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Passives Einkommen

Passives Einkommen – seriöse Ideen – Teil 2: Bücher veröffentlichen

„Einmal kreieren – laufend kassieren!“ Das ist die Kurzformel für passives Einkommen aus schöpferischer Tätigkeit, wozu auch das Schreiben von Büchern gehört.

Wie bei fast allen Dingen gibt es dabei die beiden Extreme Spitzenqualität und Massenmüll.

Das Qualitätsextrem

Auf der einen Seite steht der Bestseller: Ein Werk, an dem Autor*in monate- oder sogar jahrelang gearbeitet und gefeilt hat, um nach langem Suchen einen Verlag dafür zu finden, der es dann wirklich zu einem Megaseller vermarktet.

So etwas gibt es zwar, das ist aber äußerst selten und oftmals beginnt eine solche Geschichte mit einer langen Periode des Scheiterns.

Das Massenextrem

Auf der anderen Seite steht die „Geschäftsidee“, massenweise Inhalte zu erstellen und zu verkaufen. Dabei geht es um vermeintliche Ratgeber, die über Amazon Kindle Direct Publishing zu E-Books und Taschenbüchern verarbeitet und verkauft werden.

In dieser extremen Ausprägung kommt es nur darauf an, ganz schnell möglichst viel zu beliebten Themen und Schlagworten zu produzieren.

Dabei liegt der Fokus überhaupt nicht auf dem Schreiben, denn dafür suchen sich die sogenannten „KDP Unternehmer“ Billig-Ghostwriter. Diese wiederum klauen, formulieren um und rotzen den Text regelrecht herunter.

So etwas kann man natürlich nicht unter eigenem Namen veröffentlichen, denn das wäre peinlich. Also werden Pseudonyme samt akademischem Grad erfunden.

Dafür habe ich nur eine Bezeichnung: BETRUG.

Der Mittelweg

An sich sind Kindle Direct Publishing (KDP) von Amazon und ähnliche Services anderer Anbieter, z. B. Books on Demand (BoD), eine gute Sache.

Ich nutze so etwas selbst sehr gern für eigene Veröffentlichungen und habe bereits einige Erfahrungen damit gesammelt. Ich schreibe jedoch meine Texte selbst, und zwar sorgfältig. Also veröffentliche ich sie unter meinem echten Namen.

Ich will Pseudonyme jedoch nicht verteufeln oder völlig für mich ausschließen. Wenn ich z. B. irgendwann ein ganz anderes, vielleicht etwas heikles Thema behandeln sollte, ist so etwas ein guter Selbstschutz.

Ich schreibe grundsätzlich nur über Dinge, die mich selbst interessieren. Natürlich möchte ich damit auch Geld verdienen. Deshalb überlege ich mir vor jedem Buchprojekt, ob es außer mir genügend andere Interessenten dafür geben wird. Falls nicht, brauche ich es nicht zu veröffentlichen und kann mir einiges an Arbeit ersparen.

Ein solides Buchprojekt macht immer eine Menge Aufwand. Als Selfpublisher muss man sich um alles selbst kümmern. Dafür hat man aber weitgehend die Kontrolle.

Bisher klingt es wenig passiv

Das stimmt, aber vor jedem passiven Einkommen steht immer eine Menge aktiver Arbeit.

Möchte man regelmäßigen Cashflow aus Geldanlagen, muss man zunächst Geld verdienen, um es anzulegen. (Siehe Teil 1 zu seriösen passiven Einkommensideen.)

Möchte man regelmäßige Einnahmen aus Buchverkäufen, muss das Buch zuerst geschrieben werden. Wer das als lästig ansieht, sollte überhaupt nicht schreiben, denn dann wird es weder gut noch erfolgreich werden. Meine Erfahrung: Je mehr Spaß mir das Schreiben gemacht hat, desto besser verkauft sich das Buch später.

Vom Rinnsal zum Strom und wieder zum Rinnsal

Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich mich gefreut habe, als ich die erste Zahlung für mein erstes selbst geschriebenes Büchlein bekam. Es war nicht viel, aber ich freute mich darüber, dass es offenbar Leute gab, die bereit waren, für mein „Werk“ Geld auszugeben.

Allmählich erhöhten sich meine Bucheinnahmen. Ich schrieb mehr. Am besten lief mein „Praxisbuch zur Levermann-Strategie“. Anfangs waren dessen Verkaufszahlen monatlich dreistellig. Dann ließ das Interesse verständlicherweise nach. Trotzdem verkauft es sich weiterhin, wenn auch in niedrigeren Stückzahlen.

So ist es mit jedem Buch, das sich überhaupt verkauft, egal ob es durch Verlag oder Autor*in selbst veröffentlicht wird. Die Verkäufe steigen zunächst. Das ist die Boom-Phase. Dann tritt eine Sättigung ein, die Verkäufe sinken und pendeln sich dann in eine gewisse Kontinuität auf niedrigerem Niveau ein. Das hält länger an und sinkt nur in geringem Maße weiter.

Werbung hilft

„Ja klar, du hast leicht reden. Du hast Blog und Newsletter und kannst da für deine eigenen Bücher Werbung machen“, werden manche sagen. Wäre ja dumm, wenn ich es nicht nutzen würde, oder? Aber so riesengroß ist meine Reichweite dann doch wieder nicht.

Ich bin ganz ehrlich. Den Blog habe ich überhaupt nur begonnen, um für mein erstes Aktienbuch Werbung zu machen. Eigentlich wollte ich einfach nur eine Webseite mit möglichst wenig Aufwand erstellen. Das einfachste war eine Blog-Plattform zu verwenden.

Das ist nun schon einige Jahre her. So einfach, wie ich es mir vorgestellt hatte, war es dann doch nicht. Ich merkte schnell, dass es nicht damit getan war, ein paar Artikel zu schreiben, die dann gefunden werden und an deren Ende auf mein Buch verwiesen wird.

Der positive Nebeneffekt: Ich fand Freude am Bloggen. Aber das ist eine andere Geschichte. Inzwischen kann ich meinen Blog für Werbung für meine eigenen Bücher nutzen.

Aber meine ersten Bücher hatte ich schon einige Jahre vorher geschrieben und veröffentlicht. Sie hatten sich allein durch Thema und Titel verkauft. Ich behaupte ganz kühn, dass es auch heute noch ohne Reichweite oder bezahlte Werbung funktioniert, wenn man mit seinem Buch auf Bedarf trifft.

Dabei ist es besonders wichtig, den richtigen Titel zu wählen und die Felder zur Schlagworteingabe (Keywords bei KDP) geschickt auszunutzen, so dass das Buch von Interessenten gefunden werden kann. Dazu frage ich mich: Was gibt jemand aus meiner Zielgruppe in die Suchleiste bei Amazon ein? So etwas ist ein wichtiges Schlagwort. Am besten funktionieren passende Wortkombinationen.

Das Cover spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Es sollte ansprechend sein und professionell aussehen. Ich gebe zu, meine Bücher verkaufen sich z. T. nicht wegen, sondern trotz ihrer Cover.

Titel, Schlagworte und Cover nutzen auch die von mir anfangs geschmähten Massenmüllproduzenten. So bleibt seriösen Autoren gar nichts anderes übrig als diese Werkzeuge ebenfalls zu nutzen. So etwas nenne ich „interne Werbung“.

Es gibt zwar noch weitere, meist kostenpflichtige Möglichkeiten, um Buch-Marketing zu betreiben. Da ich davon jedoch noch nichts selbst ausprobiert habe, kann ich dazu keinen Erfahrungsbericht liefern.

Meine Empfehlungen

Passivem Einkommen aus einem Buch geht immer eine Menge aktiver Arbeit voraus. Diese solltest du mit Freude erledigen. Sollte das Projekt nicht den erwarteten Erfolg haben, hat es wenigstens Spaß gemacht.

Schreibe nur über Inhalte, die sowohl dich selbst als auch andere interessieren. Aus Problemen bzw. Lösungen dafür entstehen oftmals gute Buchideen. Wenn du z. B. auf der Suche nach einem Buch zu einem eigenen Problem nichts Passendes findest, schreibe selbst eins, nachdem du das Problem auf andere Weise gelöst hast. Natürlich ist das nur dann sinnvoll, wenn andere Leute dieses Problem ebenfalls haben.

Ein Buch ist keine immerwährende passive Einkommensquelle. Wenn es kurz nach Erscheinen gut läuft, kalkuliere dafür nicht mit jahrelangen Einnahmen der gleichen Höhe. Aber solange der Inhalt noch aktuell ist und es ab und zu gekauft wird, ohne dass dir Aufwand oder Kosten dafür entstehen, ist das in Ordnung.

Buch-Werbung beginnt schon bei Titel, Schlagworten und Cover. Diese sollten nicht vernachlässigt werden. Es nutzt nichts, einen guten Inhalt zu verfassen, wenn diesen niemand finden kann.

Bleib ehrlich und lass die Finger vom KDP-Beschiss-Business.

Bonus-Idee: Low Content und No Content Books

Als ich das erste Mal diese Begriffe hörte, dachte ich, das seien nur andere treffende Bezeichnungen für das KDP-Betrugs-Business.

Aber nein, es ist etwas ganz anderes. Dahinter steckt eine nette Idee und ich habe so etwas auch schon in sehr kleinem Umfang ausprobiert.

Dafür lassen sich zwar Amazon KDP (oder auch andere Print on Demand Dienstleister) verwenden, aber es geht dabei nicht darum, Bücher mit Inhalt zu schreiben, sondern Notizbücher, Kalender o. ä. zu gestalten und zu verkaufen.

No Content Books sind einfach linierte oder karierte Notizbücher mit schöner oder witziger Cover-Gestaltung. Low Content Books sind z. B. Rätsel- oder Malbücher.

Für so etwas ist es sinnvoll, als Autor einfach eine Fantasiebezeichnung, wie z. B. Knobel Kniffel oder Zappel Zebra (beides gerade ausgedacht), anstelle seines eigenen Namens zu verwenden.

Allerdings gibt es inzwischen sehr viele solcher Produkte auf Amazon, so dass zu einfache Sachen kaum noch funktionieren. Die passenden Schlagworte sind für solche Artikel besonders wichtig.  

Die Preise und damit die Gewinnspannen sind niedriger als bei Büchern mit Inhalt, aber dafür ist auch der Aufwand, der darin steckt, viel geringer.

Ich selbst habe drei Arten solcher Bücher ausprobiert: Schreibhefte, Knobelbüchlein und Gesundheitsprotokolle, vor allem Dinge, die aus eigenem Bedarf entstanden sind. So konnte ich mir mein Produkt entwerfen und bestellen und nebenbei verkauft es sich noch ab und zu.

Allerdings besteht der Hauptteil der Arbeit daran aus Design und das fällt mir sehr schwer. So verfolge ich diese Idee für mich nicht weiter, aber hier sehe ich ab und zu einen Verkauf.

Diese Einnahmen sind zwar nur ein Rinnsal, aber dafür wirklich passiv, denn dabei geht es nicht um ein spezielles Thema, für das das Interesse nachlässt, sondern um Dinge, die fertig sind und kein Update benötigen. Ganz einfach ausgedrückt:

Frisst kein Brot mehr und legt trotzdem noch ab und zu ein Ei.

Ausblick auf Teil 3 dieser kleinen Artikelserie

Im meinem nächsten Artikel über passive Einkommensquellen möchte ich mich mit Affiliate-Marketing auseinandersetzen. Angeblich ist ja gerade das eine besonders gute passive Einkommensquelle für Einsteiger. Aber ihr ahnt es bereits: Auch so etwas ist nicht völlig passiv.

Ich werde hier gern wieder mein Halbwissen, das aus eigenen Erfahrungen und Beobachtungen resultiert, mit euch teilen.

Übrigens freue ich mich über Anregungen oder zum Thema passende Fragestellungen, denen ich, sofern es möglich ist, auf den Grund gehen könnte.

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