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Passives oder aktives Investieren? Dividendenstrategie oder besser nicht? (Mit Audio)

Der eine sagt so, der andere schwört auf das genaue Gegenteil. Wer sich auf der Suche nach einer geeigneten Anlagestrategie umfassend informiert, steht irgendwann vor einem ähnlichen Problem wie der Hodscha Nasreddin in einer legendären Geschichte.

Vor langer Zeit kamen zwei verstrittene Nachbarn zu Hodscha Nasreddin, dem Weisen aus dem Morgenland, damit er ein Urteil in ihrem Streit fälle. Der erste trat vor den Hodscha und legte ihm die Situation aus seiner Sicht dar. „Du hast Recht“, sagte Nasreddin. Dann war der andere Nachbar an der Reihe. Als auch jener seine Argumente vorgebracht hatte, sagte der Weise ebenfalls „Du hast Recht.“ Hodscha Nasreddins Frau, die alles mitbekommen hatte, sagte daraufhin zu ihrem Mann: „Du kannst nicht beiden gleichzeitig Recht geben.“ Da entgegnete der Hodscha: „Ja, du hast Recht.“

Da streiten sich die Anhänger des passiven Investierens mittels Aktien-ETFs mit Anhängern des aktiven Investierens mittels Einzelaktien. Dann streiten sich wiederum Anhänger einer Dividendenstrategie mit Investoren, die so etwas ablehnen. Jede Seite hat ihre Argumente für die eigenen und gegen die Ansichten der anderen. Alle diese Argumente sind plausibel und verdienen ein „Du hast Recht“ von irgendjemandem. Doch kann niemand allen gleichzeitig Recht geben und allen Ideen gleichzeitig folgen. Aber wer sagt denn, dass jeder nur genau einer Idee nachgehen darf?

Inhalt

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Passives oder aktives Investieren?

Die Möglichkeiten der Geldanlage, wie es sie heute gibt, haben sich erst nach und nach entwickelt. So mag die Idee des Indexing schon immer theoretisch die zu bevorzugende Variante gewesen sein, nur waren die Möglichkeiten zur praktischen Umsetzung nicht zu jeder Zeit gleich gut. ETFs (Exchange Traded Funds) gibt es in Deutschland erst seit knapp 20 Jahren, und am Anfang waren es nur sehr wenige. Einige ETFs wurden aufgelöst, so dass man sich dann Ersatz suchen musste.

Manchmal gibt es später aber auch einen besseren ETF als den, den man schon hat, vielleicht auch irgendwann in der Zukunft eine ganz neue Art passives Anlageprodukt, so dass es sinnvoll ist, sein Investment auszutauschen. (Siehe auch meine Artikel: ETF-Auflösung in der Krise? Wenn ja, was tun? und Woran fast niemand denkt: Die Langfrist-Illusion von ETF-Sparplänen.)

Schauen wir uns andererseits das Investieren in Einzelaktien an. Auch hier haben sich die Möglichkeiten über die Jahre weiterentwickelt. Damit meine ich die vielen relativ günstigen Online Broker und seit kurzem die ersten fast kostenlosen Anbieter.

Außerdem hat man inzwischen über das Internet nicht nur leichten Zugang zu den einzelnen Jahresabschlüssen der Unternehmen, sondern bekommt diese Daten in diversen Finanzportalen übersichtlich dargestellt. Mein Lieblingsportal für die Aktienauswahl ist der Aktienfinder von Torsten Tiedt, denn dieser enthält sämtliche Fundamentaldaten und Bewertungskennzahlen, die man zur Auswahl langfristiger Aktieninvestments heranziehen sollte. Das Ganze ist grafisch so gut aufbereitet, dass es sich mit einem Blick erfassen lässt.

So hat sich auch das aktive Investieren, vor allem die Art und Weise der Aktienauswahl, über die letzten Jahre verändert. Ein großes und gut gestreutes Depot aus Einzelaktien von soliden Unternehmen, die man über Jahre hält, ist doch auch fast schon passives Investieren.

Wenn wir es genau nehmen, dann sind die meisten passiven Strategien nicht zu 100 % passiv und die meisten aktiven Strategien auch nicht zu 100 % aktiv. Wozu also streiten?

Dividenden oder Wachstum?

Über Dividenden werden die Aktionäre an den Gewinnen der Unternehmen beteiligt. Das ist die eigentliche Idee hinter den Dividendenzahlungen und so etwas ist doch gut. Was sind die Kritikpunkte daran?

Die Dividendenrendite ist nur ein Teil der Aktienrendite. Die Aktienrendite setzt sich zusammen aus Kursgewinn und Dividendenrendite. Da die Dividende vom Kurs abgezogen wird, ist das „linke Tasche – rechte Tasche“.

Besonders schädlich ist es, wenn die Dividende den Gewinn übersteigt. In dem Fall wird sie aus der Substanz des Unternehmens gezahlt. Wenn das dauerhaft passiert, sinkt der Wert des Unternehmens und damit auch auf lange Sicht der Aktienkurs, und zwar um viel mehr als die Dividendenzahlungen. Die gesamte Aktienrendite wird damit negativ, also ein Verlust.

Auch wenn die Dividende aus dem Gewinn und nicht aus der Substanz gezahlt wird, fehlt dieses Geld möglicherweise für wichtige Investitionen und hemmt somit das Wachstum des Geschäfts, was sich wiederum negativ auf die Gesamtrendite auswirkt.

Das sind alles berechtigte Argumente, sofern man unter Dividendenstrategie versteht, bei der Aktienauswahl ausschließlich auf eine möglichst hohe Dividendenrendite zu achten. Die Dividendenrendite wird berechnet, indem man den innerhalb eines Jahres pro Aktie ausgeschütteten Betrag durch den Aktienkurs teilt. Hohe Dividendenrenditen kommen oftmals durch fallende Aktienkurse zustande, und langfristig fallende Kurse bei einzelnen Aktien haben meistens einen guten Grund, z.B. operative Verluste.

Wenn eine Aktie heute 100 EUR kostet und eine Dividende von 4 EUR im Jahr ausschüttet, ist das eine Dividendenrendite von 4 %. Wenn der Kurs sich nun halbiert, also auf 50 EUR fällt und weiterhin eine Dividende von 4 EUR pro Aktie gezahlt wird, liegt die Dividendenrendite bei sagenhaften 8 %. Hohe Dividendenrenditen für sich allein betrachtet führen meistens zu mehr schlechten als guten Investments.

Wenn man neben der Dividendenrendite jedoch darauf achtet, dass das Unternehmen über lange Zeit die Gewinne steigert, einen nicht zu großen Teil des Gewinns ausschüttet und auch diese Ausschüttungen jeweils passend zum Gewinnwachstum anhebt, ist das eine sehr gute Lösung.

Warum soll denn nicht beides gleichzeitig funktionieren: sowohl Dividendenzahlungen als auch Wachstum? Ein Effekt von Unternehmen mit einer sehr strengen Dividendenpolitik besteht darin, dass die Manager besonders diszipliniert und kostenbewusst sein müssen. So etwas wirkt sich eher positiv auf das ganze Unternehmen und damit auch auf die Aktie aus.

Dividendenzahlungen sind besonders bei bereits sehr großen Unternehmen sinnvoll, die nicht mehr überproportional wachsen. Dann ist es besser, das Geld den Aktionären zu geben als es brachliegen zu lassen.

Ein weiteres Argument für Dividenden besteht darin, dass sie ein passives Einkommen darstellen. Wenn man ein breit gestreutes Depot aus guten Dividendenaktien hat, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten ausschütten, lässt sich so nach und nach eine Art Zweitgehalt oder Zusatzrente für später aufbauen.

Nun könnte man auch wieder mit dem Linke-Tasche-rechte-Tasche-Argument kommen und sagen, dass man stattdessen einfach Anteile verkaufen könnte. Aber das geht eben nicht genauso gut, Zum einen können nur ganze Stückzahlen verkauft werden und das kostet Transaktionsgebühren. Zum anderen schwanken Kurse in der Regel viel stärker als Dividendenzahlungen, und wenn man zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkauft, reduziert man sein Kapital zu sehr und beschneidet damit sein künftiges Zusatzeinkommen.

Die steuerliche Sicht

Steuern sind immer wieder ein beliebtes Argument, warum die eine Vorgehensweise besser sein soll als die andere: Lieber keine Ausschüttungen, denn darauf zahlt man dann gleich die Kapitalertragsteuer und andernfalls fällt sie erst später an. So kann das Geld bis dahin aufgrund des Zinseszinseffektes besser arbeiten. Manchmal werden dazu noch schöne Hochrechnungen oder als Kurven dargestellte Wertentwicklungen gezeigt. Das ist alles nicht schlecht, aber die Wirklichkeit kann doch anders aussehen.

So werden in diesen Hochrechnungen durchgehend die heutigen steuerlichen Rahmenbedingungen angesetzt. Steuerliche Regelungen bei der Kapitalanlage haben sich aber im Laufe der Jahre schon öfter geändert und es wird immer wieder Änderungen geben. In den meisten Fällen wird es dadurch nicht besser, sondern schlechter. So kann es durchaus passieren, dass die jahrelange Steuerstundung z.B. bei thesaurierenden ETFs, über die wir uns heute so freuen, später kaum noch Vorteil bietet.

Wie am besten anfangen?

So, wie du es als richtig empfindest und es dir durchzuhalten zutraust. Ein absolutes Richtig oder Falsch gibt es sowieso nicht, sondern nur ganz viele Meinungen. Zu jedem Aspekt lassen sich sowohl Argumente dafür als auch dagegen finden. Ich habe hier nur einen kleinen Ausschnitt wiedergegeben. Darüber hinaus gibt es jede Menge wissenschaftliche Studien. Aber was nutzt der tollste Beweis darüber, was die beste Strategie ist, wenn sie einfach nicht zum Investor passt?

Was die beste Strategie für dich persönlich ist, erkennst du erst durch Ausprobieren. Du wirst sowieso Fehler machen. Deshalb ist es besser, das Investieren bereits mit kleinen Summen zu beginnen, denn dann hält sich der Schaden in Grenzen. Leg dir zum Beispiel einfach mal einen kleinen ETF-Sparplan an oder kaufe ein paar Einzelaktien. Nur so wirst du erfahren, wie sich das anfühlt, und nur so kannst du das Procedere lernen.

Eröffne dazu ein Depot mit sehr günstigen Konditionen, damit die Gebühren nicht überproportional hoch sind. Trade Republic* ist momentan der günstigste Broker, allerdings nur mobil über Smartphone oder Tablet benutzbar. Ansonsten kannst du z.B. den verlinkten Depotrechner* als Entscheidungshilfe verwenden.

Für den ersten ETF-Sparplan bietet sich ein breit gestreuter globaler Aktien-ETF an, z.B. über den MSCI World oder den FTSE All-World Index. Überall wird gesagt, so etwas sollte mindestens zehn bis fünfzehn Jahre laufen. Das ist deshalb so, weil es unwahrscheinlich ist, dass sich solch ein Investment nach diesem Mindestzeitraum im Verlust befindet. Trotzdem hast du jederzeit die Möglichkeit, es dir anders zu überlegen, denn du kannst den Sparplan beliebig ändern oder stoppen und völlig frei über darüber gekaufte Anteile in deinem Depot verfügen. Selbst im ungünstigsten Fall können die Verluste nach kurzer Laufzeit eines kleinen Sparplans noch nicht so groß sein, dass es existenzbedrohend wird.

Soll es ein ausschüttender oder thesaurierender ETF sein? Der Vorteil von Ausschüttungen besteht darin, dass sie sehr motivierend sind, weil sie allmählich wachsen. Das hilft durchzuhalten, auch wenn die Kurse und damit der Gesamtwert der Investition zwischenzeitlich fallen. Der Nachteil von Ausschüttungen besteht darin, dass man sich selbst um deren Wiederanlage kümmern muss, sofern man vom Zinseszinseffekt profitieren möchte. Bei thesaurierenden ETFs passiert die Wiederanlage automatisch.

Tipp: In der ETF-Suche des Portals justETF kannst du gezielt filtern, auch danach, welche ETFs bei den einzelnen Depotanbietern im Sparplan verfügbar sind.

Du kannst es bei einen Sparplan über einen globalen ETF belassen und hast damit bereits ein gut gestreutes Aktieninvestment. Wenn du möchtest, kannst du mehr als nur einen ETF besparen, z. B. zur Minderung der Schwankungen noch einen Anleihen-ETF hinzunehmen oder verschiedene Aktien-ETFs über einzelne Regionen.

Aber vielleicht magst du ETFs überhaupt nicht, denn auch wenn sie rational gesehen mehr Vorteile als Nachteile bieten, sind sie immer noch ein Produkt der Finanzindustrie. Vielleicht gefällt dir auch der Gedanke nicht, dass du mit ETFs automatisch auch in Unternehmen investierst, deren Aktien du sonst nicht kaufen würdest. Vielleicht beschäftigst du dich einfach gern mit den einzelnen Unternehmen. Dann spricht nichts gegen direkte Aktieninvestments. Lerne dafür, die notwendigen Daten zu interpretieren, damit du die guten Unternehmen von den schlechten unterscheiden kannst, zumindest bis zu einem gewissen Grad.

Es gibt inzwischen eine Menge Videos und Blogartikel mit Einschätzungen zu einzelnen Aktien. Die kannst du als Inspiration verwenden. Damit meine ich nicht, dass du einfach nachkaufen sollst, was dort vorgestellt wird. Du kannst dir jedoch an diesen konkreten Beispielen ein Bild davon machen, wie man in der Praxis bei der Aktienauswahl vorgehen kann. Eine Fundgrube ist dafür z. B. der YouTube-Kanal zum Aktienfinder, dem vorher von mir erwähnten Finanzportal.

Auch über Einzelaktion lassen sich Sparpläne anlegen. Eine besonders umfangreiche Auswahl an sparplanfähigen Aktien bietet die Consorsbank*. Als Alternative dazu lassen sich bei Trade Republic* bereits kleinere Positionen von Einzelaktien kaufen, weil dort maximal ein Euro Gebühren pro Order anfallen. So kannst du dir auch mit kleinen Einzelkäufen nach und nach ein gut diversifiziertes Depot aufbauen.

Wer es absolut nicht lassen kann und fest daran glaubt, kann auch die Levermann-Strategie oder andere Quant-Investing-Methoden ausprobieren. Zu diesem Thema hatte ich bereits einen Extra-Artikel geschrieben: Quant Investing ist ein zweischneidiges Schwert – nützlich und gefährlich zugleich.

Vergiss nicht, dass das Geld, das du investierst, vorher verdient werden muss. Oftmals ist es sinnvoller, zuerst mehr Energie in die Einnahmenseite zu stecken, als zu versuchen, seine Investments zu optimieren.

Mein Fazit

Sich zu streiten, welche Methoden die besten sind, macht überhaupt keinen Sinn, denn für jeden bedeutet „die beste Anlagemethode“ etwas anderes.

ETFs bzw. ETF-Sparpläne und Einzelaktien schließen sich nicht gegenseitig aus. Ich persönlich investiere Cashflow-orientiert, zum größten Teil in gute Dividendentitel, die ich versuche, relativ günstig zu bekommen. Also im Grunde genommen ist das Value Investing. Außerdem bespare ich mehrere ETFs. In beiden Fällen praktiziere ich „Buy-and-Hold“, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Manchmal ist es nämlich sinnvoll, im Aktiendepot „auszumisten“. Das hatte ich bereits ausführlich beschrieben unter dem Titel Aktiendepot aufräumen, neuen „Müll“ vermeiden, Rendite erhöhen.

Nebenbei betreibe ich mein Echtgeld-Experiment zur Levermann-Strategie und andere kleine Versuche, wie z.B. zum Immobilien-Crowdinvesting oder LEGO-Investment. Das sind allerdings nur Spielereien zum Ausprobieren.

Buchempfehlungen

Ich beschränke mich hier auf drei Autoren. Denn wenn man diese drei gelesen hat, ist man schon ziemlich vielseitig informiert.

Ein Vertreter des passiven Investierens ist Gerd Kommer. Sein Buch „Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs*“ ist hierzulande das Standardwerk zum passiven Investieren. Ich habe es gelesen und es hat mir sehr gut gefallen, denn es ist so systematisch und sachlich, wie es nur geht.

Es gibt eine „abgespeckte“ Variante davon, und zwar „Souverän investieren für Einsteiger*“. Dieses Buch habe ich nicht gelesen und kann auch nicht sagen, ob es wirklich für alle Einsteiger in dieses Thema geeignet ist. Das Inhaltsverzeichnis macht auf mich den Eindruck, dass alles Nötige besonders einfach und anschaulich erklärt ist.

*

Zum Investieren in Einzelaktion kann ich „Der Börse einen Schritt voraus*“ (im Original: „One Up On Wall Street*“) von Peter Lynch empfehlen. Das Wichtigste, das ich daraus gelernt habe, ist, dass es sechs verschiedene Kategorien von Unternehmen und damit auch Aktien gibt, für die bei der Bewertung unterschiedliche Maßstäbe gelten.

*

Stellvertretend für Dividendenstrategen möchte ich „Cool bleiben und Dividenden kassieren*“ von Christian W. Röhl empfehlen. Daraus kann man ziemlich alles lernen, was zu einem guten Dividendeninvestment gehört. Außerdem ist es in einem sehr lockeren Stil geschrieben, so dass es auch noch Spaß macht, es zu lesen.

*

Hier noch einmal alle über den Artikel verstreuten Links in gebündelter Form.

Blog-Artikel

Aktienfinder – Portal und YouTube-Kanal

justETF

Depots

Bücher

Alle mit * gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links. Das bedeutet, ich bekomme für jeden Verkauf oder Abschluss über einen dieser Links eine kleine Provision, die dich jedoch nichts extra kostet.

7 Antworten auf „Passives oder aktives Investieren? Dividendenstrategie oder besser nicht? (Mit Audio)“

Danke, Petra, ich mag deine rechen-affine und nuechterne Art.

Fuer die Bewertung „wer alles recht hat“ ist entscheidend, vorher die Ziele und Annahmen zu beschreiben.
Z.Bsp:
– Ziel: maximale reale Rendite (nach Steuern und Inflation)?
– nominale Rendite reicht (Steuer, Inflation unberuecksichtigt)?
– Hoehe/ueberhaupt zu versteuerndes Einkommen neben Einkuenften aus Dividenden/Kursgewinne vorhanden?
– Mittelfristige Planbarkeit anderer Einkommen (Rente/Pension, Erwerb, Selbstaendigkeit)?
– welches Entsparmodell will/kann ich umsetzen?
– Einschaetzung des eigenen Verhaltens/Ziele/Disziplin/Hobby-im-Vordergrund (weiche Persoenlichkeitsfaktoren)?
usw

Nur wenn das vorher definiert ist, kann man sagen, welche Variante fuer wen „wahrscheinlich“ die beste waere. Sonst nicht.
Darueberhinaus gilt dein Artikel-Motto: „Du bist OK, ich bin OK“ 😉

Bei deiner Steuer-Argumentation „keiner weiss, was kommt – vielleicht das Gegenteil“ bin ich anderer Meinung: Es gibt genau eine beste Vorgehensweise in der Gegenwart (bezogen auf tETFs oder aETFs). Wir sind ein Rechtsstaat. Wenn eine Aenderung kommt, dann gilt i.d.R. eine Stichtagsregelung. Eine Systematik, die geltendes Recht fuer Jahre der Vergangenheit in’s Gegenteil verkehrt, (zB Kursgewinne nachtraeglich hoeher zu besteuern) scheint mir wenig wahrscheinlich/mit unserem Rechtssystem nicht vereinbar. Zumindest gibt’s Uebergaenge oder Freibetraege (vgl Altbestandsregelung fuer „vor 2009“ gekauft).

Ansonsten ist dieser Blog-Beitrag sehr ausgewogen!
LG
Joerg

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„Außerdem hat man inzwischen über das Internet nicht nur leichten Zugang zu den einzelnen Jahresabschlüssen der Unternehmen, sondern bekommt diese Daten in diversen Finanzportalen übersichtlich dargestellt. Mein Lieblingsportal für die Aktienauswahl ist der Aktienfinder von Torsten Tiedt, denn dieser enthält sämtliche Fundamentaldaten und Bewertungskennzahlen, die man zur Auswahl langfristiger Aktieninvestments heranziehen sollte. Das Ganze ist grafisch so gut aufbereitet, dass es sich mit einem Blick erfassen lässt.“
Der Markt wird noch effizienter, wenn die Informationen frei verfügbar sind. Also dadurch hat man keinen Informationsvorteil mehr. Das Spricht eben gegen Einzelwerte. Auch sehr schön hier beschrieben:
https://www.gerd-kommer-invest.de/warum-aktives-investieren-schlecht-funktioniert/

Des Weitern…Torstens Arbeit in allen Ehren, aber seine ganzen Performance Angaben auf der Seite haben keinen Startzeitpunkt. Dementsprechend ist der „Erfolg“ vs ETF schwer messbar. Ihm scheint es auch bewusst zu sein, weil er es extra nicht hinschreiben.

Im übrigen ist das hier keine „Geschmacks-Diskussion“ oder „Schwarz-Weiss-Disskussion“ sondern, dass lässt sich alles ganz leicht in Zahlen messen.
Komischerweise veröffentlichen sehr viele Stock-Picker und gerade jene die damit Geld verdienen nicht ihre Positonen bzw. ihre Performance.

Natürlich hat man Lust ein bisschen zu „zocken“. Aber das kann man gut mit Trade Republic und kleinen Beträgen tun.

„Sich zu streiten, welche Methoden die besten sind, macht überhaupt keinen Sinn, denn für jeden bedeutet „die beste Anlagemethode“ etwas anderes.“
Oem…jeder der investiert möchte die maximale Performance erwirtschaften nach seinen persönlichen Möglichkeiten. Niemand will 50% weniger als der Index nach in der Inverstionszeit haben und sagen „naja ich habe aber viele Spaß“ am Stock Picking gehabt…da Lügt man sich selbst was vor….

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Ganz frisch von einem Muenchner Dach pfeifen die Spatzen:
https://www.gerd-kommer-invest.de/warum-aktives-investieren-schlecht-funktioniert/

Aber einige wenige schaffen es (wenn keiner den Weltrekord zu schlagen versucht, wuerde er auch nie geschlagen werden), und als Hobby ist es eh‘ voll OK und aus Neugier erst recht. Und Freiheit bedeutet auch schlechter als der Index sein zu duerfen – mit Wuerde!
Wenn’s gar nicht klappt, macht man halt 80(ETF)/20(Aktien) oder so …
LG Joerg

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Wenn es unterdurchschnittliche Ergebnisse gibt, muss es auch überdurchschnittliche Ergebnisse geben. sonst wäre der Durchschnitt nicht der Durchschnitt. Das ist keine höhere, sondern simple Mathematik.

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Naja, nicht ganz. Durch die teils hohen Kosten von aktiv verwalteten, aber teilweise auch passiven Fonds, liegen Fonds eigentlich immer hinter dem Marktdurchschnitt (bzw den Index) zurück.

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Moin Petra,

Es liegt am zeitlichen Verlauf: zu jedem bestimmten Zeitpunkt X entspricht der Durchschnitt der Anlage-Portfolios aller Anleger dem Welt-Index und es mag aehnlich viele bessere wie schlechtere Portfolios geben?
Aber schaut man in die Vergangenheit (3,5,10,15 Jahre zurueck) entfernt sich der damalige Durchschnitt der Anleger weiter vom Index.
Weil: Kaufen/Verkaufen zu falschen Zeitpunkten, Setzten auf falsche „Pferde“, Steuern, Kosten, Gebuehren.
Sprich: in den einzelnen Depots NICHT buy&hold gemacht wird (so wie beim Index).

Analogie: Der durchschnittliche Gesundheitszustand aller Leute ist zum Zeitpunkt X immer der Mittelwert aller Leute. Aber je weiter in die Zukunft gegangen wird, je mehr wird der aktuelle Mittelwert aller Leute vom damaligen Mittelwert (t=X) abweichen, weil die Leute aelter und kraenker werden als sie zum damaligen Zeitpunkt X waren.

Das gleiche passiert mit den Anleger-Depots: sie werden in Summe je laenger der Zeitpunkt in der Zukunft liegt vom heutigen Durschnitt ab weichen, wegen Trading, Gebuehren, Steuern, Kosten, Fehlauswahl.

Macht diese Erklaerung Sinn?

LG Joerg

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Danke für eure Kommentare. Nehmt es mir nicht übel, aber ich habe diesen Artikel nicht geschrieben, um dann die niemals endende Diskussion zwischen den verschiedenen Lagern weiterzuführen, denn das macht für mich überhaupt keinen Sinn.

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