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Experiment LEGO-Investment: Vom Flippen und Warten

Noch vor elf Monaten habe ich überhaupt nicht verstanden, weshalb LEGO-Sets investmenttauglich sein könnten, also was erwachsene Menschen dazu bewegen sollte, LEGO-Spielzeug zu höheren Preisen als zum ehemaligen Neupreis zu kaufen, zumal doch immer wieder neue Baukästen herauskommen. Ich verstehe es auch heute noch nicht komplett, aber erahne es langsam.

Durch Zufall war ich auf das Thema Investieren in LEGO-Sets gestoßen und wollte es genauer wissen. Also fing ich im Januar mit diesem Experiment an, allerdings nur auf dem Papier, denn wenn das doch nicht klappt oder ich den Spaß daran verlieren sollte, hätte ich das Problem, dass ich das ganze Zeug irgendwie wieder loswerden müsste.

Also überlegte ich mir meine „Spielregeln“: virtuelles Anfangskapital, maximale Anzahl von Sets, kein Set mehrfach, Größe, wie den aktuellen Wert ermitteln usw. Bis jetzt habe ich 19 virtuelle Käufe und 2 Verkäufe „durchgeführt“. Bei meiner Auswahl der Sets habe ich mich besonders am Anfang am Spielwaren-Investor Lars Conrad und seinem „Projekt 100“ orientiert, aber in letzter Zeit eher weniger.

Was ich bisher über LEGO-Investment gelernt habe

Zwei Arten, in LEGO zu investieren

Im Wesentlichen kann man auf zwei Arten in neue LEGO-Sets investieren: Erstens schnelles Flippen und zweitens geduldiges Warten. Wenn man ersteres möchte, muss man besonders günstig einkaufen, die allerbesten Rabatte finden und diese möglichst noch mit irgendwelchen Bonus-Gutscheinen und Cashback-Programmen kombinieren. Dabei heißt es, schnell sein, möglichst Preisnachlässe finden, die es nur ganz kurz gibt, und danach schnell etwas höher wieder verkaufen. Diese Methode ist vergleichbar mit Trading an der Börse. So etwas wäre mir zu stressig und zu aufwändig und auch kaum in einem Experiment wie diesem hier umsetzbar.

Die zweite Variante, geduldiges Warten, ist eher etwas für mich. Preisnachlässe von 20-30% bekommt man immer irgendwo. Danach dauert es eine Weile, bis es das entsprechende Angebot nicht mehr gibt, das Set nicht mehr produziert wird und die „schnellen Flipper“ ihre Deals gemacht haben. Wenn die Angebote seltener werden, steigt auch der Preis und man kann gemütlich verkaufen. So der Plan.

Die Rendite beim LEGO-Investment

Zur möglichen Rendite hatte ich bereits einige Untersuchungen angestellt, z.B.

Steigerungspotenzial von Sets unter 200 EUR UVP innerhalb von zwei Jahren

Experiment LEGO-Investment: Eine erstaunliche Renditebetrachtung und ein neuer Kauf

Experiment LEGO-Investment: ein Kauf und neue „Renditestudie“

Langzeitrendite eines großen LEGO-Technic-Sets:

Experiment LEGO-Investment: Das Spiel geht weiter (hinterer Teil des Artikels)

Fazit

Mindestens 30% Gewinn innerhalb von zwei Jahren sollten im Schnitt drin sein.

Weiter in meinem Experiment

Der aktuelle Stand per 20.10.2019

Set-Nr.NameKaufdatumKaufpreis„Wert“ (20.10.19)
41594BrickHeadz: Captain Armando Salazar04.01.20197,955,50
41591BrickHeadz: Black Widow04.01.20197,966,50
76085DC Comics Super Heroes: Kräftemessen unter Atlantis11.01.201916,9910,50
76096DC Comics Super Heroes: Superman™ & Krypto™ Team-Up11.01.201914,997,50
75535Star Wars: Han Solo11.01.201919,998,00
70618The LEGO Ninjago Movie: Ninja-Flugsegler30.01.201999,9995,00
76100Marvel Super Heroes: Royal Talon Attacke26.02.201926,9923,50
76099Marvel Super Heroes: Rhino Face-Off by the Mine26.02.201917,9911,00
21030Architecture: Das Kapitol15.03.201967,9945,00
75888Speed Champions: Porsche 911 RSR und Turbo 3.031.03.201927,9419,50
75954Harry Potter: Die große Halle20.04.201972,9860,50
21042Arcitecture: Freiheitsstatue22.05.201967,8856,00
75187Star Wars: BB-822.06.201969,8550,00
75889Speed Champions: Ferrari Ultimate Garage06.07.201969,9953,00
21028Architecture: New York City30.07.201933,2923,00
42079Technic: Schwerlast-Gabelstapler31.08.201934,9325,50
75148Star Wars: Encounter on Jakku25.09.201949,9922,00
gesamt707,69522,00
Cash (Anfangswert): 1.000,00 EUR
realisiert (aus 2 Verkäufen): +10,55 EUR
investiertes Kapital: -707,69 EUR
Cash verfügbar: 302,86 EUR

Die nächsten Käufe

Vor einer Weile hatte ich beschlossen, nur noch in Sets zwischen etwa 50 und 200 EUR unverbindliche Preisempfehlung zu investieren. Nach unten hin hatte ich die Grenze gezogen, damit das Ganze nicht zu kleinteilig wird, nach oben hin, weil ich denke, dass sich hochpreisige Sets schwerer wiederverkaufen lassen werden. Es ist immerhin nur Spielzeug.

Heute werde ich doch ein paar kleine Sets unter 50 EUR UVP in meine Sammlung aufnehmen. Ich wollte das zwar nicht mehr machen, weil ich dachte, dass der Aufwand eines Wiederverkaufes einfach zu groß werden könnte. Aber für bestimmte Sets werde ich eine Ausnahme machen, und zwar für „Speed Champions“.

Warum? Zum einen waren bis heute nur 17 Sets in meinem Musterdepot, dessen Kapazität ich am Anfang auf 30 Plätze festgelegt hatte. Zum anderen ist mir das Thema Speed Champions in letzter Zeit immer wieder über den Weg gelaufen. Die kosten meistens um die 15 EUR UVP, außer es handelt sich um besondere Sets mit zwei Fahrzeugen oder noch mehr Zubehör.

Ich habe den Eindruck, dass die relativ schnell wieder aus dem Programm genommen werden. Außerdem werden die bestimmt oft gesammelt. Da zahlt der eine oder andere später sicher mindestens UVP oder etwas mehr für ein Set, das er verpasst hat.

Würde ich nun ganz starr an meiner Regel „nur noch Sets ab 50 EUR UVP“ festhalten, würden die Speed Champions für mich bis auf wenige Ausnahmen ausfallen. Deshalb mache ich eine Ausnahme und werde in meinem heutigen Spielzug ein paar Sets dieser Reihe, die es gerade bei Spiele Max für um die 10 EUR gibt, in mein Musterdepot aufnehmen, und zwar die folgenden, welche bereits aus dem Jahr 2018 stammen:

  • 75884 1986 Ford Mustang EUR 10,49
  • 75885 Ford Fiesta M-Sport WRC EUR 10,49
  • 75886 Ferrari 488 GT3 Scuderia Corsa EUR 10,49

Da man momentan immer einen Gutschein für versandkostenfreie Bestellung bei Spiele Max findet, brauche ich auch keine Versandkosten zu kalkulieren.

*

Ausblick

Nach meiner sehr pessimistischen Bewertungsmethode ist kein Set im Depot im Plus. Deshalb gibt es heute auch keinen Verkauf. Ich tippe aber darauf, dass sich der Verkauf des Ninjago Flugseglers bald lohnen könnte. Wir werden sehen.

* Der Link führt zu Amazon. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen.

4 Antworten auf „Experiment LEGO-Investment: Vom Flippen und Warten“

Hallo Petra,

wirklich ein sehr spannendes Thema. Ist sicher bei dem einen oder anderen Lieblingsstück gut etwas zu holen. Nur das mit der Abgeltungssteuer könnte schwer werden mit Lego. 😉

Danke für den tollen Beitrag und herzliche Grüße aus Westfalen

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Naja, von der Abgeltungssteuer ist dieses Investment nicht betroffen. Aber der Fiskus möchte natürlich auch etwas abbekommen. Wenn man LEGO wirklich zum Zwecke des Wiederverkaufes erwirbt, muss man dafür ein Gewerbe anmelden und den Gewinn ordnungsgemäß versteuern.

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Hallo Petra,

Bei der Auswahl der Modelle sollte man darauf achten das diese exclusive und selten sind. Ein Bsp. von mir ich habe mir im Jahr 2013 im den Star Wars Supersternenzerstörer für €350 geholt aber genau am 4 Mai. Das der Star Wars Tag wo es Rabatte gibt. Ich das Modell Anfang 2016 für €700 verkauft.

Ich habe mich leider schweren Herzens von den Legomodell getrennt da ich leider keinen Platz mehr dafür hatte.

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Hallo Martin,

danke für deinen Tipp. Du hast innerhalb von drei Jahren deinen Einsatz verdoppelt – Repekt!

Ich rechne das mal um auf Rendite p.a.. Das sind etwa 26% p.a. Kann man leicht überprüfen:
Startwert: 350 EUR
nach einem Jahr 350 EUR * 1,26 = 441 EUR
nach dem zweiten Jahr: 441 EUR * 1,26 = 555,66 EUR
nach dem dritten Jahr: 555,66 EUR * 1,26 = 700,13 EUR

Das ist sicher eine überdurchschnittliche Rendite. Ich werde demnächst auf solche Dinge schauen, der nächste 4. Mai kommt bestimmt.

Aber ich möchte das Ganze nicht so einseitig gestalten, sondern zunächst herumprobieren. Sicher wird nicht jedes Set eine solche Rendite erzielen können, aber ich denke, so etwas kann auch für „normale“ Sets funktionieren. Ein Beispiel, bei dem ich mich jetzt wahrscheinlich weit aus dem Fenster lehne:

In meinem Musterdepot ist der Ninjago Flugsegler (70618), virtueller Kauf war für 99,99 EUR, sagen wir 100 EUR. Wenn dieses Set um 26% gegenüber dem Kaufpreis steigt, liegt es bei 126 EUR. Das liegt noch weit unter der UVP von 169,99 EUR, also 170 EUR. Ich behaupte nun ganz kühn, dass man es sicher schaffen würde, innerhalb eines Jahres mindestens 126 EUR und damit 26% Rendite zu erzielen. „Innerhalb eines Jahres“ bedeutet in dem Fall bis Ende Januar 2020.

Fazit: Ich werde demnächst etwas mehr auf besondere Sets schauen, aber ich werde trotzdem Züge machen, die man deiner Meinung nach wohl nicht machen sollte.

May the 4th be with you! 😉

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