Durch Gamification zu finanzieller Sicherheit / finanzieller Freiheit

Gamification GamifizierungDie Werbebranche ist schlau. Sie nutzt uralte Instinkte gnadenlos aus, um uns zu mehr Konsumausgaben zu bewegen – Angewohnheiten, die uns seit Beginn der Menschheit einprogrammiert sind. Lass uns den Spieß, oder besser gesagt das Spiel, umdrehen! Nutze diese Veranlagungen, um auf dem Weg zu finanzieller Sicherheit/Freiheit motiviert zu bleiben.

Welches Spiel wird gnadenlos gespielt?

Das Spiel besteht darin, etwas zu sammeln. Viele Menschen lieben das. Dabei kommt es auf den Prozess des Sammelns an, das Komplettieren der Sammlung, die Freude darüber, wieder ein neues passendes Stück gefunden zu haben. Menschen waren und bleiben „Jäger und Sammler“.

Es gibt eine Sammelleidenschaft, der viele nicht widerstehen können, und hier setzt die Werbemaschinerie an: Sticker oder Bildchen mit passendem Sammelalbum dazu. Für jede zehn Euro Einkauf im Supermarkt gibt es so ein Päckchen mit den Bildern. Jaja, das ist eigentlich für Kinder. Aber egal, ob wirklich durch Kinder oder Enkel angespornt, oder ob jene nur als Alibi herhalten müssen, die Idee funktioniert.

Auch das Sammeln von irgendwelchen Treuepunkten, Herzchen oder dergleichen, für die man dann Prämienprodukte zum Sonderpreis bekommt, funktioniert hervorragend und kurbelt die Verkäufe an.

Deine neuen Spielregeln

Wie lässt sich ein solches Spielchen gestalten, um den Weg zur finanziellen Sicherheit bzw. finanziellen Freiheit Schritt für Schritt zu schaffen? Ganz einfach: Mach aus diesen Schritten Sammelobjekte!

Beginne damit, „Tage finanzieller Sicherheit“ zu sammeln, bis du 365, also das ganze Jahr zusammen hast. Was ist ein „Tag finanzieller Sicherheit“? Das sind passive Einnahmen pro Jahr, die für deinen grundlegenden Lebensunterhalt für einen Tag ausreichen.

Nehmen wir an, du benötigst pro Tag 50 EUR, also pro Jahr 365*50 EUR = 18.250 EUR, oder pro Monat knapp 1.521 EUR. Verwende stattdessen deine Zahlen. Ich bleibe der Einfachheit halber beim 50-EUR-Beispiel.

Für jede 50 EUR, die du durch passive Einkommensquellen pro Jahr verdienst, bekommst du ein Objekt für deine Sammlung. Als Sammelalbum kannst du einen alten Kalender verwenden oder dir etwas extra dafür gestalten, was vielleicht noch mehr Spaß macht.

schutz-sicherheit

Beispiele für Spielzüge

Nehmen wir an, du kaufst für 2.000 EUR, die du vorher zusammengespart hast, ein paar Stücke einer Dividendenaktie, die dir nun jährlich Dividendenrendite bringt, zunächst 2,5%, also eben 50 EUR. Damit hast du bereits einen Tag für deine Sammlung. Dafür kannst du nun ein Kreuz machen oder ein entsprechendes Kästchen ausmalen, vielleicht sogar mit einem Bildchen bekleben. Was dir am besten gefällt.

Das geht nicht nur mit Anlagen in Wertpapieren, sondern auch mit anderen passiven Einkommensquellen. Wenn du z.B. Experte auf einem Gebiet bist, ein E-Book darüber schreibst und über Amazon KDP verkaufst, was dir jeden Monat ein paar Euro bringt, hast du wieder ein paar Tage für deine Sammlung. Selbst, wenn deine monatlichen Einnahmen daraus im Schnitt nur 12,50 EUR betragen. Im Jahr sind das immerhin 150 EUR und damit wieder drei Tage (Kästchen, Bildchen o.ä.) in deiner Sammlung.

Betreibst du wie ich einen Blog oder irgendeine Art von Info-Webseite, auf der du Affiliate-Werbung (provisionsbasierte Empfehlungen) schaltest, die dir jeden Monat ein paar Einnahmen bringen, hast du weitere Tage für deine Sammlung. Bei nur 25 EUR im Monat sind das im Jahr bereits 300 EUR, also weitere sechs „Sammlerstücke“.

Mit größeren Summen funktionieren natürlich andere Dinge, wie z.B. Mieteinnahmen aus Immobilien. Je nachdem, was für dich möglich und auch angenehm ist. Bedenke bei allem, dass Steuern anfallen können, die natürlich abzuziehen sind.

Einrichtung und Durchführung des Spiels

Rechne dir also den Betrag für einen Tag aus. Vielleicht führst du bereits Buch über alle deine Ausgaben. Ansonsten suche dir alles zusammen und rechne am besten deine jährlichen Kosten aus. So berücksichtigst du auch Zahlungen, die du seltener als einmal im Monat leistest. Dann teile die Summe durch 365 und du hast die Zahl, die du brauchst.

Übertreibe es nicht mit der Genauigkeit. Ganz genau bekommst du es sowieso nicht hin. Sowohl die Ausgaben als auch die passiven Einnahmen werden schwanken. Setze die Ausgaben im Zweifelsfalle eher höher an, die Einnahmen eher niedriger.

Passive Einkommensquellen, also etwas das dir Ertrag bringt, ohne dass du dafür deine Zeit eintauschen musst, sind niemals zu 100% passiv. Oftmals kostet der Aufbau einer solchen Quelle am Anfang sehr viel Arbeitsaufwand. Das Kapital für erste Wertpapierkäufe musst du meistens durch aktive Arbeit verdienen. Vor den Einnahmen für ein E-Book muss dieses erst geschrieben werden.

Auch später ist dann meistens noch irgendeine Art von „Wartung“ nötig. Quellen können auch versiegen. Wenn z.B. der Inhalt eines E-Books überholt ist, und du keine Überarbeitung machst, sinken die Einnahmen oder bleiben ganz weg.

Andererseits kannst du nach und nach immer weitere Quellen erschließen und so ein Wachstum erreichen, das allein durch aktive Arbeit „im Hamsterrad“ nicht möglich wäre.

Einige Einkommensquellen wachsen sogar von selbst und steigern das Einkommen von Jahr zu Jahr. Wenn du Dividenden-Aktien guter Unternehmen, z.B. sogenannter Dividendenaristokraten, kaufst, werden die (passiven) Dividenden-Einnahmen dafür von Jahr zu Jahr steigen, solange das Unternehmen gut wirtschaftet.

Hier ein Spielzug von mir

Brauchst du noch ein Wertpapier-Depot bei einer Direktbank? Ich kann dir die folgenden drei Banken empfehlen. Warum nur diese drei? Ich nutze sie selbst und befinde sie für gut. Ich empfehle grundsätzlich nur Dinge, die ich kenne und mag, und nicht diejenigen, für die ich die meiste Provision erhalte.

Ich würde mich freuen, wenn du dein Depot über einen der drei folgenden Links eröffnest, denn dafür bekäme ich eine Prämie, die dich jedoch nichts extra kostet.

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Was denkst du?

Sicher hast du noch weitere Ideen, um ein solches Spielchen voranzutreiben. Wenn dir die hier beschriebene „Gamification-Idee“ jedoch zu verspielt sein sollte, schau mal in diesen Artikel: Finanzielle-Sicherheits-Quote. Darin habe ich eine andere Variante dargestellt, wie du deine Fortschritte sichtbar machen und dich damit immer weiter motivieren kannst.

Ich hoffe, du konntest aus meinem Artikel ein paar Anregungen mitnehmen, und freue mich über Kommentare oder auch andere Anregungen zum Thema.

7 Kommentare

  • Hallo Petra,
    mal wieder ein toller Artikel, vielen Dank für deine Ideen. Was mich interessieren würde ist, was dein Ziel für die Zeit nach Erreichen der finanziellen Freiheit ist? Denn oft ist es so, dass Ziele anspornen, das Erreichen allerdings lethargisch und antriebslos machen kann, wenn man nicht weiß was danach kommt.
    Möchtest du dann einfach aus deinem aktuellen Job kürzertreten, mehr Zeit für die Familie haben? Oder mehr Urlaub und Zeit für Reisen haben? Oder eher ehrenamtlich, soziale Projekte vorantreiben? Oder einfach ein Bedürfnis nach Sicherheit stillen?
    Mir ist bewusst, dass das sehr tiefgründige und z.T. private Fragen sind. Bitte nimm mir das nicht übel, ich möchte dich nicht ausfragen (und du musst sie natürlich nicht beantworten). Ich frage mich nur selbst, wie erstrebenswert finanzielle Freiheit ist; Arbeit kann auch die Grundlage für Rhythmus, Routine, kollegialen Umgang im Leben darstellen. In Olivers Frugalisten-Blog bin ich auf das Thema aufmerksam geworden (https://frugalisten.de/alternativen-finanzielle-freiheit/) und ich habe mich nach deinem Artikel hier nun gefragt, was deine Sichtweise ist (und mich selbst welche langfristigen Ziele erstrebsam sind).
    Genieß den Sonntag,
    Gruß Michael

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    • Hallo Michael,
      das sind alles gute Fragen. Aber ich denke, die muss schon jeder für sich beantworten. Und ja, überhaupt darf jeder selbst entscheiden, ob diese ganze Sache für ihn oder sie persönlich Sinn macht.
      Im Gegensatz zu anderen, die ihren Blog auch ein wenig als Werkzeug zur Zielerreichung nutzen, um sich selbst unter Druck zu setzen, indem sie dort regelmäßig Rechenschaft über ihre Fortschritte ablegen, tue ich das nicht.
      Ich werde Dir hier deshalb Deine Fragen nicht einzeln beantworten. Nur soviel: Einige der von Dir aufgezählten Punkte treffen bereits zu, und ich weiß genau, dass ich auf dem richtigen Weg bin.
      Das, was ich oben beschrieben habe, ist zunächst nur ein Zahlenspiel, das helfen soll, die „Freiheit“ vorstellbar und erreichbar zu machen. Und wer sagt denn, dass hinter dem Schild „Freiheit“ Schluss ist?
      Viele Grüße
      Petra

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  • Warum nicht Flatex?

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    • Wegen der Provision, die für JEDE Dividendenzahlung auf ausländische Aktien abgezogen wird. Das verschweigen sie in ihren „Hurra, wir sind die Besten“-Übersichten gerne. Das findet man dann nur im Kleingedruckten. Da ich in meinem Hauptdepot sehr viel Wert auf Dividenden lege und nicht andauernd hin und her handle, ist das sehr ungünstig.

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  • Hallo, also erstmal Glückwunsch zu dem Artikel. Super inspirierend und die Idee ein Spiel zwecks Erreichung finanzieller Freiheit oder zumindest mal in einem gewissen Maße „Unabhängigkeit“ zu entwickeln, ist einfach klasse. Da muss „Frau“ erstmal drauf kommen. Da ich mich selbst mit dem Thema Geldanlage beschäftige und mich hierzu auf dem RoboAdvisor-Portal  auslasse, werde ich mit deiner Zustimmung mal dein Spiel aufnehmen und in einem meiner nächsten Artikel verarbeiten. Nochmals: Toller Artikel! Gruss Julia

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    • Hallo Julia,
      das freut mich. Die Grundidee, den Geldbedarf pro Tag auszurechnen, um mit kleineren, weniger furchterregenden Zahlen umzugehen, ist nicht auf meinem Mist gewachsen. Irgendwo habe ich das aufgeschnappt, weiß nicht mehr wo. Die Umsetzung in ein Sammelspiel habe ich mir dann dazu überlegt als ich neulich mal wieder einen Werbespot für „zu 10 Euro Einkaufswert kriegst du … irgendwelchen sinnlosen Kram“ gehört habe. Da fand ich meine Sammelidee doch sinnvoller. Sicher bin ich nicht die einzige mit solchen Ideen, aber einer guten Idee ist es egal, wer sie hatte. Also greif sie ruhig auf und entwickle sie weiter oder stelle sie auf deine Weise dar.
      Viele Grüße
      Petra

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  • Pingback: „Freiheitstage sammeln“-Spiel: ein einfacher Spielzug | Sparen, anlegen, frei sein

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