Einfache Aktienanlage: Planen und umsetzen

Idee Planung Umsetzung

In den bisherigen Artikeln dieser kleinen Reihe zur einfachen Geldanlage mittels Einzelaktien habe ich mich ausführlich mit der Ideenfindung für ein entsprechendes Starter-Depot beschäftigt. Das Resultat ist ein „Einkaufszettel“ voller Ideen.

Der Ideen-Einkaufszettel

Essen Wohnen Kleidung Medizin Transport
  • Unilever
  • General Mills
  • Vonovia
  • Persimmon
  • Barratt Dev.
  • Macy’s
  • Kohl’s
  • Bayer
  • Sanofi
  • BMW Vz.
  • Nissan

Planung

Mein bevorzugtes Starter-Depot

Wie würde es aussehen? Ich würde jeweils so wählen, dass ich aus möglichst vielen dieser fünf Segmente meinen ersten Eintrag nehme, aber zusätzlich noch eine schöne Verteilung nach Ländern erziele. Das wäre die folgende Zusammenstellung:

  • Unliever (NL/GB)
  • Vonovia (DE)
  • Macy’s (USA)
  • Sanofi (FR)
  • Nissan (JP)

Ich halte es zwar nicht für unmöglich, jedoch für relativ unwahrscheinlich, dass eines dieser Unternehmen innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre komplett von der Bildfläche verschwindet.

Nun stellt sich die Frage: Wie weiter vorgehen? Im ersten Artikel Geldanlage an der Börse geht auch ohne ETFs hatte ich zwei Möglichkeiten genannt:

  • Ich kaufe nach meinem Wunschzettel die einzelnen Positionen. Damit sich die Transaktionsgebühren in Grenzen halten, darf die jeweilige Anlagesumme nicht zu klein sein. Ich finde, mindestens 1.000 EUR pro Aktie sollten es schon sein. Besser sind 2.000. Also müssten für den Aufbau dieses Depots mindestens 5.000 bis 10.000 EUR vorhanden sein, oder in überschaubarer Zeit nach und nach angespart werden können, so dass immer dann, wenn es für den Aufbau einer Position reicht, eine Aktie von der Liste gekauft wird.
  • Ich schaue nach, ob es Aktiensparpläne für die gewünschten Aktien gibt. So kann ich auch kleinere Beträge regelmäßig in meiner Auswahl anlegen.

Sparpläne oder Einmalanlage?

Ich habe mal überprüft, wie das bei drei großen Online-Brokern aussieht, und zwar bei comdirect, Cortalconsors und ING DiBa. Mein bevorzugtes Starter-Depot würde ich bei keiner dieser drei komplett durch Sparpläne realisieren können, weil die Liste der sparplanfähigen Aktien jeweils relativ klein ist.

So habe ich mal nachgeschaut, welche der Aktien vom Ideen-Einkaufszettel denn überhaupt besparbar sind. Das Ergebnis ist recht ernüchternd.

Thema comdirect Consorsbank INGDiBa
Essen Unilever Unilever NL
Wohnen Vonovia Vonovia Vonovia
Kleidung
Medizin Bayer Bayer, Sanofi Bayer
Transport BMW St. BMW St. BMW St.

Von den Konditionen her sind comdirect und Consorsbank günstiger. Hier ist eine Sparplanrate bereits ab 25 EUR möglich. Die Provision beträgt 1,5%. Bei der ING DiBa liegt das Minimum bei 50 EUR, die Provision bei 1,75%.

Was noch hinzukommt, ist Umschreibeentgelt für Namens-Aktien. Das ist jeweils ein fester Betrag pro Transaktion, bei comdirect 0,95 EUR, bei der Consorsbank 1,95 EUR. Bei der ING DiBa habe ich es nicht auf einen Blick gefunden. Da es sich bei Vonovia und Bayer um eben solche Namensaktion handelt, ist das sehr ungünstig. Der Vollständigkeit halber will ich noch erwähnen, dass bei Sanofi noch 0,3% für die französiche Transaktionssteuer anfallen.

Ich persönlich würde nicht auf die Aktiensparpläne zurückgreifen, wenn ich ganz am Anfang stünde, sondern auf die andere Lösung der Einmalanlage. Je nach den dafür zur Verfügung stehenden Mitteln würde ich mein Budget für die Positionen festlegen und dann die Aktien kaufen. Dabei müssen auch nicht alle fünf gleichzeitig gekauft werden. Immer, wenn der Betrag für eine Position zusammengekommen ist, eine aus der Liste aussuchen und dann die Order eingeben.

Die Kauforder

Dafür gibt es zwei Möglichkeiten.

  • Sofortkauf z.B. über Tradegate, Lang & Schwarz usw
  • Order an einer Börse

Sofortkauf oder LiveTrading genannt

LiveTrading

Hier bekommt man einen Sofortpreis angezeigt. Man hat nur ein paar Sekunden Zeit, diesen anzunehmen. In dem Fall bekommt man die Aktien zu genau diesem Preis. Die Transaktion wird dann nicht direkt an einer Börse, sondern über einen Zwischenhändler ausgeführt.

Order an einer Börse

Order

Hier wird der Preis je nach Angebot und Nachfrage ermittelt. Um keine bösen Überraschungen zu erleben, ist es ratsam, ein Limit einzugeben, d.h. den Preis, den man höchstens für die Aktie zu zahlen bereit ist.

Das Schöne ist hier, dass man einen Kurs unter dem aktuell gehandelten angeben und die Order dann für längere Zeit stehen lassen kann. So muss man nicht ständig beobachten, ob ein Kauf inzwischen möglich ist.

Ich selbst halte es bei Aktienkäufen so, dass ich zunächst überlege, ob ich bereit bin, den aktuellen Preis zu zahlen. In dem Fall kaufe ich im Livetrading. Falls nicht, notiere ich mir den gewünschten Preis, beobachte den Kursverlauf der Aktie. Wenn der Kurs in die Nähe meines Wunschpreises kommt, gebe ich eine entsprechende Limit-Order auf, oder falls der Wunschpreis erreicht ist, kaufe ich wieder live.

Transaktionskosten

Das ist der Grund, warum es erst ab einer bestimmten Summe sinnvoll ist, Einzelkäufe zu tätigen. Diese Kosten können im Wesentlichen anfallen:

  • Orderprovision, meistens bestehend aus einem Grundbetrag plus Anteil vom Ordervolumen. Für die Orderprovision gibt es meistens Minimal- bzw. Maximalbetrag
  • börsenplatzabhängiges Entgelt
  • Umschreibegebühren für Namensaktien
  • ausländigsche Transaktionssteuer, sofern das Heimatland des Unternehmens so etwas einzieht

Die Aktien sind gekauft, und nun?

Ich kann hier nur beschreiben, wie ich es normalerweise handhabe, denn jeder muss hier die für sich am besten geeignete Vorgehensweise wählen.

Ich hebe mir meine vorher angestellten Überlegungen auf. Ich schreibe mir auf, was ich mir beim Kauf jeder einzelnen Aktie gedacht habe. Dann lasse ich sie in Ruhe und freue mich über die Dividendenzahlungen, die ich innerhalb des auf den Kauf folgenden Jahres dafür erhalte. Erst nach frühestens einem jahr überlege ich mir, ob die Gründe, die zum Kauf geführt haben, noch immer bestehen, wenn ja, ist alles gut. Dabei schaue ich natürlich auch auf die Besonderheiten des Unternehmnes bzw der Branche. Nicht immer kann es gleichmäßig wachsen. Wenn sich das Ganze aber zu sehr verschlechtert hat, suche ich nach Alternativen und handle entsprechend.

Wann realisiere ich einen hohen Kursgewinn? So etwas kommt durchaus vor, und zwar dann, wenn ich eine Aktie für viel zu hoch bewertet halte und der Gewinn, den ich durch den Verkauf erziele, höher ist als die voraussichtlichen Dividendenzahlungen über die nächsten zehn Jahre.

Ein richtiges Patentrezept gibt es hier nicht. Jeder macht dabei auch Fehler. Egal, wie sorgfälig und detailliert auch immer man seine Untersuchungen vorher anstellt, was an der Börse passiert ist nicht vorhersagbar. Das Wichtigste ist, dass man sich mit seinen Entscheidungen wohlfühlt.

Noch etwas ganz Allgemeines

Klar, ich treffe auch falsche Entscheidungen. Der eine oder andere mag meinen Ansatz für zu oberflächlich und fehleranfällig halten. Ja, ist OK, dann mach es für dich selbst eben anders.

Was ich hier beschrieben habe, ist meine hauptsächliche Herangehensweise ans Thema Geldanlage in Aktien. Was ich sonst noch so praktiziere oder teste, z.B. mein Levermann-Experiment, unterliegt eigenen, anderen Regeln als den hier beschriebenen.

Und ja, ETF-Sparpläne habe ich auch. Ich finde, dass es hier nicht darum geht, sich für eine von zwei sich gegenseitig ausschließenden Systemen (ETFs oder Einzelaktien) zu entscheiden.

Damit bin ich am Ende meiner kleinen Reihe zur Geldanlage in Einzelaktien angelangt. Hier sind noch einmal alle Artikel aufgelistet:

Und nicht aus den Augen verlieren…

finanzielle Sicherheit

Möchtest du nun loslegen?

Hast Du nun Lust bekommen, ein günstiges Depot zu eröffnen, um mit der Aktienanlage zu starten. Hier habe ich drei Empfehlungen für Dich.
Und ja, ich bekomme eine Provision, wenn Du über einen dirser Links ein Depot eröffnest. Wenn Du das also nicht möchtest, benutze diese Links nicht. Das ist für mich auch OK.

Direkt-Depot Big Size 728x90

Depotwechsel_728x90

Warum nur diese drei? Ich empfehle grundsätzlich nur Dinge, die ich kenne. Bei diesen bin ich selbst Kunde.

DIESER ARTIKEL IST KEINE ANLAGEBERATUNG.

6 Kommentare

  • Eine Sache würde ich noch ergänzen wollen: Wenn man nach Ländern diversifizieren möchte, sollte man auch die Quellensteuer bzw. deren Anrechnungsfähigkeit im Blick behalten: Das hatte mich bei AB Inbev bei den Dividenden unangenehm überrascht (und würde auch bei Kursgewinnen zutreffen). Andererseits kann sich das immer auch immer mal ändern (wie es anscheinend in Frankreich gerade der Fall ist), von daher ist das eher ein nachrangiges Kriterium.

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  • Hallo Petra, darf ich dich fragen, warum du drei verschiedene Depots hast? Geht es dir darum zwischen verschiedenen Strategien (Levermann-Depot, Langfristdepot, etc…) zu unterscheiden oder geht es dir um Kostenreduzierung (Depot 1 für Aktien, Depot 2 für ETF-Sparpläne) oder schlicht um Handlungssicherheit (Server 1 von Depotbank1 ist down am Brexit-Tag, Server 2
    von Depotbank 2 funktioniert noch). Mit welchem Anbieter bist du bisher am zufriedensten?

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    • Ja, es geht um die Unterscheidung zwischen verschiedenen Strategien. Das erste Depot (comdirect) ist das Hauptdepot für langfristige Geldanlage (ETF-Sparpläne und größere, konservative Aktienpositionen). Das Zweitdepot (ING DiBa) ist für mittelfristige, etwas riskantere Investitionen. Das dritte (Consorsbank) habe ich extra für mein kleines Levermann-Experiment eingerichtet.
      Kosten spare ich dadurch nicht, es entstehen aber auch keine höheren Kosten, als wenn ich nur ein Depot hätte. Das mit dem Down von Servern sehe ich nicht so dramatisch, denn ich handle nur relativ selten. Ansonsten ist es noch ein zusätzlicher Streuungseffekt über drei Depotbanken. Von der Zufriedenheit her kann ich gar kein Urteil fällen, welche von den dreien hier für mich die Nase vorn hat. Es funktioniert bei allen dreien recht gut.

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  • Danke für deine schnelle Antwort und deine Auskünfte!

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  • Pingback: Morningstar Rating Analyse: Die Bilanz der größten Fondshäuser - Fit4Finance

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