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Experiment LEGO-Investment: Funktioniert trotz Fehlern

Kauf LEGO-Sets, leg sie ungeöffnet weg und verkauf sie später mit Gewinn weiter. Hohe Renditen winken. So geht LEGO-Investment. Ist es wirklich so einfach? Was ist dabei zu beachten?

Das wollte ich wissen, als ich auf das Thema LEGO-Investment stieß. Also suchte ich nach Informationen darüber und startete dann ein Experiment – zunächst theoretisch. Inzwischen ist es ein Hybrid aus theoretischem Hauptteil und winzigem praktischen Teil.

Gestern habe ich eine Bewertung meines LEGO-Depots angestellt und bin darin wieder auf Sets gestoßen, die ich mit einer netten Rendite verkaufen könnte. Andere sind wohl noch länger Verlierer. Aber das halte ich für normal. So etwas sollte durch Risikostreuung – in diesem Fall über verschiedene Arten von LEGO-Sets – ausgleichbar sein.

Inhalt

LEGO-Investment Musterdepot-Bewertung vom 09.02.2021

KaufKaufpreisWert (09.02.21)
11.01.19 Nr. 76085 DC Comics Super Heroes: Kräftemessen unter Atlantis16,9916,50
11.01.19 Nr. 76096 DC Comics Super Heroes: Superman™ & Krypto™ Team-Up14,9917,50
11.01.19 Nr. 75535 Star Wars: Han Solo19,9911,00
26.02.19 Nr. 76100 Marvel Super Heroes: Royal Talon Attacke26,9934,50
15.03.19 Nr. 21030 Architecture: Das Kapitol67,9982,50
20.04.19 Nr. 75954 Harry Potter: Die große Halle72,9845,50
22.05.19 Nr. 21042 Architecture: Freiheitsstatue67,8853,50
22.06.19 Nr. 75187 Star Wars: BB-869,8588,50
30.07.19 Nr. 21028 Architecture: New York City33,2934,50
25.09.19 Nr. 75148 Star Wars: Encounter on Jakku49,9929,00
20.10.19 Nr. 75884 Speed Champions: 1986 Ford Mustang10,4914,00
20.10.19 Nr. 75886 Speed Champions: Ferrari 488 GT3 Scuderia Corsa10,4914,50
20.11.19 Nr. 70655 Ninjago: Drachengrube98,9989,50
09.02.20 Nr. 70677 Ninjago: Wüstensegler80,82118,00
06.04.20 Nr. 21044 Architecture: Paris33,6028,50
06.04.20 Nr. 75953 Harry Potter: Die peitschende Weide44,9939,50

Zur Wertermittlung verwende ich noch immer den durchschnittlichen Erlös der jeweils letzten drei ebay-Auktionen und ziehe davon pauschal 13% für Gebühren und „Pech gehabt“ ab. Wenn es in letzter Zeit keine passenden Auktionen gab, schaue ich auf Sofortverkäufe. Ich behalte dieses Worst-Case-Szenario bei. Wenn es damit funktioniert, läuft es in der Realität wohl kaum schlechter.

Mögliche Verkäufe mit Gewinn

Besonders fällt die Wertsteigerung des Ninjago Wüstenseglers (Set-Nr. 70677) auf, stolze +46%. Da seit dessen Kauf genau ein Jahr vergangen ist, entsprechen diese 46% sogar der auf ein Jahr heruntergerechneten Rendite.

Das Schöne daran ist, dass ich dieses LEGO-Set wirklich gekauft habe. Offenbar habe ich mit meinem ersten echten LEGO-Investment gleich einen Treffer gelandet. Hier hatte ich darüber geschrieben: Experiment LEGO-Investment: Der erste (reale) Zug 2020. Ich muss zugeben, dass ich das Phänomen „Ninjago“ nicht verstehe. Ich hatte das Set einfach auf der Empfehlungsliste des Spielwareninvestors Lars Conrad gefunden.

Ich könnte es nun also wahrscheinlich mit Gewinn bei ebay verkaufen und dann hier den wirklich erzielten Preis eintragen. Aber es passt mir momentan einfach nicht in den Kram, mich darum zu kümmern.

Wenn ich es wirklich verkaufen werde, kündige ich es hier auf dem Blog sowieso nicht an, sondern schreibe erst danach darüber. Bis dahin lagere ich es ausreichend warm, trocken und dunkel.

Stattdessen halte ich mich zunächst an mögliche virtuelle Verkäufe, denn da brauche ich nur so zu tun als ob. In meinem LEGO-Depot gibt es solche Kandidaten für Gewinnmitnahme, und zwar:

  • Nr. 76100: Marvel Super Heroes: Royal Talon Attacke (+27,8% nach knapp 2 Jahren, entspricht jährlicher Rendite von +13%)
  • Nr. 21030: Architecture: Das Kapitol (+21,3% nach 1 Jahr und 11 Monaten, entspricht +10,6% p. a.)
  • Nr. 75187: Star Wars: BB-8 (+26,7% nach 1 Jahr und 7 Monaten, entspricht +16% p. a.)
  • Nr. 75884: Speed Champions: 1986 Ford Mustang (+33,5% nach 1 Jahr und 3 Monaten, entspricht +25,5% p. a.)
  • Nr. 75886: Speed Champions: Ferrari 488 GT3 Scuderia Corsa (+38,2% nach 1 Jahr und 3 Monaten, entspricht +29% p. a.)

Verkaufen oder noch warten?

Nun stellt sich die Frage: Sind die obigen Renditen in Ordnung oder lohnt es sich, noch zu warten?

Ich ziehe heute dazu eine etwas ältere Renditebetrachtung zu Rate, die ich um die Entwicklung bis heute ergänze.

Vor fast zwei Jahren (im März 2019) hatte ich eine Renditebetrachtung an praktischen Beispielen angestellt. (Experiment LEGO-Investment: Eine erstaunliche Renditebetrachtung und ein neuer Kauf)

Ich hatte mir ein Youtube-Video von Ende Oktober 2016 herausgesucht, in welchem ein LEGO-Fan aktuelle Sets von damals nannte, die seiner Meinung nach im Wert steigen würden.

Ich hatte mit Hilfe von ebay wie oben beschrieben jeweils die aktuellen Preise der genannten Sets ermittelt und war (im März 2019) zu folgendem Ergebnis gelangt:

In die genannten LEGO-Sets zu investieren lohnte nur, wenn man immer mit Rabatt gegenüber der unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) gekauft hätte. Da man 20% Rabatt immer relativ leicht irgendwo findet, habe ich mit entsprechenden Zahlen kalkuliert.

Dabei kam durch alle acht betrachteten Sets eine Gesamtrendite von knapp 19% nach 2 Jahren und fünf Monaten heraus. Das entspricht einer jährlichen Rendite von etwa 7,4%.

Wenn man allerdings nur die fünf Sets mit einer UVP von unter 200 EUR betrachtete, ergab das eine Gesamtperformance von über 43% nach diesen 2 Jahren und 5 Monaten. Heruntergerechnet sind das etwa 16% pro Jahr.

Inzwischen sind ein weiteres Jahr und elf Monate vergangen. Wie sähe es mit der Rendite der LEGO-Sets aus der damaligen Betrachtung heute – nach insgesamt 4 Jahren und 4 Monaten – aus?

Wieder habe ich die momentan erzielbaren Preise durch meine Worst-Case-Methode ermittelt. Das kam dabei heraus:

LEGO-Sets mit UVP unter 200 EUR:

  • 10218 Zoohandlung UVP: 150, Kaufpreis: 120, Wert: 237, Performance: +117 €, +97,5%
  • 21303 WALL*E UVP: 50, Kaufpreis: 40, Wert: 102,50, Performance: +62,50 €, +156,2%
  • 21108 Ghostbusters Ecto-1 UVP: 50, Kaufpreis: 40, Wert: 87,50, Performance: +47,50 €, +118,7%
  • 21304 Doctor Who UVP: 60, Kaufpreis: 48, Wert: 99, Performance: +51 €, +106,2%
  • 21302 The Big Bang Theory UVP: 60, Kaufpreis: 48, Wert: 125,50, Performance: +77,50 €, +161,5%

Unter 200 € UVP zusammen:

Kaufpreis gesamt: 296, Wert gesamt: 651,50, Performance: +355,50 €, +120,1%

Eine Rendite von 120,1% nach 4 Jahren und 4 Monaten entspricht in etwa 19,9% pro Jahr.

Sets mit UVP ab 200 EUR:

  • 75059 Sandcrawler UVP: 300, Kaufpreis: 240, Wert: 326, Performance: +86 €, +35,8%
  • 10234 Sydney Opera House UVP: 280, Kaufpreis: 224, Wert: 261,50, Performance: +37,50 €, +16,7%
  • 10236 Ewok Village UVP: 250, Kaufpreis: 200, Wert: 320, Performance: +120 €, +60%

Alle zusammen:

Kaufpreis gesamt: 960, Wert gesamt: 1.559, Performance: +599 €, +62,4%

Eine Rendite von 62,4% nach 4 Jahren und 4 Monaten entspricht in etwa 11,8% pro Jahr.

Erinnern wir uns an die jeweils auf ein Jahr umgerechneten Renditen der Untersuchung von 2019:

Die fünf LEGO-Sets mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von unter 200 € hatten zusammen eine Performance von etwa 16% pro Jahr. Die ist jetzt auf 19,9% pro Jahr gestiegen.

Alle acht Sets zusammen hatten damals eine Performance von etwa 7,4% pro Jahr. Inzwischen sind es 11,8% pro Jahr.  

Die Preise haben also in den letzten Jahren in stärkerem Maße zugelegt.

Nur acht bzw. fünf LEGO-Sets zur Einschätzung möglicher Renditen im LEGO-Investment zu betrachten ist natürlich gewagt. Trotzdem empfinde ich diesen Vergleich als ziemlich nützlich.

Bei meinen letzten Verkäufen in diesem Experiment hatte ich ebenfalls auf die annualisierten Renditen geschaut und Renditen um die 20% p. a. für sehr gut befunden.

Wenn ich mir nun meine weiter oben aufgelisteten aktuellen Wertsteigerungen anschaue, empfinde ich die als ganz OK. Ich denke aber, das geht noch besser. Deshalb werde ich heute keinen Verkauf verbuchen. Stattdessen gibt es nur den aktuellen Stand.

Experiment LEGO-Investing – aktueller Stand vom 09.02.2021

Datum:09.02.2021
Möglicher Verkaufspreis insgesamt:716,50 EUR
Bargeld:372,99 EUR
Gesamtwert:1.089,49 EUR
Anfangsinvestition (01.01.2019):1.000,00 EUR
Wertentwicklung absolut:+89,49 EUR
Wertentwicklung prozentual:+8,9 %

Die Liste der Verkäufe hat sich gegenüber dem letzten Mal nicht geändert. Du findest diese – wie auch alles andere zu meinem Experiment – immer hier:

Experiment LEGO-Investment

Seit einiger Zeit ist das ganze Spiel schon im Plus. Diese Prozentzahl sagt jedoch nichts über die jährliche Rendite aus, die sich beim LEGO-Investing erzielen lässt.

Das ist einfach nur das Plus, das bezogen auf das Startbudget von 1.000 € in etwa herauskäme, wenn man das Spiel durch sofortiges Auflösen des Depots beendete. Im Vergleich zum letzten Monat ist dieses Plus wieder ein wenig größer geworden.

Die größten Verlierer bisher

Ziemlich am Anfang habe ich mir gleich einen der bisherigen Verlierer eingefangen, und zwar 75535 Star Wars: Han Solo. Dabei empfand ich es als guten Deal, den für 20 € statt 30 € UVP ins Depot aufzunehmen. So etwas ist wohl der sprichwörtliche Griff ins Klo, der bei jedem Investment ab und zu passiert.

Das zweite bisherige Verlierer-Set ist auch von Star Wars, und zwar 75148 Encounter on Jakku. Dabei hatte ich eine aufwändige Suche betrieben, um es zu finden. Immerhin stammt es schon von 2016. Hier meine damalige Vorgehensweise: Experiment LEGO-Investment: Eine neue Idee, kaufenswerte Sets zu finden

War das eine Schnapsidee? Vielleicht nur bezogen auf das eine LEGO-Set. Auf der dabei erzeugten Liste standen ja auch noch andere Sets und von denen sind auch einige in meinem Musterdepot. Ich denke, man muss einfach nur Geduld haben.

Sind längere Haltezeiten im LEGO-Investment besser?

In einer Hinsicht sicher: Man muss zwischendurch nichts tun. Wenn man ein Set jedoch zu lange liegen lässt, riskiert man, dass sich ein inzwischen erreichter hoher Wertanstieg wieder in Luft auflöst.

Ein gutes Beispiel dafür ist der legendäre Millenium Falcon mit der Nr. 10179. Dessen Wert hatte sich innerhalb von zehn Jahren verzehnfacht. Das klingt spektakulär, heruntergerechnet entspricht das einer jährlichen Rendite von etwa 25,9%.

Hier hatte ich das genauer ausgeführt: Experiment LEGO-Investment: Rendite wie mit dem legendären Millenium Falcon – so geht‘s

Dann gab es 2019 eine Neuauflage mit der Set-Nr. 75192 und der Preis für den alten Falcon brach ein. Futsch die schöne Rendite!

Deshalb halte ich beim LEGO-Investment alles, was sich irgendwie um die 20% Rendite pro Jahr (p. a.) bewegt, für sehr gut. Alles, was höher ist, für ausgezeichnet.

Bei ganz kleinen Sets wie den Speed Champions sollte jedoch etwas mehr herauskommen. Weil da auch hohe Prozentzahlen nur wenige Euro Reingewinn sind, ist es fraglich, ob dafür die ganze Arbeit, die man mit dem Kaufen und Verkaufen hat, wirklich lohnt. Vielleicht wenn man das in großem Stil fließbandartig betreibt.

Andererseits denke ich, dass gerade bei solchen Sets wie den Speed Champions, die meistens sehr klein sind, sehr gute Steigerungsraten möglich sind.

Bisheriges Fazit zum LEGO-Investing

Als wichtigste Voraussetzungen, um mit LEGO-Investment eine gute Rendite zu erwirtschaften, habe ich bis heute folgende erkannt:

  • Immer zu niedrigen Preisen einkaufen, Richtlinie: 20% oder mehr Rabatt gegenüber der unverbindlichen Preisempfehlung.
  • Nicht zu kleine Sets kaufen, damit sich der Aufwand in Grenzen hält.
  • Nicht zu große Sets kaufen, damit sich das möglichst viele Interessenten später mit Aufschlag noch leisten können oder wollen.
  • Sets kaufen, die sich als Sammlerobjekte eignen.
  • Zuerst das Risiko streuen, um auszutesten, womit man am besten klarkommt, dann auf bestimmte Serien spezialisieren.
  • Nicht zu gierig werden, umgerechnet 20% bis 30% Rendite p.a. pro Verkauf ist sehr gut.

Der Umfang, in welchem man LEGO-Investing betreiben möchte, lässt sich nahezu frei wählen. Ob man aus Spaß gelegentlich ein Set kauft, dieses wegstellt und sich erst nach zwei oder mehr Jahren wieder darum kümmert, ob man es im ganz großen Stil als gewerblichen Handel aufzieht oder einen Mittelweg in Form eines Kleingewerbes wählt, kann man selbst entscheiden.

Es gibt bestimmt auch viele LEGO-Fans, die sich ihr Hobby dadurch finanzieren, zumindest zum Teil. Es kann nur von Vorteil sein, wenn man das Produkt selbst mag oder zumindest etwas damit anfangen kann.

Kaufen mit Rabatt – so geht es (fast) immer

Zum Kaufen mit Rabatt habe ich noch einen Tipp. Egal, ob beim Einkauf von LEGO oder irgendetwas anderem. Es ist sehr einfach, sich mittels des folgenden Cashback-Portals von nahezu jedem Online-Einkauf einen Teil des Preises zurückzuholen:

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2 Antworten auf „Experiment LEGO-Investment: Funktioniert trotz Fehlern“

Hallo Frau Wolff,

Danke für Ihre Serie, ich lese sie gern und finde sie sehr spannend.

als ein Lego Investment Newbie, der lange mit dem Gedanken gespielt hat und ihn jetzt in die Tat umsetzt, möchte ich die Gelegenheit ergreifen, um meine bisherigen Erkenntnisse zum Thema Lego-Investments zu teilen.

1. Vorteile eines Lego-Investments
Im Gegensatz zu anderen Investments erscheint ein Investment in originalverpackte Lego Sets relativ risikoarm zu sein. Das Verlustrisiko ist überschaubar und beschränkt sich vor allem auf Beschädigungen durch unsachgemäße Lagerung. Vor allem Schäden an Verpackung, Anleitung und dem neuwertigen Zustand des Sets. Wasser, Schimmel oder z.B. Mäuse, die eine Verpackung aufknabbern oder aus den Plastiktüten ein Nest bauen, beeinträchtigen den Wert. Originalverpackt und neuwertig ist wichtig. Aber die Steine selbst sind unverwüstlich und werthaltig, so dass selbst im schlimmsten Fall ein Wert bleibt, der auf dem Sekundärmarkt realisiert werden kann. Außer vielleicht bei einem Brand.

2. Nachteile eines Lego-Investments
Der ganze Spaß ist relativ aufwändig, der Kauf und Verkauf ist aufwändiger als bei börsennotierten, digitalen Assets. Die Lagerung ist ebenfalls aufwändig, und teuer, sollte man nicht über ausreichend Stauraum verfügen und z.B. ein Selfstorage Abteil anmieten müssen. Außerdem ist das Thema Lego nur schwer skalierbar. Neben dem Stauraum Problem kommen andere Themen hinzu. In Deutschland wird man z.B. vermeiden wollen, einen so hohen Umschlag zu haben, dass der Verdacht eines Gewerbes entsteht, einhergehend mit Herausforderungen hinsichtlich Gewährleistung, Fernabsatzgesetz oder Wettbewerbsrecht.

3. Informationen
Es gibt gute Seiten, bei denen man sich über das aktuelle Produktportfolio informieren kann. Insbesondere zum Wert von Einzelteilen (rebrickable.com oder bricklink.com), aber auch zur Preisentwicklung von Sets (brickeconomy.com). Man muss die einzelnen Sets kennen und auch mal auf Bildern betrachten oder Videos dazu ansehen. Was gut ist und schön, und qualitativ hochwertig, und auch anderen Leuten gefällt, das wird auch im Preis steigen.

4. Kauf der richtigen Sets – Wertdimensionen
Wenn man bei brickeconomy.com die Sets betrachtet, die eine hohe Wertsteigerung haben, ergibt sich ein sehr variables Bild. Es gibt Sets, die enorme Preissteigerungen haben (z.B. Pariser Restaurant 10243). Und es gibt Sets, bei denen die Steigerung eher mau ist, und unter Berücksichtigung von Lagerkosten und Aufwand negativ ausfallen würde. Warum steigt das eine Set mehr als ein anderes? Das ist die große Frage. Aus meiner Sicht gibt es quantifizierbare Wertdimensionen, die es zu berücksichtigen gibt:

4.1. Teilewert
Die Einzelteile – Steine und Figuren – bilden einen wesentlichen Faktor. Sind außergewöhnliche Teile verbaut, die gefragt sind, hat das Set einen höheren Wert. Auf rebrickable.com kann man zu jedem Set einfach den Teilewert (Brickout Value) prüfen. Er erscheint mir dort etwas hochgegriffen, man erhält allerdings leicht einen Wert, mit dem man verschiedene Sets vergleichen kann. So hat die Harry Potter Grosse Halle nur einen Teilewert von 144% (bei 80.- € aktuellem Einkaufspreis). Der Creator Expert Buchladen 10260 dagegen einen Teilewert von 236%. Der aktuelle Todesstern kostet dagegen in Einzelteilen kaum mehr als das Set. Dazu kommen Faktoren wie die mögliche Beschädigung von Teilen. Ein Piratenschiff wird die Segel verlieren, wenn es bespielt wird, weswegen Segel oft sehr teuer sind. Gummischläuche werden eher weggeworfen, weil sie nicht als Lego erkannt werden. Eine Space Classic Antenne aus 6970 wird oft verbogen oder abgebrochen, weshalb sie gebraucht über 20.- € kostet. Kleine 1×1 Verzierungselemente hingegen sind meist keine wertvollen Teile, obwohl sie verloren gehen.

Für Figuren gilt das Gleiche. Das Kind aus dem Mandalorian kostet momentan um die 40.- €, weil es nur in 2 schwer zu erhaltenden Sets vorhanden ist. Die Figur von Cara Dune kommt nur in einem Set vor (AT-ST Raider), sie wird wohl in den nächsten Staffeln des Mandalorian nicht mehr vorkommen, weswegen diese Figur momentan gefragt ist und einen Wert von 20.- € hat. Ein Han Solo, C3PO oder Harry Potter kommt in zahlreichen Sets vor, weswegen diese Figuren kaum einen Wert haben.

4.2. Setqualität
Ein einzigartiges Set ist mehr wert als eines, das es schon 10mal gibt (wie die zahlreichen X-Wing, Star Destroyer, A-Wings, etc.). Ist das Set besonders gut, steigt es im Wert eher (z.B. das Pariser Restaurant, das die Modular Buildings auf eine neue Stufe hob; Stadtleben). Ist das Set Teil einer Serie, ist die Wahrscheinlichkeit für Wertzuwachs größer (Modular Buildings, Jahrmarkt, Winterstadt, oder jetzt auch die Harry Potter Hogwarts Teile, bei denen ich große Hoffnung habe, aber der Markt erst ein Urteil bilden muss). Ist die Qualität eher mau (Aufbauspass, Bautechniken, Steinequalität, Einzigartigkeit), fällt der Zuwachs geringer aus. So liegt ein Pet Shop 10218 von 2011 bei ca. 220.- €, ein Pariser Restaurant 10243 von 2014 bei 250.- €. Wer sich Bilder der beiden Sets ansieht, stellt sofort fest, dass das Pariser Restaurant einfach das bessere Set ist. Fliesen statt Noppen. Viel höherer Detaillierungsgrad. Tolle Ideen.

Das Problem hier ist: Um das zu beurteilen, muss man ein Lego-Nerd werden. Warum ist ein Set toll, ein anderes nicht so? Letztendlich muss man Freude an Lego haben, um sich damit zu beschäftigen.

4.3. Zeitpunkt
Es bringt nichts, ein Set als Investment zu kaufen, das neu rausgekommen ist. Der Wert steigt nicht, solange man das Set kaufen kann. Die Sets werden ca. 2-3 Jahre immer wieder in den Handel gelangen und nachproduziert. Durch Lieferschwierigkeiten können die Teilewerte zu hoch sein (siehe oben, „Das Kind 75318“ mit der teuren Minifigur), was die Einschätzung verwässert. Und Exklusive Sets von Lego.com gelangen üblicherweise in den Handel, manchmal auf Premiumpartner limitiert, der dann früher oder später 20%-30% rabattiert. Der ideale Kaufzeitpunkt ist kurz vor Ende des End of Life. Beispiele wären dafür momentan Die große Halle von Hogwarts oder Die peitschende Weide aus der Harry Potter Serie, die Mitte dieses Jahres angeblich aus dem Sortiment genommen werden.
Das kann auch schief gehen, wenn ein Set überraschend abgekündigt wird. So geschehen bei der Brick Bank 10251, die aufgrund dieses Umstands das teuerste der Modular Buildings mit ca. 450.- € ist und eine beeindruckende Rendite von 30% pro Jahr erbracht hätte, hätte man eine gekauft.

Zum Schluss noch meine momentanen Favoriten:
– Stadtleben 10255 – gestern durch Glück im Legoladen gesehen und für 239.- leider unrabattiert gekauft. Inzwischen schon wieder nicht mehr verfügbar
– Baumhaus 21318 – Wird Ende des Jahres angeblich aus dem Sortiment genommen, tolles Ideas Set, momentan für 209. -€ bei mytoys.de
– Piraten der Barrakuda Bucht 21322 – super Spielset, tolle Teile, limitiert, geht vorr. Ende 2022 aus dem Handel, also genug Zeit, nach einem Schnäppchen zu suchen.
– Mittelalterliche Schmiede 21325 – ähnlich wie der Angelladen, allerdings noch sehr neu, insofern kann man noch bis Mitte-Ende 2022 warten

Für kleinere Geldbeutel die NASA Apollo 11 Mondlandefähre 10266, die große Halle von Hogwarts, die Harley Fat Boy 10269 oder die Dinosaurier Fossilien 21320.

Ich hoffe, ich konnte etwas sinnvolles beitragen!

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Wow, der Kommentar ist ja länger als der Blogpost. 😉
Gute Zusammenfassung!
Nur in einer Sache muss ich widersprechen: Was ist so schlimm daran, dass LEGO-Investment gewerblich werden könnte? Wenn man es in größerem Umfang betreiben möchte, kann man doch einfach Gewerbe anmelden. Dann muss man auch keine Angst haben, dass es als gewerblich ausgelegt wird, denn dann ist es gewerblich.

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