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Geldanlage

Immobilien-Crowdinvesting gegen ETF-Sparplan: Den BERGFÜRST-Handelsplatz getestet – meine Erfahrungen

Dieses Experiment ist eine Art Duell zwischen zwei Investmentformen, deren Gemeinsamkeit darin besteht, dass sie mit Immobilien zu tun haben. Auf der einen Seite stecke ich Geld in Projekte der Immobilien-Crowdinvesting-Plattform BERGFÜRST, auf der anderen Seite investiere ich regelmäßig über einen Sparplan in einen auf Immobilien-Aktien spezialisierten ETF, und zwar den iShares Developed Markets Property Yield UCITS ETF (WKN: A0LEW8). Monatlich werfe ich je 30 EUR in diese beiden Töpfe.

Gestartet hatte ich im Oktober letzten Jahres, also läuft dieses Spiel inzwischen schon elf Monate. Ich hatte mich mit dem Thema Crowdinvesting in Immobilienprojekte beschäftigt und einige verschiedene Plattformen verglichen. Ich war und bin skeptisch, was das Chancen-Risiko-Verhältnis dieser Form des Investierens angeht. In diesem Artikel hatte ich das Thema sehr ausführlich behandelt:

Immobilien-Crowdinvesting und unübliche Alternativen dazu

Für mein Experiment kam BERGFÜRST in Frage, weil das der einziger Anbieter ist, der – zumindest seit den letzten Jahren – nicht mehr mit den sonst üblichen Nachrangdarlehen arbeitet und der Investments in einzelne Projekte schon ab jeweils 10 EUR anbietet.

Ich hatte mir angeschaut, wie viele Projekte es übers Jahr hier gibt und war zu dem Schluss gekommen, dass ich in etwa jeden Monat eines zum Investieren finden würde. Allerdings waren es in den letzten elf Monaten weniger, mag sein, dass es an Corona liegt.

Nachdem nun im August wieder die üblichen 30 EUR in den ETF-Sparplan geflossen waren, befanden sich auf der anderen Seite nach wie vor erst neun Projekte im Portfolio, zwei waren also noch offen. Die Projekte bei BERGFÜRST erscheinen zwar unregelmäßig und manchmal auch schnell hintereinander, aber ich vermute, im Herbst und dann im Winter werden es eher weniger sein.

Die BERGFÜRST-Handelsplattform

Also schaute ich mich auf der Handelsplattform nach einer Invetmentmöglichkeit um. Das ist eine Art Sekundärmarkt, auf dem man anderen Investoren Anteile abkaufen kann. Normalerweise kostet das eine Gebühr von 10 EUR, lohnt also für meine kleinen Investments nicht, aber ich hatte noch zwei Freetrades, womit die Gebühren wegfallen. Freetrades bekommt man manchmal innerhalb bestimmter Aktionen.

So fand ich ein passendes Projekt in Rüdersdorf bei Berlin, welches zu 100 % des Nominalwertes auch in kleinen Stückelungen vom Vorbesitzer angeboten wurde. So konnte ich also meine üblichen 30 EUR auf diesem Wege investieren. Hinzu kamen Stückzinsen von 0,28 EUR für die Zeitspanne, die seit der letzten Zinszahlung Ende Juni vergangen war.

Ich löste also den Kauf aus und erhielt anschließend eine Nachricht von BERGFÜRST mit der E-Mail-Adresse des Vorbesitzers. Dieser erhielt gleichzeitig meine E-Mail-Adresse und teilte mir seine Kontonummer zur Überweisung mit. Ich überwies das Geld und wartete. Drei Tage später hatte er dann BERGFÜRST über den Geldeingang benachrichtigt und ich bekam die Anteile in meinen Account eingebucht.

Das hat also prima funktioniert. Die drei Tage Wartezeit fand ich für die Transaktion zwischen Privatleuten in Ordnung. Aber ich fragte mich schon, was würde eigentlich passieren, wenn der Verkäufer gegenüber BERFFÜRST den Geldeingang nicht signalisieren würde, aus welchen Gründen auch immer. Könnte nicht BERGFÜRST eine Art Treuhänderfunktion übernehmen, um solche Querelen auszuschließen? Ich fragte direkt bei BERGFÜRST per E-Mail nach.

Ich schrieb die Mail gestern, also am Freitag – am späten Nachmittag und rechnete nicht mit einer Antwort vor dem Wochenende. So war ich angenehm überrascht, als ich umgehend Antwort erhielt. Darin schrieb mir ein Support-Mitarbeiter, dass sie keine Bank oder Börse seien und deshalb den Handel nicht direkt abwickeln dürften, aber dass sie „die Hand auf den Daten“ hätten und wenn man die Überweisung ihnen gegenüber nachwies, die Anteile übertragen würden, auch wenn der Verkäufer das nicht veranlasste. Gut zu wissen.

Die Projekte-Karte

Den zehnten Punkt konnte ich also in die Nähe von Berlin setzen.

Karte

Die ETF-Sparplan-Seite

Hier wurden im August wieder Anteile für 30 EUR gekauft. Außerdem gab es am 27.08. eine Ausschüttung über 1,58 EUR.

Der aktuelle Stand beider Seiten

Immobilien-Crowdinvesting

Sparraten:330,00 EUR
davon investiert:300,00 EUR
in Anzahl Projekte:10
Restgeld:30,00 EUR
Ausschüttungen:12,02 EUR
Bargeldbestand:42,02 EUR

(10 EUR der Ausschüttungen sind der Neukunden-Bonus. Die 0,28 EUR Stückzinsen beim Kauf über die Handelsplattform habe ich von den Ausschüttungen abgezogen.)

Die Projekte:

  • Galerie Konze Dortmund
  • Koblenz Clemens-Carré
  • Wien Manner-Villa
  • Jena Dornburger Straße
  • Pflegeeinrichtung Boizenburg
  • Fellbach II
  • Leipzig Beckerstraße
  • Mödling
  • Frankfurt – Westend
  • Alte Glockengießerei – Rüdersdorf bei Berlin – NEU
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ETF-Sparplan

Sparraten:330,00 EUR
davon investiert:329,85 EUR
in Anzahl ETF-Anteile:15,385
Restgeld:0,15 EUR
Ausschüttungen:3,60 EUR
Bargeldbestand:3,75 EUR

Der ETF:

  • iShares Developed Markets Property Yield UCITS ETF (WKN: A0LEW8)
(Anzeige)

5 Antworten auf „Immobilien-Crowdinvesting gegen ETF-Sparplan: Den BERGFÜRST-Handelsplatz getestet – meine Erfahrungen“

Cooles Experiment. Wir sind gespannt wie es ausgeht. Obwohl es sicher schwierig wird immer einen ganz genauen Vergleich ziehen zu können. Da auf Bergfuerst ja nicht immer neue Projekte verfürbar sind, in die man direkt investieren kann.

Viele Grüße von den Capital Insidern

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Mal sehen. Wenn die Diskrepanz zu groß wird, könnte ich auch den Betrag erhöhen, den ich jeweils in ein neues BERGFÜRST-Projekt stecke, oder eben, wie ich es schon hier beschrieben habe, mich auch auf dem Zweitmarkt umschauen, sofern ich einen Freetrade habe.

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Ein tolles Projekt. Eine Immobilienplattform mit mehr Liquidität ist sicherlich Estateguru. Hierbei handelt es sich um P2P Kredite, die ausschließlich aus Immobilienprojekten bestehen.
Für 50 Euro kann in ein Projekt investiert werden, die Plattform wirkt sehr seriös. Ein Vergleich mit einem renditeorientierten ETF wäre sicherlich interessant.

Liebe Grüße von Finanznutzen.de

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Kenn ich, will ich aber nicht.
Mehr Liquidität? Naja, sicher mehr Projekte, worunter natürlich auch eine Menge Mist sein kann.
Muss ja jeder selbst entscheiden. Für mich kommt es jedenfalls nicht in Frage.

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Also Immobilien selbst kaufen und verwalten wäre jetzt für mich aus Zeitgründen nichts. Bespare deshalb auch nur ein paar REIT ETFs die ich hier entdeckte: https://etfs24.de/die-besten-reit-etfs/

Ja, die Rendite mag nicht dieselbe sein, aber kostet mich dafür null Zeit und ich habe keine Mieter in der Immobilie die sich beschweren können 🙂

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