Einfache Aktienanlage: Alle müssen essen

Essen

Heute zeige ich einfach mal, wie ich vorgehen würde, um für ein Starter-Depot die erste Aktie zu finden. Ich hatte dafür folgende Ziele definiert:

  • Ich möchte mich über den Aktienkauf langfristig an den Unternehmen beteiligen anstatt zu zocken.
  • Ich möchte direkt an den Gewinnen partizipieren und schnell die Erfahrung „passives Einkommen“ machen.
  • Ich möchte, dass „meine“ Unternehmen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch lange prima weiterlaufen.
  • Ich will verstehen, woran ich beteiligt bin, sodass ich auch bei Kursrückgängen rational urteilen kann und nicht in Panik verfalle.
  • Ich will dort „hineinwachsen“, während des Tuns immer mehr lernen und meine Rendite steigern.

Idee

Darüber hatte ich in diesem Artikel etwas geschrieben: Geldanlage an der Börse geht auch ohne ETFs. Ich hatte exemplarisch fünf einfache Themen (Geschäftsfelder) genannt, deren Notwendigkeit wohl jeder versteht, und zwar

  • Essen
  • Wohnen
  • Kleidung
  • Medizin
  • Transport

Recherche

Heute beginne ich mit dem ersten Punkt, und zwar dem Essen.

Welche Nahrungsmittelkonzerne sind denn die größten und bekanntesten?

Die Suchmaschine weiß Rat. Es sind natürlich verschiedene Listen zu finden, aber es kommt mir ja nicht auf eine korrekte Rangfolge an, nach welchen Kriterien auch immer, sondern darauf, Ideen zu finden. So habe ich mir daraus die folgende Gesamtliste börsennotierter Unternehmen erstellt und gleich die ISIN der betreffenden Aktien mit herausgesucht.

  • Nestlé (CH0038863350)
  • Coca Cola Company (US1912161007)
  • Unilever (GB00B10RZP78)
  • PepsiCo (US7134481081)
  • The Kraft Heinz Company (US5007541064)
  • Mondelez (US6092071058)
  • Danone (FR0000120644)
  • General Mills (US3703341046)
  • Kellogg Company (US4878361082)
  • Tyson Foods (US9024941034)

Die meisten davon kennt man. Coca Cola und PepsiCo sind zur Abdeckung des Themas „Essen“ nicht so sehr geeignet, denn Coca Cola ist als Softdrink-Hersteller sehr spezialisiert. Pepsi stellt zwar neben Getränken noch ein wenig anderes Zeug her (Chips, Dips, Cerialien u.ä.), aber es gibt eben breiter aufgestellte. Mondelez würde ich auch aussortieren, da es bei denen in der Hauptsache um das Snackgeschäft geht. Auch das ist mir nicht breit genug aufgestellt. Kellogg gefällt mir von den Produkten her auch nicht so. Tyson Foods hatte ich ehrlich gesagt überhaupt nicht auf dem Schirm. Habe nachgelesen und herausgefunden, dass die sich vor allem mit Fleisch befassen. Ich persönlich habe zwar nichts gegen den Verzehr von Fleisch, aber irgendwie möchte ich das nicht als Investment.

Analyse

Nun schaue ich mir das Zahlenmaterial zu denjenigen Aktien an, die übrig sind, also
Nestlé, Unilever, Kraft Heinz, Danone und General Mills.

Dafür nutze ich meinen Value Investing Scanner. Das ist ein Excel-Tool mit Makros. Näheres dazu auf meiner Tools-Seite. Ich richte mir eine Aktienliste wie folgt ein:

Aktienliste

Wie oben gezeigt, genügt es, jeweils die ISIN und die Währung, sofern anders als EUR, einzutragen. Dann starte ich im Scanner-Tool das Makro zur Erzeugung aller entsprechenden Datenblätter. Die Aktienliste sieht danach so aus:

Aktienliste

Bezeichnung und benötigte Web-URLs zum Ziehen der Daten wurden automatisch ergänzt. Dann kann ich die ausführlichen Datenblätter direkt aus der Aktienliste jeweils durch Klick auf Status-OK öffnen und mir z.B. genau anschauen, wie Gewinnentwicklung, Dividendenentwicklung, Rentabilitätskennzahlen usw. des Unternehmens über Jahre hinweg aussehen, und vor allem, ob das Unternehmen auch genug Gewinn erwirtschaftet, um die Dividende daraus zu zahlen. Für Kraft Heinz konnten die Daten nicht langfristig gezogen werden, was kein Wunder ist, denn der Konzern in der aktuellen Form ist erst vor nicht allzu langer Zeit durch Fusion entstanden.

Ich kann das innerhalb dieses einen Blog-Artikels kaum alles übersichtlich darstellen, deshalb nur ein paar Eindrücke:

Nestlé

KGV: 34,4
Dividendenrendite: 2,94%
Langfristdarstellungen:
Nestlé Diagramme

Unilever

KGV: 19,5
Dividendenrendite: 3,33%
Langfristdarstellungen:
Unilever Diagramme

Danone

KGV: 16,6
Dividendenrendite: 2,91%
Langfristdarstellungen:
Danone Diagramme

General Mills

KGV: 12,2
Dividendenrendite: 4,37%
Langfristdarstellungen:
General Mills Diagramme

Natürlich geht das auch ohne das Tool, denn das macht auch nichts anderes, als die Wirtschaftsdaten von ariva.de und den aktuellen Kurs von finanzen.net zu holen, übersichtlich darzustellen und ein paar Kennzahlen zu berechnen. Man kann das Ganze auch direkt bei ariva.de nachschauen, aber man muss u.U. durch mehrere Jahresdarstellungen blättern und hat auch nicht die sehr langfristigen Diagramme, wie ich sie in meinem Tool automatisch erzeuge. Das Tool habe ich mir gebaut, um solche Arbeit zu erleichtern und gleich noch ein paar zusätzliche Angaben auszurechnen.

Entscheidung

Von den obigen Aktien gefallen mir persönlich Unilever und General Mills am besten. Unilever ist von der Produktpalette her noch etwas breiter aufgestellt. Damit wäre auch noch zusätzlich das Thema „Kosmetika und Reinigungsmittel“ abgedeckt. General Mills sieht dividendentechnisch ein wenig besser aus.

Für mein oben definiertes Vorhaben würde ich Unilever und General Mills als am besten geeignet ansehen. Ich sage gleich dazu, dass ich selbst Unilever seit längerem in meinem Hauptdepot habe. Ich will hier auch keine Empfehlung aussprechen. Bei der Auswahl, welche von den beiden nun in ein Starter-Depot für den Bereich Essen aufgenommen wird, würde ich zuerst in den anderen Bereichen nach geeigneten Investments suchen und dann diejenige der beiden Aktien nehmen, mit der bzgl. Herkunftsländer eine bessere Streuung erreicht wird.

Risiko?

Nachdem ich den zuvor erwähnten Artikel Geldanlage an der Börse geht auch ohne ETFs veröffentlicht hatte, kamen per Kommentar die Beispiele Kodak und Nokia als Argumente dafür, wie riskant eine Anlage in Einzelaktien sein kann. Der Grund für das Scheitern von Kodak und Nokia ist jedoch, dass deren Produkte nicht mehr up to date waren. Sie sind aus der Mode gekommen.

Ich bin der Meinung, dass eine solche Gefahr, dass die Produkte von einem Unternehmen wie Unilever dermaßen aus der Mode kommen könnten, wohl zu vernachlässigen ist. Außerdem will ich hier nicht die Anregung „Aktie kaufen und dann für Jahre wirkende Schlaftabletten nehmen“ geben, denn jedes Jahr gibt es neue Zahlen im Finanzbericht, und die sollte man sich dann schon anschauen.

Das war nun also mein Beispiel einer Aktienauswahl aus dem Bereich Essen. Ich denke, damit habe ich eine mögliche Herangehensweise anschaulich dargestellt. Demnächst widme ich mich dann einem weiteren Bereich aus den obigen Grundthemen. Das alles ist nicht als Anlageberatung aufzufassen.

18 Kommentare

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