Online Geld verdienen: 2.351,95 EUR passives Einkommen in nur fünf Minuten?

passiv online Geld verdienen

Huch! Ist das ein unseriöser Artikel? Nein, ich verspreche es. Ich bin’s noch immer, die Querulantin, die alles hinterfragt, oftmals ein wenig zu direkt ist und dabei in das eine oder andere Fettnäpfchen tritt. Wahrscheinlich trete ich mit diesem Artikel dem einen oder anderen auf den Schlips. Aber das riskiere ich einfach mal.

Du hast auf „Weiterlesen“ geklickt oder du hast den Titel irgendwo gesehen, und obwohl du tief in deinem Inneren eigentlich weißt, dass das Clickbaiting ist, konntest du nicht widerstehen.

Alles Lüge?

Pinocchio LügeNein, im Titel lüge ich nicht. Ich selbst habe natürlich keine 2.351,95 EUR passives Einkommen in nur fünf Minuten verdient. Das steht dort ja auch nicht, sondern nur eine Frage:

2.351,95 EUR passives Einkommen in nur fünf Minuten?

Ich habe mir Gedanken über das Thema „online Geld verdienen“ gemacht, Beobachtungen dazu angestellt und bin dadurch zu Schlussfolgerungen gelangt, von denen ich nun erzählen möchte.

Krumme Zahlen suggerieren wahre Geschichten

Solch einen Betrag wird sich doch keiner ausdenken, oder? Doch! Einige „Berufs-Online-Marketer“ machen das so. Bei anderen stimmen die angegebenen Zahlen sogar. Allerdings habe ich das mit den fünf Minuten etwas überspitzt dargestellt. Aber drei- bis vierstellige EUR-Beträge pro Tag oder fünfstellige pro Monat oder auch pro Woche werden dabei recht häufig genannt.

Hinter einem solchen Krumme-Zahlen-Link befindet sich dann meistens ein Video, in dem etwas verkauft wird. Das was da verkauft wird, ist oftmals ein Kurs, welcher zu lehren verspricht, wie solche oder wenigstens nahezu solche fantastischen Summen verdient werden können.

Am Anfang dieses Videos kommt manchmal sogar ein Beweis für die Zahlen. Da zeigt dann jemand seinen Digistore24-Account, in dem man die Beträge sehen kann, die er verdient hat. Digistore24 ist eine Plattform, über die man digitale Produkte, z.B. Video-Kurse, E-Books usw., verkaufen kann. In dem Fall ist die Zahl am Anfang zwar nicht ausgedacht, allerdings sieht man nicht, womit diese Summe wirklich verdient wurde.

Virtuelles Schaufeln-Verkaufen

Was hinter dem Ganzen steckt, ist alter Wein in neuen Schläuchen. Das gab es schon im 19. Jahrhundert. Das Stichwort dazu ist Goldrausch. Ich zitiere dazu aus Wikipedia:

Die Goldräusche des 19. Jahrhunderts brachten viele tausende von Arbeitern der ganzen Welt dazu, ihren Arbeitsplatz, zum Beispiel in einer Fabrik der industriellen Revolution, aufzugeben und – teilweise samt ihrer Familie – zu einem Goldfeld zu ziehen, um dort ihr Glück zu suchen.

Sind diese Leute reich geworden? Die meisten nicht. Aber diejenigen, die den Goldgräbern die Schaufeln dazu verkauft haben, das sind die wahren Goldscheffler.

Passiv online Geld verdienen ist der Goldrausch des 21. Jahrhunderts. Auch heute sind die Schaufelverkäufer die wirklichen Gewinner.
SchaufelHeute ist das ganze Konzept jedoch noch etwas weiterentwickelt worden. So gibt es weitere Ebenen darüber, und zwar diejenigen, die den Schaufelverkäufern die Schaufelverkaufsläden verkaufen. Wen meine ich damit? Anbieter von Kursen, in denen das provisionsbasierte Verkaufen von Kursen erklärt wird usw.

Betrug?

Um auf die Sache mit dem „Beweis“ der fantastischen Einnahmen zurückzukommen: Die Zahlen, die dort gezeigt werden, können doch aus dem Verkauf derartiger Kurse stammen anstatt aus dem, was in den Kursen gelehrt wird, oder? In der Goldrausch-Terminologie ausgedrückt sind das meistens Einnahmen aus Schaufelverkäufen anstatt aus der Goldgräberei.

Möglicherweise helfen manche dieser Kurse dem Käufer wirklich. Es gab ja auch damals unter den Goldgräbern welche, die wirklich Gold gefunden haben. Deshalb will hier nicht alles von vornherein als Betrug abtun. Aber so easy-peasy, wie es durch die Clickbaiting-Werbung suggeriert wird, ist es sicher nicht.

Fazit

Der Verkauf solcher Kurse ist kein Betrug. Es war kein Betrug, Schaufeln an Goldgräber zu verkaufen. Die Schaufeln konnte man gebrauchen, so ist es wahrscheinlich auch mit einigen der heutigen Kurse. Aber ob sich das für den Käufer lohnt, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Was meinst du dazu? Lass gerne einen Kommentar da.

5 Kommentare

  • Hey Petra,

    der Artikel passt ja wirklich perfekt zu meinem WesternUnion -“ Clickbait“ Artikel heute 😀

    Mir geht es aber auch so – ich lese etwas von dem ich mir 90% sicher bin das es mich entäuschen wird drauf zu klicken.

    Das ist auch meistens so und ein typischer Clickbait. Aber eben auch nicht immer – und dafür lohnt es sich dann doch manchmal auch auf Clickbaits zu klicken 🙂

    mfg
    Oli

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    • Ach, schau an. Und ich hab Deinen Artikel schon gefunden, bevor ich Deinen Kommentar hier gelesen habe. So kreuzen sich die Wege. 😉
      Vielleicht sind ja nun auch viele Leser enttäuscht, weil ich hier keine Patentlösung präsentiert habe, wie man 2.351,95 EUR in nur fünf Minuten passiv verdient.

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  • Solche Schaufelverkäufe funktionieren, weil Menschen im Durchschnitt dumm sind. Wenn jemand das ausnutzt und meint, er will seinen Tag damit verbringen, nutzlose Dienstleistungen zu entwickeln und zu vertreiben mit dem einzigen Ziel, sich monetär zu bereichern, soll er das ruhig tun.
    Mit wäre das zu substanzlos und langweilig und ich hätte einfach keinen Spaß daran. Rein moralisch finde ich das ok. Einige Menschen werden immer Menschen verarschen und ausnutzen, weil sie es können.

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  • Hallo Petra,

    Schöner Artikel und so wahr.

    Viele Grüße
    Tanja

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  • Pingback: Die Wahrheit übers Geldverdienen – sowohl online als auch offline | Sparen, anlegen, frei sein

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