Levermann-Experiment (Original): Die letzten Wechsel in diesem Jahr

Die letzte Levermann-Auswertung in diesem Jahr habe ich planmäßig zum Börsenschluss der vorigen Woche durchgeführt. Daraufhin musste ich zwei Aktien auswechseln. Außerdem sind mir bei der Benutzung meines Excel-Tools zur Berechnung der Levermann-Bewertungen Kleinigkeiten aufgefallen, die mich zu Änderungen veranlassen.

Nun wie immer alles schön der Reihe nach – zunächst die Depotübersicht, dann die Dividenden, die Verkäufe und Käufe nebst den Detailbewertungen dazu, sowie meine persönlichen Erfahrungen mit dem „Umzug“ von der Consorsbank zu onvista. Am Ende gebe ich einen kleinen Ausblick auf geplante Tool-Änderungen.

Wer keinen Schimmer hat, was es mit der Levermann-Strategie und diesem Experiment auf sich hat, dem empfehle ich, auf folgender Seite vorbeizuschauen:

Experiment Levermann-Depot

Von dort aus sind alle Infos, Erläuterungen und auch Transaktionslisten zu diesem Experiment verlinkt.

Depotübersicht vom Freitag, 20.12.2019

Levermann-Depot Übersicht

Dividenden

Seit der letzten Auswertung gab es eine Dividendenzahlung, und zwar 16,13 EUR am 17.12.2019 für ADVANCED EMMISIONS. Diese Aktie hatte ich bereits vorher verkauft.

Verkäufe

Gehen mussten MARSTON’S und nun endlich auch VIACOM. Bei Viacom hatte ich schon seit Monaten damit gerechnet. Hier die Bewertungsdetails:

Bewertung: 2019-12-20 Marstons GB00B1JQDM80

  • RoE 2019: 0,00% –> -1 Pkt.
  • EBIT-Marge 2019: 9,03% –> 0 Pkt.
  • EK-Quote 2019: 28,36% –> 1 Pkt.
  • KGV über (bis zu) 4 Jahre: 100,0 –> -1 Pkt.
  • KGV aktuell: 8,9 –> 1 Pkt.
  • Analysten: Anzahl: 15, Meinung: 5,17 –> 0 Pkt.
  • Reaktion auf Quartalszahlen: Datum: 27.11.2019, Benchmark: FTSE 100, Differenz: 2,78% –> 1 Pkt.
  • Gewinnrevisionen: aktuelles Jahr: 0,14->0,14->0,14 (0,00%), nächstes Jahr: 0,14->0,14->0,14 (0,00%) –> 0 Pkt.
  • Kursentwicklung 6 Monate: 11,10% –> 1 Pkt.
  • Kursentwicklung 1 Jahr: 36,87% –> 1 Pkt.
  • Kursmomentum: –> 0 Pkt.
  • Gewinnwachstum: 0,00% –> 0 Pkt.
  • gesamt: 3 Pkt.

Bewertung: 2019-12-20 Viacom US92553P2011

  • RoE 2019: 18,31% –> 0 Pkt.
  • EBIT-Marge 2019: 19,18% –> 1 Pkt.
  • EK-Quote 2019: 35,71% –> 1 Pkt.
  • KGV über (bis zu) 4 Jahre: 7,5 –> 1 Pkt.
  • KGV aktuell: 5,7 –> 1 Pkt.
  • Analysten: Anzahl: 13, Meinung: 7,5 –> -1 Pkt.
  • Reaktion auf Quartalszahlen: Datum: 14.11.2019, Benchmark: S&P 500, Differenz: 1,82% –> 1 Pkt.
  • Gewinnrevisionen: aktuelles Jahr: 4,15->4,20->4,23 (1,93%), nächstes Jahr: 4,22->4,29->4,42 (4,74%) –> 0 Pkt.
  • Kursentwicklung 6 Monate: -17,51% –> -1 Pkt.
  • Kursentwicklung 1 Jahr: -21,57% –> -1 Pkt.
  • Kursmomentum: –> 0 Pkt.
  • Dreimonatsreversal: neutral –> 0 Pkt.
  • Gewinnwachstum: 4,49% –> 0 Pkt.
  • gesamt: 2 Pkt.

Zur Bewertung von Viacom ist noch zu sagen, dass es diese Aktie nicht mehr gibt, denn Viacom hat mit CBS fusioniert. Die neue Aktie hat eine andere ISIN. Allerdings ist es kaum möglich, für die (zu) neue Aktie eine halbwegs vernünftige Levermann-Bewertung hinzubekommen. Also habe ich die Daten zur alten Viacom-Aktie, die ich damals gekauft hatte, verwendet.

Die Abschlussdaten für 2019 habe ich manuell eingetragen. Die Punkte zu den Kursentwicklungen sind zwar zwei Wochen alt, aber selbst mit den aktuelleren, umgerechneten Kursen der neuen Aktie, kommen für diese Kriterien keine besseren Ergebnisse heraus. Wenn ich stattdessen den anderen Teil, also die alte CBS-Aktie für die Bewertung verwende, wird es auch nicht besser. Also habe ich die obige Bewertung und das daraus resultierende Verkaufssignal anerkannt.

Die Aktien von Viacom wurden in ViacomCBS-Aktien umgetauscht, allerdings zu einem krummen Verhältnis, so dass aus meinen 51 Viacom-Aktien genau 30,40875 ViacomCBS-Aktien wurden. Das war bereits zur Bewertung von vor zwei Wochen so. Die Anzahl ist dort jedoch auf 30 Stück gerundet angegeben. Allerdings hatte der Umtausch da gerade erst stattgefunden.

Als ich die Aktien nun verkaufen wollte, stellte ich fest, dass ich bei der Consorsbank nur eine Verkauforder über ganze Stückzahlen, also 30 Stück, aufgeben konnte. Aus einem Telefonat mit einem Mitarbeiter des Kundenservice erfuhr ich, dass Bruchteile, die durch solche Merger entstehen, nach einiger Zeit automatisch verkauft werden. Ich führe die 0,40875 Anteile schon jetzt nicht mehr in der neuen Depotübersicht auf, werde aber, wenn der Rest-Verkauf erfolgt, den entsprechenden Bargeldbetrag einbuchen. Es handelt sich um etwa 15 EUR. Diese Ungenauigkeit kann ich bis dahin der Einfachheit halber tolerieren.

Die Käufe

Ich habe LYONDELLBASELL und M/I HOMES neu gekauft. Für LyondellBasell ist es ein Comeback im Levermann-Depot. M/I Homes ist eine kleine Firma aus den USA, die Einfamilienhäuser baut – „das Eigenheim auf Pump in der Pampa“. Das scheint für die recht gut zu laufen. Hier die Bewertungsdetails zu den beiden Aktien:

Bewertung: 2019-12-20 Lyondellbasell Industries NL0009434992

  • RoE 2018: 45,06% –> 1 Pkt.
  • EBIT-Marge 2018: 13,43% –> 1 Pkt.
  • EK-Quote 2018: 36,27% –> 1 Pkt.
  • KGV über (bis zu) 4 Jahre: 8,7 –> 1 Pkt.
  • KGV aktuell: 9,4 –> 1 Pkt.
  • Analysten: Anzahl: 20, Meinung: 6,62 –> 0 Pkt.
  • Reaktion auf Quartalszahlen: Datum: 01.11.2019, Benchmark: S&P 500, Differenz: 3,38% –> 1 Pkt.
  • Gewinnrevisionen: aktuelles Jahr: 9,98->10,02->9,95 (-0,30%), nächstes Jahr: 11,53->11,39->11,26 (-2,34%) –> 0 Pkt.
  • Kursentwicklung 6 Monate: 8,49% –> 1 Pkt.
  • Kursentwicklung 1 Jahr: 18,06% –> 1 Pkt.
  • Kursmomentum: –> 0 Pkt.
  • Dreimonatsreversal: neutral –> 0 Pkt.
  • Gewinnwachstum: 13,17% –> 1 Pkt.
  • gesamt: 9 Pkt.

Bewertung: 2019-12-20 M/I Homes US55305B1017

  • RoE 2018: 12,59% –> 0 Pkt.
  • EBIT-Marge 2018: 7,10% –> 0 Pkt.
  • EK-Quote 2018: 42,17% –> 1 Pkt.
  • KGV über (bis zu) 4 Jahre: 10,6 –> 1 Pkt.
  • KGV aktuell: 8,5 –> 1 Pkt.
  • Analysten: Anzahl: 2, Meinung: 5 –> 0 Pkt.
  • Reaktion auf Quartalszahlen: Datum: 23.10.2019, Benchmark: Dow Jones 30 Industrial, Differenz: 7,61% –> 1 Pkt.
  • Gewinnrevisionen: aktuelles Jahr: 4,80->4,80->4,80 (0,00%), nächstes Jahr: 5,14->5,14->5,14 (0,00%) –> 0 Pkt.
  • Kursentwicklung 6 Monate: 41,83% –> 1 Pkt.
  • Kursentwicklung 1 Jahr: 81,34% –> 1 Pkt.
  • Kursmomentum: –> 0 Pkt.
  • Gewinnwachstum: 7,08% –> 1 Pkt.
  • gesamt: 7 Pkt.

Depotübersicht vom Anfang dieser Woche – kurz vor Weihnachten

Levermann-Strategie Depotübersicht

Meine Depotbanken zu diesem Experiment

Nun befinden sich bereits 6 meiner 12 Aktienpositionen im onvista-Depot und noch 6 bei der Consorsbank. Begonnen hatte ich Anfang 2016 mit dem Levermann-Depot bei der Consorsbank. Dann hatte ich im Sommer dieses Jahres (2019) eine Auswertung erstellt, wie viele Kosten die relativ häufig vorkommenden Transaktionen bisher verursacht haben. Hier ist der Artikel: Original-Levermann-Experiment: Performance-Steigerung durch Spesen sparen?

Daraufhin hatte ich nach einer kostengünstigeren Alternative gesucht und mit dem Festpreis-Depot der onvista-Bank einen einigermaßen geeigneten Kompromiss gefunden. Ich habe dort also ein neues Depot eröffnet, jedoch keinen Depotübertrag in Auftrag gegeben. Stattdessen hatte ich mir vorgenommen, selbst nach und nach „umzuziehen“, weil ich danach das Consorsbank-Depot anderweitig nutzen möchte. Seitdem verkaufe ich bei der Consorsbank nur noch, transferiere das Geld zu onvista und kaufe die neuen Positionen dort.

Von den zehn Freetrades, die ich bei der onvista-Depoteröffnung erhalten habe, habe ich allerdings nur einen in Anspruch genommen. Der Rest ist verfallen, weil die Frist dafür abgelaufen ist.

Ansonsten kann ich sagen, dass jeder der beiden Depotanbieter Vor- und Nachteile hat. Die Consorsbank gewinnt in puncto Übersichtlichkeit und schnelle Aktualisierung sämtlicher Buchungen (Käufe, Verkäufe usw.) und verliert durch die Gängelung ihrer Nutzer mit der SecurePlus-App. Bei der Umsetzung von MIFID2 sind sie meiner Meinung nach ziemlich übers Ziel hinausgeschossen. Für Kunden ohne Girokonto müsste diese Strenge nicht sein.

Die onvista-Bank kommt zumindest bei Kunden, die kein Zahlungskonto haben, bisher ohne eine nervige App aus und ist ein wenig günstiger, zumindest für mein Levermann-Depot. Als Nachteil empfinde ich, dass Geldbewegungen des Verrechnungskontos nicht sofort aufgeführt werden, auch richtige Abrechnungen als PDF-Dateien habe ich nicht zu allen meinen Käufen bekommen. Wahrscheinlich gibt es das bei Sofort-Käufen nicht. Vielleicht kommen die aber noch.

Die Oberfläche ist Geschmackssache. Ich persönlich empfinde die der Consorsbank als bequemer. Möglicherweise ist das aber nur aus Gewohnheit so.

Für mein Levermann-Depot ist das onvista-Depot geeignet. Überhaupt gibt es nicht den besten Depotanbieter für alle Zwecke. Das richtet sich neben der Preisgestaltung nach der individuellen Anlagestrategie und auch nach subjektiven Empfindungen, z.B. was Nutzerfreundlichkeit angeht.

Suchst du ein geeignetes Online-Depot? Hier findest du einen Kostenvergleich:

zum Depotrechner *

Änderungen am Excel-Tool

Im Grunde genommen sind es zwei Dinge, die mich zu einer neuen Tool-Version veranlassen:

  1. die Angabe der Gewinnrevisionen bei marketscreener.com für britische Aktien
  2. die unterschiedliche Aktualität von finanzen.net und marketscreener.com

Zu 1

Die Gewinnrevisionen lassen sich am besten anhand der Daten von marketscreener.com ermitteln. Das ist deshalb so, weil dort neben den neuesten Schätzungen für das aktuelle und das nächste Geschäftsjahr auch die Schätzungen zu finden sind, die vor zwei Wochen bzw. vor vier Wochen usw. abgegeben wurden.

Sicherheitshalber vergleiche ich beim Auslesen dieser Zahlen die Währung, in der diese angegeben sind. Schließlich muss das zu den anderen Daten meiner Excel-Datei passen, sonst kommt ein Währungs-Kuddelmuddel heraus.

Nun ist das aber mit britischen Aktien und Angabe von Zahlenwerten auf Finanzportalen so eine Sache. Manche Zahlen werden in GBP (Pound) und manche in GBp (Pence) angegeben. Ich vergleiche bisher bei britischen Aktien, ob ich Zahlen in GBP auslese. Dummerweise werden die Schätzungen bei marketscreener, wahrscheinlich seit kurzem erst, in GBp angezeigt. Da GBp nicht gleich GBP ist, funktioniert das nicht automatisch.

Also bekommen GBP und GBp eine Extrawurst, indem das passend umgerechnet wird (1 GBP = 100 GBp). So kann ich die Zahlen auslesen und muss nicht auf die Notlösung, die Schätzungen von finanzen.net zu übernehmen, ausweichen.

Zu 2

Es ist mir schon öfter aufgefallen, dass kurz nachdem ein Geschäftsjahr abgeschlossen wurde und die Zahlen dazu bereitstehen, marketscreener.com schneller mit dem Einpflegen der neuen Daten ist als finanzen.net.

Nach den Daten von finanzen.net ist z.B. 2018 noch das letzte abgeschlossene Geschäftsjahr, obwohl in Wirklichkeit 2019 schon abgeschlossen ist und marketscreener.com keine Schätzungen für 2019 mehr angibt, sondern für 2020 und 2021.

So fehlt dann in der Excel-Datei zwischendrin eine Schätzung oder – was noch schlimmer ist – es ist ein Mix aus aktuellen Schätzungen von marketscreener.com und veralteten von finanzen.net eingelesen worden. Durch diese Situation, die kaum auffällt, können ganz schön verfälschte Ergebnisse herauskommen.

Berichtigen lässt sich so etwas kaum automatisch, weil es die veröffentlichten Daten einfach nicht hergeben. Um für diese Fälle die korrekten Daten zu ermitteln, muss man dann schon in den Jahresabschluss des Unternehmens schauen. RoE, EBIT-Marge und Eigenkapital-Quote müssen dann manuell berechnet und eingetragen werden. Auch die Angaben zu Gewinn pro Aktie und den Gewinnrevisionen müssen manuell korrigiert werden.

In meinem Levermann-Experiment habe ich solche Korrekturen schon öfter durchführen müssen, z.B. dieses Mal bei drei Aktien, und zwar den beiden, die ich verkaufen musste und bei der Dt. Konsum REIT. Ich weiß nicht, wie oft ich so etwas schon übersehen habe.

Deshalb werde ich im Fall, dass nur die eine Gewinnschätzung von marketscreener.com für das nächste Geschäftsjahr gezogen werden kann und die für das laufende Geschäftsjahr nicht, eine Warnung ausgeben, die auf diese Situation aufmerksam macht. So werde ich das künftig hoffentlich nicht mehr übersehen.

Wenn ich die neue Version fertig habe, werde ich diese auch wieder zum Download auf meiner Tools-Seite „Sparen, anlegen, frei sein – Tools“ (https://petrawolff.de) bereitstellen. Ich werde, wenn es soweit ist, in meinem Newsletter darüber informieren.

Damit steht also die Depotzusammensetzung zum Jahresende 2019 fest. In den nächsten Tagen werde ich wieder eine ausführliche Zusammenfassung nach inzwischen vier Jahren dieses Experimentes schreiben.

Noch der unvermeidbare Hinweis: Das hier ist keine Anlageberatung.

Mit * gekennzeichnete Links sind Provisionslinks, d.h. bei einem Abschluss darüber erhalte ich eine kleine Provision, die dich jedoch nichts extra kostet.

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