Experiment LEGO-Investment als „Trockenübung“ – Es geht los

LEGO
Vor kurzem hatte ich ein paar oberflächliche Gedanken zum Thema „LEGO als Investment“ aufgeschrieben. Das war nachdem ich einen etwas älteren Fernsehbeitrag dazu gesehen hatte. Dabei kam mir die Idee, so etwas als Experiment durchzuführen und hier auf meinem Blog regelmäßig darüber zu schreiben.

Das ist übrigens der erwähnte Beitrag über ungewöhnliche Investments (YouTube): Das sind die skurrilsten und lukrativsten Geldanlagen | Galileo | ProSieben

Und hier ist mein erwähnter Blog-Artikel: LEGO als Investment – ein neues Experiment?

Mein erster Schritt: Informieren

Frei nach Warren Buffett „Investiere nur in Dinge, die du verstehst“ wäre es falsch, einfach loszurennen und irgendwie herumzuexperimentieren. Also habe ich die Ruhe zwischen Weihnachten und Neujahr dazu genutzt, das Ganze verstehen zu lernen.

Dabei wurde ich fast erschlagen von der Fülle an Informationen, die ich dazu gefunden habe, vor allem auf YouTube. Ich wollte schon aufgeben, doch dann hörte ich den Spielwaren-Investor Podcast von Lars Conrad. Man findet diesen bei den üblichen Podcast-Plattformen (Apple, Stitcher, Deezer, Spotify), aber auch direkt auf der Spielwaren-Investor-Seite unter Podcast Archiv. Das Ganze fängt Ende August 2017 mit der Episode 1 an, in der die Grundidee erklärt wird. So habe ich mir zunächst nacheinander die wichtigsten Folgen angehört, z.T. in 1,5- bis 2-facher Geschwindigkeit, um möglichst schnell recht viel zu lernen.

Was ich gelernt habe

Die wichtigsten Dinge, um erfolgreich (renditestark) in LEGO-Sets zu investieren:

  • Die Sets möglichst mit viel Rabatt kaufen. Das klappt meistens kurz bevor sie aus dem Programm genommen werden, denn es muss Platz für Neues her.
  • LEGO City bringt vom Prinzip her immer wieder das Gleiche heraus, z.B. Bagger in Gelb statt in Rot. Deshalb sind hohe Wertsteigerungen hier nicht so wahrscheinlich.
  • Einige Sets, wie z.B. BrickHeadz-Figuren, die es fast nur direkt bei LEGO (LEGO Store oder online) gibt, kann man auch zum Originalpreis (UVP) ankaufen. Schnelle Wertsteigerung ist hier wahrscheinlich.
  • Bei saisonalen Sets (Weihnachten, Ostern) ist eine Wertsteigerung auch sehr wahrscheinlich.

Das Original LEGO-Experiment des Spielwaren-Investors „Projekt 100“

Solch ein Experiment, wie ich es mir vorstelle, hat der Spielwaren-Investor Lars bereits über ein Jahr lang durchgeführt. Dazu hat er jeden Monat bis zu 100 € in ausgewählte LEGO-Sets investiert und mit Hilfe von ebay sein „Depot“ bewertet. Das Ganze hat er mit anderen Investitionen z.B. in Aktien und Edelmetalle verglichen. Hier findet sich eine Zusammenfassung mit sämtlichen Infos dazu:

1 Jahr Projekt 100

Vor ein paar Tagen hat Lars eine zweite Runde für sein Projekt 100 gestartet. In seinem ersten Einkauf hat er auf drei BrickHeadz (zusammenbaubare Figuren) gesetzt, die er jeweils mehrfach erworben hat. Eigentlich gibt es diese Sets schon fast nicht mehr.

Mein Experiment ist eine Trockenübung

Ich starte nun ein eigenes Experiment zum LEGO-Investment, jedoch zunächst für ein Jahr nur als Trockenübung auf dem Papier. Ich kaufe also nicht wirklich. Es wird also nur ein LEGO-Musterdepot. Es geht mir auch nicht darum, mit Lars in einen Wettbewerb zu treten, da würde ich als Neuling ohnehin den Kürzeren ziehen.

Ich möchte das Ganze einfach mit anderen Vorgaben austesten. Da mir diese Sache, obwohl ich mich inzwischen recht gründlich darüber informiert habe, doch noch fremd ist, will ich mir einen Notausgang offen halten. So kann ich jederzeit sagen: Ich habe keine Lust mehr und höre mit dem Spiel auf.

Meine Vorgaben

Das Budget

Ich gebe mir ein virtuelles Budget von 1.000 EUR für das Ein-Jahres-Experiment. Ich werde es nicht in monatliche Beträge aufteilen. Das ist einfach die Summe, die ich nach heutigem Wissensstand auch in der Realität für einen ersten Versuch verwenden würde.

Die (virtuellen) Käufe

Diese werden stattfinden, wenn es mir zeitlich passt, mich mit dem Spiel zu beschäftigen. Ich werde das dann jeweils gleich auf dem Blog veröffentlichen. Ich berücksichtige keine Cashback-Programme oder Payback.

Natürlich schaue ich nach, was Lars in seinem Projekt 100 zum Kauf vorschlägt. Sicher werde ich besonders am Anfang vieles davon nachmachen, sofern es zu dem Zeitpunkt, wenn es mir einfällt, überhaupt noch möglich ist. Bestimmt werde ich aber auch eigene Ideen entwickeln.

Maximalanzahl von Depot-Positionen

Ich möchte zu jeder Zeit nicht mehr als 30 Positionen (Sets) im Depot haben.

Diese Festlegung treffe ich, weil ich trotz Trockenübung sehr realitätsnah bleiben möchte. In der Realität müsste man die Sets wieder verkaufen. Das würde zum Großteil über ebay passieren, also hieße das Einpacken und Verschicken. Bis dahin würde ich kein Riesen-Lager aufbauen wollen.

Die Größe der Sets

Es dürfen nur solche Sets sein, die sich in einem Paket in Normalgröße (bis zu 5 kg) verschicken lassen, besser noch bis zu 2 kg. So etwas ginge nebenbei zu erledigen. Alles andere wäre mir zu unhandlich.

Die Stückzahl des gleichen Sets

Ich möchte nicht mehrere Stück vom gleichen Set im Depot haben. Ich denke, dass ich auf diese Weise Klumpenrisiken vermeide.

Überlegungen zu virtuellen Verkäufen

Auch wenn in den ersten Monaten sicher noch keine Verkäufe stattfinden werden, möchte ich gleich Richtlinien dafür aufstellen. Während der Preis beim Kauf eindeutig ist, ist er das beim Verkauf nicht. Ich werde deshalb nicht einfach einen Durchschnittspreis von beendeten ebay-Auktionen oder wirklich passierten Sofort-Verkäufen nehmen, sondern immer noch mit einem „Pech-gehabt“-Abschlag rechnen. Provisionen und PayPal-Gebühren werde ich ordnungsgemäß abziehen.

Ziel: Eine Ertrags-Cashflow-Simulation

Als Aktieninvestor lege ich immer Wert auf einen schönen Dividenden-Cashflow. So etwas gibt es natürlich bei LEGO-Investments nicht. Ich möchte es schaffen, einen von der Rendite her mit üblichen Aktien-Dividenden vergleichbaren Cashflow durch kleine Gewinnrealisierungen zu erzielen. Nach allem was ich inzwischen über LEGO-Investment erfahren habe, sollte das möglich sein.

Gesunder Menschenverstand steht im Vordergrund

Wenn ich zwischendurch merken sollte, dass sich irgendetwas aus meinen Vorgaben als unpraktikabel oder sogar unsinnig erweist, darf ich von meinen Regeln abweichen oder sie ändern. Ich sehe sie eher als Plan an und nicht als Gesetz.

Der erste Einkauf

Nun geht es los. Ich beginne das so einfach wie möglich. Ich sehe mir an, was Lars kauft. Er hat tatsächlich eine Quelle gefunden, wo man noch Restbestände von BrickHeadz kaufen kann. Er schlägt zum Kauf die folgenden vor: 41589 Captain America, 41592 Hulk und 41615 Harry Potter und Hedwig, jeweils mehrfach.

Als Quelle nennt er gamestop.de. Normalerweise handeln die mit Spielen für PC und Konsolen, aber die haben auch Figuren, wie z.B. die LEGO-BrickHeadz.

Allerdings ist die Podcast-Folge bzw. der entsprechende Beitrag auf der Seite des Spielwaren-Investors schon ein paar Tage alt. Captain America und Hulk gibt es nicht mehr. Es gibt aber noch andere Figuren, Einige davon hatte Lars in der ersten Staffel seines Projekt 100 bereits gekauft. So würde ich also neben Harry Potter und Hedwig statt Captain America und Hulk ein paar andere nehmen, von jedem Set ein Stück.

Das sind meine ersten virtuellen Käufe:

41594 – BrickHeadz Captain Armando Salazar 7,95 EUR
41591 – BrickHeadz Black Widow 7,96 EUR
41586 – BrickHeadz Batgirl 7,96 EUR
41615 – BrickHeadz Harry Potter und Hedwig 14,99 EUR

Jeweils einmal, wie ich es vorher festgelegt hatte. Hier findet man die Seite mit den Artikeln:
https://www.gamestop.de/SearchResult/QuickSearch?q=brickheadz

Ab einem Gesamtwert von 19 EUR fallen keine Versandkosten an.

Damit kann ich die erste Übersicht für mein Musterdepot erstellen:

Musterdepot-Übersicht, 04.01.2019

Set-Nr. Name Kaufdatum Kaufpreis
41594 Captain Armando Salazar 04.01.2019 7,95
41591 Black Widow 04.01.2019 7,96
41586 Batgirl 04.01.2019 7,96
41615 Harry Potter und Hedwig 04.01.2019 14,99
gesamt 38,86
Cash 961,14

So, der Anfang ist gemacht. Mal sehen, wie sich das entwickelt.

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