Levermann-Dienstag: Zwei Verkäufe, zwei Käufe und vielleicht eine Strategie-Änderung

Experiment Levermann-DepotNach meiner letzten Auswertungsrunde am Wochenende gab es zwei Verkäufe und dafür zwei neue Käufe. Immerhin wurde mit einem der Verkäufe endlich mal wieder ein kleiner Gewinn realisiert. Allerdings brachte der andere Verkauf einen Verlust in fast der gleichen Höhe.

Heute zeige ich wie immer meine Übersichten, die Bewertungen der betreffenden Aktien und die Transaktionen. Am Ende denke ich über eine Änderung bei der Durchführung der Strategie nach. Ich habe mich jedoch noch nicht entschieden, ob ich diese auch umsetze. Noch sammle ich Für und Wider. Vielleicht könnt Ihr mir in den Kommentaren beim Sammeln helfen, so dass ich bald zu einer Entscheidung kommen kann.

Depotübersicht vom Freitag, 29.03.2019

Levermann-Strategie Levermann-Dienstag Depotübersicht

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Dividendenzahlungen

Seit dem letzten Levermann-Artikel vor vierzehn Tagen gab es drei kleine Dividendenzahlungen, die ich der Vollständigkeit halber nennen möchte, und zwar

  • 3,47 EUR für Universal Insurance (25.03.2019)
  • 2,34 EUR für Southwest Airlines (28.03.2019)
  • 6,76 EUR für Viacom (02.04.2019)

Die Verkäufe

Verkaufen musste ich Aroundtown und Innoviva, weil die Punktezahlen fielen. Aroundtown hat nach etwa elf Monaten Haltedauer unterm Strich ein Plus von 115,20 EUR gebracht. Innoviva verabschiedete sich nach bereits vier Wochen Haltedauer mit einem Minus von 113,10 EUR. Hier zeige ich die Bewertungen dazu:

Bewertung: 2019-03-29 Aroundtown SA LU1673108939

  • RoE 2018: 18,18% –> 0 Pkt.
  • EK-Quote 2018: 53,10% –> 1 Pkt.
  • KGV über (bis zu) 4 Jahre: 5,0 –> 1 Pkt.
  • KGV aktuell: 7,1 –> 1 Pkt.
  • Analysten: Anzahl: 16, Meinung: 8,75 –> -1 Pkt.
  • Reaktion auf Quartalszahlen: Datum: 28.03.2019, Benchmark: MDAX, Differenz: -4,30% –> -1 Pkt.
  • Gewinnrevisionen: aktuelles Jahr: 1,06->1,03->1,03 (-2,83%), nächstes Jahr: 1,02->1,01->1,01 (-0,98%) –> 0 Pkt.
  • Kursentwicklung 6 Monate: -4,05% –> 0 Pkt.
  • Kursentwicklung 1 Jahr: 16,67% –> 1 Pkt.
  • Kursmomentum: –> 0 Pkt.
  • Gewinnwachstum: -1,94% –> 0 Pkt.
  • gesamt: 2 Pkt.

Bewertung: 2019-03-29 Innoviva US45781M1018

  • RoE 2018: 248,47% –> 1 Pkt.
  • EBIT-Marge 2018: 88,76% –> 1 Pkt.
  • EK-Quote 2018: 28,02% –> 1 Pkt.
  • KGV über (bis zu) 4 Jahre: 10,8 –> 1 Pkt.
  • KGV aktuell: 6,0 –> 1 Pkt.
  • Analysten: Anzahl: 2, Meinung: 6,25 –> 0 Pkt.
  • Reaktion auf Quartalszahlen: Datum: 06.02.2019, Benchmark: Dow Jones 30 Industrial, Differenz: -5,92% –> -1 Pkt.
  • Gewinnrevisionen: aktuelles Jahr: 2,34->2,34->2,34 (0,00%), nächstes Jahr: 2,58->2,58->2,58 (0,00%) –> 0 Pkt.
  • Kursentwicklung 6 Monate: -7,94% –> -1 Pkt.
  • Kursentwicklung 1 Jahr: -15,84% –> -1 Pkt.
  • Kursmomentum: –> 0 Pkt.
  • Gewinnwachstum: 10,26% –> 1 Pkt.
  • gesamt: 3 Pkt.

Die Käufe

Gekauft habe ich dafür Aktien der Deutschen Konsum REIT und Montea, einem belgischen Vermieter von Warenhäusern. Hier die Bewertungen, die zu den Käufen geführt haben:

Bewertung: 2019-03-29 Deutsche Konsum REIT-AG DE000A14KRD3

  • RoE 2018: 14,72% –> 0 Pkt.
  • EK-Quote 2018: 46,31% –> 1 Pkt.
  • KGV über (bis zu) 4 Jahre: 7,4 –> 1 Pkt.
  • KGV aktuell: 7,9 –> 1 Pkt.
  • Analysten: Anzahl: 3, Meinung: 9,17 –> 1 Pkt.
  • Reaktion auf Quartalszahlen: Datum: 14.02.2019, Benchmark: SDAX, Differenz: 0,34% –> 0 Pkt.
  • Gewinnrevisionen: aktuelles Jahr: 1,63->1,63->1,63 (0,00%), nächstes Jahr: 2,03->2,03->2,03 (0,00%) –> 0 Pkt.
  • Kursentwicklung 6 Monate: 17,73% –> 1 Pkt.
  • Kursentwicklung 1 Jahr: 26,96% –> 1 Pkt.
  • Kursmomentum: –> 0 Pkt.
  • Gewinnwachstum: 24,54% –> 1 Pkt.
  • gesamt: 7 Pkt.

Bewertung: 2019-03-29 Montea SICAFI SCA BE0003853703

  • RoE 2018: 14,88% –> 0 Pkt.
  • EK-Quote 2018: 45,66% –> 1 Pkt.
  • KGV über (bis zu) 4 Jahre: 12,0 –> 1 Pkt.
  • KGV aktuell: 11,5 –> 1 Pkt.
  • Analysten: Anzahl: 2, Meinung: 5 –> 0 Pkt.
  • Reaktion auf Quartalszahlen: Datum: 21.02.2019, Benchmark: BEL 20, Differenz: 3,49% –> 1 Pkt.
  • Gewinnrevisionen: aktuelles Jahr: 6,42->6,42->6,42 (0,00%), nächstes Jahr: 6,77->6,77->6,77 (0,00%) –> 0 Pkt.
  • Kursentwicklung 6 Monate: 35,11% –> 1 Pkt.
  • Kursentwicklung 1 Jahr: 77,22% –> 1 Pkt.
  • Kursmomentum: –> 0 Pkt.
  • Gewinnwachstum: 5,45% –> 1 Pkt.
  • gesamt: 7 Pkt.

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Depotübersicht von heute, 02.04.2019

Levermann-Depot

Idee für eine Strategie-Änderung

Schon während der gesamten Laufzeit des Experimentes nervt mich das meiner Ansicht nach zu häufige Hin und Her. Es gibt zwar Phasen, in denen es entspannt zugeht, also nicht verkauft und neu gekauft werden muss, aber die sind selten.

Ich denke darüber nach, seltener auszuwerten und entsprechend zu handeln als bisher alle zwei Wochen. Weniger Transaktionskosten wären mir so schon sicher. Außerdem würde es mich weniger Zeitaufwand kosten.

Ich habe nun nach mehr als drei Jahren Levermann-Experiment nicht den Eindruck, dass es bei dieser Strategie darauf ankommt, ganz schnell zu agieren. Sofern man nicht gerade ganz eng gehandelte Papiere kauft, ist der Kurs, zu dem man handeln kann, doch eher Zufall. Mit längeren Zeitintervallen könnte ich mir auch den Luxus von länger angelegten Limit-Orders zum günstigeren Einkauf leisten. Es besteht zwar keine Garantie, dass ich mein Limit dann auch bekomme, aber im schlimmsten Fall wird einfach nur nichts gekauft.

Mir schwebt ein neuer Rhythmus von vier Wochen vor. Was denkt ihr darüber?

Weiteres

Disclaimer

Nicht einfach nachmachen…

14 Kommentare

  • Hallo Petra, der Vorteil deiner Strategieänderung und weniger Transaktionen ist am Beispiel von Dt. Konsum REIT zu sehen, die jetzt wieder im Depot ist, obwohl du diese vor einiger Zeit verkauft hast. Längere Phasen des Wartens überbrücken vielleicht eventuelle Bewertungsrückschläge.
    Nachteilig finde ich, dass dein Experiment als langangelegter Prüfung der Lebemann-Strategie an Validität verliert, wenn die Strategie während der Laufzeit des Exp. geändert wird.
    In jedem Fall vielen Dank für deine Arbeit und freundliche Grüße aus Wiesbaden
    Andreas

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  • Hallo Petra,

    die Bewertungen zeitlich zu strecken ist sicherlich nicht nachteilig. Allerdings würde ich dies von den Veröffentlichungen der Quartalsberichten abhängig machen, die für mich auch nach drei Jahren Levermann-Stragie ein wichtiger Indikator bleiben.
    Wie im Buch beschrieben, sollte gerade an den Tagen danach bewertet werden. So manche Aktie hat danach deutlich nachgegeben.

    Gruß
    Matthias

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    • Hallo Petra und Matthias,

      die Quartalszahlenveröffentlichung wäre für mich eher ein Grund, die Zeiträume zu strecken. Denn wir haben zumindest ab Mid Caps einen sehr effizienten Markt. Wie Du schreibst, hat manche Aktie danach deutlich nachgegeben. Die Informationen werden ziemlich schnell von ziemlich vielen Leuten analysiert und ein Privatanleger ist so oder so zeitlich nicht in der Lage, da mitzuhalten. Deswegen würde ich lieber eine Frist danach abwarten und so im Durchschnitt auf eine Glättung der Kursausschläge hoffen. Anderenfalls befürchte ich, dass man bei schneller (aber nie genügend schneller) Reaktion Neukäufe immer zu einem lokalen Hoch und Verkäufe zu einem lokalen Tief macht.

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      • Hallo Anja,

        den optimalen Ein- oder Ausstiegskurs zu erwischen ist sicherlich schön, aber wohl eher Zufall und nicht Idee der Strategie.

        Verkäufe sollen natürlich nicht ausschließlich von den Veröffentlichungen der Quartalsberichten abhängig sein, aber wenn am Tag danach die Mindestpunktzahl unterschritten wird, ist das konsequente Handeln m. E. für die Strategie zu empfehlen.
        Die Glättung der Kursausschläge wird (nach meinem Eindruck) in der Regel am selben Tag erfolgen. Deshalb empfiehlt Frau Levermann ja auch den Tages-SCHLUSSkurs der Aktie mit zu bewerten.

        Ich hatte auch wie du überlegt, auf einen längere Kurskorrektur zu warten. Das kann gut gehen, muss aber nicht.

        Persönlich sind mir häufigere Bewertungsläufe lieber, weil es mir mit meiner Excel keine Mühe macht. 🙂

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  • Eine LImitorder halte ich immer für besser. Man muss beim Handeln an der Börse einfach Geduld haben, auch wenn es schwer fällt. Auch wenn es einmal nicht klappt, es gibt immer wieder viele neue Chancen!

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    • Da habe ich mich vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt. Ich gebe auch jetzt schon Limit-Orders ein. Aber so könnte ich länger laufende Kauflimits etwas tiefer eingeben, und das Ganze bleibt realistisch.

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  • Die Zahl der Transaktionen hängt m.E. von der Volatilität der Aktien ab. Da die Vola m.E. seit ca. einem Jahr tendenziell ansteigt, nimmt auch die Zahl der Transaktionen zu. Ein Ausweiten des Prüfintervalle würde das mit der Strategie verbundene Risiko erhöhen, da die Reaktionszeit verdoppelt wäre. Die Auswirkung könnte man messen, indem die Standardabweichungen des Depotwertes über die verschiedenen Prüfintervalle verglichen werden. Sollte das Ergebnis unwesentlich sein. spricht m.E. nichts gegen eine Ausweitung der Prüfintervalle.

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  • Hallo Petra, auch hier mal ein seltener Kommentar von mir.
    Ich finde auch, dass das Levermann Experiment individuelle Anpassungen benötigt. Ich habe auch festgestellt, dass eine Änderung der Kaufpunktesumme und (vice versa) eine Änderung des Verkaufssignals sinnvoll ist. Meiner Meinung nach ist auch das Anpassen der Prüfintervalle sinnvoll. Ich habe mir seit nun ungefähr einem Jahr immer die TOP 5 mit Punktesumme aufgeschrieben und festgestellt, dass einige Werte teilweise in der einen Woche auf 3 Punkte fallen und in der nächsten Prüfphase schon wieder 5 Punkte haben. Ich finde das Experiment aber von der Sache her sinnvoll. Ich habe z.B. eine Mindesthaltedauer von 6 Wochen für gekaufte Titel für mich eingeführt, was mir bei der Konsum-Reit bislang einen schönen Buchwert gebracht hat.

    Viele Grüße aus Lübeck

    Stefan

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  • Hallo Petra,

    hätte noch eine Frage bzw. Hinweis bzgl. Deines Innoviva trades im Zusammenhang mit dem letzten Quartalszahlen. Ich glaube diese wurden am 06.02.2019 nachbörslich veröffentlicht, womit der Bezugszeitraum der 06./07. gewesen wäre. Legt man der entsprechende Analyse noch den Nasdaq zugrunde, resultiert eine Entwicklung von ca. +4.0%. Dann wäre Innoviva zunächst mal in Deinem Depot geblieben. Siehst Du das ggf. anders?
    In meinem Fall ist das der Grund, warum Innoviva noch nicht auf die Schlachtbank geführt wurde ;-).

    Viele Grüße
    C

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    • Hallo C,
      wenn das so ist mit den nachbörslichen QZ, sehe ich das wie Du.
      Dann habe ich einfach einen Fehler drin. So etwas kann passieren.
      Ist natürlich ärgerlich, aber nun habe ich die Aktie ausgetauscht und mache das nicht rückgängig.
      Viele Grüße
      Petra

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  • Hallo Petra,

    dein Denk-Ansatz die Transaktionskosten und den Arbeitsaufwand zu minimieren ist sicher vernünftig.

    ich habe selbst auch schon versucht die Levermann-Strategie zu optimieren.
    Ich dachte daran die 13 Einzelpunkte unterschiedlich zu gewichten und letztlich eine gewichtete Summe zu verwenden.

    Aber wie anders als Gleichgewichten?
    Mein Ansatz dazu war die Korellation der 13 Einzelpunkte
    mit der zukünftigen Performance (z.B. 3 oder 6 Monate) zu ermitteln.
    Dies habe ich für ca. 100 Aktien für einen Zeitraum von ca. 1,5 Jahren durchgezogen.
    Es war also wirklich sehr arbeitsintensiv – ich habe es daher nun abgebrochen.

    Dabei bin ich auf einige Überraschungen gestoßen.
    Manche Punkte hatten gar eine negative Korrelation.
    Eine davon: eine hohe Eigenkapitalquote wird eher bestraft.
    Eine hohe EK-Quote wird im derzeitigen extremen Niedrigzinsumfeld wohl nicht belohnt.

    Anderes für mich weniger überraschendes:
    Ein hohes Gewinnwachstum korrelliert gut mit hoher Performance in der Zukunft.
    Diesen Punkt würde ich also höher gewichten.
    Ebenso die beiden Punkte für EBIT-Marge und Eigenkapitalrendite.

    Letztlich vertraue ich aber meinen Auswertungen noch nicht allzu viel.
    Der Zufall narrt einem vermutlich dabei noch sehr. – man bräuchte noch mehr Aktien
    und noch längere Zeiträume die man betrachtet.
    Ich hätte zudem auch noch ausgeschüttete Dividenden berücksichtigen müssen….

    Was meinst Du zu einem solchen Ansatz der gewichteten Punktesumme?

    Viele Grüße
    Peter

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  • Hallo Petra,

    bei meinen Investitionen bin ich auch immer hin und hergerissen auf kurzfristige Signale zu reagieren. Die Levermann-Strategie mag deshalb gut funktionieren, weil als Fondgesellschaft die Überwachung noch lückenloser ist, täglich reagiert werden kann und die Transaktionskosten nicht so hoch ausfallen wie bei Privatanlegern.

    Die Erfahrung, die ich mit dem Trendfolgeransatz gemacht habe ist, dass man mit dem spontanen Wunsch auf kurzfristige Signale zu hören langfristig schlechter fährt. Fazit: Länger halten.

    Für die Entscheidung für Dein Levermann-Experiment heißt das: Versuche es mit einem Rhythmus von vier Wochen.

    Ich bin gespannt was passiert.

    Gruß

    Frank

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