Auf der Suche nach Anlage-Möglichkeiten für’s Fuck-You-Money

Fuck-You-Money, finanzieller Schutz
Entschuldige diesen drastischen Begriff im Titel, aber der passt einfach am besten für das Geld, das für den finanziellen Schutz gedacht ist. Ich hatte ja bereits öfter über finanziellen Schutz geschrieben: Geld ansparen, das für mehrere Monate Lebensunterhalt ausreicht, über den Notgroschen hinaus. Dadurch entsteht das herrliche Gefühl der Gelassenheit.

Mit ausreichend F‘-You-Money bist du unerpressbar. Wenn dein Vorgesetzter dir also irgendeine Anweisung gibt, die dir total gegen den Strich geht, dann kannst du entsprechend reagieren. Nein, nicht den bösen F-Ausdruck gebrauchen! Das hast du nicht nötig. Aber du kannst es für dich im Stillen denken und stattdessen deinem Chef mit einem Lächeln freundlich widersprechen. Du brauchst kaum Konsequenzen zu befürchten. Die werden ohnehin überbewertet.

Auch wenn du keinen Chef hast, also selbstständig bist, ist das F‘-You-Money eine feine Sache. Du kannst ausnahmsweise eine Saure-Gurken-Zeit damit überbrücken und musst nicht jeden Auftrag annehmen. Du hast eine viel bessere Verhandlungsposition gegenüber potenziellen Auftraggebern. Egal, ob in puncto Preise oder sonstige Auftragsbedingungen.

Wie viel Fuck-You-Money ist für dich richtig?

Ganz einfach: Es sollte für eine Zeitspanne reichen, in der du es locker schaffst, einen Einkommenseinbruch wieder auszubügeln, und zwar so, dass du danach auch den Topf mit dem F‘-You-Money nach und nach wieder auffüllen kannst.

Jeder empfindet hier eine andere Zeitspanne als angemessen. Empfohlen werden oftmals drei bis sechs Monate. Das kann und sollte sich nach deiner Lebenssituation und deinem Sicherheitsbedürfnis richten. Ich persönlich halte eine Summe, die für zwei Jahre Basisausgaben reicht, für recht beruhigend.

Wie du es schaffst, diesen Topf zu füllen, hatte ich bereits in einem Artikel beschrieben: Der Weg zur Gelassenheit. Dort hatte ich auch geschrieben, dass kein Risiko beim Ansparen dieses Geldes eingegangen werden sollte, dass also Tagesgeld auf einem gesonderten Konto dafür die beste Lösung ist.

Falls du noch ein Tagesgeld-Konto suchst:
Tagesgeldrechner *

Heute möchte ich das etwas relativieren für den Fall, dass du dein Polster so großzügig gestaltest, dass es für mehr als nur ein paar Monate reichen würde. Nehmen wir an, du hast eine Summe für zwei Jahre auf die Seite gepackt. Dann wirst du ja im Fall des Falles nicht das ganze Geld auf einmal benötigen. Deshalb macht es Sinn, über eine Geldanlage nachzudenken, die dir erlaubt, nach und nach portionsweise darauf zuzugreifen, und die dabei noch Rendite bringt. Möglicherwiese so, dass die Rendite etwas höher ausfällt als die homöopathische Größenordnung, die momentan durch Tagesgeld zu erreichen ist.

Die Idee mit der Zinstreppe

Ich meine dabei nicht ein Produkt von einer Bank, das sich so nennt, sondern eine selbstgebaute Zinstreppe. Das Prinzip dahinter: Du teilst das anzulegene Geld in Tranchen auf und legst jeden dieser Teile zu einer festen Anlagedauer an, jeweils von der Laufzeit her aufsteigend, z.B. den ersten Teil für ein Jahr, den zweiten Teil für zwei Jahre, den dritten Teil für drei Jahre.

Normalerweise ist das so, dass du für länger angelegtes Geld mehr Zinsen bekommst. Wenn du das wie beschrieben praktizierst, so hast du nach einem Jahr wieder liquide Mittel, die du dann neu für drei Jahre anlegen kannst. Ein Jahr später wird die nächste Tranche fällig und ebenfalls wieder für drei Jahre angelegt usw. Obwohl du ab dann immer eine Anlagedauer für drei Jahre vereinbarst, kommst du jedes Jahr an einen Teil des Geldes heran. Soviel zur Theorie. Wie können wir diese Idee nun für unser F‘-You-Money anwenden?

Sinnvoll sind natürlich kürzere Zeiträume als ein, zwei und drei Jahre. Nehmen wir an, es handelt sich um einen Topf, der für zwei Jahre Lebensunterhalt ausreicht. Der ließe sich in Teile jeweils für ein Quartal splitten. Der erste Teil bleibt Tagesgeld, also sofort verfügbar. Der zweite Teil braucht im schlimmsten Fall erst in drei Monaten verfügbar zu sein, kann also für drei Monate festgelegt werden. Der dritte Teil kann für sechs Monate festgelegt werden usw. So wird alle drei Monate Geld verfügbar, das dann jeweils für etwas länger angelegt werden kann, solange das F‘-You-Money nicht angerührt werden muss.

Festgeld wird in der Regel für 3, 6, 9 Monate und ab dann nur in ganzen Jahreszeiträumen angeboten. Dann könnte man das Geld für zwei Jahre so aufteilen:

  • ein Achtel (Betrag für drei Monate Basiskosten) als Tagesgeld
  • ein Achtel für 3 Monate fest anlegen
  • ein Achtel für 6 Monate fest anlegen
  • ein Achtel für 9 Monate fest anlegen
  • Rest (die Hälfte, ausreichend für ein Jahr) für ein Jahr fest anlegen

Alle drei Monate wird das Geld, das nicht für den Notfall innerhalb der nächsten drei Monate gebraucht werden würde, wieder jeweils für ein Jahr angelegt. Die Zinsen könnte man dann ganz oder zum Teil mit anlegen.

Aber auch das ist bisher nur Theorie, denn schauen wir uns einmal an, welche Möglichkeiten wir momentan mit Festgeld umsetzen können. Ich habe bei ein paar Online-Banken nachgesehen, was da für Bestandskunden angeboten wird. Dabei sind comdirect, Consorsbank und ING nicht der Rede wert. Die Zinssätze der DHB Bank sind besser. Vor allem sind dort auch halbwegs passende Laufzeiten für unser Projekt „Zinstreppe“ verfügbar. Hier die momentanen DHB-Zinssätze:

  • Tagesgeld (NetSpar-Konto): 0,25%
  • FestgeldOnline: 3 Monate: 0,25%, 6 Monate: 0,30%, 9 Monate: 0,35%, 12 Monate: 0,5%

Ein Beispiel

Nehmen wir an, die F‘-You-Money-Summe beträgt insgesamt 24.000 EUR, also 1.000 EUR pro Monat, so dass das für 24 Monate reichen würde. Dann würden wir wie folgt starten:

Jeweils 3.000 EUR Tagesgeld, fest für 3 Monate, fest für 6 Monate, fest für 9 Monate und 12.000 EUR fest für 12 Monate.

Alle drei Monate wird das dann fällig werdende Festgeld wieder für ein Jahr angelegt.

Wie viel Zinsen würden wir dafür innerhalb des ersten Jahres erhalten, sofern nichts vom jeweils zur Verfügung stehenden Tagesgeld verbraucht wird?

Für’s Tagesgeld:
3.000 EUR * 0,25% = 7,50 EUR
Das wird für das ganze Jahr gerechnet. Die Zinsen können sich aber unterjährig verändern. Ich vernachlässige diesen Sachverhalt in meiner Betrachtung.

Für das 3-Monats-Festgeld:
gibt es die 0,25% zunächst nur bezogen auf die Anlagedauer von drei Monaten. Danach wird es ja für ein Jahr festgelegt. Also sind das innerhalb des ersten Jahres
3.000 EUR * 0,25% * ¼ = 1,87 EUR

Für das 6-Monats-Festgeld:
gibt es die 0,3% bezogen auf die Dauer von sechs Monaten, also
3.000 EUR * 0,3% * ½ = 4,50 EUR

Für das 9-Monats-Festgeld:
gibt es innerhalb des ersten Jahres
3.000 EUR * 0,35% * ¾ = 7,87 EUR

Für das 12-Monats-Festgeld:
gibt es innerhalb des ersten Jahres
12.000 * 0,5% = 60 EUR

Innerhalb des ersten Jahres würde es insgesamt also
7,50 EUR + 1,87 EUR + 4,50 EUR + 7,87 EUR + 60 EUR = 81,74 EUR
Zinszahlungen geben.

Bezogen auf die gesamten 24.000 EUR sind das 0,34%

Wenn das erste Jahr herum ist, ist jedoch nach dem vorher beschriebenen Prinzip alles, außer den sofort verfügbaren 3.000 EUR Tagesgeld, als Festgeld mit jeweils einem Jahr Laufzeit angelegt. Alle drei Monate wird jeweils ein Teil dieses Festgeldes zur Auszahlung fällig. Würden sich die Zinsen nicht ändern, ergäbe das ab dem zweiten Jahr eine jährliche Rendite von

3.000 EUR * 0,25% + 21.000 EUR * 0,5% = 7,50 EUR + 105 EUR = 112,50 EUR

Das ist bezogen auf die Gesamtsumme von 24.000 EUR insgesamt ein Zinssatz von 0,47%

Würde man sich dieses ganze Herumgehampele mit dem Festgeld sparen und stattdessen alles einfach als Tagesgeld liegen lassen, wären das pro Jahr 0,25% Rendite auf die gesamte Summe von 24.000 EUR, also 60 EUR.

Ich gebe zu, dass die obige Rechnung stark vereinfacht und damit nicht ganz realistisch ist. Ich habe z.B. die Steuerabzüge weggelassen. Aber die hätte man überall gleichermaßen. Weiterhin habe ich den Zinseszins ignoriert. Außerdem können sich auch die Zinssätze für Tagesgeld und für neu jeweils für ein Jahr festgelegtes Geld ändern. Es ging mir zunächst einfach nur um eine vergleichende Betrachtung.

Ähnliche Ideen

Ob das den Aufwand lohnt, muss jeder für sich selbst beantworten. Es ginge auch einfacher zu handhaben, indem man z.B. nur mit Tagesgeld und Ein-Jahres-Festgeld arbeitet und zwar jeweils für die Hälfte. Das Festgeld wird nach jedem Jahr, in dem das Tagesgeld nicht angegriffen wurde, einfach wieder um ein weiteres Jahr verlängert.

Oder man splittet die Gesamtsumme in mehrere Teile auf, deren Erstinvestition in Ein-Jahres-Festgeld zeitlich verschoben gestartet wird. Am Anfang bleibt der Rest jeweils so lange als Tagesgeld, bis die nächste Tranche zu investieren an der Reihe ist. So spart man sich die kürzeren Festgeld-Anlagen, kann alles völlig gleichmäßig aufteilen und solange das Geld nicht gebraucht wird, die Festgeldanlagen einfach automatisch um jeweils ein weiteres Jahr verlängern lassen. Diese Konstruktion verdient eher den Namen Zinskarussell als Zinstreppe.

Eine andere Idee wäre das sogenannte Tagesgeld-Hopping, bei dem man alle paar Monate ein vorteilhaftes Neukunden-Angebot bei einer weiteren Bank annimmt. Ich persönlich habe zu so etwas keine Lust. Immer wieder neue Zugangsdaten usw. Das ist mir alles zu aufwändig.

Weitere Möglichkeiten, die dem Tagesgeld-Hopping ähneln, wären solche Angebote wie Weltsparen oder Zinspilot, aber davon halte ich ebenfalls nichts. Irgendwie ist mir die Sache in bestimmten Ländern, auch wenn die zu Europa gehören, doch zu unsicher.

Eine Art Risiko-Hybrid mit Anleihen?

Wie wäre es denn, wenn man für einen Teil des Geldes ein kleines Risiko auf sich nehmen würde? Man könnte z.B. das Geld für die ersten Monate risikolos als Tagesgeld belassen und für den Rest Anleihen mit jeweils passender Restlaufzeit heraussuchen, deren Ausfall-Risiko sehr niedrig ist. Ist auf diese Art eine bessere Rendite unter sehr geringem Risiko erzielbar?

Um so etwas zu finden, ist der Anleihen-Selector auf der Webseite der comdirect-Bank gut geeignet. Ich zeige hier, wie ich bei der Suche nach geeigneten Anleihen vorgehe.

So sieht das zunächst aus, wenn man den Anleihen-Selector aufruft:

Anleihen-Selector

Nun wähle ich die Kriterien, die mir sinnvoll erschienen. Zunächst finde ich handelbar im Live-Trading von Vorteil, kreuze es also an. Ich möchte Anleihen finden, die ich einfach so kaufen kann. Ich will nicht erst lange Limit-Order dafür aufgeben müssen, sondern gleich wissen, ob mein Plan aufgeht.

Als Rendite möchte ich mindestens etwas, bei dem ich besser abschneide als im obigen Tagesgeld-/Festgeld-Beispiel. Ich gebe also 0,6 als Mindestrendite pro Jahr ein.

Zur Restlaufzeit: Für unsere Zwecke sind Anleihen mit einer Restlaufzeit von 3 Monaten bis zu unter 2 Jahren geeignet. Da es keine Einstellung für 2 Jahre gibt, nehme ich zunächst 3 Jahre. Ich kann das dann später noch aussortieren. Also stelle ich für die Restlaufzeit 3 Monate bis 3 Jahre ein.

Als nächstes kann ich meine Risikobereitschaft wählen. Dafür steht mir Moody’s Rating zur Verfügung. Ich nehme zunächst alles von Baa bis Aaa.

Die Emittentenkategorie ist mir egal. Hier möchte ich aus allen wählen können.

Als Währung der Anlage wähle ich nur Euro.

Durch die bisherigen Eingaben wurde die Anzahl der passenden Anleihen bereits auf 104 eingeschränkt. Nun klicke ich noch auf Mehr Kriterien.

Erst hier finde ich die wichtige Einstellung zum Kupontyp. Ich wähle Fest. Schließlich möchte ich mit vorher festgelegten Zahlungen kalkulieren können.

Dann experimentiere ich noch ein wenig mit der Eingabe des Handelsvolumens, denn das Ganze macht nur Sinn, wenn ich das leicht gekauft bekomme, wie ich bereits erwähnt hatte. So gebe ich > 30 Tsd. EUR für das Volumen innerhalb der letzten 30 Tage ein.

Die Anzahl der Treffer ist nun auf 37 geschrumpft. Nun lasse ich mir die Trefferliste anzeigen. Indem ich in der Übersicht zweimal hintereinander auf die Spaltenüberschrift Restlaufzeit klicke, sortiere ich das Ganze aufsteigend nach der Restlaufzeit. So habe ich die Vorauswahl der in Frage kommenden Anleihen mit einer Restlaufzeit kürzer als 2 Jahre ganz oben.

Anleihen-Selector Trefferliste

Nun heißt es aber nicht, hier einfach auf die angezeigte Rendite zu vertrauen und ohne weitere Betrachtungen die Anleihen zu kaufen.

Zunächst zeige ich anhand des ersten Treffers, wie man berechnen oder überschlagen kann, was wirklich dabei herauskommt, sofern die Anleihe wie geplant bedient wird. Ich schlage die Anleihe anhand der WKN noch parallel auf Onvista nach, u.a. um die Stückelung herauszufinden, und damit die Mindestsumme, für die man die Anleihe kaufen kann.

Beispiel: Commerzbank AG LT2 Nachr.MTN S.773 v.2011(19) (WKN CB83CE)

Als Stückelung finde ich bei Onvista die meistens üblichen 1.000 EUR. Das ist in Ordnung.

Bei comdirect sehe ich (22.11.2018), dass der momentane Briefkurs, also der Kurs, zu dem im Live Trading gekauft werden kann, bei über 102% liegt. Kurse von Anleihen werden in Prozent notiert. Das heißt, wenn ich diese Anleihe zum sogenannten Nominalwert von 1.000 EUR kaufen würde, müsste ich dafür etwas mehr als 102%, also 1.020 EUR bezahlen.

Am Ende der Laufzeit würde ich jedoch nur den Nominalwert, also 1.000 EUR zurückerhalten. Am 22.03.2019 werden die Rückzahlung der Anleihe und auch die letzte Zinszahlung fällig. Der Zinskupon ist mit 6,375% angegeben. Also würde es zusätzlich zur Rückzahlung von 1.000 EUR am Ende 6,375% darauf, also 63,75 EUR an Zinsen geben.

Doch halt, derjenige, der die Anleihe vorher gehalten hat, hat einen Anspruch auf einen Teil dieser Zinsen entsprechend seiner Haltedauer. Das ist das, was als Stückzinsen bezeichnet wird, und das man als Käufer zahlen muss. In unserem Fall finden wir die Angabe zu den Stückzinsen bei comdirect als 4,366. Also zahle ich beim Kauf dieser Anleihe 4,366% bezogen auf den Nominalbetrag an Stückzinsen. Das sind 1.000 EUR * 4,366% = 43,66 EUR.

Außerdem kommen dann noch Transaktionsgebühren für den Kauf hinzu. Bei comdirect und den meisten anderen Direktbrokern sind das für einen Anlagebetrag von bis zu 2.000 EUR knapp 10 EUR.

Rechnen wir beide Seiten zusammen. Ich runde auf ganze EUR.

Kosten:
Kurswert + Stückzinsen + Transaktionskosten = 1.020 EUR + 44 EUR + 10 EUR = 1.074 EUR

Einnahmen:
Nominalwert + Zinsen = 1.000 EUR + 64 EUR = 1.064 EUR

Es käme also weniger heraus als es kosten würde. Ein ganz schlechter Deal! Kaufte man eine größere „Portion“ von nominal 2.000 EUR, käme auch ein Minus heraus.

Also nicht den Rendite-Angaben in der Liste vertrauen, sondern selbst nachrechnen!

Ich stelle hier noch ein etwas anders geartetes Beispiel aus der Liste dar.

Beispiel: Italien, Republik EO-B.T.P. 2017(20) (WKN A19QSB)

Die Eckdaten:
Laufzeit: bis 15.10.2020
Zinskupon: 0,2% jeweils am 15.10.2019 und 15.10.2020
Stückzinsen auf die nächste Zinszahlung: 0,021%
Aktueller Briefkurs: 98,88%

Berechnung für Kauf zum Nominalwert von 1.000 EUR:

Kosten:
Kurswert + Stückzinsen + Transaktionskosten = 988,88 EUR + 0,21 EUR + 10 EUR = 999,01 EUR, also rund 999 EUR

Einnahmen:
Nominalwert + Zinszahlungen (2 Stück) = 1.000 EUR + 2 EUR + 2 EUR = 1.004 EUR

Das wäre innerhalb von etwas weniger als 2 Jahren eine Rendite von 5 EUR bezogen auf 999 EUR, also etwa 0,5%, was einem effektiven Jahreszins von knapp 0,25% entspricht.

Der Zins ist also schlechter als im Festgeld-Beispiel. Trotzdem ist das Risiko höher.

Nun könnte man noch ein wenig die Kriterien im Anleihen-Selector variieren. Sicher findet man auch Anleihen, bei denen eine viel höhere Rendite herauskommt, sofern alles glatt läuft. Aber verliere bitte nicht das Ziel dieser Betrachtung aus den Augen. Das bestand darin, mehr Zinsen für ein nur wenig erhöhtes Risiko zu bekommen.

Ich habe die obigen Betrachtungen für weitere Anleihen und auch für 2.000 EUR anstatt nur 1.000 EUR nominal durchgerechnet, oder besser gesagt, überschlagen. Entweder ist die Rendite zu gering oder das Risiko zu hoch.

Mein Fazit

Die Anleihen-Lösung ist derzeit keine lohnende Alternative zur selbstgebauten Zinstreppe für’s Fuck-You-Money.

Wenn du Tagesgeld- und Festgeldkonditionen wie im obigen Beispiel findest und dir den kleinen Aufwand mit der Zinstreppe auferlegen willst, kannst du das gern tun. Ansonsten stell hier einfach die Sicherheit in den Vordergrund und betreib dabei möglichst wenig bis keinen Aufwand.


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5 Kommentare

  • Wiedermal ein sehr schöner Artikel. Danke hierfür. Ich möchte als Alternative zum Tagesgeld mal den „Flexiblen VorsorgePlan“ von cosmosdirekt in den Raum werfen. Im Prinzip ist das zwar eine Rentenversicherung, aber jegliches eingezahlte Geld ist zum jeweils nächsten Monatsersten kostenlos verfügbar und es fallen auch keine Abschluss- oder Verwaltungskosten an. Die Zinsen staffeln sich nach der Laufzeit (im ersten Jahr aktuell 0,5%). So gelangt man automatisch in höhere Zinsregionen, falls man die Reserve nicht benötigt und muss sich nicht um die Wiederanlage kümmern.

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    • Danke für den Tipp, Stefan, war sicher gut gemeint. Aber da muss ich dir widersprechen. Das von dir genannte Produkt ist überhaupt nicht für die in meinem Artikel beschriebenen Zwecke geeignet. Auf den ersten Blick sieht es zwar super aus mit den innerhalb der ersten drei Jahre garantierten Verzinsungen, die schon bei 0,5% starten. Ich habe mir das mal genauer angesehen, insbesondere die Vertragsbedingungen. Es ist wie immer: Wenn etwas zu schön um wahr zu sein scheint, dann ist es das auch: Zu schön, um wahr zu sein.

      Ab dem vierten Jahr ist die Verzinsung variabel und kann sogar negativ(!) werden. Denn, dass das nichts kostet, ist ein Gerücht. (Siehe Vertragsbedingungen. Bei der Versicherung müssen die ja auch was verdienen.) Nun könnte man auf die Idee kommen. Ich zahle die ersten drei Jahre schön regelmäßig ein, dann stelle ich den Vertrag auf beitragsfrei und hebe alles wieder ab, denn man kommt ja ganz flexibel jeden Monat an das Geld heran. Denkste! Hier ein Auszug aus den Vertragsbedingungen (Kündigung und Beitragsfreistellung)

      Durch die Reduzierung der Beitragshöhe bzw. die Umwandlung in
      eine beitragsfreie Versicherung sinken die versicherten Leistungen.
      Die in Ihrer Police und den Kundeninformationen zu Vertragsbeginn
      genannten garantierten Leistungen gelten nur, wenn Sie den Vertrag
      bis zum Ende der Ansparphase unverändert fortführen.

      Als Ansparphase sind mindestens zwölf Jahre genannt. Das Ganze ist und bleibt eine Rentenversicherung, also keine gute Möglichkeit, das Geld für finanziellen Schutz (F‘-You-Money) anzulegen.

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  • Ich kann dir hier nur teilweise Recht geben. Natürlich sinkt die vereinbarte Leistung bei Beitragsfreistellung oder Kündigung, schließlich zahlt man ja dann nicht mehr monatlich das ein, was bei Vertragsabschluss vereinbart war. Die angegebenen Zinssätze in den ersten drei Jahren sind garantiert und gelten nach Abzug der Kosten (i.H.v. 0,6% p.a.). Dadurch kann auch der Zins im vierten Jahr negativ werden, richtig.
    Unter den FAQ (Kosten) steht: „Alle für den Flexiblen VorsorgePlan anfallenden Kosten sind bereits in der ausgewiesenen Verzinsung in Form eines Zinsabschlags berücksichtigt. Es fallen daher keine zusätzlichen Kosten für die Optionen innerhalb Ihres Flexiblen VorsorgePlans an. So können Sie beispielsweise Auszahlungen aus Ihrem Vertrag kostenfrei veranlassen. Wenn Sie Ihren Vertrag beenden möchten, wird das Vertragsguthaben inklusive der bis zu diesem Zeitpunkt gutgeschriebenen Zinsen vollständig, ohne Abzug von Gebühren, ausgezahlt.“
    Das heißt man kann nach 3 Jahren tatsächlich das garantierte mitnehmen und sich etwas neues suchen. Den Zins ab dem vierten Jahr sollte man aber im Auge behalten.
    Trotz alledem: Es war nur ein Vorschlag von mir. Es muss und soll jeder für sich selbst entscheiden, ob dieses Produkt (für sich) sinnvoll ist.

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    • Das mag ja da unter FAQ alles so stehen. Aber im Zweifelsfall gilt das, was in den Vertragsbedingungen steht.
      Ob du mir nun Recht gibst, oder nur teilweise, das ist deine Sache. Meine Meinung bleibt bestehen: Das Produkt ist ungeeignet.
      Kannst es ja gerne ausprobieren. Ich gönne dir wirklich von Herzen, das du Recht behältst.

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  • Spiegelt sich 1:1 mit meiner persönlichen Einschätzung. Ich setze ebenso auf die Zinstreppe. Vor Versicherungen scheue ich zurück, die haben mir zu viele unverständliche Vertragsklauseln.

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