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Geldanlage

Challenge: Investieren aus dem Nichts

Content.de Meets Consorsbank

Wo wir momentan fast alle zu Hause sitzen, ist das Thema „Online Geld verdienen“ so aktuell wie nie zuvor. Eine Idee, die dabei oft aufkommt, besteht z. B. darin, über Textplattformen wie content.de Aufträge für kleine Artikel o.ä. abzuarbeiten. Ich habe das ausprobiert, aber nicht erst jetzt, sondern schon vor einigen Jahren.

Ich nehme es gleich vorweg, dass es kaum jemand (auch ich nicht) schafft, dadurch ein lohnendes Einkommen zu generieren. Ich habe aber eine Idee, solche Textplattform und vielleicht später auch andere Mini-Einkommensquellen für eine Challenge zu verwenden. Ich nenne sie: „Investieren aus dem Nichts“ und möchte damit der Ausrede: „Zum Investieren habe ich kein Geld übrig“ entgegenwirken. Ich möchte am praktischen Beispiel zeigen, wie man das Investieren lernen und ausprobieren kann, ohne erst sehr viel ansparen zu müssen.

Vor einiger Zeit hatte ich über kleine Investments geschrieben: Sinnvolle Aktieninvestments mit sehr kleinen Beträgen? Diese 3 Tipps machen es möglich.

Heute beschreibe ich eine Möglichkeit, woher man diese „kleinen Beträge“ bekommt, und zwar z. B. durch Texte schreiben über content.de, und starte meinen Praxistest.

Meine Erfahrungen mit content.de

Zunächst meine „content.de-Vorgeschichte“. Wie schon gesagt, hatte ich mich vor Jahren dort angemeldet, um zu sehen, wie das läuft und ob sich das lohnt.

Ich schreibe gerne, also kann das nicht so schwer sein, dachte ich mir damals. Je nach meiner Einstufung aufgrund eines Probetextes würde ich einen bestimmten Cent-Betrag pro Wort erhalten. Die Einstufung umfasst von zwei bis zu fünf Sternen. Naja, für drei Sterne würde es wohl reichen, und das bedeutete einen Cent pro Wort. Das wären 10 EUR für 1.000 Worte und die sollte ich wohl locker in einer Stunde schaffen. Das war damals meine naive Vorstellung dazu.

Also meldete ich mich an, reichte den verlangten Probetext ein und wurde sogar auf vier Sterne eingestuft. So super ist das nicht, denn immerhin gibt es noch 4+ und 4++, und dann erst kommen 5 Sterne. Trotzdem freute ich mich, denn es war besser als erwartet.

So hatte ich endlich Zugang zu den Aufträgen, doch das war ernüchternd: Die meisten waren Texte für Online-Shops: Produktbeschreibungen und Kategorietexte, die ohnehin kaum jemand liest. Oftmals sollten bestimmte Wörter oder Phrasen, die schon an sich ziemlich ungelenk wirkten, x-mal untergebracht werden – als Futter für Google. Was hatte ich eigentlich erwartet?

Jedenfalls klang es nicht nach Spaß, aber so schnell gebe ich nicht auf. Also probierte ich es aus. Ich fand sogar Texte zu interessanten Themen, meistens für Blogs, wo man bloggen lässt anstatt es selbst zu tun. Aber 1.000 Wörter pro Stunde? Pustekuchen! Meistens umfassten die Aufträge nur 300 bis 500 Wörter und dazu musste ich mir längere Vorgaben durchlesen, mich in ein Thema einarbeiten, eine bestimmte Struktur einhalten und oftmals vorgegebene Keywords hineinpuzzeln.

Dazu kommt meine Gründlichkeit<. Meinen Text noch einmal durchgelesen und etwas umformuliert, dann noch mal und wieder die eine oder andere Stelle verbessert und wieder und wieder – gefangen in einer Perfektionismus-Schleife – und am Ende dann doch einen dummen Flüchtigkeitsfehler übersehen.

Wenn ich solch einen Auftrag in einer bis anderthalb Stunden geschafft hatte, war ich gut. So etwas lohnte aber nicht – zumindest nicht monetär. Es heißt dann zwar, dass die „Open Orders“ – das sind die Aufträge, die jeder aus dem Pool übernehmen kann – vor allem zur Gewinnung von Stammkunden dienen, von denen man dann besser bezahlte „Direct Orders“ bekommt. Aber das klappt nicht so schnell. Die meisten Auftraggeber stellen immer wieder Open Orders ein, solange sich immer jemanden finden, der diese gut erledigt. Das kann ich verstehen.

Ich habe zwar auch einige besser bezahlte Direct Orders bekommen, aber auch das ist mühsam verdientes Geld. Denn Schreiben nach Vorgabe ist doch etwas ganz anderes als für mich selbst. In meinen eigenen Texten wechsele ich manchmal einfach die Richtung und schreibe über ein komplett anderes Thema als ich es ursprünglich wollte. Oft stoße ich meine anfangs entworfene Struktur einfach um, weil mir eine bessere eingefallen ist. Das darf ich bei einem Auftrag mit Vorgaben natürlich nicht.

Mein Erfahrungsbericht deckt sich mit einigen anderen, die ich im Internet zum Thema Schreiben über Textplattformen gefunden habe. Ich will mich aber nicht beschweren, dann schließlich hat mich niemand dazu gezwungen. Mag sein, dass es an meinen Fähigkeiten – oder besser gesagt Mangel daran – liegt, dass nicht viel dabei herumkommt. Dann ist es so, was soll’s.

Aber ich wäre nicht ich, wenn ich dem nicht trotzdem etwas Gutes abgewinnen könnte: Durch fast jeden Text, den ich geschrieben habe, habe ich etwas gelernt.  

Auf jeden Fall habe ich meine Schreibfähigkeit trainiert, was meinem eigenen Blog hoffentlich zugutekommt.

Ich habe einiges über Spezialthemen, wie z.B. bestimmte Dachformen, Heizungsarten, Kaffeeautomaten und medizinische Belange erfahren, womit ich mich sonst nicht beschäftigt hätte. Man weiß ja nie, wo man so etwas gebrauchen kann. 😉

Ich habe aber auch einen Einblick bekommen, wie manche Webportale ihre Leser betrügen. Sie geben vor, unabhängige Tests von meistens teuren digitalen Produkten, wie z.B. Videokursen aus dem Themenbereich „Online Marketing“, durchzuführen und dann nur die wirklich guten Produkte vorzustellen. Natürlich platzieren sie Affiliate-Links in den Beschreibungen, so dass sie an jedem Verkauf dieses Produktes mitverdienen. Dagegen ist an sich nichts zu sagen, sofern alles mit rechten Dingen zugeht.

In Wirklichkeit testen sie jedoch gar nichts, sondern erstellen einfach einen Auftrag bei content.de für eine positive Review, die einfach nur glaubwürdig klingen soll, und geben dazu einen Haufen Keywords vor, damit die Seite dann über Google gefunden und das Produkt von einigen gekauft wird, egal ob es wirklich etwas taugt oder nicht.

Ich will hier nicht alle Portale über einen Kamm scheren und ich finde es auch OK, für die Empfehlung wirklich guter Sachen Provision zu kassieren, aber es sollte ehrlich ablaufen.  

So viel also zu content.de und den Aufträgen, die es darüber gibt. Und damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Das mit den gefakten Reviews ist die Ausnahme. Aber so etwas fällt mir natürlich auf.

Die Challenge

Nun zu meiner Challenge-Idee. Mein content.de-Account ist gerade auf null. Ich werde ab jetzt ab und zu mal einen kleinen Auftragstext schreiben. Dazu schaue ich ganz kurz, ob es etwas gibt, das ich mit möglichst wenig Aufwand bewältigen kann. Am besten sind natürlich Aufträge, für die ich kaum recherchieren muss und die nicht so strenge Vorgaben haben, möglichst auch noch ohne oder mit nur wenigen Keywords. Wenn es keinen passenden Auftrag gibt, ist es egal, wenn doch, übernehme ich und schreibe dazu irgendwann innerhalb der vorgegebenen Zeit. Das mache ich jeweils so lange, bis mindestens 25 EUR zusammengekommen sind. Die investiere ich dann über einen Aktien-Sparplan. Dann ist Pause, bis die nächsten 25 EUR bereitstehen.

Dazu verwende ich ein Depot bei der Consorsbank und fange damit ebenfalls bei null an. Warum Consorsbank? Ich möchte Sparpläne auf Einzelaktien anlegen und dafür finde ich die Consorsbank aufgrund der großen Auswahl sparplanfähiger Aktien als sehr gut geeignet.


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Die ersten Text-Aufträge innerhalb meiner Challenge

Ich habe bei content.de die ersten zwei Aufträge für diese Challenge übernommen. Die sind zwar nur als 3-Sterne-Aufträge eingestuft, aber ich werde sie ganz schnell herunterschreiben können. Es geht dabei um persönliche Erfahrungen mit Finanzdienstleistern. Der Auftraggeber hat viele solcher Aufträge zu verschiedenen Banken usw. eingestellt und als Bedingung dazugeschrieben, dass man nur echte Erfahrungen schildern soll. Ich habe zwei darunter gefunden, zu denen ich wirklich etwas beitragen kann. Ich darf meinen Text aufbauen, wie ich möchte und muss auch keine Liste von Keywords unterbringen. Leider sind die Aufträge auf jeweils 250 Wörter begrenzt, also werden maximal 2,50 EUR pro Auftrag bezahlt.

Mein Ziel ist es, beide innerhalb einer halben Stunde abzuarbeiten. Das werde ich jetzt angehen und die Zeit stoppen. Ich sehe das Ganze als Sport.


Bist du an content.de interessiert, aber auf der anderen Seite, d. h. du möchtest Testaufträge vergeben anstatt abzuarbeiten, dann klick dorthin bitte über das Banner. Ja, ich bekomme dafür ein paar Cent Provision, die ich dann auch in dieser Challenge verwenden werde.

content.de

So, ich habe beide Aufträge abgearbeitet. Das war wirklich einfach, aber dennoch habe ich gut 50 Minuten gebraucht. Ich kann einfach nicht anders, ich muss es mir noch einmal durchlesen und ändern. Aber immerhin habe ich nur einmal Korrektur gelesen. Schließlich sind es nur 3-Sterne-Aufträge. Ich glaube, da erwartet der Auftraggeber ohnehin ein paar Fehler. Außerdem dürfen echte Rezensionen Fehlerchen haben.

Ich habe nach dem Abschicken der beiden Texte noch kurz nach weiteren geeigneten Aufträgen geschaut, aber nichts Passendes gefunden. Entweder extreme Keyword-Puzzles, doofe Produktbeschreibungen für Online-Shops oder Themen, für die ich mich nicht interessiere, weshalb ich keine Lust habe, mich einzuarbeiten.

Ist nicht schlimm, denn ich habe keine Vorgabe, wie viel ich schaffen muss. Wenn irgendwann 25 EUR zusammengekommen sind, lasse ich auszahlen, transferiere das Geld zur Consorsbank und erstelle den ersten Sparplan, den ich nach der ersten Ausführung einfach pausieren werde. Für die nächsten 25 EUR erstelle ich einen neuen Sparplan in eine andere Aktie usw. Mein Ziel ist es, auf die oben beschriebene Art 25 EUR monatlich zusammenzubekommen und zu investieren. Mal sehen, ob mir das über die nächsten drei Monate gelingt.

Mit content.de habe ich dieses Spiel nun angefangen. Natürlich kann ich mir nebenbei weitere Möglichkeiten suchen. So probiere ich verschiedene Dinge aus und erweitere meinen Horizont, ohne mich dabei unter Druck zu setzen. Bin gespannt, wie schnell ich dadurch solch ein Mini-Investment aufbauen kann.

Wie werde ich die Aktien auswählen?

Ich benutze den Aktienfinder. Allerdings so, wie ihn jemand benutzen würde, der mit dem Investieren von ganz kleinen Beträgen beginnt: als Gast. So kann ich immerhin 40 der inzwischen schon 1.000 dort eingepflegten Aktien mit allen interessanten Kennzahlen schön grafisch aufbereitet sehen.

Welche Aktie ich mir für das erste Mini-Investment in diesem Spiel aussuche, entscheide ich, wenn es soweit ist. Ich denke noch darüber nach, ob ich Aktien, die ich in meinem Hauptdepot habe, von diesem Spiel ausschließe. Es sollte trotzdem gut funktionieren, denn es bleiben noch etliche gute Möglichkeiten übrig.

Für das erste Mini-Investment werde ich ein Unternehmen aussuchen, das sehr bekannt ist, solide wirtschaftet und deshalb wahrscheinlich noch sehr, sehr lange existieren wird. Die erste Aktie wird wohl eine der folgenden sein:

  • Coca-Cola
  • Colgate-Palmolive
  • Hormel Foods
  • Johnson & Johnson
  • Kimberly Clark
  • PepsiCo
  • Procter & Gamble
  • Walmart

Weiterhin würden aus der Liste der 40 öffentlich zugänglichen Aktien aus dem Aktienfinder 3M und Altria in Frage kommen, allerdings habe ich die beiden bereits in größeren Positionen in meinem Haupt-Depot.

Bin gespannt, wie es läuft und welche weiteren Quellen für kleine Einkünfte ich noch finden und als geeignet erachten werde. Vielleicht schaue ich mir demnächst mal Online-Umfragen an und überlege eine Möglichkeit, so etwas schnell abzuarbeiten.

Irgendwie ist das wie eine digitale Schatzsuche, oder vielleicht eher ein digitales Pfandflaschen-Sammeln. 😉


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Möchtest du auch mit kleinen Investments beginnen, aber nicht mit ganz so kleinen wie ich in dieser Challenge, dann schau dir mal Trade-Republic an – den ersten mobilen Broker, bei dem Aktien gebührenfrei geordert werden können:


10 Antworten auf „Challenge: Investieren aus dem Nichts“

Hallo Petra,ist mal wieder eine gute Idee von Dir! Wie wäre es denn, wenn man statt zu Texten z.b. etwas aufräumt oder entrümpelt. Da kann man sicherlich im Monat auch mal n paar Euro über Kleinanzeigen für den Sparplan erlösen. Auch ein kaum genutztes Auto über entsprechende Plattformen zu verleihen wäre eine Möglichkeit. Die Frage mit welchem zeitlichen Rahmen man hier am ehesten an die anvisierten 25€ kommt, kann sich jeder selbst beantworten.
Viele Grüße, Rico

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Hallo Rico, danke für Deine Ideen zum Thema. Für mich persönlich passen sie zwar nicht, aber vielleicht für so manch anderen, der sich angeregt fühlt, auch so eine Challenge zu versuchen. Ich sammle aber weitere Ideen.

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Hallo Petra!
Ich überlege hin und wieder Aufträge für Streetspotr zu erledigen. Kennst Du die App? Klingt nach leicht verdientem Geld, ist es wahrscheinlich nicht.
Hast Du oder einer Deiner Leser Erfahrungen damit gemacht?
Vielen Dank für Deinen schönen Blog!
Robert

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Hallo Robert, ich kenne die App nicht aus eigener Erfahrung, aber weiß, worum es sich handelt. Das könnte momentan etwas schwierig werden, wenn die meisten Läden geschlossen sind. Ehrlich gesagt, wäre das auch nichts für mich, aber das heißt ja nichts. Ich sammle weitere Vorschläge und überlege mir weitere Möglichkeiten. Das Spiel wird zu einer Artikel-Serie, da werde ich noch so einige Ideen unterbringen können, auch wenn ich sie selbst nicht alle umsetze.

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Hallo Petra,

ich schreibe auf der Plattform textbroker.de. Auch ich nehme das dort verdiente Geld und investiere es. Ich bin gespannt wie es sich bei dir entwickelt.

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Hallo Petra,

ich mache das meistens am Wochenende. Etwa 3-4 Texte, aber ich brauche auch für kürzere Texte (ca. 250 Wörter) auch in etwa 20 Minuten und ich schreibe nur noch Texte die mich selber interessieren und schnell bearbeitet werden können. Ich habe allerdings das Glück in einem Team zu sein, wo immer 150 Direct Orders vorhanden sind und nur kurze Texte erledigt werden sollen. Das geht relativ schnell.

Wenn ich viel erledige, dann komme ich auf ca. 25€ bis 35€ pro Monat.

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