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Das Wundertüten-Phänomen

Sicher kennst du das noch aus deiner Kindheit, oder? Was für ein Spaß war die Wundertüte. Man konnte sie für ein paar Pfennige, möglicherweise auch eine Mark, kaufen. Darin waren irgendwelche Kleinigkeiten, kleines Spielzeug, irgendwelcher Krimskrams eben. Das Schöne daran war die Überraschung beim Auspacken. Der Inhalt ist dann in irgendeine Ecke gewandert. So etwas gibt es auch heute noch: Überraschungseier. Und für uns Erwachsene eine weitaus interessantere Variante: Versandboxen, z.B. mit Lebensmitteln.

 

Die Idee und was drin steckt

Für den Versender ist das eine hervorragende Geschäftsidee, wie ich finde. Denn wenn man es geschickt anstellt, kann man hier die einzukaufenden Produkte ziemlich genau planen. Der Kunde bekommt dabei eine schöne bunte Mischung aus Dingen, die im Laden zusammen mehr kosten würden als das, was er für die ganze Box einschließlich Versand bezahlt. Der Versender wirbt auch hier immer damit, dass der „Wert“ der Waren eben höher ist als der Preis. Das halte ich für psychologisch sehr geschickt.

Ich bin zufällig darauf gestoßen, weil mir auf Youtube mal ein „Unboxing-Video“ zu einer „Degusta-Box“ vorgeschlagen wurde. Keine Ahnung, warum mir das empfohlen wurde. Aber ich war neugierig, was das ist, fand es kurios und habe dadurch etwas Neues kennengelernt. Was will man mehr?

Ich hab mir so drei-vier Unboxings von verschiedenen Anbietern angeschaut. Dabei musste ich feststellen, dass ich wohl mit meinen Ernährungsgewohnheiten so ziemlich hinterm Mond lebe, denn von den gezeigten Produkten hätte ich mir wirklich keines im Laden gekauft: Tee mit Ernie und Bert drauf, auch wenn er super bio, fair und nachhaltig ist. Ganz besonderes Salz für über vier Euro, aber hallo! Es ist einfach jodiertes Natriumchlorid. Das kriege ich in jedem Discounter für ein paar Cent. Irgendwie habe ich auch den Eindruck, dass der Großteil der Produkte aus irgendwelchem Knabberzeug, Süßigkeiten oder Kuchen besteht, außerdem Instant-Einrühr-Zeug. Schmeckt sicher gut, aber richtiges Essen aus frischem Gemüse ist viel besser.

Mein Fazit

Es ist absolut in Ordnung, sich solche Boxen zu bestellen, um dann die Überraschung des Auspackens zu erleben. Ich finde es prima, wenn andere Leute das machen, denn dann freuen sich neben den Herstellern und Versendern der Artikel die Logistikunternehmen wie die Deutsche Post, die mir jedes Jahr eine schöne Dividende zahlt, sogar steuerfrei (ja, so etwas gibt es). Ich bin wirklich dankbar dafür.

Sparen kann man durch solche Boxen aber nicht, auch wenn der sogenannte „Wert“, den man bekommt, weit über dem Preis, den man dafür bezahlt, liegt. Sparen kann man hier, wenn man die Box ganz einspart.

Titelbild dieses Artikels: S. Hofschlaeger / pixelio.de

4 Antworten auf „Das Wundertüten-Phänomen“

Es gibt einige wenige Unternehmen, bei denen das so ist. Die Deutsche Post gehört dazu. Statt Steuerabzügen wird der Einstandspreis entsprechend gesenkt. OK, wenn man irgendwann verkauft, zahlt man die Steuern nach, wenn man das aber nicht tut, sondern wegen der Dividenden hält, kostet es keine Steuern. Bisher ist das jedenfalls so. Ich kann natürlich nicht wissen, ob und wie sich die Regelungen irgendwann ändern werden.

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