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Geldanlage Selbstmanagement

Kommt „der größte Crash aller Zeiten“ wirklich? Und wenn ja, was tun?

Vor einigen Tagen erhielt ich eine Mail von jemandem, der auf der Suche nach Informationen über Finanz-Crashs zufällig auf meinen Blog gestoßen war. Er schrieb mir, dass er das Buch „Der größte Crash aller Zeiten*“ von Marc Friedrich und Matthias Weik gelesen hatte und obwohl er es als informativ empfand, sich danach einige Fragen stellte.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Es geht beim „Crash“ nach Friedrich & Weik nicht einfach um einen Börsencrash, bei dem die Aktienkurse massiv einbrechen, so wie wir es erst vor kurzem im März 2020 erlebt haben, sondern um den Zusammenbruch unseres gesamten Finanzsystems.

Inhalt

Fragen

Der Mail-Schreiber stellte sich nun folgende Fragen (sinngemäß wiedergegeben):

Wie würde sich das nächste Szenario eines Crashs abspielen? Was kommt zuerst? Eine stufenweise Entwertung – wie viel Prozent und über welchen Zeitraum wird entwertet oder abgewertet? Oder ist gleich alles futsch?

Was ist mit den Ersparnissen zu tun? Sicherlich raus aus der Bank, aber wann ist früh genug?

Dann hat man abgewertete Euros zu Hause. Haben die dann überhaupt noch Kaufkraft?

Wenn dann schon eine Parallelwährung vorbereitet ist, wie funktioniert das mit dem Umtausch?

Was ist mit Renten/Pensionen? Werden die noch ausgezahlt werden können, auch dann in neuer Währung?

Wird alles digital, ab wann spätestens? Hat das Vorteile oder Nachteile?

Ist es sinnvoll, in Edelmetalle zu investieren, um eine neue Währung abzuwarten und dann in diese umzuwechseln? Der Spread bei vielen Goldhändlern ist sehr hoch, das muss man erst einmal hereinholen.

Was können Kleinsparer bzw. Pensionisten tun, bevor es zu diesen Szenarien kommt? Wie deute ich die Zeichen einer Krise richtig und was tue ich wie zur richtigen Zeit?

Sind Edelmetalldepots, die es überall auf der Welt gibt, wie z. B. über goldvorsorge.at bzw. silbervorsorge.de oder Philoro, eine Lösung? Kommt man da überhaupt bei Bedarf heran? Wie sicher sind deren Hochsicherheitslager wirklich? Oder ist es doch besser, Gold und Silber zu Hause aufzubewahren?

Angst durch Übertreibung?

Die Fragen klingen recht sorgenvoll. Friedrich und Weik haben es wohl geschafft, diesem Leser Angst zu machen. Das ist kein Wunder, denn das Buch heißt „Der größte Crash aller Zeiten“.  Das ist meiner Meinung nach ein ziemlich anmaßender Titel. Woher wollen die Autoren wissen, dass es sowohl vorher noch nie einen schlimmeren Zusammenbruch gab als auch in späterer Zukunft nie einen schlimmeren Zusammenbruch geben wird als den nächsten?

Nun gut, ich will nicht pingelig sein – die Titelwahl ist Marketing. Angst verkauft sich einfach gut und maximale Katastrophen bedeuten maximale Angst.

Erste Eindrücke vom Buch – Inhalt und Leseprobe

Ohne das besagte Buch zu kennen, würde ich mir jedoch kein Urteil darüber erlauben. Also bedeutete das für mich, zumindest die wichtigsten Teile zu lesen.

Marc Friedrich und seine Ansichten habe ich jedoch schon in Podcasts und Videos kennengelernt. Sie assoziieren bei mir den Begriff „Crash-Prophet“. Ich stecke nicht gern Menschen in Schubladen, aber ich denke, in diese ist er selbst hineingesprungen – gemeinsam mit seinem Co-Autor Matthias Weik und einigen anderen bekannten Namen wie z. B. Markus Krall, Marc Faber und Max Otte. Aber um diese soll es hier nicht gehen.

Ich nahm mir zunächst vor, mich relativ unbefangen mit dem Inhalt des Buches auseinanderzusetzen und zu überlegen, ob man die anfangs gestellten Fragen damit beantworten könnte. Schließlich heißt das Buch vollständig:

„Der größte Crash aller Zeiten. Wirtschaft, Politik, Gesellschaft – Wie Sie jetzt noch Ihr Geld schützen können“

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Das klingt für mich nach einem Ratgeber, der neben der Erklärung von Zusammenhängen konkrete Handlungsempfehlungen verspricht.

Für einen ersten Eindruck ist die Vorschau-Funktion „Blick ins Buch“ bei Amazon recht hilfreich. Dort findet man meistens das Inhaltsverzeichnis und den Anfang des Buches als Leseprobe.

Kleiner Tipp zur Amazon-Vorschau: In der Leseprobe des gedruckten Buches kann man sich gut einen Eindruck verschaffen, wie umfangreich die einzelnen Kapitel bzw. Abschnitte sind, weil Seitenzahlen dabeistehen. Die Vorschau der E-Book-Version zeigt jedoch meistens etwas mehr vom Inhalt als die der Print-Version. Ich schaue deshalb immer in beide hinein.

Inhalt

Den ersten Eindruck – den Blick ins Inhaltsverzeichnis – gebe ich hier komprimiert wieder. Die Angaben in Klammern hinter jeder Kapitelüberschrift sind meine Zusammenfassungen der Unterpunkte in Stichworten.

  • Vorwort
  • Einleitung: Der größte Crash aller Zeiten (Dauerkrisenmodus, Elitenproblem, unser Szenario)
  • Die größte Blase aller Zeiten (Schuldenblase, Anleihenblase, Krisenindikator inverse Zinskurve)
  • Wann scheitert der Euro? (Gründe für das Scheitern, Staatschulden, Währungsunionen, Euro-Lüge, mögliche Auslöser für finalen Eurocrash)
  • Europäische Zentralbank (EZB) – das größte Notenbankexperiment aller Zeiten (nie wieder Zinsen, Deutschland absteigend, Insolvenzverschleppung, Droge Billiges Geld, Planwirtschaft der Notenbanken, Zombiefirmen, Bankensterben, Deutsche Bank und Commerzbank, Nieten in Nadelstreifen, Super-GAU für Steuerzahler, Versicherer in der Zinsfalle, Folgen für die Bürger)
  • 4. Macht doch mehr Schulden! (Notenbanken lösen keine Probleme, Politik des billigen Geldes, Europäischer Gerichtshof, Helikoptergeld)
  • 5. Enteignung, Negativzinsen und was noch auf uns zukommt  (finanzielle Repression, perfide Pläne des IWF, Bargeldabschaffung, legale Enteignung per Gesetz, EDIS – Europäische Einlagensicherung)
  • 6. Deutschland auf dem Holzweg (Steuerwahnsinn, Wohnen wird zum Luxusgut, Wohnraum enteignen, Niedriglöhne, Altersarmut, Infrastrukturdesaster Deutschland, CumEx-Mafia)
  • 7. Gesellschaft in Deutschland   (Medien, Gehirnwäsche, Rundfunkbeitrag, Fake News, Deutscher Rechtsstaat im Niedergang, Justiz, Kinder sind Luxusgut)
  • 8. „Die Königin besitzt kein Bargeld“ – schöne Grüße aus dem Elfenbeinturm (Ja-Sager prägen den Tag, man bleibt unter sich)
  • 9. Deutschland verpasst den Anschluss an das 21. Jahrhundert (Energiewende und Klimawandel,  Wirtschaftssturm, Euro als Krisenbeschleuniger, monetäres Endspiel)
  • 10. Die EU ist nicht Europa – The Final Cowntdown (Warum die EU scheitern wird, Brexit – Anfang vom Ende der EU)
  • 11. USA – bald nur noch Nummer 2 (Trump, Fake News, Krieg?, Leben auf Pump, schlechte Schulden, US-Staatsverschuldung, Immobilienblase)
  • 12. China – die neue Nummer 1 (Boom ist vorbei, Trumps Handelskrieg – verheerend für China und Deutschland)
  • 13. Lösungen (Geld auf dem Konto, Einlagensicherung, keine Schulden, Ende des US-Dollar, Handelskrieg, Währungskrieg, Krieg?, digitales Geldsystem, Vermögenssicherung durch Sachwerte, Wurzelstrategie und Eichhörnchenprinzip, Aktien, Bargeld, Bitcoin, Diamanten, Gold, Silber, Fremdwährungen, Immobilien, Investment-No-Gos, Whisky, Versicherungen, Sachwert Daten, das wichtigste Investment)
  • 14. Nach der Demokratie droht die Diktatur (Keine Lösung in Sicht?)
  • 15. Maschinen an die Macht! (Technik ist schon da, maschinelle Entscheidungen, politische Macht durch Maschinen, künstliche oder menschliche Politik, Maschinen an die Macht im Finanzwesen, brauchen wir noch Banken?)
  • 16. Worum geht’s überhaupt?   (Zombie-Gesellschaft, Krise als Chance, was kommt danach?)

Starker Tobak! Und das ist – wie beschrieben – von mir schon verkürzt dargestellt.

Leseprobe

Nun also zur Leseprobe, die bis ins Kapitel 2 hineinreicht.

Im Vorwort stellen sich die Autoren vor: Ökonomen und Schwaben. Sie beteuern, unabhängig von jedweder Partei zu sein und die Fakten, auf denen ihre Ausführungen beruhen, sorgfältig zusammengetragen zu haben.

In der Einleitung beschreiben sie, dass die Finanzkrise von 2008 noch nicht vorbei ist, weil nur an den Symptomen herumgedoktert wurde. Sie erwähnen noch einmal, dass sie den Irrsinn von Politik und Finanzwelt zeigen, alles mit sorgfältig zusammengetragenen Daten untermauern können und versprechen Lösungen. Nach einer Aufzählung von „Aufreger-Themen“, die m. E. nicht einmal alle mit dem Buchthema zu tun haben, kommen ein paar Details.

Damit es ein wenig unterhaltsamer wird, wird noch ein Spruch aus „Game of Thrones“ eingebaut: „Winter is coming“, um von „Zombiearmee“ den Bogen zum Thema „Zombiefirmen“ zu schlagen. Das sind stark verschuldete Firmen, die nur deshalb überleben, weil die Zinsen derzeit so niedrig sind.

Ja, ich weiß, ich wollte mich unbefangen mit dem Buch auseinandersetzen, aber durch diese Effekthascherei machen es mir die Autoren nicht gerade leicht. Die Inhalte wiederholen sich, wenn auch in abgewandelter Form.

Dann wird das Szenario beschrieben, welches nach Meinung der Autoren eintreten wird. Das gebe ich hier wortwörtlich wieder:

Zuerst wird ein deflationärer Schock durch die kommende Rezession ausgelöst, dann werden die Notenbanken weitere Zinssenkungen durchführen und damit ein Bankensterben einläuten. Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes wird sinken, einhergehend mit einer erlahmenden Kreditvergabe, die den Kollaps der Zombieunternehmen auslöst, die dann die restlichen Banken mit sich ziehen. Laut BIS – Bank für Internationalen Zahlungsausgleich – sind 15 Prozent aller Unternehmen in Europa sogenannte Zombieunternehmen, die nur aufgrund des billigen Geldes noch am Leben sind. Dann werden die Zentralbanken panisch alle Schleusen öffnen, den Zins weiter ins Minus drücken und ohne Ende Geld drucken, um verzweifelt das ganze System zu retten. Dadurch wird es eine Inflation und Hyperinflation von mindestens 10, 20 Prozent pro Monat (nicht pro Jahr!) geben. Unsere Berechnungen zeigen aber einen täglich höheren Kapitalbedarf, so dass wir auch 30, 40, 50 Prozent Inflation sehen können. Die Tendenz ist steigend, je länger wir an dem kranken System festhalten. Die Kollateralschäden für unseren Wohlstand, unsere Rente und Altersvorsorge nehmen jetzt schon täglich zu.

Als Finale folgt der Neustart in Form einer Währungsreform. Wie Wolfgang Schäuble sagen würde „Isch over“! Die Verluste werden zwischen 90 und 100 Prozent liegen. Schaut man in die Vergangenheit, erkennt man, dass bei allen großen Wirtschaftskrisen und Staatsbankrotten verbunden mit Währungsschnitten und Währungsreformen die breite Masse der Verlierer war. Zwischen 97 und 99 Prozent der Bevölkerung haben 50 bis 100 Prozent verloren – egal ob in Argentinien 2001, in Russland 1998 oder in Deutschland 1948. Allein eine kleine Elite von Insidern (Politiker, Banker, Könige, Minister, Eingeweihte und so weiter) und Informierten konnten sich schützen.

Nehmen wir dazu gleich die erste Frage meines Mail-Schreibers her:

Wie würde sich das nächste Szenario eines Crashs abspielen? Was kommt zuerst? Eine stufenweise Entwertung – wie viel Prozent und über welchen Zeitraum wird entwertet oder abgewertet? Oder ist gleich alles futsch?

Das durch die Autoren angenommene Szenario steht also gleich am Anfang im Buch. Zur Entwertung des Geldes lese ich daraus, dass es nach zunehmendem Zombiefirmen- und Bankensterben eine sehr schnell voranschreitende Inflation geben soll. Die Prozentsätze für die Geldentwertung, welche die Autoren nennen, sollen sich auf mindestens 10 bis 20 Prozent pro Monat belaufen. Damit ist dann recht schnell der Großteil futsch, um die Frage zu beantworten. Wie lange sich jedoch die Phase davor hinziehen wird, also die des Zombiefirmen- und Bankensterbens, lässt sich daraus nicht erschließen.

Weiter in der Leseprobe. Im ersten Kapitel „1. Die größte Blase aller Zeiten“ geht es um diverse  „Blasen“. Das Sinnbild der zerplatzenden Blase – denn jede Blase tut das irgendwann – wird nun auf diverse Dinge angewendet.

Unter der Überschrift „Schuldenblase“ geht es um Staatsschulden, Unternehmensschulden, Privatschulden und Schulden von Finanzinstituten und es wird dabei nur so mit Billionen um sich geschmissen.

Dann kommen die Anleihen dran, von denen es inzwischen sehr viele mit Negativzinsen gibt. Auch an Aktienrückkäufen von Unternehmen wird kein gutes Haar gelassen, denn diese werden nach Aussage der Autoren durch Schulden bezahlt. Meine Antwort darauf: Das ist nicht zwangsläufig so. und lässt sich anhand der Bilanz des Unternehmens nachprüfen.

Es wird die inverse Zinskurve erklärt. So etwas liegt vor, wenn langfristige Anleihen weniger Rendite abwerfen als kurzfristige. Banken vergeben dann weniger Kredite. So etwas sei ein bewährter Krisenindikator.

Dann geht es noch einmal darum, dass Anleihen kein gutes Geschäft sind, aber dass Versicherer trotzdem darin investieren müssen, weil es aufgrund von Vorgaben nicht anders geht.

Lebensversicherungen, Rentenversicherungen, Bausparverträge, Festgeldkonten basieren auf Anleihen und sind deshalb keine gute Lösung.

Verbote, Steuern, Einschränkungen von der EZB und wiederholt die Aussage, dass Staaten sich auf Kosten ihrer Bürger entschulden werden.

Von Kapitel „2. Wann scheitert der Euro“ ist nur noch der Anfang über die Leseprobe zugänglich.  Die Autoren behaupten, dass der Euro im Jahr 2023 scheitern wird.

Dann geht es auf die inzwischen schon gewohnte Art und Weise weiter.

Mein Eindruck bis hierhin

Ich zolle den Autoren meine Anerkennung für das fleißige und sorgfältige Zusammentragen von Daten und Beispielen. Sie bauen allerdings Ihre Argumentation darauf meistens sinngemäß so auf: „Das hat noch nie funktioniert, also wird es jetzt auch nicht funktionieren.“ Ein anderes Beispiel: „In neun von zehn Fällen ging das schief. Also wird es jetzt wohl auch schiefgehen.“

Wenn man das aus Wahrscheinlichkeitssicht betrachtet, mag das eine hohe Trefferquote haben. Aber Beweise sind das nicht. Im Prospekt eines jeden seriösen Anlageproduktes wird aus gutem Grund darauf hingewiesen, dass man aus der Performance der Vergangenheit niemals auf die zukünftige Performance schließen kann.

Ich will den Autoren hier jedoch keine Kompetenz absprechen. Sicher kann (und wird auch) vieles schiefgehen und es ist immer ratsam, sich besonnen und ruhig auf so etwas vorzubereiten, soweit das möglich ist. Von diesem Buch hatte ich jedoch bereits nach den ersten Seiten den Eindruck, dass es „aufgeblasen“ ist.

Lösungen

So beschloss ich, dass es genügte, „Kapitel 13. Lösungen“ zu lesen.

Nun steht unter dem Szenario, welches die Autoren bereits in der Einleitung beschrieben, und welches ich weiter oben zitiert habe, noch folgendes:

Erstmalig haben wir die Chance, den Anteil der Informierten zu erhöhen, mithilfe des Internets und vielleicht auch mit diesem Buch. Geben Sie das Buch gerne weiter, kopieren Sie es, geben Sie Ihr Wissen daraus weiter. Seien Sie ein Multiplikator! Unsere Mitmenschen müssen erfahren, was sich da anbahnt und zusammenbraut.

Bevor ich mir das Buch also bestellen wollte – die 12 EUR für die Taschenbuchvariante hätte ich schon erübrigt – suchte ich zunächst, ob jemand vielleicht eine Kopie ins Internet gestellt hatte. Immerhin hatten es die Autoren ausdrücklich erlaubt.

Eine Kopie in Textform fand ich zwar nicht, aber jemand hatte das komplette Buch vorgelesen und bei Youtube in vier Teilen veröffentlicht. Es handelt sich dabei nicht um einen Profi-Vorleser, aber das ist mir egal, denn es geht mir um den Inhalt eines bestimmten Teils. Den hatte ich recht schnell gefunden. Das Kapitel mit den Lösungen beginnt im dritten Video ab etwa 1:32:00 und reicht bis etwa zur Hälfe des vierten.

Hier die Links zu allen vier Teilen:

Ich fand, wie ich es vermutet hatte, neben den Lösungsvorschlägen jeweils Begründungen dafür, also letzten Endes Wiederholungen aus den davor liegenden Kapiteln.

Ich fasse nun das über mehr als 100 Seiten reichende Kapitel „13. Lösungen“ aus dem Buch zusammen, indem ich nur die konkreten Empfehlungen von Friedrich und Weik extrahiere.

Empfehlungen von Friedrich und Weik

Lassen Sie keine zu großen Beträge auf Ihrem Konto. Einzahlen geht schnell aber Abheben wird immer mehr Schwierigkeiten bedeuten. Werden Sie Ihre eigene Bank.

Nicht auf die Einlagensicherung verlassen. Größere Beträge nicht auf dem Konto lassen. Nicht mehr Geld als zwei-drei Monate Fixkosten auf dem Konto haben. Den Rest lieber abheben und ins Schließfach oder unter die Matratze. Wenn der Euro scheitert, ist es ohnehin egal, ob das Geld auf dem Konto ist oder im Schließfach.

Keine Immobilie auf Kredit kaufen. Wenn man einen Kredit hat, den man nicht abzahlen kann, ein Gegengewicht aus Sachwerten, z. B. Edelmetallen, aufbauen.

Raus aus den Papierwerten – rein in die Sachwerte, die ich verstehe und bestenfalls anfassen kann. (Man kauft ja auch kein Auto oder Smartphone, das man nicht anfassen kann.)

In durch die Natur oder die Mathematik limitierte Sachwerte investieren.

In den Wald gehen. An der Natur orientieren. (Wurzelstrategie und Eichhörnchenprinzip): Vermögen stark verwurzeln. Mehrere Standbeine aufbauen – Diversifikation. Eichhörnchen vergraben hunderte von Nüssen und selbst wenn 98 Prozent verloren gehen, sichern die verbleibenden 2% das Überleben.

Lebensversicherungen mit Garantieverzinsung von nur 0,9% sind unsinnig. Bei Lebensversicherungen mit Garantiezins über der Inflationsrate ist die Laufzeit entscheidend. Wenn die nur noch ein-zwei Jahre läuft, ist es eine heiße Wette auf Zeit. Wenn sie noch lange läuft (30 Jahre), dann kündigen.

Lebensversicherungen, Riesterverträge, Rentenversicherungen sind immer eine Wette auf Zeit. Wenn alles zusammenbricht, dann sind die futsch. Man wettet auf das Bestehen des Euros, das Bestehenbleiben der Versicherung, die Kaufkraft usw. Kaufkraft wird ohnehin immer weniger. Wer an den Kollaps des Eurosystems glaubt, kündigt so etwas.

Die perfekte Vermögenssicherung

Friedrich und Weik empfehlen:

  • bis zu 30% Edelmetalle
  • bis zu 10% Diamanten
  • bis zu 30% schuldenfreie Immobilen ohne Grundbucheintrag
  • bis zu 15% Wald, Land, Acker, Wiesen
  • bis zu 15% Aktien: Minen, Rohstoffe, Wasser, Digitalisierung, KI
  • bis zu 15% Exoten: Whisky, Kunst, Oldtimer, Uhren
  • bis zu 5% Bitcoin
  • bis zu 20% Bargeld für die Deflation, danach dann am besten 0% in der Hyperinflation
  • bis zu 2% Fremdwährungen
  • bis zu 3% kurzläufige Staatsanleihen und die sind spekulativ.

Außerdem in Lebensmittel und Tauschartikel investieren. Zum Prepper muss man dabei jedoch nicht werden. Es ist wichtig, zu essen zu haben. Eigene Bank, eigener Supermarkt, eigene Apotheke sein. Mit überschaubaren Betrag kann man sich hier Vorsprung und Freiheit erkaufen.

Dann werden die einzelnen Anlagen noch näher erläutert. Es würde den Rahmen eines Blog-Artikels sprengen, das hier alles wiederzugeben. Auch kann ein Abschnitt in einem Buch meistens nur ein Einstieg in das jeweilige Spezialthema sein.

Erwähnenswert finde ich noch, dass im Abschnitt zu Aktien nicht nur von den Branchen der obigen Aufzählung die Rede ist, sondern von den Autoren empfohlen wird, Aktien solider Unternehmen zu kaufen, die benötigte Dinge herstellen. Ich weiß nicht, ob die Autoren das in der obigen Aufstellung vergessen haben, oder der Vorleser das aus Versehen ausgelassen hat. Also außerdem:

  • bis zu 15% in solide und nachhaltige Unternehmen investieren

Zusätzlich warnen die Autoren im Abschnitt „Investment-No-Gos“ vor

  • Riester, Rürupp, Versicherungen, Bausparverträge und alles, was staatlich ist
  • Spekulation auf Kursentwicklungen
  • Seltene Erden, Technologiemetalle aufgrund giftiger Nebenprodukte
  • Geschlossene Fonds
  • Schrottimmobilien
  • Geschäften am Telefon
  • Pyramidensystemen

und lassen es sich nicht nehmen, unter „Das wichtigste Investment“  noch auf Gesundheit, Bildung, Reisen, Erinnerungen, handwerkliche Fähigkeiten usw. einzugehen.

Meine Anmerkungen zu den Empfehlungen

Im Großen und Ganzen halte ich die beschriebenen Assets zur Vermögenssicherung für vernünftig, egal ob das anfangs beschriebene Szenario so eintritt bzw. ob der Euro im Jahr 2023 oder wann auch immer zusammenbricht oder nicht. Es wird diversifiziert und es wird auf Qualität geachtet. Es geht den Autoren dabei nicht um Wertsteigerung.

Zu beachten ist, dass alle Punkte unter der Aufzählung „Die perfekte Vermögenssicherung“ Bis-zu-Angaben sind. „Bis zu 30% Edelmetalle“ ist auch erfüllt, wenn man gar keine Edelmetalle hat usw. Allerdings sind nicht alle Punkte der obigen Liste für jeden umsetzbar. So sind die Punkte „bis zu 30 % schuldenfreie Immobilien ohne Grundbucheintrag“ und „bis zu 15% Wald, Land, Acker; Wiesen“ erst ab einer bestimmten Vermögenshöhe praktikabel. Wenn man außerdem weder Interesse daran noch die Möglichkeit dazu hat, in Whisky, Kunst, Oldtimer bzw. Uhren zu investieren, kommt man mit den übrigen Bis-zu-Angaben insgesamt noch geradeso auf 100%. Aber Empfehlungen sind immerhin keine Gesetze.

Eine Empfehlung von Marc Friedrich und Matthias Weik habe ich bisher bewusst weggelassen, denn ich war entsetzt über die Formulierung. Sie empfehlen ihre eigene Honorarberatung – OK, das ist legitim – aber sie sprechen den Leser derart an: … weil das nicht nur „Ihr Vermögen sichern kann, sondern auch Ihr Leben“. So etwas halte ich für schlimmer als nur geschmacklos. Mag sein, dass ich die Einzige bin, der das aufgefallen ist, oder dass ich es einfach nur überbewerte.

Ich lasse das mal außen vor, und tue so, als stünde das nicht in dem Buch.

Meine Ergänzung

Ich möchte nun noch eine Ergänzung zu den sonstigen Empfehlungen darstellen und mich danach den anfänglichen Fragen des Mail-Schreibers zuwenden.

Ich persönlich würde Aktien auch unter dem Fokus der Vermögenssicherung höher gewichten als es die Autoren vorschlagen – natürlich breit gestreut – und sehr solide und wertvolle Unternehmen auswählen, die regelmäßig Dividenden zahlen. So ist auch ein gewisses Einkommen (halbwegs) gesichert. Selbst wenn der Euro – oder welche Währung auch immer – zusammenbricht, ist das vernünftig.

Es handelt sich um Produktivkapital. Das sind Sachwerte und dieses Sondervermögen bleibt bestehen, auch wenn die depotführende Bank den Bach runter geht. Mag sein, dass man dann mal ein paar Tage keinen Zugriff auf sein Depot hat. Das sollte jedoch bei Aktien von Qualitätsunternehmen kein Problem sein.

Meiner Meinung nach macht es beim Fokus auf Vermögenssicherung unter der Annahme, dass der Euro in absehbarer Zukunft zusammenbricht, überhaupt keinen Sinn, immer wieder nachzuschauen, was die einzelnen Portfoliobestandteile gemessen in eben diesem „kranken“ Euro wert sind.

Die Fragen vom Anfang

Nun zu den anfangs gestellten Fragen, um den „Kreis zu schließen“.

Auch ich kann natürlich keine Antworten geben, die mit Sicherheit richtig sein werden. Aber ich kann unter der Voraussetzung, dass die Annahmen von Friedrich und Weik über den „Zusammenbruch“ stimmen, logische Schlüsse ziehen und dann noch meine eigenen Ansichten einfließen lassen. Das heißt aber nicht zwingend, dass ich persönlich so handeln werde.

Zur Frage zum Szenario hatte ich ja bereits auf das in der Einleitung des Buches beschriebene Szenario der Autoren verwiesen. Ob es wirklich so kommt, wissen die natürlich auch nicht.

Was ist mit den Ersparnissen zu tun? Sicherlich raus aus der Bank, aber wann ist früh genug?

Die Autoren gehen vom Zusammenbruch des Euros schon im Jahr 2023 aus. Wenn das wirklich so kommt, wird es sicher schon vorher einen Punkt geben, an dem es schwieriger wird, an sein Geld heranzukommen. Zinsen gibt es schon jetzt nicht mehr. Also kann es für Menschen, die an den „Zusammenbruch“ glauben, niemals zu früh sein, d. h. jetzt wäre früh genug.

Dann hat man abgewertete Euros zu Hause. Haben die dann überhaupt noch Kaufkraft?

Sicher nicht. Aber dann ist es auch egal, ob sie auf dem Konto sind oder zu Hause.

Wenn dann schon eine Parallelwährung vorbereitet ist, wie funktioniert das mit dem Umtausch?

Das kann niemand vorher wissen. Ich selbst habe bereits zweimal einen Währungsumtausch erlebt. Das ging immer über das Konto. Wenn es so kommt, wird man das abgehobene Geld wohl wieder einzahlen müssen. Aber wenn man Friedrich und Weik Glauben schenken möchte, ist Einzahlen ja nie ein Problem.

Was ist mit Renten/Pensionen? Werden die noch ausgezahlt werden können, auch dann in neuer Währung?

Das wissen auch die Autoren nicht. Sie gehen davon aus, dass die Auszahlungen dann bedeutend weniger Kaufkraft haben werden.

Wird alles digital, ab wann spätestens? Hat das Vorteile oder Nachteile?

Auch das weiß niemand. Das mit der nächsten Währung, die digital wird, ist eher ein Wunschtraum der Autoren als feststehend.

Ist es sinnvoll, in Edelmetalle zu investieren, um eine neue Währung abzuwarten und dann in diese umzuwechseln? Der Spread bei vielen Goldhändlern ist sehr hoch, das muss man erst einmal hereinholen.

Um Rendite zu erzielen, ist es schon wichtig, auf den Spread zu achten. Wenn es aber um Werterhalt geht, weil eine Hyperinflation eintreten wird, in welcher monatlich um zweistellige Prozentbeträge abgewertet werden wird, ist jeder Handelsspread dagegen lächerlich klein und es macht keinen Sinn, immer wieder den Wechselkurs zwischen Gold und der „sterbenden“ Währung zu betrachten.

Was können Kleinsparer bzw. Pensionisten tun, bevor es zu diesen Szenarien kommt? Wie deute ich die Zeichen einer Krise richtig und was tue ich wie zur richtigen Zeit?

Kleinsparer und Pensionisten haben meines Erachtens nach gar nicht so viele Möglichkeiten. Sie werden die „perfekte Vermögenssicherung“ nach Friedrich und Weik nicht umsetzen können. Auf die staatliche Rente und das, was sie wert ist, hat man überhaupt keinen Einfluss. Vielleicht sollte man dann nicht noch zusätzliche Wetten auf den Erhalt des Euros in Form von Riesterrenten oder sonstigen Versicherungsprodukten abschließen, sondern als Krisengeld lieber einen Teil seiner bescheidenen Ersparnisse anonym und heimlich in ein paar Gold- oder Silbermünzen stecken.

Wenn es möglich ist, kann man auch ein gut gestreutes Depot aus Aktien solider Unternehmen, die relativ verlässlich Dividenden zahlen, aufbauen und es in Ruhe lassen, ohne dauernd die Kurse zu überprüfen. Das ist immer eine gute Lösung, nicht nur im Fall einer drohenden Krise.

Die günstigsten Konditionen beim Aktienhandel bietet derzeit Trade Republic. So ist es schon mit relativ kleinen Beträgen möglich, das Risiko zu streuen. (Anzeige*)

Letzteres ist meine persönliche Meinung. Die richtige Zeit, sich darum zu kümmern, ist gleich. Gut überlegt und nicht überstürzt, aber es nicht auf die lange Bank schieben. Dann braucht man nicht über Krisenanzeichen und dazu passenden Zeitpunkt nachzudenken. Ein „Entscheidungssystem“ derart „Wenn XY passiert, dann ist das ein Anzeichen, wenn dann Z eintritt, ist es Zeit zum Handeln“,  gibt es sowieso nicht.

Sind Edelmetalldepots, die es überall auf der Welt gibt, wie z. B. über goldvorsorge.at bzw. silbervorsorge.de oder Philoro, eine Lösung? Kommt man da überhaupt bei Bedarf heran? Wie sicher sind deren Hochsicherheitslager wirklich? Oder ist es doch besser, Gold und Silber zu Hause aufzubewahren?

Die Autoren verweisen in ihrem Buch auf mögliches Goldverbot. Unter diesem Gesichtspunkt ist es überhaupt keine gute Idee, unter Mitwissen eines anderen, irgendwo Gold zu lagern. Allerdings kann es zu Hause leicht geklaut werden. Wenn man ein sehr, sehr großes Vermögen hat, so dass ein Teilverlust, z. B. in solch einem Goldlager oder zu Hause, nicht so eine große Rolle spielt, geht es wohl kaum anders. 100%ige Sicherheit gibt es sowieso nicht. Etwas anderes als über mehrere Einlagerungsorte zu streuen, fällt mir dazu auch nicht ein.

Fazit

Jedes Investment und auch jede Art der Vermögenssicherung birgt ein Risiko. Deshalb ist es immer sinnvoll, so breit es geht zu streuen. Egal ob man nun an „Den größten Crash aller Zeiten“ glaubt oder nicht.

Für mich sieht es bei dem Buch von Marc Friedrich und Matthias Weik so aus, dass es sich vor allem um ein auf Angst basierendes Marketing-Instrument für ihre Vermögensberatung handelt. Trotzdem würde ich es nicht als totale Spinnerei abtun. Sie zeigen mögliche Szenarien.

Ich überlege mir zu jedem: Kann ich es beeinflussen oder kann ich darauf reagieren? Wenn auf beides die Antwort negativ ausfällt, ist das für mich einfach irrelevant. So empfinde ich bereits sehr viele Überschriften aus dem Inhaltsverzeichnis als irrelevant.

Meiner Meinung nach wäre dieses Buch inhaltlich mit knapp über 100 Seiten ausgekommen, von denen die meisten aus dem Kapitel „13. Lösungen“ stammen würden.

Friedrich & Weik Sachwertefonds?

Seit 2016 gibt es den Friedrich & Weik Wertefonds. Eine schlaue Sache aus Sicht der Betreiber, denn sie sagen selbst, dass der Fonds dem Werterhalt des Vermögens dient und nicht dem Erzielen von Rendite. So brauchen sie sich mit keiner anderen Geldanlage zu messen. Da frage ich mich schon, wie sie dann die 3% Ausgabeaufschlag rechtfertigen, wo sie doch jährlich stolze 1,81% Gebühren kassieren. Nunja.

Disclaimer

Dieser Artikel stellt nur meine persönliche Meinung dar und ist keine Anlageberatung.

Mit * gekennzeichnete Links sind Affiliate-Links. Für Käufe oder Abschlüsse darüber erhalte ich eine kleine Provision.

3 Antworten auf „Kommt „der größte Crash aller Zeiten“ wirklich? Und wenn ja, was tun?“

Auch von mir ein dickes Dankeschön für die ausführliche Buchbesprechung und Bewertung. Max Otte wartet seit über 10 Jahren auf den Megacrash, zuletzt in älteren youtubevideos für 2019 vorhergesagt. Jetzt nennt er meines Wissens keine Termine mehr. Dr. M. Krall hatte für das 3. Quartal 2020 den Beginn des Megacrashs vorhergesagt und irgendwo rappelt es immer, aber sehen wird gerade jetzt den Crash starten?
Wenn ich immer vom fetten Cash rede, werde ich irgendwann mal Recht haben. Aber bis dahin kann das viel Geld kosten wie beispielsweise bei den Investoren, die im Dirk Müller Fonds ihr Geld anlegen.

Liken

Ja, ich musste mich sehr zwingen, bei diesem Artikel halbwegs sachlich zu bleiben.
Einige Empfehlungen sind ja ganz in Ordnung, aber das sind eher die, die immer passen, wie z. B. zu streuen usw.
Letzten Endes geht es diesen Typen doch nur darum, ihre Finanzdienstleistungen und -produkte zu verkaufen. Da muss es unbedingt ein Superlativ im Buchtitel sein.
Ich halte diese übertriebene Angstmacherei für unmoralisch.

Liken

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