Einfache Aktienanlage: Jeder braucht was Anzuziehen

Kleidung

Heute soll es mit dem Aufbau eines einfachen Starter-Depots, bestehend aus zunächst fünf Aktien, weitergehen. Zwei der fünf dafür vorgegebenen Themen, Essen und Wohnen, habe ich bereits behandelt. Heute geht es um die nächste Sache, und zwar um Kleidung.

Die bisherigen Artikel dieser Reihe

Thema heute: Das nächste Segment in dieser Torte

Starter-Depot Thema: Kleidung

Meine Liste der in Frage kommenden Aktien

Wieder habe ich im Internet und in meinem Gedächtnis nach Ideen gekramt und daraus eine Liste mitsamt ISINs erstellt. Kein Anspruch auf Vollständigkeit. Die Reihenfolge ist willkürlich.

  • Macy’s US55616P1049
  • TJX Companies US8725401090
  • LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton FR0000121014
  • Sears US8123501061
  • Inditex ES0148396007
  • Kohl’s US5002551043
  • H&M SE0000106270
  • Marks and Spencer GB0031274896
  • Gap US3647601083
  • Hugo Boss DE000A1PHFF7
  • Ralph Lauren US7512121010
  • Adidas DE000A1EWWW0
  • Nike US6541061031
  • V.F. US9182041080

Meine Untersuchungen

Wie schon in den vorigen Artikeln zu den Themen Essen und Wohnen richte ich mir zunächst wieder eine entsprechende Aktienliste für meinen Value Investing Scanner ein, um automatisiert alles an Daten zu ziehen, was irgend geht. Damit erleichtere ich mir die Arbeit. Zusätzlich schaue ich mir noch an, was die einzelnen Firmen genau tun. Ich gebe hier nicht alle meine Berechnungen und Einschätzungen wieder, sondern nur das Ergebnis meiner Untersuchungen mit einer Auswahl dazugehöriger Daten. So sieht meine Aktienliste nach dem Einlesen der Daten aus:

Value Investing Scanner Aktienliste Kleidung

Beim Einlesen der Daten wurde zu jeder Zeile dieser Liste ein sehr großes Datenblatt erstellt. Würde man das in lesbarer Variante ausdrucken, hätte man jeweils ein Plakat. Hier ein Eindruck von einer solchen Seite auf anzeigbare Maße verkleinert:

Value Investing Scanner Datenblatt

Mein Auswahlprozess

Nachdem ich mir nun alle Datenblätter nacheinander angesehen und hier und dort noch etwas anhand anderer Quellen (als ariva.de) korrigiert habe, sortiere ich gleich die folgenden drei aus:

  • Sears: Die machen in den letzten Jahren nur Verluste.
  • Marks & Spencer: Der Gewinn ist so sehr eingebrochen, die hohe Dividendenrendite geht auf Kosten des Mini-Gewinns. Ob sich das so schnell erholen wird? Keine Ahnung.
  • Ralph Lauren: Gewinn ist stark eingebrochen. Um auf eine Dividendenrendite von nur 1,5% zu kommen, muss der gesamte Gewinn ausgeschüttet werden.

Wegen zu niedriger Dividendenrenditen, würde ich auch von diesen für das zuvor beschriebene Starter-Depot Abstand nehmen:

  • TJX: Hat derzeit nur eine Dividendenrendite von 1,3%. Die Steigerungsrate der Dividende ist zwar von Jahr zu Jahr sehr hoch und ansonsten sieht die langfristige Entwicklung fast perfekt aus. Meiner Meinung nach fast zu perfekt. Keine Ahnung was passiert, wenn es mal nicht so gut läuft.
  • LVMH: Man sagt ja, Luxus geht immer, aber eine Dividendenrendite von derzeit nur 1,6% ist mir zu niedrig. Irgendwie ist das auch nicht das Richtige für ein Starter-Depot, in dem es um einfache Grundthemen gehen soll.
  • Adidas: Derzeitige Dividendenrendite liegt nur bei 1,4%. Zwar sieht die sonstige Entwicklung des Unternehmens sehr gut aus. Aber hinzu kommt noch, dass das Geschäftsfeld einfach zu sehr spezialisiert ist, um für ein Starter-Depot-Vorhaben verwendet zu werden.
  • Nike: Ähnliche Argumentation wie bei Adidas. Dividendenrendite aktuell nur etwa 1%. Gewinn ist außerdem im letzten Jahr eingebrochen. Auch sehr spezialisiert.

Aktien, die als Einschätzung von mir nur „geht so, es gibt bessere“ bekommen, sortiere ich auch noch aus. Das sind:

  • Inditex: sieht von den Wirtschaftsdaten her recht gut aus, aber ist nichts Besonderes. Die Dividende liegt bei etwa 2,4%. Außerdem ist es eine spanische Aktie, also nicht so günstig bei der Dividendenbesteuerung, auch wenn sich das inzwischen bzgl. Anrechnung eines Teils der spanischen Quellensteuer schon gebessert hat.
  • H&M: Seit Jahren stagnierend bzw. leicht rückläufig. Dividende ist zwar hoch, aber seit Jahren gleichbleibend, unterliegt in Deutschland hohem Steuerabzug. Gewinne werden sich wohl auch nicht so schnell erholen. Sehr hoher Anteil vom Gewinn wird ausgeschüttet, im letzten Geschäftsjahr 100%. Das Unternehmen macht zwar keine Verluste und ist sehr moderat bewertet, aber es gibt sicher bessere Möglichkeiten für ein Starter-Depot.
  • V.F.: Derzeitige Dividendenrendite liegt knapp unter 2%. Das hohe KGV basiert wahrscheinlich auf den Gewinnerwartungen für die nächsten Geschäftsjahre. Könnte sein, dass der Kurs noch einbricht, sofern es eine Enttäuschung gibt.

Es bleiben übrig:

  • Macy’s US55616P1049
  • Kohl’s US5002551043
  • Gap US3647601083
  • Hugo Boss DE000A1PHFF7

Meine Entscheidung

Zunächst zeige ich ein paar Daten.

Macy’s

KGV: 7,8
Dividendenrendite: 3,8%

Diagramme:

Macys

Kohl’s

KGV: 14,2
Dividendenrendite: 3,0%

Diagramme:

Kohls

Gap

KGV: 13,7
Dividendenrendite: 3,1%

Diagramme:

Gap

Hugo Boss

KGV: 23,7
Dividendenrendite: 3,3%

Diagramme:

Hugo Boss

Ich würde mich für mein Starter-Depot für Macy’s oder Kohl’s entscheiden, denn ein weiterer Aspekt neben den Zahlen besteht im Geschäftsfeld. Während Hugo Boss und Gap vor allem Labels sind, die schnell mal außer Mode kommen können, sind Macy’s und Kohl’s viel breiter aufgestellt. Neben Bekleidung gibt es dort jeweils noch Innenausstattung, bei Macy’s sogar noch etwas mehr, z.B. Möbel. Das greift doch gleich ein wenig mit ins Thema Wohnen. Macy’s empfinde ich sogar noch als einen Tick besser geeignet als Kohl’s.

Die Planung für ein Starter-Depot würde mit diesem dritten Thema nun so aussehen:

Starter-Depot Essen Wohnen Kleidung

Im nächsten Artikel in dieser kleinen Reihe geht es dann um Medizin.

Übrigens, noch etwas zu V.F. Corp.

Wer meinen Blog schon länger verfolgt und sich an das Thema Graham-Depot erinnert, wird sich denken: V.F., Moment mal, da war doch mal was.

Ja, diese Aktie hatte ich im Graham-Depot gekauft: Siehe Artikelserie Zehn Regeln nach Benjamin Graham. Hinter dem Graham-Depot steckt ein investierbares wikifolio. Da dann jedoch relativ kurze Zeit später eine gesetzliche Regelung aufkam, aufgrund der in wikifolios bzw. dahinter steckenden Anlageprodukten keine Dividenden auf US-Aktien mehr gutgeschrieben wurden, hatte ich V.F. aus dem wikifolio wieder verkauft.

Allerdings hatte ich diese Aktie in meinem echten Hauptdepot ebenfalls gekauft und behalten. Nun habe ich sie jedoch nach meiner obigen Betrachtung mit einem schönen Gewinn von +34%, sogar nach Abzug von Steuern, wieder verkauft, denn ich halte sie nun nicht mehr für ein Value Investment.

Das Graham-Depot ist ein anderes Thema. Dem werde ich mich demnächst auch wieder widmen. Zunächst komplettiere ich jedoch diese kleine Reihe zur einfachen Aktienanlage.

Nun das, was immer kommt

Das hier sind alles nur meine persönlichen Einschätzungen. Es ist keine Anlageberatung. Wenn du irgendetwas davon anders siehst, ist das vollkommen in Ordnung. Sei dir bitte stets des Risikos bewusst, das derartige Geldanlagen enthalten.

5 Kommentare

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