Experiment LEGO-Investment: Dritter virtueller Einkauf und erste Auswertung

LEGO-Investment

Heute etwas zu meinem jüngsten Experiment, das sich mit dem Investieren in LEGO-Sets beschäftigt. Ich hatte durch Zufall von „LEGO als Investment“ gehört und fand die Idee interessant. Also beschloss ich, das Ganze in einem Experiment zu „verarbeiten“, und zwar zunächst ein Jahr lang als Trockenübung auf dem Papier. Zwei virtuelle Einkäufe hatten dazu bereits stattgefunden. Heute kommt ein neuer dazu.

Ich hatte mir vorgenommen, mich ein wenig am „Projekt 100“ von Lars Conrad, dem Spielwareninvestor, zu orientieren. Lars betreibt eine Webseite und einen Podcast und hat nun schon zum zweiten Mal ein ähnliches Projekt gestartet. Er investiert jeden Monat bis zu 100 EUR in LEGO und veröffentlicht das. Zwischendurch bewertet er auch sein Depot immer wieder. Bei meinem ersten Kauf hatte ich mich an seinen Empfehlungen orientiert, allerdings war nicht mehr alles erhältlich, als ich den Blog-Artikel geschrieben habe.

Den zweiten Kauf hatte ich ganz allein entschieden. Seit gestern ist die zweite Runde zum Projekt 100 von Lars online. Diesmal hat er nur ein Set gekauft. Dazu hat er ein Angebot für den „Ninjago Flugsegler (70618)“ für 99,99 EUR bei SOWIA gefunden, der laut UVP von LEGO eigentlich 169 EUR kostet. Diesen nehme ich nun in mein virtuelles Depot auf, denn er ist heute noch verfügbar und ich könnte ihn direkt kaufen.

Aktuelle Bewertung meines Musterdepots

Lars hat eine Bewertung seiner bisherigen Depotpositionen mit Hilfe von ebay-Preistendenz und ist dabei für seine vorher gekauften Sets auf einen Wert von 198 EUR gekommen, und das bei einem Einkaufswert von nicht ganz 100 EUR.

Die einzige Position, die wir gemeinsam hatten, ist Set Nr. 41615 „BrickHeadz Harry Potter und Hedwig“. Ebay-Preistendenz hatte dafür 29,73 EUR angegeben. Darin sind jedoch Versandkosten enthalten. Das ist der Preis, den Käufer dafür zahlen, und es ist OK, diesen anzusetzen, denn man muss ja auch nicht unbedingt über ebay-Auktionen oder Sofortkauf verkaufen, sondern kann die Kleinanzeigen nutzen. Dann schafft man es, Abzüge für ebay-Provision und oftmals auch Versandkosten zu vermeiden.

Für mich ist eine etwas andere Herangehensweise realistischer, denn ich bin faul und wähle in meinen Betrachtungen den einfachsten Weg. Ich möchte wissen, was ich unterm Strich beim Verkaufen über ebay-Auktionen herausbekommen würde. Dazu habe ich zwei Wege ausprobiert. Zunächst in der erweiterten Suche von ebay selbst, anschließend bidvoy, ein frei im Web verfügbares Tool, das ebay-Verkäufe auswertet.

Die ebay-Suche

Habe ins Suchfeld „LEGO 41615“ eingetragen, etwas weiter unten „beendete Angebote“ aktiviert und als Angebotsformat „Auktion“ ausgewählt, als Artikelzustand „Neu“ angekreuzt. Es interessieren mich nur Auktionen der letzten Zeit, denn schließlich möchte ich wissen, welchen Preis man momentan dafür erzielen könnte. Folgende habe ich gefunden:

Preis EUR | Versand | Anzahl Gebote | Auktionsende
26,60 |3,79 | 9 | 27.01.2019 22:07
21,80 | 4,99 | 11 | 22.01.2019 18:06
22,50 | 3,89 | 4 | 13.01.2019 22:16
24,00 | 4,89 | 13 | 12.01.2019 19:02
15,50 | 3,50 | 10 | 03.01.2019 18:59
25,50 | 3,79 | 9 | 02.01.2019 11:22
20,50 | 3,50 | 14 | 29.12.2018 19:07
19,90 | 4,99 | 5 | 26.12.2018 18:45

Es gibt natürlich noch weiter zurückreichende. Jedoch würde ich ohnehin nur die neuesten Ergebnisse verwenden, da das die relevanten Angaben sind.

Das Ergebnis von bidvoy

Auf bidvoy.com habe ich ebenfalls „LEGO 41615“ ins Suchfeld eingegeben. In der Ergebnisanzeige habe ich „Auktion“ und „Neu“ eingestellt. Auch der Zeitraum lässt sich auswählen. Damit ich das mit meinem obigen Ergebnis vergleichen kann, „26.12.2018 bis 29.01.2019“ ausgewählt. So sah das Ergebnis aus:

bidvoy

Es werden genau die acht Ergebnisse dargestellt, die ich vorher manuell herausgesucht hatte. Durch Mouseover kann man an den einzelnen Punkten Datum und Preis ablesen. Allerdings sieht man hier jeweils den Preis plus Versandkosten. Das Ganze ist aus Sicht eines Käufers dargestellt, und den interessiert schließlich, wie viel er insgesamt inkl. Versand bezahlen müsste.

Hier der Datenpunkt zur letzten Auktion vom 27.01.2019

bidvoy

Der angezeigte Preis von 30,39 EUR ist exakt Verkaufspreis (26,60 EUR) plus Versandkosten (3,79 EUR).
Das wäre verwendbar, denn es wäre einfach möglich, einen realistischen Betrag für Versandkosten abzuziehen.

Allerdings bin ich bei der Überprüfung eines anderen Sets aus meinem Musterdepot auf ein Phänomen gestoßen, durch das sich diese automatischen Auswertungen zur Preisfeststellung leider disqualifizieren. Bei bidvoy wurden z.T. dreistellige Preise angezeigt. Als ich bei ebay in den beendeten Auktionen nachgesehen habe, habe ich festgestellt, dass diese Preise dadurch zustande kamen, dass hier ganze Sammlungen versteigert wurden, in denen das eine Set enthalten war. Solch ein Auswertungstool kann so etwas natürlich nicht unterscheiden, und das kann immer mal passieren. Also werde ich immer bei ebay selbst suchen und das Ergebnis Pi-mal-Daumen aus den neuesten beendeten Auktionen ermitteln.

Meine Wertermittlung

Für das Beispiel-Set „41615 BrickHeadz Harry Potter und Hedwig“ setze ich einfach nach dem Betrachten der letzten erfolgreichen ebay-Auktionen 22 EUR als realistischen Verkaufspreis an.

Davon würden noch ebay-Gebühren in Höhe von 10% und bei Zahlung durch PayPal 0,35 EUR plus 2,49% abgehen. Das beachte ich, indem Ich pauschal gleich noch 13% für sämtliche Gebühren abziehe. So komme ich auf 19,14 EUR. Ich nehme einfach 19,00 EUR und fertig.

Meine aktuelle Musterdepot-Bewertung

Nun habe ich wie soeben beschrieben alle für mich realistischen Werte für alle bisherigen Sets in meinem Musterdepot ermittelt. Das Ergebnis sieht so aus:

Set-Nr. Name Kaufdatum Kaufpreis Wert aktuell
41594 BrickHeadz: Captain Armando Salazar 04.01.2019 7,95 7,50
41591 BrickHeadz: Black Widow 04.01.2019 7,96 8,00
41586 BrickHeadz: Batgirl 04.01.2019 7,96 8,50
41615 BrickHeadz: Harry Potter und Hedwig 04.01.2019 14,99 19,00
76085 DC Comics Super Heroes: Kräftemessen unter Atlantis 11.01.2019 16,99 10,00
76096 DC Comics Super Heroes: Superman™ & Krypto™ Team-Up 11.01.2019 14,99 7,00
75535 Star Wars: Han Solo 11.01.2019 19,99 8,50
gesamt 90,83 68,50

Das Ergebnis ist in etwas so, wie ich es nach einem knappen Monat erwartet habe. Mag sein, dass der jeweils aktuelle Wert etwas zu pessimistisch angesetzt ist. Da ich in der Situation ohnehin keinen Verkauf in Betracht ziehen würde, kann mir das egal sein.

Das Depot nach dem letzten Kauf

Nach dem heutigen virtuellen Kauf sieht mein LEGO-Depot so aus:

Set-Nr. Name Kaufdatum Kaufpreis
41594 BrickHeadz: Captain Armando Salazar 04.01.2019 7,95
41591 BrickHeadz: Black Widow 04.01.2019 7,96
41586 BrickHeadz: Batgirl 04.01.2019 7,96
41615 BrickHeadz: Harry Potter und Hedwig 04.01.2019 14,99
76085 DC Comics Super Heroes: Kräftemessen unter Atlantis 11.01.2019 16,99
76096 DC Comics Super Heroes: Superman™ & Krypto™ Team-Up 11.01.2019 14,99
75535 Star Wars: Han Solo 11.01.2019 19,99
70618 The LEGO Ninjago Movie: Ninja-Flugsegler 30.01.2019 99,99
gesamt 190,82
Cash 809,18

Wie geht es weiter?

Da von meinen vorab festgelegten 30 Positionen im LEGO-Depot nun schon 8 besetzt und schon 19% meiner vorab definierten Gesamtsumme investiert sind, wobei der Januar noch nicht einmal ganz vorbei ist, warte ich nun bis zur nächsten Folge von Lars zum Projekt 100 und tätige keine Zwischenkäufe. Dann entscheide ich, ob ich seiner Empfehlung nachkomme oder mich wieder nach anderen Sets umschaue. Auf jeden Fall werde ich dann wieder eine Depotbewertung auf meine Art und Weise vornehmen.

Meine Spielregeln

Hier zur Erinnerung noch einmal meine Spielregeln in Kurzform. Warum ich diese so gewählt habe, hatte ich hier ausführlich beschrieben: Experiment LEGO-Investment als „Trockenübung“ – Es geht los

  • keine wirklichen Käufe, sondern nur auf dem Papier
  • kein Cashback oder sonstige Bonus-Programme
  • Laufzeit: ein Jahr
  • Budget: 1.000 EUR
  • Maximalzahl von Depotpositionen (LEGO-Sets): 30
  • Sets müssen in normalem Paket (bis 5 kg) zu verschicken sein
  • kein Set mehrfach
  • Verkäufe zu ebay-Auktionspreisen unter Berücksichtigung von Provision, PayPal-Gebühren und „Pech-gehabt“-Abschlag
  • Ziel: Ertrags-Cashflow in der Größenordnung von Aktien-Dividenden-Cashflow durch regelmäßige Verkäufe

Bis bald!

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