Lotto spielen werde ich trotzdem nicht

Lotto
Ich schaue manchmal, was es so für interessante Bücher bei Amazon gibt. So stöbere ich ab und zu in den Top 100 der kostenlosen Kindle-Downloads in verschiedenen Kategorien und lade mir das eine oder andere zum Lesen herunter. Ehrlich gesagt lese ich kaum noch Bücher zum Thema Aktien und ETFs oder Geldanlage ganz allgemein, es sei denn, ich finde mal eins, das irgendwie anders ist.

Lieber schaue ich ein wenig über den Tellerrand. Die Themen Business, Selbstmanagement oder Rhetorik liefern ganz interessanten Lesestoff. Manchmal sind auch Sachen in den Kategorien, die da eigentlich nicht hingehören, aber trotzdem meine Neugier wecken.

So bin ich auf ein Buch zum Thema Lotto gestoßen. „Och nö“, kommt nun vielleicht aus mancher Ecke. „Das ist doch ein alter Hut, und jeder weiß doch, wie schlecht die Chancen da stehen und dass man das Geld lieber sparen und besser anlegen sollte.“ Ja, stimmt! Ich selbst spiele auch kein Lotto. Aber trotzdem fand ich das Buch ziemlich interessant und unterhaltsam.

Es geht um dieses hier (Link zu Amazon):

Lotto spielen mit System: Wahrscheinlichkeiten, Strategien, Gewinnpotentiale
von Richard Zedlitz

Was man auch von diesem Buch nicht erwarten kann, ist eine Strategie, mit der man sicher gewinnt. So etwas gibt es nicht. Das sollte inzwischen wohl ziemlich jeder wissen und das verspricht der Autor auch gar nicht.

Was Richard Zedlitz hier darstellt, sind einige Betrachtungen, wann es sich mehr lohnt zu spielen und wann eher nicht, also wie man seine Gewinnquoten erhöht und seine Gewinnchancen verbessert. Das ist relativ einfach und ich denke, das kann ich hier ruhig hinschreiben, ohne zu spoilern: Wenn der Jackpot besonders hoch ist, lohnt es sich eher. Außerdem gibt es noch ein paar Tipps zur Zahlenauswahl, d.h. welche Kombinationen meistens von weniger Leuten gespielt werden. Beides erhöht die Gewinnquote. Die Chancen erhöht man z.B. in einer Tippgemeinschaft. Denn wie heißt es in dem Buch sinngemäß so schön: Wenn ein großer Jackpot von 90 Millionen unter 50 Leuten einer Tippgemeinschaft aufgeteilt wird, bleibt für jeden einzelnen immer noch genug.

Was ich besonders interessant und unterhaltsam fand, und so bisher noch nirgendwo anders über das Lottospiel gelesen habe, sind einige Betrachtungen aus sozialer und sozialökologischer Sicht. Der Autor stellt z.B. einen Vergleich mit dem viel diskutierten bedingungslosen Grundeinkommen an. Richard Zedlitz hat das Thema Lotto von allen möglichen Seiten untersucht und dargestellt. Weiterhin stellt er einige Überlegungen zur Verbesserung vorhandener Lotteriemodelle an, z.B. ob man es schaffen könnte, eine Lotterie zu kreieren, in der man wenigstens ab und zu einen statistischen Erwartungswert von über 1 erreichen kann. (Gewinnwahrscheinlichkeit * Gewinnfaktor > 1). Ja, solch eine Lotterie wäre natürlich attraktiver. Trotzdem wird die Wahrscheinlichkeit, dass man gewinnt, dadurch nicht größer.

Das Buch ist eine systematische Sammlung zum Thema Lotto. Am Ende gibt Richard Zedlitz noch einige Anregungen, in welche Richtungen man hier „weiterforschen“ könnte. Auch wenn er, wie er selbst schreibt, diese Themen nicht alle im Rahmen eines Buches behandeln kann, finde ich schon, dass er sich mit dem einen oder anderen Punkt doch noch hätte im Buch auseinandersetzen können.

Mein Fazit: Ich habe keine Super-Lotto-Strategie beim Lesen erwartet, da es so etwas nicht gibt. Ich wurde gut unterhalten und hatte vorher über den einen oder anderen Aspekt so noch nicht nachgedacht. Einen kleinen Kritikpunkt möchte ich anführen: In ein Buch, welches „Lotto spielen mit System: Wahrscheinlichkeiten, Strategien, Gewinnpotentiale heißt“, gehören meiner Meinung nach doch noch etwas ausführlichere Wahrscheinlichkeitsberechnungen hinein, anstatt das als „Aufgabe für Mathematiker“ zu lassen.

Ich habe vor, hier öfter über bisher unbekannte Bücher zu schreiben, sofern mir das eine oder andere daran gefällt. Irgendwie machen mir überhaupt gerade andere Themen mehr Spaß, als den gefühlt tausendsten Artikel über etwas zu verfassen, das schon auf jedem Finanzblog und jedem Finanz-Youtube-Kanal immer wieder erklärt wird. Aber mir wird da sicher noch einiges anderes einfallen.

2 Kommentare

  • Liebe Petra,
    spannend, ich habe vor 20 Jahren mal bei einem lokalen Wettbewerb einen Gutschein für 2000 CHF gewonnen, leider gab es kein Geld sondern man musste Waren aus dem Laden kaufen, Bettwäsche und Kleinmöbelkram und Deko, war richtig mühsam das auszunutzen 🙂
    Als junges Mädchen hatte ich mal von der DB einen Gutschein gewonnen und konnte ein halbes Jahr gratis Zug fahren, das fand ich nützlich.
    Lotto spiel ich leider auch nicht, manchmal mach ich an kostenlosen Preisausschreiben mit, gibt bestimmt auch ein System wie man seine Gewinnchancen erhöht, hast Du da mal geforscht?

    schönes WE
    Annabella

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    • Hallo Annabella,

      na das mit dem 2000 CHF Gutschein war ja ein Luxusproblem 😉

      „Geforscht“ habe ich zu solchen Preisausschreiben nicht. Aber dazu gibt es bereits eine Menge Infos. Google einfach mal oder schau bei Youtube. Aber solche Gewinnspiele sind ja nicht dazu da, um Dir als Spieler unbedingt etwas Gutes zu tun, sondern um Adressen zu sammeln. Wahrscheinlich wird man dann irgendwann nur noch mit Werbung genervt.

      Viele Grüße
      Petra

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