Das Original-Experiment zur Levermann-Strategie: Aufwind, Austausch, Depot-Wechsel

Seit dem letzten Artikel zu diesem Langzeit-Spiel hat sich wieder etwas getan. Der aktuelle Gesamt-Stand sieht auf den ersten Blick gut aus. Trotzdem musste wieder einmal eine Aktie ausgetauscht werden. Außerdem habe ich mich nun wirklich für einen „sanften“ Umzug des Depots entschieden.

Depotübersicht vom Freitag, 16.08.2019

Levermann-Strategie Depotübersicht

Transaktionen

Verkaufen musste ich RIO TINTO. Dafür habe ich DISCOVER FINANCIAL SERVICES gekauft. Hier die Levermann-Bewertungen, die dafür den Ausschlag gegeben haben:

Bewertung: 2019-08-16 Rio Tinto GB0007188757

  • RoE 2018: 26,15% –> 1 Pkt.
  • EBIT-Marge 2018: 27,01% –> 1 Pkt.
  • EK-Quote 2018: 48,03% –> 1 Pkt.
  • KGV über (bis zu) 4 Jahre: 10,2 –> 1 Pkt.
  • KGV aktuell: 7,4 –> 1 Pkt.
  • Analysten: Anzahl: 28, Meinung: 5 –> 0 Pkt.
  • Reaktion auf Quartalszahlen: Datum: 01.08.2019, Benchmark: FTSE 100, Differenz: -3,35% –> -1 Pkt.
  • Gewinnrevisionen: aktuelles Jahr: 5,47->5,57->5,40 (-1,28%), nächstes Jahr: 5,04->5,12->5,15 (2,18%) –> 0 Pkt.
  • Kursentwicklung 6 Monate: -8,94% –> -1 Pkt.
  • Kursentwicklung 1 Jahr: 8,55% –> 1 Pkt.
  • Kursmomentum: –> -1 Pkt.
  • Dreimonatsreversal: neutral –> 0 Pkt.
  • Gewinnwachstum: -4,63% –> 0 Pkt.
  • gesamt: 3 Pkt.

Bewertung: 2019-08-16 Discover Financial Services US2547091080

  • RoE 2018: 24,44% –> 1 Pkt.
  • EK-Quote 2018: 9,61% –> 0 Pkt.
  • KGV über (bis zu) 4 Jahre: 10,8 –> 1 Pkt.
  • KGV aktuell: 8,9 –> 1 Pkt.
  • Analysten: Anzahl: 24, Meinung: 6,77 –> 0 Pkt.
  • Reaktion auf Quartalszahlen: Datum: 23.07.2019, Benchmark: S&P 500, Differenz: 1,93% –> 1 Pkt.
  • Gewinnrevisionen: aktuelles Jahr: 8,77->8,99->8,99 (2,51%), nächstes Jahr: 9,47->9,59->9,59 (1,27%) –> 0 Pkt.
  • Kursentwicklung 6 Monate: 12,71% –> 1 Pkt.
  • Kursentwicklung 1 Jahr: 3,12% –> 0 Pkt.
  • Kursmomentum: –> 1 Pkt.
  • Dreimonatsreversal: neutral –> 0 Pkt.
  • Gewinnwachstum: 6,67% –> 1 Pkt.
  • gesamt: 7 Pkt.

Der Stand von heute, 21.08.2019

Levermann-Strategie Depotübersicht

In meinem vorigen Artikel zur Levermann-Strategie hatte ich ja bereits angemerkt, dass das Depot im Wesentlichen drei Stützen hat: Eckert+Ziegler, Warehouses de Pauw und Deutsche Konsum REIT. Vor allem liefert Eckert+Ziegler in letzter Zeit immer wieder neue Höchststände. Die Firma ist zwar ein Small Cap, aber einer der größten Hersteller radioaktiver Komponenten für messtechnische Zwecke, besonders in der Medizin. Bei denen läuft in letzter Zeit einfach alles super und sie werden von Analysten hochgestuft. Wenn man nach News zu dieser Aktie sucht, findet man eine Menge, unter anderem Schlagzeilen wie „Eckert+Ziegler explodiert“. Na, ich hoffe doch, das passiert nicht.

Mal eine Sache zum Nachdenken: Schon wieder hat mich die Levermann-Bewertung dazu „gezwungen“, eine Position mit einem Minus zu schließen. Für den neuen Kauf standen dadurch nur noch weniger als 1.000 EUR zur Verfügung. Dass der Gesamtwert des Depots trotzdem gestiegen ist, liegt vor allem am Kursanstieg von Eckert+Ziegler. In der Liste der Transaktionen, unten auf der Seite mit der Zusammenfassung zum Experiment Levermann-Depot sieht man jedoch in letzter Zeit bis auf kleine Dividendenzahlungen weiterhin immer wieder realisierte Verluste.

Denkt man sich den Buchgewinn von Eckert+Ziegler weg, läge der Gesamtwert unter 15.000 EUR. Das wäre zwar gegenüber dem Startwert von 12.000 EUR immernoch ein Plus, läge von der Performance her jedoch unter jedem sinnvollen Vergleichs-ETF-Depot.

Aber vielleicht ist es gerade das, was die Levermann-Strategie ausmacht: Es werden viele Kugeln abgefeuert, von denen die meisten danebengehen, aber ab und zu trifft doch eine ins Schwarze, wodurch dann ein gutes Gesamtergebnis herauskommt. Wenn ich im Verlauf meines Experimentes zurückblicke, war es bisher meistens so: Große Gewinne wurden nur durch wenige Überflieger-Aktien verursacht.

Ich bleibe einfach stur dabei. Schließlich hatte ich mir am Anfang vorgenommen, es durchzuziehen, egal was kommt. Bin gespannt, wie lange Eckert+Ziegler bis zum nächsten Ausstieg bleibt und welches der nächste „High-Performer“ sein wird.

Transaktionskosten sparen durch Depot-Umzug

Im vorigen Levermann-Artikel hatte ich die Transaktionskosten zusammengerechnet. Wie nicht anders zu erwarten war, kam dabei einiges zusammen. Nachdem ich mir eure Tipps und Erfahrungsberichte in den Kommentaren durch den Kopf gehen ließ, bin ich bei meinem Entschluss geblieben, mit diesem Depot zu onvista umzuziehen. Bin erst gestern dazu gekommen, die Depot-Eröffnung zu veranlassen. Also habe ich die hier beschriebenen Transaktionen noch beide bei der Consorsbank ausgeführt. Ich werde auch keinen Depotübertrag machen, sondern nach und nach selbst umziehen, indem die neuen Käufe dann immer bei onvista ausgeführt werden.

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Ansonsten gefällt mir das Online-Depot bei der Consorsbank ziemlich gut. Ich werde es für andere Zwecke behalten. Aber für solch ein Experiment, bei dem ich für meine Verhältnisse oft handeln muss, lohnt sich ein Sparmodell. Zwar bietet die Consorsbank auch einen günstigen Tarif mit geringeren Transaktionskosten, allerdings nur für neue oder inaktive Kunden.

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Disclaimer

Dieses ist zwar ein Echtgeld-Experiment, dennoch würde ich auf keinen Fall alles auf diese Strategie setzen. Ich halte sie nach wie vor für eine faszinierende Idee, die möglicherweise funktionieren kann, aber nicht zwangsläufig muss. Bitte mach das nicht einfach hirnlos nach!

Alle Infos zu diesem Experiment

immer auf dieser Seite: Artikelserien / Experiment Levermann-Depot

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5 Kommentare

  • Hallo Petra,
    vielen Dank für den Beitrag. Ich lese in zahlreichen Blogs (auch in deinem), dass diverse Methodiken zwar Ideen/Konzepte sind, aber keine Strategie. Gleichzeitig findet man im Internet aber nirgends eine Strategie (vielleicht sogar mit Backtest)?

    Was sind denn typische Strategien und Alternativen für langfristiges Anlegen im Gegensatz zu Levermann.

    Beste Grüße

    Liken

    • Levermann würde ich schon als Strategie ansehen. Ob diese jedoch langfristig wirklich so erfolgreich sein wird, wie es viele propagieren, steht in den Sternen. Strategien gibt es im Internet viele. Beispiele: passives Investieren mittels ETFs, diverse Dividendenstrategien, Wachstumstrategien, alles lässt sich auch langfristig anwenden. Warum du meinst, dass man keine findet, ist mir ein Rätsel. Aber wahrscheinlich meinst du „das todsichere Ding mit hieb- und stichfestem Beweis“. Das gibt es wohl kaum. Backtesting ist auch so eine Sache für sich. Ich persönlich sehe darin eher einen Anhaltspunkt, ob eine Strategie (wahrscheinlich) Erfolg hat oder nicht, aber niemals einen echten Beweis. Schon allein deshalb, weil man den „menschlichen Faktor“ nicht backtesten kann: Fehler und Fallen, die in der Realität lauern, die jedoch in keinem Backtest eingebaut werden. Zum anderen leiden viele Backtests unter dem sogenannten Survivorship Bias. Das heißt, dass in den untersuchten Daten Aktien von Unternehmen, die pleite gegangen sind, keine Berücksichtigung finden, weil es diese Aktien heute nicht mehr gibt. Damals hätte man jedoch sehr wohl darin investieren können.

      Liken

  • Hallo Petra,

    du schreibst:
    „Aber vielleicht ist es gerade das, was die Levermann-Strategie ausmacht: Es werden viele Kugeln abgefeuert, von denen die meisten danebengehen, aber ab und zu trifft doch eine ins Schwarze, wodurch dann ein gutes Gesamtergebnis herauskommt. Wenn ich im Verlauf meines Experimentes zurückblicke, war es bisher meistens so: Große Gewinne wurden nur durch wenige Überflieger-Aktien verursacht. “

    Ich denke das hat gar nichts spezielles mit der Levermann Strategie zu tun sondern ist ein allgemeines Phänomen des Aktienmarktes.

    dazu Verweise / Zitate aus zwei Artikeln zum Thema: (NZZ und godmode-trader)

    Der US-Wissenschaftler Prof. Hendrik Bessembinder hat die historische Entwicklung von 26.000 Aktien im Zeitraum von 1926 bis Ende 2015 untersucht.
    Sein Resultat: Die meisten Aktien schneiden auf lange Sicht nicht einmal besser ab als kurzlaufende US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von einem Monat.

    Obwohl der Aktienmarkt als Ganzes also eine überragende Performance aufweist, gilt das für die Mehrzahl der Aktien nicht.
    Lediglich vier Prozent aller Aktien sind nach den Daten von Professor Bessembinder für die gesamte positive Performance des Aktienmarktes
    seit dem Jahr 1926 verantwortlich.
    Die restlichen 96 Prozent der Aktien leisteten keinen oder gar einen negativen Beitrag zur langfristigen Renditeentwicklung.
    Die Hälfte der positiven Entwicklung des Aktienmarktes im Zeitraum von 1926 bis Ende 2015 ist sogar auf nur 86 Aktien zurückzuführen.
    Diese 86 Aktien machen gerade einmal 0,33 Prozent aller untersuchten Aktien aus.
    https://www.godmode-trader.de/artikel/das-geheimnis-der-gewinneraktien,5187543

    https://www.nzz.ch/finanzen/fonds/die-besten-aktien-der-welt-und-welche-lehre-sie-fuer-investoren-bereithalten-ld.1503639
    Wer sich etwa anschaut, welche Aktien für Investoren die grössten Gewinne generiert haben, und als Startjahr 1990 nimmt, kommt auf folgende Liste:

    Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet (Google), Exxon, Berkshire Hathaway, Johnson & Johnson, Walmart, Altria Group,
    Procter & Gamble, Tencent, Nestlé, Samsung, Roche, Novartis, China Mobile, Taiwan Semiconductor, China Construction Bank,
    Unilever, Industrial & Commercial Bank of China

    Viele Grüße
    Peter

    Liken

    • Vielen Dank, Peter, für Deinen ausführlichen Kommentar und die Links zu den interessanten Artikeln. Allerdings ist es sehr einfach, alle Aktien herzunehmen, selbst von der allerkleinsten und neuesten Klitsche. Dann ist es kein Wunder, dass nur ein kleiner Anteil gut performt und „die typische Aktie“ Verlust macht.

      Liken

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