Experiment LEGO-Investment: Mein Fazit nach einem Jahr „Trockenübung“

Das Jahr ist zwar noch nicht ganz zu Ende, aber da auf diesem Spielfeld bei mir in diesem Jahr nichts mehr passiert, schreibe ich schon heute meine Zusammenfassung und den Ausblick, wie es weitergehen wird. Dass ich es über das ursprünglich geplante eine Jahr hinaus fortsetzen möchte, hatte ich im letzten LEGO-Artikel bereits erwähnt. Heute beschreibe ich, was ich anders machen werde und warum.

Alles zu meinem
Experiment LEGO-Investment

Der aktuelle Stand

Geschlossene Positionen

Datum Set-Nr. Name V-Preis K-Preis K-Datum realisiert
04.05.19 41586 BrickHeadz: Batgirl 12,50 7,96 04.01.19 +4,54
31.08.19 41615 BrickHeadz: Harry Potter und Hedwig 21,00 14,99 04.01.19 +6,01

Aktuelles Musterdepot mit Bewertung

Set-Nr. Name Kaufdatum Kaufpreis „Wert“ (17.12.19)
41594 BrickHeadz: Captain Armando Salazar 04.01.2019 7,95 5,50
41591 BrickHeadz: Black Widow 04.01.2019 7,96 6,50
76085 DC Comics Super Heroes: Kräftemessen unter Atlantis 11.01.2019 16,99 5,50
76096 DC Comics Super Heroes: Superman™ & Krypto™ Team-Up 11.01.2019 14,99 8,50
75535 Star Wars: Han Solo 11.01.2019 19,99 6,50
70618 The LEGO Ninjago Movie: Ninja-Flugsegler 30.01.2019 99,99 123,00
76100 Marvel Super Heroes: Royal Talon Attacke 26.02.2019 26,99 11,00
76099 Marvel Super Heroes: Rhino Face-Off by the Mine 26.02.2019 17,99 10,00
21030 Architecture: Das Kapitol 15.03.2019 67,99 52,00
75888 Speed Champions: Porsche 911 RSR und Turbo 3.0 31.03.2019 27,94 24,50
75954 Harry Potter: Die große Halle 20.04.2019 72,98 63,00
21042 Arcitecture: Freiheitsstatue 22.05.2019 67,88 54,50
75187 Star Wars: BB-8 22.06.2019 69,85 57,00
75889 Speed Champions: Ferrari Ultimate Garage 06.07.2019 69,99 75,00
21028 Architecture: New York City 30.07.2019 33,29 21,50
42079 Technic: Schwerlast-Gabelstapler 31.08.2019 34,93 31,50
75148 Star Wars: Encounter on Jakku 25.09.2019 49,99 20,00
75884 Speed Champions: 1986 Ford Mustang 20.10.2019 10,49 9,00
75885 Speed Champions: Ford Fiesta M-Sport WRC 20.10.2019 10,49 9,00
75886 Speed Champions: Ferrari 488 GT3 Scuderia Corsa 20.10.2019 10,49 8,50
70655 Ninjago: Drachengrube 20.11.2019 98,99 82,00
gesamt 838,15 684,00
Cash (Anfangswert): 1.000,00 EUR
realisiert (aus 2 Verkäufen): +10,55 EUR
investiertes Kapital: -838,15 EUR
Cash verfügbar: 172,40 EUR

Für das Set 70618 Ninjago Flugsegler könnte bereits jetzt ein Gewinn realisiert werden. Ich werde es aber noch nicht als verkauft verbuchen. Eine Rendite von 23% ist zwar recht ansehnlich, aber ich denke, für dieses Set ist innerhalb absehbarer Zeit noch mehr drin.

Momentan ist es wohl gerade noch im normalen Handel erhältlich, allerdings nicht mehr mit diesem schönen Rabatt, mit dem ich es in mein Musterdepot aufnehmen konnte, sondern meistens nur noch zur UVP von 169,99 EUR. So sind derzeit durch ebay-Auktionen Preise etwas darunter erzielbar, von denen noch Provision und in den meisten Fällen PayPal-Gebühren abgehen. Ich möchte warten, bis das Set aus dem Programm genommen wird, also nicht im Handel gelistet ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass das demnächst passiert, ist relativ hoch und dann werden auch die Preise bei ebay steigen.

Dass der Gesamtwert des Depots nach meiner Bewertungsmethode im Minus steht, ist normal, denn die meisten der Sets sind noch mit Rabatt im normalen (Online-)Handel zu haben. Ich ermittle den Wert immer so, dass ich aus den letzten erfolgreichen ebay-Auktionen den durchschnittlichen Verkaufspreis berechne und davon noch 13% abziehe. Versandkosten beziehe ich nicht mit ein.

Wie ist es in der Realität mit Gesetzen und Steuern?

Ab und zu habe ich unter meinen Beiträgen zum Thema LEGO-Investment Kommentare bekommen, ob man denn das nicht als gewerblichen Handel anmelden und dementsprechend versteuern müsse. Außerdem ist da auch noch das Verpackungsgesetz für den Online-Handel – ein weiterer Bürokratenspaß, der Geld und Aufwand kostet.

Diese diversen Aspekte sind auch ein Grund, warum ich das Ganze nur theoretisch auf dem Papier begonnen habe – neben dem Hintertürchen, jederzeit sofort aussteigen zu können.

Inzwischen habe ich mich aber etwas genauer informiert und festgestellt, dass es wie mit fast allem ist: Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Ich muss aber dazusagen, ich bin weder Juristin noch Steuerberaterin, weshalb meine Darlegungen keine Beratung darstellen.

Es ist so: Wenn man etwas als langfristige private Wertanlage kauft, das können auch irgendwelche Sammlerobjekte wie z.B. Comics oder auch LEGO Sets sein, ist das weder gewerblicher Handel noch muss man beim Wiederverkauf auf den dadurch erzielten Gewinn Steuern zahlen, sofern zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr vergangen sind. Das ist ohnehin die Art und Weise, die mir am ehesten liegt.

Dem gegenüber steht eine andere Methode des LEGO-Investments, bei der möglichst schnell möglichst viel umgesetzt wird. Wer das macht, der darf sich dann auch am oben erwähnten Bürokratenspaß erfreuen. Das würde ich aber auch nicht als LEGO-Investment, sondern eher als LEGO-Reselling bezeichnen.

Was ich in diesem einen Jahr gelernt habe

Es gibt zwar eine Unmenge von Sets aus verschiedenen Themenwelten, aber ich muss mich nicht mit allen bis ins kleinste Detail auskennen. Alles, was sammlertauglich ist, eignet sich als Investment.

Das Wichtigste ist, immer mit einem schönen Preisnachlass auf die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) zu kaufen. Irgendwann wird es nicht mehr produziert, und selbst, wenn es ein ziemlich unbeliebtes Set ist, zur UVP oder etwas darunter wird man es bestimmt wieder los. Im schlimmsten Fall dauert es länger.

Über das ganze Jahr hinweg habe ich beobachtet, dass es immer irgendwo passenden Preisnachlass gibt. Meiner Meinung nach muss man nicht unbedingt dem Black Friday entgegenfiebern und dann mitten in der Nacht einer der ersten Online-Besteller im Original-LEGO-Shop sein, um noch ein besonders beliebtes Set besonders günstig zu ergattern. Das kann man machen, muss man aber nicht.

Es gibt eine Menge hilfreicher Informationen im Internet, z.B. den Spielwaren-Investor, der seit kurzem eine Liste mit investmenttauglichen Sets pflegt mit einer Einschätzung dazu, ob sie demnächst aus dem Handel gehen werden. (eolsets.de). Bei Brickmerge (brickmerge.de) kann man immer sehr bequem Angebote mit Preisnachlass finden. Als Ergänzung findet man kurze Youtube-Videos, in denen einzelne Sets vorgestellt werden, so kann man sich ganz schnell einen Eindruck verschaffen.

Obwohl man sicher eine Menge Zeit in dieses Thema stecken könnte, kann man die Sache auch mit relativ wenig Aufwand betreiben. Ich selbst habe bisher hier die meiste Zeit für meine allgemeineren Untersuchungen zum Thema LEGO-Investment aufgewendet. Das ist für mich jedoch nur die Lernphase und kein wiederkehrender Aufwand. Das Auffinden von Sets für mein Musterdepot ging jedes Mal relativ schnell. Es mag zwar sein, dass auch Nieten darunter sind, aber das wird sich zeigen. Außerdem sind bestimmt auch Treffer dabei, und ich bin zuversichtlich, dass diese die Nieten mehr als ausgleichen werden.

Für mich müssen Aufwand und Nutzen immer in einem vernünftigen Verhältnis bleiben. Wenn ich z.B. meine Rendite ruhig ein wenig erhöhen könnte, dafür aber ein Vielfaches an Zeit als bisher aufwenden müsste, wäre es mir das nicht wert.

Meine neuen Spielregeln

Ich werde meine Spielregeln meinen bisherigen Erkenntnissen anpassen. Für mich ist das Wichtigste, dass das Ganze als private Wertanlage gilt. Ich kaufe also die Sets zunächst auf unbestimmte Zeit und werde ab jetzt auch keines innerhalb eines Jahres wieder verkaufen. Wahrscheinlich führe ich die kommenden Käufe wirklich durch.

Ich hatte zwar darüber nachgedacht, einfach neu mit diesem Experiment zu beginnen, und damit von der Trockenübung ganz in die Realität zu wechseln, aber ich möchte die Sets im jetzigen Musterdepot gern weiterverfolgen und irgendwann erfahren, welche meiner Entscheidungen gut waren und welche nicht. Ich denke, dass das auch einige meiner Leser hier interessieren wird. Deshalb werde ich mein bisheriges Musterdepot hier auf dem Blog weiterführen und kein gesondertes beginnen. Vielleicht werde ich ab jetzt zusätzlich kennzeichnen, was ich wirklich gekauft habe. Das wird sich im weiteren Verlauf zeigen.

Meine bisherigen Spielregeln überarbeite ich so:

  1. Das Budget von 1.000 EUR lasse ich unverändert. Ich füge also kein Geld hinzu.
  2. Um Käufe kümmere ich mich nach wie vor, wenn es mir gerade einfällt. Bei echten Käufen beachte ich jedoch auch Payback und Cashback, sofern ich so etwas in Anspruch nehme. Bisher hatte ich es der Einfachheit halber weggelassen. Wenn ich echte Käufe durchführe, ist es einfacher, alles eins zu eins zu übertragen.
  3. Die Anzahl der gleichzeitig gehaltenen Sets begrenze ich weiterhin auf 30.
  4. Für die Größe der Sets hatte ich vorgegeben, dass sie in einem normalen Paket verschickbar sein müssen. Ich kaufe ohnehin nur Sets, deren UVP unter 200 EUR liegt. Diese haben automatisch die passende Größe bzw. sind sicher nicht schwerer als 2 kg.
  5. Immer nur ein Stück vom gleichen Set zu kaufen bleibt sinnvoll.
  6. Zur Bestimmung eines möglichen Verkaufspreises verwende ich weiterhin die letzten erfolgreichen ebay-Auktionen und ziehe vom Durchschnittspreis noch 13% ab. Wenn ich irgendwann das erste wirklich gekaufte Set wieder verkaufe, setze ich natürlich die echten Zahlen ein. (Sofern ich dann diesen Blog überhaupt noch weiterführe.)
  7. Das Ziel eines Rendite-Cashflows durch ab und zu kleine Verkäufe verwerfe ich und ersetze es durch die Bedingung, dass ich jedes Set von nun an länger als ein Jahr halten werde. Das werde ich auch bereits mit dem virtuellen Bestand so handhaben.
  8. Gesunder Menschenverstand steht weiterhin über allen Regeln.

Noch etwas zu Payback

Um noch einmal auf das Thema Payback zurückzukommen. Momentan gibt es ein besonderes Neukundenangebot für die Payback American Express Karte. Wenn man diese über folgenden Link (Banner) neu abschließt, bekommt man 4.000 Payback-Punkte dafür gutgeschrieben. Das ist ein Gegenwert von 40 EUR.

American Express Payback Card *

Die Karte an sich kostet keine laufenden Gebühren und hat noch den netten Nebeneffekt, dass man für jeden Kauf, den man damit tätigt, Payback-Punkte erhält, selbst dann, wenn man der Händler kein Payback-Partner ist, wie z.B. Amazon. Bei Payback-Partnern gibt es sogar doppelte Punkte.

Ich nutze diese Karte selbst. Ich sehe dabei nur einen möglichen Nachteil, aber der besteht nur für finanziell undisziplinierte Menschen: Man kann leicht die damit ausgegebene Gesamtsumme aus den Augen verlieren, da diese Ausgaben nicht zeitnah vom Girokonto abgezogen werden, sondern erst, wenn die Abrechnung erstellt wird, und das ist jeweils einmal in der Mitte des Monats. Aber man bekommt einen recht übersichtlichen AMEX-Account, in dem man sich jederzeit einen Überblick verschaffen kann.

Das Schöne an Payback ist, dass man sich die Punkte auch in bar auszahlen lassen kann, anstatt sich dafür irgendwelche Prämienartikel auszusuchen. Das geht unter diesem Link:

https://www.payback.de/pb/bargeld

In meinem Payback-Account habe ich bisher vergeblich gesucht, diese Seite über die normale Navigation zu finden. Entweder gibt es solch einen Punkt dort nicht oder er ist sehr gut versteckt.

Alles zu meinem
Experiment LEGO-Investment

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3 Kommentare

  • Finde das Experiment wirklich sehr interessant. Da es so scheint, als ob die meisten Sets keine Wertsteigerung haben, würde mich interessieren, ob du noch weitere Regeln aufstellen willst, um den Kauf von neuen Sets weiter zu optimieren. Z.B. nur die Sorte Sets, die bisher die meisten Wertsteigerungen erfahren haben, oder nur die, die bald nicht mehr verkauft werden (da gibt es ja Seiten im Internet wo man Tipps bekommt, was nicht mehr produziert wird)?

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    • Ich werde meine bisherigen und künftigen Erfahrungen sicher in die Auswahl neuer Sets einbeziehen, aber keine ausdrücklichen Regeln dafür formulieren, das wird mir sonst zu bürokratisch 😉
      Ich denke, dass Wertsteigerungen in der Regel ohnehin erst nach mehr als jeweils einem Jahr zu erwarten sind.

      Liken

  • Ich bin auch weiterhin sehr begeistert von dem Experiment und bin sehr gepannt, was du noch berichten wirst! Aktuell kann man glaube ich noch nicht von einem Sammlerwert sprechen bei deinem Depot, aber da heißt es jetzt einfach abwarten und Tee trinken 🙂

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