es in Ordnung. Aber ich mag eben solche Spiele nicht.

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  • Hallo Petra!

    Ich persönlich versuche die Sache nüchtern nach dem Chance-Risiko-Verhältnis zu bewerten.
    Es besteht ein Risiko einen Totalverlust zu erleiden. Es besteht aber auch die gar nicht sooo unwahrscheinliche Möglichkeit, dass eine der führenden Kryptowährungen einmal ein internationales Zahlungsmittel wird; eine akzeptierte Parallelwährung wie Gold. Wenn es sich am breiten Markt durchsetzt und somit die Nachfrage immens steigt, aber gleichzeitig nicht deutlich mehr Coins erschaffen werden, so kann sich der Preis noch stark steigern.
    Die Wahrscheinlichkeit, mit einem Krypto-Investement das große Los zu ziehen, schätze ich deutlich größer ein als beim staatlichen Lotto. 😉
    Und zum Thema des Wertes: Bargeld hat den Wert, den ihm die Menschen zuschreiben. Es ist nur ein Stück Papier und dennoch bekommt man tolle Dinge dafür. Gold ebenso. Kryptowährungen ebenso. Bist du in der Wüste der einzige mit Wasser unter vielen Leuten mit Gold, wird sich der Wert des Goldes im Vergleich zum Wert des Wassers schnell relativieren. Bei € und $ spielt die Geldmenge z.B. eine Rolle wenn es um den „Wert“ geht.
    Als erstmals jemand nicht Gemüse gegen Fleisch getauscht hat, sondern ein „symbolisches Ding“ (Währung) als Wertaufbewahrung eingeführt hat, hatten anfangs sicher auch einige Menschen große Skepsis. Ich glaube offen gesagt, dass in Deutschland aktuell kaum ein praktischer Bedarf an Kryptowährungen besteht. Unsere Zahlungsinfrastruktur funktioniert und ein Währungscrash des Euro ist zumindest kurzfristig nicht realistisch.
    In anderen Ländern besteht jedoch schon Bedarf. Es gibt Länder, in denen es ein Mobilfunknetz gibt, aber kaum Banken. Auch dort will man handeln und Werte austauschen. Es gibt Wanderarbeiter im asiatischen oder arabischen Raum, die Geld an ihre Familien in die Heimat schicken. Hierfür müssen sie auf herkömmlichen, physischen Weg erschreckend hohe Gebühren zahlen. Es gibt in diesem Jahr z.B. in Venezuela eine unglaubliche Inflation. Clever ist, wer regelmäßig sein Gehalt in inflationssichere Wertspeicher steckt und erst zum Zeitpunkt eines Kaufs wieder rücktauscht. Z.B. Gold. Blöd ist nur, wenn der Bäcker nebenan seine Brötchen nicht gegen Gold tauschen will. Zudem ist es auch etwas unhandich und unpraktisch. Auch hier helfen Kryptowährungen (wenn man dazu erklärt, dass es auch einfache Möglichkeiten zu Umtausch in Landeswährung gibt) Ich glaube, dass es in der Welt einige Anwendungsfälle gibt, wo Kryptowährungen bestehende Probleme lösen können.
    Es könnte auch andere Lösungsmöglichkeiten geben und es ist möglich, dass Bitcoin irgendwann völlig vergessen ist. Aber es gibt eine Chance auf Erfolg.
    Leider bin ich wie viele andere deutlich zu spät aufmerksam geworden. Aber wenn ich Glück habe werden sich das andere in 3, 5 oder 10 Jahren auch noch denken. 😉

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    • Bernd, ich stimme dir in vielem zu, was du schreibst. Klar ist es eine große Chance. Die Idee des Bitcoins an sich finde ich auch nicht schlecht. Wenn ich in Aktien großartiger Unternehmen investiere, und der Bitcoin legt wirklich diese „Karriere“ hin, dann werden meine Aktien schlussendlich irgendwann in Bitcoin notiert. Auch gut. 🙂

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    • Die Bitcoin-Technologie scheint sehr interessant zu sein. Aber als Bitcoin-Anleger kauft man nur eine Währung, nicht die Technologie.
      Man ist nicht beteiligt an irgendeinem Patent, an irgendeiner Technologie oder einem Unternehmen. Man bekommt nur eine Währung.

      Und was ich bei Bitcoins nicht verstehe: Wenn es eine seriöse Währung werden soll, wie sind dann so irrwitzige Kursbewegungen möglich? Wer einen Bitcoin-Kredit aufnehmen würde wäre schnell Pleite, weil die Währung rasant steigt.
      Und die zweite Frage zu dieser „Währung“: Wer ist bei Bitcoins eigentlich der Gläubiger?

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      • ist beim Bitcoin nicht quasi jeder gläubiger, und nicht wie beim Papiergeld irgend so eine bank? komisch, dass das niemand bei der fed fragt …

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      • Gläubiger im Sinne von „Erstausgabe“ sind die so genannten „Miner“ bzw. davor noch das Regelwerk. Die weltweite Rechenpower der Miner übernimmt ja die Verifizierung der Transaktionen, da das keine Banken machen (-> dezentral). Als „Bonus“ gibt es für diese Leistung über Umwege eine bestimmte Menge an Bitcoins. Diese werden „neu geschaffen“. Das ist somit ein selbsterhaltendes System. Die neu ausgegebenen Bitcoins sind die Belohnung, dass viele CPUs (oder besser GPUs) die Rechenpower übernehmen um es zu betreiben. Diese ausgegebene Menge für diesen Dienst wird stetig abnehmen.
        Und diese Bitcoins kommen dann in den Umlauf. Aktuell sind es ca 16Mio, final sollen es 21Mio sein, wenn ich recht informiert bin. Aber ich hab auch nur Halbwissen.

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        • peter21053@gmx.at

          Wenn alle BTC ausgeben sind, wird das „Netzwerk“ abgedreht. Es wird keine Miner (das sind die Blockchainverwalter die alle Transaktionen prüfen/gegenprüfen) mehr geben, da sie die Verwaltung dann für lau machen müssten. Sie werden natürlich noch versuchen alle Bitcoins loszuschlagen, bevor sie ihre Rechner abdrehen.

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          • die machen die Verwaltung nicht für lau. wenn man eine Überweisung durchführt, kann dies kostenlos geschehen. wenn man aber will, kann man sich gegen Bezahlung quasi in der Warteschlange vordrängeln … ob die 21mio jemals erreicht werden ?!?!

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            • So ist es. Der Anteil, den die Miner über die Transaktion/Prioritätsgebühr erhalten, wird insgesamt womöglich steigen, wenn mehr Transaktionen stattfinden.
              Und die Ausgabe neuer Coins soll angeblich bis ins Jahr 2150 stattfinden. In immer geringerem Maße. Bis dahin werden die schon wissen, ob und wie es weiter läuft.
              Bei der Kernkraft hat das Prinzip Hoffnung ja auch funktioniert: In 100 Jahren wissen wir vielleicht, wie wir den radioaktiven Müll los werden. 😉

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        • Bitcoin schürfen und Bitcoin Überweisungen zu verifizieren sind doch nicht das selbe oder? wäre mir neu. wie dem auch sei. die gleiche Diskussion gabs bestimmt schon zig mal, bestimmt auch über dieses „Internet“

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          • Doch, ist das gleiche. Die Aufgabe von den Minern ist vor allem das sie den „Serverpart“ für die Blockchain übernehmen. Nur deswegen ist es ihnen möglich neue Bitcoins zu minen, weil dafür immer die aktuelle Blockchain erforderlich ist.
            Aber echte Bitcoin-Spekulanten glauben auch das sie an der Blockchain verdienen, wenn sich diese Technik durchsetzt. Daher, mir wurscht!

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  • Bitcoin ist für mich Geld. Und mit Geld handele ich nicht. Genauso wie ich nicht mit Weizen, Wasser oder sonstigen Lebensmitteln spekulieren würde.

    Daneben verstehe ich Bitcoin auch nicht zu 100%. Und ich habe mir angewöhnt nur mit Dingen zu handeln die ich zumindest zum großen Teil nachvollziehen kann.

    Bei Unternehmen stehen Werte, Visionen und Gewinne dahinter. Da bin ich vielleicht etwas altmodisch und es sind geht mir bestimmt auch einige Gewinne. Dafür läuft es ruhiger und ich kann besser schlafen.

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  • Was ist Geld? – Früher war eine Währung durch Gold gesichert, ein Land hatte den entsprechenden Gegenwert des im Umlauf befindlichen Geldes in Gold im Tresor liegen. – Heute ist es die Wertschöpfung / die Wirtschaftsleistung des Landes, die den Geldwert bestimmt. Das macht Sinn. – Ist die Wirtschaft solide, ist die Währung solide, die Güter und Dienstleistungen mehren sich, Investitionen werden getätigt die wollen bezahlt werden. Also braucht man mehr Geld. Die Geldmenge steigt. Geht die Wirtschaft zurück, sinkt der Geldwert. – Wie ist es bei Kryptowährungen ? – Deren Geldmenge steigt, wenn eine neue Grafikkarte mit mehr Leistung auf den Markt kommt, ist diese nicht lieferbar, steigt sie langsamer. – Die Geldmenge steigt in dem Maße, wie Strom in den Rechenzentren „zum Fenster hinaus“ geheizt wurde, und je mehr BC im Umlauf sind, umso mehr erhöht sich der Energieverbrauch pro neuem BC. – Völlig ohne Bezug zu einer Wirtschaftsleistung oder anderen relavanten harten Fakten. – Verkauft wird letztendlich das Ergebnis einer Rechenoperation. Ich verstehe den Sinn dahinter nicht, und bisher konnte mir es auch niemand erklären. – Genausogut könnte man Primzahlen verkaufen…

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  • Interessant dieses Video: https://www.youtube.com/watch?v=2s0qUBpssRk

    Da wird ein Fork (Aufspaltung) veranstaltet, neue Währung Bitcoin Gold.
    Die Entwickler stopfen sich mindestens eine Woche lang die Taschen voll Bitcoin Gold.

    Wer in derartigen Systemen sein Geld anvertraut, soll dann nicht herumheulen wenn er danach mit leeren Taschen dasteht.

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  • Wenn ich die ganzen Kommentare hier so lese, bin ich richtig froh, dass ich die Freiheit habe, einfach die Finger davon zu lassen. Es ist mir egal, ob andere dann von mir denken, ich sei dumm oder naiv. Vielleicht bin ich einfach nur wie das Kind aus dem Märchen „Des Kaisers neue Kleider“, das mitten im „Hype“ feststellt: „Der hat ja gar nichts an!“ Au weia, ducken und weg! 😉

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  • Pingback: Eine Ahnung, die ich teile | Old School Investor

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