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Geldanlage

Experiment Levermann-Depot: Nimm die Kohle und lauf!

Die letzte Bewertung meines Levermann-Depots war am vorigen Freitag, also heute vor einer Woche. Sie ergab, dass ich eine Aktie austauschen musste. Das hatte ich innerhalb dieser Woche getan. Heute zeige ich, wie das Levermann-Depot jetzt aussieht.

Der Austausch

Gehen musste die Dt. KONSUM REIT. Das gab ein kleines Minus (-81,20 EUR).

Dafür habe ich RIO TINTO neu ins Depot aufgenommen.

Depotübersicht vom Freitag, 21.08.2020

Levermann-Depot Übersicht

14.000 EUR wurden insgesamt wieder erreicht. Damit ist das Depot gegenüber seinem Startwert von 12.000 EUR also 2.000 EUR im Plus. Das mag sich zwar ganz nett anhören, doch ist „ganz nett“ die kleine Schwester von „Sch…“.

Die Sache läuft schon seit über viereinhalb Jahren. Zwischendurch stand es schon kurz vor 20.000 EUR. Das ist jedoch lange her.

Das entspannte Benchmark-Depot liegt weiterhin vorne

Das ist ein Depot, in dem einfach am Anfang zwei ETFs gekauft worden wären, ohne das jemals wieder anzufassen. Das stünde jetzt bei knapp 16.900 EUR.

Auf so spektakuläre zwischenzeitliche Höchststände wie das Levermann-Depot kann es zwar nicht zurückblicken, aber darauf ist es ja auch nicht ausgerichtet.

Alles zu diesem Experiment

Die zentrale Seite: Experiment Levermann-Depot

Die letzte ausführliche Auswertung nach viereinhalb Jahren.

Schon jetzt gezogene Lehre

Auch wenn die fünf Jahre Laufzeit, die ich in diesem Spiel anstrebe, noch nicht um sind, manifestiert sich bei mir so langsam eine Lehre daraus:

Wenn du eine (Quant-)Strategie ausprobierst, die (laut „Studien“ oder was auch immer) überragende Rendite verspricht, und sie ist zwischendrin wirklich auf einem überdurchschnittlichen Stand, dann nimm die Kohle und lauf!

Ich werde die fünf Jahre jedoch weiterhin leidenschaftslos vollenden, wie ich es mir vorgenommen hatte. Es sind ja nur noch gut vier Monate mit insgesamt noch 9 Bewertungsrunden.

Will jemand auf den Endstand wetten?

9 Antworten auf „Experiment Levermann-Depot: Nimm die Kohle und lauf!“

Hallo Petra! Besten Dank für das nüchterne und unterhaltsame Ausprobieren der Levermann Strategie. Aus dem Buch hatte ich für mich mitgenommen, die Kennzahl Wachstum in die Investitionsentscheidungen einzubeziehen. Gleichzeitig ist das aber die Kennzahl, die am unzuverlässigsten ist. Gerade bei zyklischen Werten kann das prognostizierte Wachstum heute ganz toll aussehen und schon morgen grottenschlecht. Selbst versuche ich mit der PEG Ratio und den Gedanken von Peter Lynch erfolgreich zu sein. In den Levermann Tabellen waren immer auch Hype Aktien dabei, die mir von den Fundamentaldaten (u.a. Buchwert, Eigenkapital) her nicht gefallen haben. So wie Beate Sander ab und an gut gelaufende Aktien ganz oder teilweise zu verkaufen, halte ich nach vielen Jahren Erfahrung (wie gewonnen so zerronnen) auch für eine gute Idee. Andererseits habe ich den Stein der Weisen auch noch nicht gefunden. Viel Erfolg für Dich!

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Hallo Petra,

schade, dass dein Experiment nun zu Ende ist.

Ich habe es Langezeit intensiv verfolgt und auch schon vor dem Corona Börsencrash gemerkt, dass die Luft ausgeht.
Ich denke der Crash hat nun völlig die Luft rausgenommen.

Es war sehr interessant dein Experiment zu beobachten; vor allem dich dabei zu beobachten.

Du selber hattest des Öfteren die Psychologie eines jeden Investors angesprochen, der eine große Rolle beim Investieren ausmacht und entsprechend bei jedem auch ein anderes Levermann Depot hervorbringt. Und ich glaube das war auch dein Stolperstein beim Experiment.
Mit der Levermann Strategie ist weiterhin eine Outperformance zum DAX bzw. MDAX oder SDAX möglich. Das kann man weiterhin an dem Wikifolio von Stephan Pflug sehen.

Warum war meines Erachtens deine Psychologie ein Stolperstein?
Meiner Meinung nach gibt es nur zwei Entscheidungen die man bei der Levermann Strategie treffen kann, investiere ich in Large Caps oder in Small- / Mid Caps. Mehr Raum gibt es nicht.
Und wenn du das anfänglich entschieden hättest, wäre alles weitere nur noch Disziplin gewesen.
Sicherlich darf man nicht völlig den Kopf ausschalten, aber im Laufe des Experiments hast du gravierende Veränderungen vorgenommen, die sehr großen Einfluss auf deine Performance genommen haben. Die Änderung der KGV Regeln und die Levermann Strategie auf internationale Aktien auszuweiten.
Ob die Änderung der KGV Regeln besser oder schlechter gewesen sind, hätte man nur mit einem zweiten Vergleichsdepot herausfinden können.
Die Aufnahme von US Aktien und Co. hat dir meistens eher eine negative Rendite als eine positive erbracht. Der ein oder andere UK Wert war noch dabei, der ganz gut lief. So zumindest meine Wahrnehmung über die 4,5 Jahre.
Wenn ich mir dein jetziges Portfolio anschaue, dann hast du fast gar keinen deutschen Wert mehr darin. Meiner Meinung nach läuft die Levermann Strategie mit deutschen Werten am besten. Was wiederum auch Staphan Pflug so sieht, der auch nur deutsche Werte im Portfolio hat. Seine Performance liegt bei fast 20% pro Jahr seit 2012. Das muss man erst einmal mit einer ETF Strategie hinbekommen.

Des Weiteren hättest du eine Outperformance zu deinem Benchmark Depot haben können.
Durch die Levermann Strategie und dank der Übersicht von langfristig-gedacht.de hätte in deinem Portfolio die Aktie Cliq Digital sein können. Da hattest du dich gegenentschieden wegen dem Spread. Seit die Levermann Strategie diesen Wert empfohlen hat, hat er sich verfünffacht bis sechsfacht. Damit hättest du deinen Benchmark geschlagen. Und ich denke, wenn du dich hauptsächlich auf deutsche und vielleicht noch den ein oder anderen europäischen Wert konzentriert hättest, hättest du eine sehr gute Outperformance zu deinem Benchmark Depot.

Zu guter Letzt möchte ich sagen, dass du ein unglaublich gutes Tool für die Strategie entwickelt hast. Vielen Dank hierfür!

Ich hätte mir auch für dich einen solchen Erfolg, wie bei Stephan Pflug oder mir mit meinem Portfolio u.a. dank der Levermann Strategie, ebenfalls gewünscht.

Jedoch meine ich beobachtet zu haben, dass du Änderungen brauchst und immer wieder was Neues ausprobieren willst. Das funktioniert mit einer starren und „simplen“ Strategie natürlich nicht.
Solltest du weiterhin dein Levermann Tool pflegen, ich wäre bereit dafür zu Spenden oder ähnliches. Ich würde auch gerne langfristig-gedacht.de mehr für und bei seiner Arbeit unterstützen.

VG

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Hallo Michael,

danke für Deinen ausführlichen Kommentar. Noch ist das Experiment aber nicht zu Ende. Es läuft ganz diszipliniert bis zum Jahresende weiter. Ich schreibe nur nicht mehr alle zwei Wochen darüber.

Ich könnte hier nun auf jeden einzelnen Punkt, den du angesprochen hast, detailliert antworten. Aber das werde ich an dieser Stelle nicht tun, weil es mir um den Aufwand zu schade ist. Ich werde das in einem meiner nächsten Artikel zur Levermann-Strategie machen, sonst geht es unter.

Was mir an deinem Kommentar allerdings besonders auffällt, sind die vielen „hättest du…“. Dazu von mri ein Spruch, den ich hier sehr passend finde:

Hinterher hat man immer alles vorher gewusst.

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Hallo Petra,

da hast du vollkommen Recht. Das ist mir auch beim Schreiben aufgefallen. Hätte, hätte, Fahrradkette.

Ich wusste nicht, wie ich sonst die mögliche Outperformance von Stephan Pflug und mir beschreiben hätte 🙂 können, außer dass ich alles auf die Fahrradkette zurückführe.

Deinem tollen Tool Trauer ich jetzt schon hinterher. Es war/ist eine unglaubliche Arbeitserleichterung. Gemeinsam mit der meist wöchentlichen Auswertung von langfristig-gedacht.de wurde aus einem halben Sonntag gerade einmal ein 30 Minuten Aufwand.

Ich bin weiterhin stark von der Strategie beeindruckt, bei 20% Jahresperformance die man Transparent beim Wikifolio von Stephan Pflug nachsehen kann, befindet man sich auf Warren Buffet Niveau (auch wenn mich der Vergleich meistens nervt).
Jedoch wäre dein Depotstand nun bei ca. 25.000,00 EUR und das wären 50% outperformed. Jedoch wieder Fahrradkette.

Mein Fazit wäre: Small / Mid Caps Germany und Large Cap Germany Benchmark Depot vs. Levermann Strategie Small / Mid Caps Germany und Large Cap Depot. Ich würde behaupten, die Levermann Strategie gewinnt.
Vielleicht könnte man noch ein drittes Depot mit 20-30% möglichen EU Aktien Positionen aufbauen, aber das würde meiner Meinung nach den Rahmen schon sprengen.

VG

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ja, das mag ja alles richtig sein, aber wie gesagt: Ich spare mir meine Darstellung dazu für einen Blog-Artikel auf, hier würden sie einfach im Nirwana der Kommentare verschwinden. Das fände ich zu schade. Lass Dich überraschen!

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Auch wenn die 5 Jahre noch nicht um sind, vorab schon (bzw nochmal) vielen Dank für die Beiträge, das Tool, und generell das detailliert und transparent geführte Experiment.

Ich war zuletzt von der Performance im Vergleich zu meinem Buy&Hold Depot (mit großem Tec Anteil) auch relativ enttäuscht.
Corona war wirklich ein Schlag für die Strategie, weil man viel mit Verlust verkaufen musste und die Signale im „Aufwärts“ scheinbar besser funktionieren als im „Abwärts“.

Zudem kommt auch immer etwas Glück mit der Aktienauswahl dazu, wenn man nur 10-15 Werte hat. Ein guter Einzelwert kann da schon viel retten. Ich hatte zB vor ein paar Monaten mit Cliq Digital einen tollen Levermann-Kauf gemacht.

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Ja, stimmt. Da hatte ich auf den Spread geschaut und so etwas um die 5% gesehen. Deshalb hatte ich mich dagegen entschieden. Es gab dann später noch andere Gelegenheiten, bei denen der Spread etwas kleiner war, aber da war mein Depot schon wieder voll. Was soll’s. Ist eben so. Ich bin deswegen nicht traurig oder neidisch, sondern gönne es allen, die den Mut hatten, die Aktie zu kaufen.

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