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Dreieinhalb Jahre Experiment Levermann-Depot mit einer Punktlandung

Punktlandung! Mein Levermann-Depot ist nun nach dreieinhalb Jahren auf ziemlich genau dem gleichen Stand, den ein passives Benchmark-Depot nach exakt dieser Zeit unter Einsatz des gleichen Startkapitals hätte. Heute zeige ich – wie bisher alle halbe Jahre – eine ausführliche Zusammenfassung.

Der Verlauf im Vergleich zum Benchmark-Depot

Vergleich Levermann-Strategie-Depot zu Depot aus 2 ETFs

Was sagt uns dieses Bild? Nach dreieinhalb Jahren wäre es etwa auf das Gleiche herausgekommen, wenn ich ganz am Anfang das gesamte Startkapitel von 12.000 EUR einfach zu je 50% in zwei passende ETFs gesteckt hätte, und zwar in

  • ISHARES CORE MSCI WORLD UCITS ETF (IE00B4L5Y983)
  • ISHARES MSCI EMU SMALL CAP UCITS ETF (IE00B3VWMM18)

Bei den ETFs handelt es sich um einen auf den MSCI World Index und einen auf kleine Unternehmen aus Euroland. Es sind beides thesaurierende ETFs, also werden Dividenden darin sofort wieder angelegt.

Diese Konstruktion ist als Benchmark-Depot sehr gut geeignet, denn sie entspricht in etwa meinem Aktienuniversum für die Levermann-Strategie.

Die aktuellen Zusammensetzungen beider Depots

Beide mit je 12.000 EUR Startkapital 2016 begonnen.

Mein Levermann-Depot

Levermann-Strategie Depotübersicht

Es gab in dieser Woche Dividenden für ALTRI und SOUTHWEST AIRLINES. Daher kommt der etwas höhere Cash-Bestand.

Das Benchmark-Depot aus 2 ETFs

Bepot aus 2 ETFs - Übersicht

Die Transaktionen

Auch im letzten halben Jahr ging es wieder hin und her. Das Depot ist aber nun wieder voll investiert.

ZeitspanneAnzahl KäufeAnzahl Verkäufedavon mit Gewinn
Jan-Jun 161571
Jul-Dez 161283
Jan-Jun 17774
Jul-Dez 17775
Jan-Jun 1811126
Jul-Dez 1810122
Jan-Jun 1914112

Die Performance

Von Beginn an

Auch an diesen Zahlen sieht man: Beide Depots sind nun am gleichen Punkt angekommen.

Bis ZeitpunktLevermann-Depot2-ETF-Depot
Ende Jun 2016+0,6%+0,6%
Ende Dez 2016+28,8%+14,4%
Ende Jun 2017+55,2%+22,6%
Ende Dez 2017+62,9%+31,0%
Ende Jun 2018+49,4%+32,7%
Ende Dez 2018+25,1%+15,5%
Ende Jun 2019+36,0%+36,0%

6-Monats-Performance

Das ETF-Depot hat im letzten halben Jahr aufgeholt.

ZeitspanneLevermann-Depot2-ETF-Depot
Jan-Jun 16+0,6%+0,6%
Jul-Dez 16+28,0%+13,7%
Jan-Jun 17+20,5%+7,1%
Jul-Dez 17+5,0%+6,9%
Jan-Jun 18-8,3%+1,2%
Jul-Dez 18-16,3%-13,0%
Jan-Jun 19+8,7%+17,7%

Realisierte Gewinne/Verluste inkl. Dividenden

In diese Zahlen gehen nur die wirklichen Geldbewegungen im Levermann-Depot ein. Steuern und Transaktionskosten werden berücksichtigt. Die Kurswerte der Aktien im Depot sind dabei irrelevant.

Zeitspannerealisiert innerhalbrealisiert gesamt
Jan-Jun 16-225,84 EUR-225,84 EUR
Jul-Dez 16+91,13 EUR-134,71 EUR
Jan-Jun 17+1.335,66 EUR+1.200,95 EUR
Jul-Dez 17+2.121,56 EUR+3.322,51 EUR
Jan-Jun 18+1.565,54 EUR+4.888,05 EUR
Jul-Dez 18-920,89 EUR+3.967,16 EUR
Jan-Jun 19-1.214,22 EUR+2.752,94 EUR

Wieder ein großes Stück „abgeknabbert“.

Fazit und Ausblick

Nun könnte mancher sagen: Ätsch, hätteste mal lieber einfach in die ETFs investiert! Aber dann hätte ich vieles nicht gelernt, das ich mir für die Umsetzung dieses Projektes im Laufe der Zeit angeeignet habe.

Uber das langfristige Funktionieren der Levermann-Strategie ziehe ich auch nach dreieinhalb Jahren kein Fazit. Ich werde auch in den folgenden Jahren keines ziehen. Aber ich spiele dieses Spiel einfach weiter. Strategieänderungen nehme ich für mein Experiment zunächst nicht vor.

Den aktuellen Stand und die Transaktionsübersicht pflege ich weiterhin mehr oder weniger regelmäßig auf der zentralen Seite zum Thema: Experiment Levermann-Depot

21 Antworten auf „Dreieinhalb Jahre Experiment Levermann-Depot mit einer Punktlandung“

Denkst Du es hat etwas damit zu tun dass die Levermann Strategie in guten Boersenjahren eventuell die erfolgreichere ist, und in schlechten Boersenjahren in etwa auf dasselber herauskommt, oder sogar schlechter?
Fuer eine lange Zeit, und das waren hauptsaechlich die guten Jahre, haben porfolios wie „Leise“ auf wikifolio ja extrem besser abgeschnieden als die Vergleichs – Indices! Die letzten Jahre aber gar nicht mehr.

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Naja, es gibt bei Wikifolio noch andere Levermann Depots als nur das von „Leise“. Ich beobachte auch das Depot „X-fokussiert nach Levermann“ bei Wikifolio. Das zeigt auf Monats- und Jahressicht ne deutliche Überperformance ggü. dem von Leise. Der Autor scheint zu den reinen Levermann Kriterien z.B. bei Kauf und auch Ausstieg noch charttechnische Anslysen mit zu berücksichtigen. Ich glaub ich bleib trotzdem bei meinen ETFs 🙂

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„Der Autor scheint zu den reinen Levermann Kriterien z.B. bei Kauf und auch Ausstieg noch charttechnische Anslysen mit zu berücksichtigen.“
Das ist aber das „Problem“. Zu einer Strategie, hier Levermann, kommt noch etwas anderes, der nächste sattelt noch was Neues drauf, ein Dritter berücksichtigt noch die Mondphasen,was ein Vierter nutzt ,um dann 2 Levermann-Kriterien nicht mehr zu berücksichtigen und dann hast du ein Levermann-System, was mit Levermann nichts mehr zu tun hat außer den Namen.

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Hallo Sigmund. Was spricht denn dagegen? Wenn du z.B. 3 Kaufkandidaten hast (nach Levermann) und du dann charttechnisch zusätzlich schaust, welche der drei Titel den besseren Einstiegszeitpunkt bietet? So falsch finde ich das ehrlich gesagt nicht. Ist ja kein Wiederspruch zu Levermann, sondern eher Levermann Plus.

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Mich wuerde wirklich mal interessieren ob irgendjemand hier (Petra?) oder anderswo irgendwelche scientific evidence dafuer hat dass „Chartanalysen“ auch nur den geringfuegigst besseren Vorhersagewert haben als Mondphasen oder aehnliches!? Warum wird staendig ueber Charttechnik und Chartanalysen geredet wenn es fuer deren Nutzen ueberhaupt keine Anhaltspunkte gibt? Gibt es irgendein Experiment, aehnlich wie dieses hier oder noch umfangreicher / ‚wissenschaftlicher‘ das schluessig zeigen kann dass ein auf Chartanalysen basierendes Depot besser abschneidet als Vergleichsindices?

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Ich vermute mal: Nein. Außerdem gibt es ja nicht „die Chartanalyse“. Als Ergänzung zu anderen Strategien sind bestimmte Aspekte der Chartanalyse vielleicht gar nicht so verkehrt. Aber allein dadurch, dass man auf die bisherigen Kursverläufe oder irgendwelche Kerzen oder phantasievolle Formationen blickt, wird wohl langfristig kein überragendes Ergebnis herauskommen können.

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Betrachte ich 6-Monats-Performance und zusätzlich auch das Risiko (=die Schwankungen)
dann schneidet die Levermann-Strategie im 3-Jahres-Test schlechter ab.

Es sieht für mich ein wenig so aus wie es auch christoph965 schreibt:
Wenn es an den Börsen gut läuft dann schneidet Levermann etwas besser ab.
Wenn es aber nicht gut läuft dann schneidet das ETF-Portfolio vergleichsweise besser ab.

Mal sehen ob sich diese Aussage auch in Zukunft halten lässt.

Ich frage mich – wie könnte man eine statistisch fundierte Aussage (also mit Signifikanzniveau etc.) treffen?
Nach 1 ggf. auch noch nach 2 Jahren sah es ja so aus als läge Levermann klar vorne.
Nach 3 1/2 Jahren also wieder Gleichstand.

Ich glaube dazu müsste man einen sog. t-Test machen
(=> Vergleich zweier Mittelwerte zweier Stichproben – z.B. obige Werte der 6-Monats-Performances verwenden)
Also vermutlich irgendwie in diese Richtung:
https://matheguru.com/stochastik/t-test.html

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Die Frage ist: Was nutzt denn eine „statistisch fundierte Ausage“ in der Praxis? Was hst diese nachher mit der Wirklichkeit zu tun? Die mathematischen Modelle lassen sich ausgefeilt bis zu Gehtnichtmehr gestalten, aber dann kommt die Realität und in dieser agieren Menschen, die machen Fehler. Das sollte man immer beachten. Für mich ist entscheidend, was dabei herauskommt und wie lange ich überhaupt noch Lust habe, mich damit zu beschäftigen, und nicht ob und wie ich irgendwelche fundierten Tests mache.

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bei Levermann ist ja auch das Problem, dass es auf den Input der Aktien ankommt. Ich selbst lasse jetzt ca immer 1500 Aktien bewerten und mache das ganze auch schon mehrere Jahre. Ich handel allerdings nicht so häufig, eher etwa alle 3 Monate. Und bei der Auswahl berücksichtige ich nicht nur die Punkte, das ist für mich nur eine Vorauswahl, sondern sehe mir dann die Firmen dahinter noch an und vermeide dann aus ethischen oder anderen Gründen die ein oder andere, auch wenn der Punktestand gut ist.
Fazit: Selbst Levermann bietet noch sehr viel Spielraum, weshalb es da sicherlich auch große Differenzen in den Wertentwicklungen gibt.

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@Florian: Nimmst Du für die 1500 Aktien das Exceltool oder wie bewertest Du diese? Falls Excel-Tool, kannst Du die Aktien als Excel oder csv teilen?

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Hmm, tja, wenn man denkt, die Levermann-Strategie macht gar nichts aus im Vergleich mit einem ETF, könnte man ja das zusätzlich testen in dem man 3 Portfolios über eine gewisse Zeit vergleichen: 1. mit Aktien, die hohe Punkte haben („klassische“ Levermann); 2. mit Aktien, die -4 bis -7 Punkte haben (quasi anti-Levermann) und 3. mit Aktien die 1 bis -1 Punkte haben… Es wäre schon recht interessant zu sehen, wie sich die Aktien mit den schlechtesten Punkten behaupten würden. 🙂

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Das mag ja alles sein und ist sicher auch sehr interessant, und ich nehme an, dass die Aktien mit hoher Punktezahl besser abschneiden, aber:
Um zu testen, ob die Levermann-Strategie gegenüber einem geeigneten passiven ETF-Portfolio langfristig einen Vorteii hat, ist es meiner Meinung nach doch besser, einfach einen Vergleich mit einem solchen ETF-Portfolio anzustellen, so wie ich es mache.
Es geht ja nicht nur um bessere Performance bestimmter Aktien gegenüber anderen, sondern um die Frage, ob es den zusätzlichen Aufwand und die zusätzlichen Kosten aufwiegt, dieser Strategie zu folgen.

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Klar, ich sage ja nichts dagegen. Nun, der Chart oben sagt doch, dass die Levermann-Strategie eigentlich besser abgeschnitten hat vis-a-vis einen ETF: 3.5 Jahre ist das Experiment gelaufen, und in etwa 75%(?) von den Tagen hat doch die Levermann-Strategie einen deutlichen outperformance geliefert. Das finde zumindest ich sehr spannend. Demnach könnte man vielleicht argumentieren, dass die Levermann-Strategie ausgezeichnet ist, wenn es darum geht, gute Aktien zu finden, aber vielleicht weniger ausgeklügelt ist, wenn es darum geht, sich von den Aktien zu trennen. 🙂

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