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Levermann-Experiment

Levermann-Experiment 2.0: Ein Austausch nach längerem Nichtstun

Seit Ende Januar 2022 hatte ich in diesem Spiel nichts weiter getan als immer wieder auszuwerten und einfach nur zu beobachten. Aber nach der Auswertung vom vorigen Wochenende habe ich nun doch mal wieder einen Austausch vorgenommen.

Meine Transaktionen

Meinen Newsletter-Abonnenten habe ich sie wie versprochen bereits am vorigen Wochenende verraten, noch bevor ich selbst die Aufträge dazu erteilt habe. Ich schlage dir hier keine Werbung für meinen Newsletter per Popup-Fenster um die Ohren, wie es auf anderen Webseiten üblich ist, denn ich bin wahrscheinlich die einzige Seitenbetreiberin, die ihre E-Mail-Liste lieber klein und dafür frei von Karteileichen halten möchte. Aber das ist ein anderes Thema, nun also zu den Transaktionen:

Ich habe die Aktie von Dermapharm (ISIN: DE000A2GS5D8), die sich seit dem Beginn im Depot befand, nun verkauft. Streng genommen zeigte ihr Levermann-Score bereits seit längerem auf „Verkaufen“, aber nach meiner Auslegung konnte ich die Aktie dennoch monatelang behalten. Nun hatte sich deren Bewertung jedoch weiter verschlechtert.

Außerdem habe ich eine neue kaufenswerte Aktie gefunden, die ich dafür ins Depot aufnehmen konnte. Das ist eine Bedingung in meiner Variante der Strategie. Ich verkaufe nur, wenn es gleichzeitig eine andere kaufenswerte Aktie aus meinem Aktienuniversum gibt. Mein Aktienuniversum sind Small Caps aus Deutschland und die gerade neu gekaufte Aktie ist Ernst Russ (ISIN: DE000A161077).

Du fragst dich, was das soll?

Wer sich nun fragt, was das Ganze soll, kann auf den beiden folgenden Seiten nachlesen:

Details zu den Levermann-Bewertungen

Dermapharm

Dermapharm hat derzeit sowohl im Aktien.guide* als auch in meinem eigenen Levermann-Tool einen Score von nur noch -1.

Zwar liegt für die ersten Kriterien bei beiden noch immer 2020 als das letzte abgeschlossene Geschäftsjahr zugrunde, obwohl es eigentlich schon 2021 sein müsste.

Aber eine Verbesserung der Punktezahl ist durch Verwendung des richtigen Jahres nicht zu erwarten. Die ersten drei Kriterien, die direkt davon abhängen, sind schon optimal bewertet. Sowohl RoE, als auch EBIT-Marge und Eigenkapitalquote sind ausgezeichnet und erhalten volle Punktezahl.

Selbst wenn ich für die Gewinnrevisionen mit Hinweis auf den Gesamttrend der Schätzungen manuell Pluspunkte vergebe und auch bei den Analystenmeinungen ein Auge zudrücke, reicht es insgesamt nicht.

Das heißt nicht, dass Dermapharm ein schlechtes Unternehmen ist. Ich halte dieses Unternehmen nach wie vor für wertvoll und wahrscheinlich wäre jetzt bei den schwächelnden Kursen gerade eine günstige Kaufgelegenheit. Aber in dieses Depot nach diesen Spielregeln gehört die Aktie nun nicht mehr hinein.

Ernst Russ

Diese Aktie habe ich gekauft und das obwohl sie im Aktien.guide* nur eine Levermann-Punktezahl von 4 hat. Wie komme ich da auf mindestens 7 Punkte? Dafür gibt es eine Erklärung:

Erstens werte ich dieses Unternehmen nicht als Finanzdienstleister, sondern als Reederei. Sie betreiben dort zwar auch Investmentmanagement, aber nicht ausschließlich. Sie haben eine Flotte von Containerschiffen, die sie immer weiter vergrößern. Das hat zur Folge, dass ich auch die EBIT-Marge bewerte und anstelle von 0 Punkten +1 Punkt dafür vergebe.

Zweitens gibt es in meiner zweiten KGV-Variante, die ebenfalls etwas von der Berechnung im Aktien.guide abweicht, auch einen Punkt mehr.

Wenn ich drittens nun noch als Berichtstermin die Verkündung der vorläufigen Zahlen verwende, also den 16.03.2022 anstelle des Termins für die endgültigen Zahlen (23.03.2022), erhalte ich eine überaus positive Reaktion, wofür es +1 anstelle von -1 Punkt gibt. Das halte ich für legitim, denn gerade solch ein Termin ist es, der überraschen kann.

So komme ich auf insgesamt 8 Punkte, also einen Kauf-Score.

Zahlen zu den Transaktionen (Verkauf bzw. Kauf)

Dermapharm habe ich mit Kosten von 1.367,04 € ganz am Anfang durch „Pseudokauf“ ins Depot aufgenommen. Das heißt ich setze diesen Betrag innerhalb vom Levermann-Experiment 2.0 als Kaufkosten an, obwohl die echten Kaufkosten davon abweichen.

In Wirklichkeit hatte ich diese Aktien bereits im Vorgänger-Experiment gekauft und sie waren bis zum Ende des Jahres 2020 auf den genannten Betrag gestiegen. Da sie auch ins neue Depot gepasst haben, habe ich sie einfach behalten und als Kaufwert den Wert vom Jahreswechsel eingesetzt.

Dadurch ist als realisierter Kursgewinn in meiner Transaktionsübersicht ein viel kleinerer Betrag angegeben, als ich ihn in Wirklichkeit erzielt habe. Verkauft habe ich für insgesamt 1.426,37 €. Dadurch sieht der realisierte Gewinn in meiner Übersicht auf der Seite Experiment Levermann-Depot mit 59,33 € nun recht mickrig aus.

Für die Aktien von Ernst Russ habe ich 1.214,29 ausgegeben. Es wäre zwar mehr möglich gewesen, aber so habe ich noch eine Reserve, so dass es für einen nächsten Verkauf mit Verlust trotzdem für eine neue Position vernünftiger Größe reicht.

Noch mehr Cash durch Dividende

Weiterhin hat inzwischen Villeroy & Boch eine Dividende gezahlt, wodurch der Cash-Bestand um weitere 58,90 € aufgestockt wurde. So liegen im Bargeldtopf nun insgesamt 449,69 €.

Levermann-Depot, Stand vom Freitag, 08.04.2022

NameinvestiertWert
ALZCHEM1.239,001.221,00
CEOTRONICS925,401.209,50
CR CAPITAL1.152,801.169,60
EINHELL GERMANY1.339,001.550,40
ERNST RUSS1.214,291.121,60
FCR IMMOBILIEN 1.105,891.431,00
FUNKWERK1.209,401.267,20
HELMA1.212,001.340,00
HORNBACH HOLDING1.247,201.469,00
MUTARES1.397,301.935,75
STRATEC944,49819,00
VILLEROY & BOCH1.207,001.752,00
Depotwert:16.286,05
Cash:450,58
Gesamtwert:16.736,63

Gestartet wurde mit 15.000 €.

Das Benchmark-Depot zum Vergleich

Wäre die gleiche Summe, 15.000 €, einfach vollständig in einen SDAX-ETF investiert und dann in Ruhe gelassen worden, stünde dessen Wert bei 14.341,40 €.

Alles zu diesem Experiment

Die Stände, Transaktionen usw., außerdem genauere Beschreibungen und Erfahrungsberichte nach meinem ersten 5 Jahre laufenden Levermann-Experiment, findest du hier, wöchentlich aktualisiert:

Experiment Levermann-Depot

Warnung

Das hier ist weder Anlageberatung noch Anregung zum Nachmachen. Das schreibe ich hier nicht einfach nur deshalb hin, weil man das so macht.

Ich finde es nach wie vor erstaunlich, dass die Levermann-Strategie immer wieder Anhänger findet. Für mich bleibt sie ein – zugegeben lehrreiches – Spiel mit überschaubaren Beträgen, sonst nichts.

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