Sinnvolle Aktieninvestments mit sehr kleinen Beträgen? Diese 3 Tipps machen es möglich

kleine Investments, Mini-Investments
Einmalinvestitionen in Aktien oder ETFs lohnen erst ab Beträgen um die 1.000 EUR, da sonst die Transaktionskosten zu hoch werden? Für regelmäßiges Investieren in Aktien- oder ETF-Sparpläne muss man jeden Monat mindestens 25 EUR übrig haben? Mit einem Investmentbetrag von nur 100 EUR monatlich kann man kein vernünftig diversifiziertes Portfolio aus Einzelaktien aufbauen?

Stimmt alles nicht! Ich werde dir in diesem Beitrag das Gegenteil beweisen. Ich zeige dir

  • wie du sehr kleine Wertpapierpositionen in Einzelkäufen aufbauen kannst, ohne überproportional hohe Transaktionskosten zu zahlen
  • wie du schon mit einem kleineren monatlichen Betrag als 25 EUR regelmäßig in Einzelaktien oder ETFs investieren kannst
  • wie du mit monatlich 100 EUR innerhalb nur eines Jahres ein Portfolio mit 12 verschiedenen Aktien aufbauen kannst

Warum sollte man überhaupt schon mit kleinen Beträgen Aktieninvestments tätigen?

Es ist nie zu früh, mit dem Investieren zu beginnen. Zum einen ist da der Zinseszinseffekt, der umso besser wirken kann, je mehr Zeit er hat. Zum anderen sind es die praktischen Erfahrungen im Geldanlegen. Fehler passieren besonders am Anfang, und die macht man lieber mit kleineren Beträgen.

Auch wenn du nicht mehr ganz jung bist, ist es besser, wenn du das Geldanlegen zunächst, vielleicht ein oder zwei Jahre lang, mit ganz kleinen Beträgen ausprobierst, als überhaupt nicht damit zu beginnen.

Geld in Aktieninvestments zu stecken ist eine der wenigen wirklich zu fast 100% passiven Einnahmequellen, denn es heißt nicht von ungefähr: Das Geld für sich arbeiten lassen. Und das können bereits kleine Beträge. Du kaufst damit keine dubiosen Zockerpapiere, sondern beteiligst dich an Firmen, die Gewinne erwirtschaften.

Es muss schließlich nicht immer bei diesen ganz kleinen Beträgen bleiben. Solch ein Anfang wird oftmals zum Antrieb, sich mehr mit dem Thema Geldverdienen zu beschäftigen, weitere Einkommensquellen zu erschließen und so nach und nach ein höheres Einkommen zu erzielen. Ab dann können größere Beträge investiert werden. Wie das geht, hast du dann bereits anhand der kleinen Beträge gelernt.

Was du brauchst

Zunächst ein Wertpapierdepot nebst Referenzkonto. Es sollte unbedingt ein Online-Broker mit günstigen Konditionen sein. Wichtig ist, dass die Auswahl an sparplanfähigen Aktien und ETFs dort relativ groß ist, dass günstige Sparpläne bereits ab einem Betrag von 25 EUR möglich sind und dass es keine „Fallen“, wie z.B. Gebühren für Dividendengutschriften o.ä., gibt. Mir geht es hier nicht darum, einen Broker-Vergleich anzustellen. Ich verwende zur Illustration meiner Beispiele einfach comdirect, denn die kenne ich und kann sie guten Gewissens empfehlen.

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Wichtig ist, dass du bei der Depoteröffnung im Abschnitt zu Erfahrungen/Kenntnissen die Risikoklasse „Aktien“ aktivierst. Sonst kann es passieren, dass dir nur eine kleinere Risikoklasse zugestanden wird, mit der du keine Aktien kaufen kannst.

Tipp 1: So kannst du günstig sehr kleine Einzelpositionen aufbauen

Wenn du eine Einzelorder aufgibst, egal ob du eine Aktie oder einen ETF kaufst, kostet das bei den meisten guten Online-Brokern mindestens um die 10 EUR Transaktionskosten. Und selbst dann, wenn dein Broker weniger verlangt, sagen wir 3 bis 4 EUR, ist das immer noch viel zu viel, wenn du nur 25 EUR investieren möchtest. Hinzu kommt noch, dass du bei Einzelkäufen nur ganze Anteile erwerben kannst. Wenn ein Stück schon mehr als 25 EUR kostet, funktioniert das überhaupt nicht.

Die Lösung, und damit der erste Tipp, besteht darin, einfach einen Sparplan für den Einzelkauf zu verwenden. Wenn du die ersten 25 EUR zusammen hast, erstellst du den Sparplan. Je nachdem, welches Datum dann gerade ist, stellst du den nächstmöglichen Ausführungstermin ein. Dafür kommen bei der comdirect der 1., 7., 15. und 23. des Monats in Frage. Dann wartest du, bis ein Kauf ausgeführt wurde. Danach pausierst du den Sparplan für einen Zeitraum. Dazu kannst du eine Spanne von-bis angeben, in der nicht gekauft werden soll.

Du kannst diesen Zeitraum ruhig großzügig wählen. Solltest du doch eher wieder ein paar Anteile oder Bruchstücke dieses Wertpapiers kaufen wollen, weil du die nächsten 25 EUR zusammengespart hast, änderst du das einfach wieder. Das geht ganz leicht online. Du kannst den Sparplan nach dem ersten Kauf aber auch einfach löschen und bei Bedarf für den nächsten Kauf neu anlegen.

Vielleicht willst du ja auch mit deinem nächsten Kauf eine andere Aktie oder einen anderen ETF erwerben. Voraussetzung ist, dass das jeweilige Wertpapier sparplanfähig ist. Welche Aktien und ETFs für Sparpläne vorgesehen sind, kannst du auf der Webseite des Online Brokers einsehen.

Wertpapiersparpläne sind zwar als Hilfe dafür gedacht, dass man ohne sich darum kümmern zu müssen, ganz automatisch regelmäßig investieren kann, aber du kannst sie auch wie beschrieben zweckentfremden, um dadurch sehr kleine Einzelkäufe zu halbwegs vernünftigen Transaktionskosten ausführen zu können. Die Transaktionskosten bei einem Sparplan betragen bei comdirect gerade mal 1,5% und werden als in der Sparplanrate enthalten angesehen. Bei einer Sparplanrate von 25 EUR werden also 24,63 EUR in das Wertpapier investiert. Die restlichen 0,37 EUR sind die Provision.

Wichtiger Tipp: Pass beim Besparen von Einzelaktion auf, ob es sich um Namensaktien handelt. In dem Fall wird bei comdirect ein Umschreibeentgelt von 0,95 EUR unabhängig von der Höhe der Sparsumme abgezogen. Die meisten Banken handhaben das ähnlich. Dabei gehen zunächst die 0,95 EUR ab und die restlichen 24,05 EUR werden auf Wertpapierkauf und Provision aufgeteilt, und zwar 23,69 EUR für die Anteile und 0,36 EUR für die Provision. Damit betragen die gesamten Transaktionskosten 0,95 EUR + 0,36 EUR = 1,31 EUR, was über 5% ausmacht. Die Lösung ist einfach: Hände weg von Namensaktien bei sehr kleinen Kaufbeträgen!

Wird die Bank Ärger machen, wenn du Wertpapiersparpläne auf diese Art einsetzt? Bei der Bank dürften sie nichts dagegen haben, denn aus ihrer Sicht ist es egal, was jeder Einzelne mit seinen Sparplänen anstellt. Sie haben zu den möglichen Ausführungstagen, also am 1.,7., 15. sowie 23., jeweils ihre Listen von automatisch abzuarbeitenden Transaktionen quer über die Sparpläne aller Kunden hinweg, dass sie sich für die einzelnen wohl kaum interessieren.

Welche Wertpapiere kommen für diese Art des seltenen Investierens in Frage? Ich möchte das hier nur als Idee aufgefasst sehen und nicht als Kaufempfehlung. Ich schreibe also lediglich, wie ich das angehen würde.

Ich würde mir einfach einen sehr breit gestreuten, globalen ETF aussuchen, in den jeweils 25 EUR fließen, sobald sie zusammengekommen sind. Bei comdirect wäre z.B. der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (ISIN: IE00B3RBWM25) geeignet. Es ist ein ausschüttender ETF. Auch wenn die Erträge, die dadurch quartalsweise, also viermal im Jahr, auf dem Verrechnungskonto landen, zuerst lächerlich klein ausfallen, veranschaulichen sie doch das Prinzip des passiven Einkommens. Die Ausschüttungen landen einfach in dem Topf für den nächsten Kauf. Sie werden dadurch reinvestiert.

Tipp 2: Mit kleineren monatlichen Beträgen als 25 EUR regelmäßig investieren

Das kann als Weiterentwicklung der Lösung aus Tipp 1 angesehen werden. Du hast dir das nun ein paar Monate angeschaut und festgestellt, dass du regelmäßig Geld zum Investieren übrig hast, wenn es auch weniger als 25 EUR im Monat sind.

Der zweite Tipp besteht nun darin, einen Sparplan trotz des Minimums von 25 EUR pro Sparrate anzulegen, der kleinere Sparraten hat. Es genügt nämlich, wenn mindestens 25 EUR pro Quartal zusammenkommen. Nehmen wir einfach eine Sparrate von 10 EUR pro Monat. Das sollte selbst für den ärmsten Azubi oder Studenten oder einfach einen übervorsichtigen Menschen zu schaffen sein.

Die Lösung besteht darin, einen quartalsweisen Sparplan mit einem monatlichen Dauerauftrag zu kombinieren. Richte einen Dauerauftrag ein, der jeden Monat 10 EUR vom Girokonto auf dein Verrechnungskonto beim Online Broker überweist. Dann richte bei deinem Online Broker einen Sparplan ein, der jedes Quartal einmal 30 EUR investiert. Dann hast du sogar eine vollautomatische Lösung.

Du kannst die Sparraten dann allmählich erhöhen, also deinen Dauerauftrag anpassen. Gleichzeitig verwendest du entweder auf Seiten des Sparplans die automatische Dynamisierung, die dein Broker anbietet, oder du änderst es einfach manuell immer dann, wenn du es für richtig hältst. So kannst du auch die Ausschüttungsbeträge, die sich ansammeln und allmählich steigen, anlegen, auf dass neue Ausschüttungen daraus erzeugt werden können.

Ab einem Sparbetrag und damit eingerichteten Dauerauftrag von 12,50 EUR im Monat kannst du, zumindest bei comdirect, einen Sparplan verwenden, der einmal alle zwei Monate investiert. Natürlich könntest du den Dauerauftrag vom Girokonto zum Verrechnungskonto weglassen und den Sparplan direkt auf dein Girokonto zugreifen lassen. Es ist nur die Frage, ob du es auf diese Weise schaffst, das als Gesparte zählende Geld auch als solches abzugrenzen und nicht aus Versehen auszugeben. Ich finde die Lösung mit dem Dauerauftrag zum Verrechnungskonto eleganter und übersichtlicher.

Für diese Lösung würde ich ebenfalls einen breit gestreuten ETF, z.B. den zum vorigen Tipp von mir genannten, verwenden.

Tipp 3: Mit 100 EUR monatlich innerhalb eines Jahres ein recht gut gestreutes Portfolio aus 12 Einzelaktien aufbauen

Nehmen wir an, du beginnst mit dem Vermögensaufbau schon ein Level höher und du hast monatlich 100 EUR dafür zur Verfügung. Außerdem magst du keine ETFs, sondern lieber Einzelaktien, weil du dir darunter mehr vorstellen kannst, denn jeder verbindet mehr mit den Namen großer bekannter Firmen als mit den kryptischen ETF-Bezeichnungen. Außerdem sind ETFs, mögen sie noch so kostengünstig sein, doch Finanzprodukte, welche Kosten verursachen.

Aber ich will hier nicht über ETFs vs. Einzelaktien philosophieren, sondern mich der versprochenen Lösung zuwenden. Wenn du Tipp 1 und 2 aufmerksam gelesen hast, liegt die Lösung für die oben gestellte Aufgabe auf der Hand, oder?

Du richtest dir einfach drei Sparpläne ein, von denen jeder quartalsweise je 25 EUR in vier verschiedene Aktien investiert. Diese drei Sparpläne lässt du an drei aufeinander folgenden Monaten starten. So werden die 12 Aktienpositionen aufgebaut und regelmäßig bespart.

Bei der Auswahl der Aktien kannst du solche wählen, die quartalsweise Dividenden zahlen. Wenn du es geschickt anstellst, baust du ein Investment auf, das dir jeden Monat passives Einkommen beschert. Wenn du es immer weiter besparst und auch die Dividendenausschüttungen wieder anlegst, bekommst du von Jahr zu Jahr mehr. Das ist äußerst motivierend.

Anstatt nun zwölf passende Aktien auszuwählen, verweise ich an dieser Stelle einfach auf Vitali alias Finanz-Kroko. Er hat einen Blog (https://www.finanz-kroko.de/) und einen YouTube-Kanal und berichtet auf beiden regelmäßig über sein Projekt „Jeden Monat Dividende“. Er hat sein Depot bei der Consorsbank, dort funktionieren Sparpläne ebenfalls sehr gut.

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Sparplan

In diesem Projekt hat er sich über ein Jahr ein Aktiendepot mit zunächst 12 und inzwischen 15 Positionen über Sparpläne aufgebaut. Er hat seine Sparpläne dazu etwas anders gestaltet, er spart monatlich mehr als nur 100 EUR. Aber vom Prinzip her ist das ähnlich. Man kann sich durch die Finanz-Kroko-Aktienauswahl gut inspirieren lassen.

Fazit

Wie du siehst, ist es nicht schwer, auch mit ganz kleinen Beträgen mit dem Investieren zu starten, und sei es nur, um es zu üben. Wenn du Ergänzungen oder weitere Ideen zu diesem Thema hast, kannst du diese gerne in die Kommentare schreiben.

4 Kommentare

  • Das sind wirklich tolle Tipps, danke! Ich werde sie gleich an meine jugendliche Verwandtschaft weitergeben, die sich mit Verweis auf Kosten, Aufwand und Mindestbeträgen bisher noch nicht von Aktieninvestments überzeugen ließ.

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  • Sehr interessant, Danke.

    Ich bin bei ETF nicht mehr soooo sicher, da ich diese Vorabversteuerung nicht kapier, speziell wo es nur abwärts geht.

    Hatte auch die Idee, nur in Firmen zu investieren, die Gewinn erwirtschaften.
    Jedoch geht es mehr oder weniger Abwärts. 🙂 Verlust 5%, jetzt wieder raus, und Gebühren blechen. Schade!

    Leider scheint es keinen richtigen Einstiegszeitpunkt zu geben, den weiss man nur hinterher.

    Frohe Zukunft und liebe Grüße
    Lisa

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    • Hallo LIsa,

      es ist normal, dass man so gut wie nie den optimalen Einstiegspunkt findet. Das gleiche gilt für den optimalen Ausstiegspunkt.

      Dein Beispiel klingt mir danach, dass du völlig ohne Plan gekauft hast in der Hoffnung, dass es schnell steigt, um dann Gewinn mitzunehmen. So funktioniert das aber in der Regel nicht. Klar, dass man Verlust macht, wenn man schon nach 5% Buchverlust entnervt wieder aussteigt.

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  • Pingback: Warum (passives) Einkommen nicht gleichmäßig sein muss | Sparen, anlegen, frei sein

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