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Passives Einkommen

Passives Einkommen – seriöse Ideen – Teil 1 – Statt Schnell-reich-werden-Bullshit Dividendencashflow richtig aufbauen

Da lockt jemand mit passivem Einkommen:

„Du musst nichts wissen, können, produzieren oder leisten und doch kommt das Geld im Schlaf!“

Aufgabe: Wie geht das?

Lösung: Du sollst einen Kurs kaufen. In dem wird dir erklärt, wie du derartige Kurse an andere verkaufen kannst. Das ist dann dein Einkommen, das nebenbei eintrudelt. Das Verkaufen geht schließlich automatisch übers Internet.

Und da du einfach nur den Kurs, den du selbst gekauft hast, auf Provisionsbasis für den Ersteller weiterverkaufst, brauchst du wirklich nichts Eigenes.

Merkst du was? DAS IST BULLSHIT, ganz nach dem Motto „Den Letzten beißen die Hunde.“ Es ist nichts weiter als Betrug, einfach nur heiße Luft – zumindest zum größten Teil.

Aber für manche sind solche Versprechen der Knopf, der den gesunden Menschenverstand ausschaltet.

Und ja, das Geld kommt wirklich im Schlaf, aber vor allem für den Initiator dieses Spielchens.

Vor solch einem Mist kann man gar nicht genug warnen. Deshalb musste ich darüber am Anfang dieses Artikels ein wenig herumpöbeln, bevor ich mich nun konstruktivem Inhalt zuwende.

Idee: Dividendencashflow richtig aufbauen

Es geht um Einkommen aus Dividenden, die die Unternehmen an ihre Aktionäre zahlen. Ein alter Hut? Ja, aber zeitlos.

Es handelt sich dabei wirklich um passives Einkommen. Natürlich muss das zu investierende Geld zunächst irgendwo herkommen – in den meisten Fällen aus aktiver Arbeit und Sparen. Aber langfristig in die richtigen Aktien investiert, bringt es dann ein regelmäßiges Einkommen bei recht hohem Passivitätsgrad.

Bei der Auswahl solcher Dividendenaktien ist im Grunde genommen nur eine Schlüsselfrage wichtig. Wenn du sie mit „Ja“ beantworten kannst und dir dabei relativ sicher bist, handelt es sich höchstwahrscheinlich um ein gutes Investment.

Die Schlüsselfrage

Wird das Unternehmen über die nächsten Jahre, oder besser Jahrzehnte, die Dividende kontinuierlich zahlen und von Jahr zu Jahr erhöhen können und bist du mit diesen Zahlungen gemessen am investierten Kapital zufrieden?

Zur Beantwortung

Schau nicht nur auf die aktuelle Dividendenrendite. Oftmals trügt hier der Schein. Die Firma muss Gewinne erwirtschaften können, und zwar über die nächsten Jahrzehnte hinweg. Sonst hat sie irgendwann kein Geld für die Dividendenausschüttungen mehr übrig.

Wenn Zahlen und Geschäftsmodelle auf langfristige Gewinne und Gewinnsteigerungen schließen lassen, dann sind die Dividendenzahlungen relativ sicher.

Ein paar Zahlen zur Illustration und Motivation

Nehmen wir an, für die Aktie der „Leckeres Essen AG“ (frei erfunden) gibt es momentan 2,5 % Dividendenrendite pro Jahr. Die Aktie kostet zum Beispiel aktuell 100 € pro Stück und die nächste Dividende wird 2,50 € betragen.

Wenn du 10 Stück kaufst, also 1.000 € in dieses Unternehmen investierst, wirst du 25 € im ersten Jahr dafür erhalten. Da das Geschäftsmodell recht gut ist, denn gegessen wird immer, werden die Gewinne von Jahr zu Jahr steigen und damit auch die Dividenden erhöht werden, sagen wir um etwa 10 %. Dann gibt es im nächsten Jahr bereits 2,75 € pro Aktie, also für deine 10 Aktien 27,50 €. Im übernächsten bekommst du wieder 10 % mehr, also 27,50 € + 2,75 € = 30,25 € usw.

Auch wenn die Steigerung weniger als 10 % beträgt, ist das in Ordnung. Wer bekommt schon jedes Jahr eine derartige Gehaltserhöhung?

Wie sich der Kurs in der Zwischenzeit entwickelt, kann Dir dann relativ egal sein.

Um wie viel Prozent die Dividende in etwa von Jahr zu Jahr gesteigert wird, kannst du anhand vergangener Dividendenzahlungen schätzen. Manchmal äußert sich das Unternehmen auch auf seiner Webseite zu diesbezüglichen Vorhaben.

Fehlertoleranz durch Streuung

Trotzdem kann immer Unvorhergesehenes passieren und noch so schlaue Vorüberlegungen und detaillierte Analysen über den Haufen werfen.

So hätte noch vor einem Jahr niemand die Probleme der Reisebranche oder anderer von der aktuellen Pandemie gebeutelten Sektoren vorhersagen können. Wer dann nur solche Aktien im Depot hat, ist angeschmiert.

Deshalb ist es wichtig, das Risiko zu streuen, also viele gute Dividendenaktien aus verschiedenen Branchen zu kaufen.

Wie passiv ist das?

Kommen wir wieder auf das Thema „passives Einkommen“ zurück. Wie passiv ist so etwas?

Neben der Arbeit, die man aufbringen muss, um das zu investierende Geld zu verdienen, kostet es natürlich ein wenig Aufwand, sich die Unternehmen im Rahmen der zuvor gestellten Schlüsselfrage anzuschauen.

Ab und zu solltest du dir diese Frage zu den Aktien, die du  schon im Depot hast, erneut stellen. Im Laufe der Zeit wirst du immer mehr sparen und anlegen und damit weiter streuen und die Dividenden ebenfalls immer wieder investieren. So wächst der Cashflow von Jahr zu Jahr.

Geschicktes Aufräumen

Nicht jede Auswahl wird optimal sein. Manchmal ist es sinnvoll, eine bestimmte Aktie auszutauschen. Wenn diese Aktie jedoch im Minus notiert, fällt das meistens schwer.

Ein Tipp zur Überwindung dieser mentalen Barriere: Wenn die Strategie wie in diesem Fall darin besteht, einen schönen mit der Zeit steigenden Dividendencashflow zu erhalten, tut es doch nicht weh, eine Aktie im Minus zu verkaufen, wenn du durch Investieren des frei werdenden Kapitals in eine andere Aktie höhere Dividendenerlöse erzieltest, als du bekämst, wenn du an der ursprünglichen Aktie festhieltest. So etwas lässt sich meistens finden.

Darüber hinaus bringt ein durch einen Verkauf realisierter Verlust beim nächsten realisierten Gewinn einen Steuervorteil.

Noch passiver durch Dividenden-ETF

Anstelle selbst einzelne Dividendenaktien auszuwählen, bietet sich der Kauf eines Dividenden-ETFs an, vielleicht über einen Sparplan.

Allerdings sollten die Kriterien, nach denen der ETF investiert, so gestaltet sein, dass die Unternehmen langfristig Gewinne erwirtschaften usw., also ebenfalls auf die zuvor erwähnte Schlüsselfrage passen. Um das zu überprüfen, hilft es, den Prospekt zu lesen.

Vorteile: Gute Risikostreuung bereits ab kleineren Anlagesummen und kein Aufwand bei der Auswahl bzw. Kontrolle der Einzelaktien.

Nachteile: Laufende Kosten – wenn auch nur relativ gering – und kein Einfluss auf die Aktienauswahl.

Hilfe bei der Beantwortung der Schlüsselfrage

Zur Beantwortung obiger Schlüsselfrage ziehe ich entweder den Aktienfinder von Torsten Tiedt oder mein Excel-Tool „Value Investing Scanner“ zu Rate.

Letzteres stelle ich für private Interessenten kostenlos auf meiner Tools-Webseite zur Verfügung. Es läuft unter Windows.

Welche Daten bei der Auswahl guter Investments wirklich wichtig sind und wie sie zu finden und zu interpretieren sind, habe ich in diesem Buch (bereits in 3. Auflage) recht einfach und kompakt dargestellt:

Das Aktiendepot als Einkommensquelle. Durch Value Investing zu finanzieller Sicherheit – eine Anleitung*

Neben Amazon ist es auch in anderen Online-Buchhandlungen verfügbar bzw. sollte auch in normalen Buchläden über die ISBN bestellbar sein.

Ausblick auf Teil 2 der Ideen für passives Einkommen

Apropos Buch: Beim nächsten Mal werde ich mich mit dem passiven Einkommen durch Schreiben beschäftigen.

Mit * gekennzeichnete Links sind Affiliate-Links.

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