Geldanlage an der Börse geht auch ohne ETFs

Aktienauswahl

Ich habe nichts gegen ETFs. Ich lege sogar selbst regelmäßig (einen Teil) über einen Sparplan in ETFs an. Sicher mag es auch ganz rational gesehen die beste und einfachste Investment-Methode sein. Trotzdem investiere ich zum größten Teil in Einzelaktien und ich bin der Meinung, dass man auch mit Einzelaktien einen guten Start in die Geldanlage finden kann, so dass sich die Risiken in Grenzen halten und es sich trotzdem lohnt.

Ich möchte in diesem Artikel eine weitere Idee darstellen, die sich auf meiner Karte zum Wohlstandswegweiser etwa so einordnen lässt wie auf dem folgenden Bild zu sehen.

Wohlstandswegweiser

Es geht dabei also nicht darum, schnell stinkreich zu werden, sondern sich nach und nach passives Einkommen aufzubauen. Dazu können Aktien einen guten Beitrag leisten.

Warum für den Anfang der Geldanlage lieber Einzelaktion statt ETFs?

Ich hatte vor ein paar Monaten im Artikel Wohlstandswegweiser: Der erste Topf ist voll! Wie weiter? beschrieben, dass ETF-Sparpläne die einfachste und (für die meisten Menschen) beste Methode sind, um mit der Geldanlage zu starten. Ich bin auch weiterhin dieser Meinung. Aber: Nicht alle Menschen sind gleich, jeder hat andere Ansichten. Hier ein paar Beispiele für Argumente gegen ETFs:

Auch wenn die Kosten bei ETFs niedrig gehalten werden, so sind es doch Finanzprodukte, mit denen man sich vom Emittent mehr oder weniger abhängig macht. Wenn der beschließt, irgendetwas daran zu ändern, hat man nur die Wahl, das hinzunehmen oder seine Anteile zu verkaufen.

Wenn man Pech hat, wird der ETF, weil er sich für den Emittenten nicht mehr lohnt, einfach aufgelöst. Dann werden die Anteile praktisch zwangsverkauft, auch wenn das gerade überhaupt nicht passt.

Wenn ich in einen ETF investiere, investiere ich unter Umständen in Unternehmen, die ich normalerweise nicht mit der Kneifzange anfassen wollen würde, möglicherweise weil sie schlecht wirtschaften oder deren Geschäft nicht zu meinen persönlichen Moralvorstellungen passt.

ETFs sind mir zu abstrakt. Ich kann mir darunter nichts vorstellen. Ich möchte mehr über die Firmen wissen, deren Aktien ich kaufe. Das schaffe ich bei breit gestreuten ETFs nicht.

So, genug über Unzulänglichkeiten gemeckert! Nun zu einer Lösung! Wie findet man so etwas? Schritt 1: Überlegen, was man will. Schritt 2: Überlegen, wie man es bekommt.

Was will ich? Was ist mir wichtig?

Ich beschreibe, wie ich herangehen würde, wenn ich jetzt neu starten würde.

  • Ich möchte mich über den Aktienkauf langfristig an den Unternehmen beteiligen anstatt zu zocken.
  • Ich möchte direkt an den Gewinnen partizipieren und schnell die Erfahrung „passives Einkommen“ machen.
  • Ich möchte, dass „meine“ Unternehmen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch lange prima weiterlaufen.
  • Ich will verstehen, woran ich beteiligt bin, sodass ich auch bei Kursrückgängen rational urteilen kann und nicht in Panik verfalle.
  • Ich will dort „hineinwachsen“, während des Tuns immer mehr lernen und meine Rendite steigern.

Wie geht das?

Beginnen wir mit dem Punkt „Verstehen“. Was versteht jeder, weil es sich um die (Konsum-)Grundbedürfnisse handelt?

  • Essen
  • Wohnen
  • Kleidung
  • Medizin
  • Transport

Ich beginne also einfach damit. Ich suche mir meine ersten fünf Aktien aus genau diesen Bereichen heraus, aus jedem Bereich eine.

Ich schaue mich dazu unter den Großen der jeweiligen Branchen um, Firmen, die den jeweiligen Markt beherrschen und immer gut verdienen. Damit ist die Sache mit drohender Pleite nahezu vom Tisch.

Das mit dem passiven Einkommen bekomme ich über Aktien hin, die über Dividendenzahlungen einen Teil des Gewinns an die Aktionäre ausschütten. Also achte ich bei meiner Auswahl auf zuverlässige Dividendenzahler, die einen angemessenen Teil des Gewinns ausschütten, möglichst ohne dabei die eigene Substanz „anzuknabbern“.

Das mit dem Hineinwachsen kann ich auf zwei Arten hinbekommen:

  1. Ich erstelle mir einen Wunschzettel, sagen wir am Anfang mit fünf verschiedenen Aktien, wovon jeweils eine ein Thema aus der obigen Liste abdeckt. Zusätzlich überlege ich mir, welchen Preis ich jeweils dafür zu zahlen bereit bin. Ich überlege mir, wie viel ich pro Position investieren möchte, z.B. mindestens 1.000 EUR. Das kostet bei den meisten Online-Brokern etwa 10 EUR Transaktionsgebühren. Nun spare ich, bis ich jeweils eine Position zusammen habe und schaue dann, ob ich etwas von meinem Wunschzettel kaufen kann. Der Wunschzettel darf natürlich auch Alternativen enthalten. Denn wenn z.B. die eine Lebensmittel-Aktie inzwischen zu teuer ist, um sie noch als gutes Investment für mich anzusehen, kann ich auf die Alternative ausweichen.
  2. Ich suche mir Aktien aus, für die mein Broker Aktiensparpläne anbietet und investiere so jeden Monat einen festen Geldbetrag in jede meiner fünf Aktien. So etwas kostet üblicherweise um die 1,5% vom Ordervolumen, so wie bei ETF-Sparplänen auch.

Egal, welche dieser Möglichkeiten ich nun wähle, oder möglicherweise sogar eine Mischform aus beiden, kann ich später noch weitere Themen (Branchen) hinzufügen. Natürlich sind meine Beispielthemen nur Vorschläge. Wer das mit dem Transport (Automobilindustrie) als nicht so wichtig ansieht, oder nicht in diese Branche investieren möchte, kann das auch einfach weglassen oder durch etwas anderes ersetzen.

Es ist das Beste, das Depot langsam aufzubauen und mit kleineren (allerdings nicht zu kleinen) Beträgen oder Sparplänen zu beginnen. So gewöhne ich mich daran, dass das Ganze schwankt und lerne, solche Schwankungen auszuhalten. Ja ich weiß, das ist leichter gesagt als getan, aber je sorgfältiger ich meine Aktien ausgewählt habe, desto besser wird das gelingen. Wenn ich von einem Unternehmen überzeugt bin, schaffe ich es dann auch, bei niedrigen Preisen nachzukaufen und damit meine Rendite zu erhöhen.

Vorgehensweise zur Aktienauswahl

Ich gebe zu, das macht natürlich etwas mehr Arbeit, als einfach in einen ETF zu investieren. Aber die im Folgenden beschriebene Prozedur wird nur einmal durchgeführt. Wenn dann die Aktien erst einmal ausgewählt sind, braucht man das nicht ständig zu wiederholen. Außerdem wird man dabei auf keinen Fall dümmer.

Gehen wir einfach die einzelnen Themen durch

Essen

Was sind die größten Lebensmittelkonzerne?

Genau diese Frage lässt sich z.B. einfach in die Suchmaschine aller Suchmaschinen eingeben und liefert als Treffer „Die 10 größten Lebensmittelhersteller weltweit“, „10 der größten Lebensmittelhersteller weltweit“, „Nestlé, Mars, Danone: Die größten Lebensmittelhersteller der Welt“ usw.

Aus diesen Treffern lässt sich nun eine Liste erstellen. Wenn dabei gleich eine WKN (Wertpapierkennnummer) oder ISIN (internationale Kennnummer) angegeben ist, diese gleich mitnehmen, so findet man die entsprechende Aktie dann schneller.

Auf die gleiche Art und Weise verfahre ich mit den anderen Themen, indem ich die richtigen Fragen stelle, z.B. so:

Wohnen

Die größten Immobilienkonzerne? Die größten Baukonzerne? Welche haben mit Wohnungen zu tun?

Kleidung

Die größten Textilkonzerne?

Medizin

Die größten Pharmakonzerne?

Transport

Die größten Automobilkonzerne?

Nun habe ich fünf Listen, kann die entsprechenden Aktien auf einem Finanzportal, z.B. finanzen.net, onvista.de, ariva.de o.ä. heraussuchen, und die wirtschaftlichen Daten vergleichen. Ich konzentriere mich dabei auf Gewinne, Höhe der Dividende und damit Dividendenrendite, Ausschüttungsquote, Entwicklung über die Jahre, Kurs-Gewinn-Verhältnis usw. und schaue mir natürlich auch das genaue Geschäftsfeld des Unternehmens an.

Ich verwende dazu mein Value Investing Scanner Tool, denn das stellt mir das Ganze auch grafisch in Diagrammen dar und berechnet außerdem gleich noch ein paar Rentabilitätskennzahlen wie Eigenkapitalrendite, diverse Margen usw.

Du kannst das Tool auch gern benutzen. Ich stelle es im Download-Bereich meiner Tools-Seite kostenlos zur Verfügung. Es ist aber nur ein Hilfsmittel, um stupide Arbeiten zu erleichtern. Also bitte bei der Benutzung nicht den Kopf abschalten!

Ich mache das so, dass ich mir anhand der Daten, die dieses Tool liefert, einen schnellen Gesamteindruck verschaffe, um dann einzelne Dinge nochmal zu hinterfragen bzw. anhand einer zusätzlichen Datenquelle zu überprüfen. Außerdem gehe ich nicht nur nach den Daten, sondern schaue mir noch genau an, was das Unternehmen macht.

So, nun habe ich eine mögliche Vorgehensweise beschrieben. Ich werde diesen „Algorithmus“ wirklich demnächst durchspielen und das Ganze in einem oder mehreren weiteren Blog-Artikeln darstellen. Wenn ich dabei merke, dass ich dazu gern Erweiterungen bzw. Verbesserungen an meinem Value Investing Scanner hätte, setze ich diese um. Natürlich stelle ich das Ganze wieder zur Verfügung. Sei also gespannt auf die nächsten Blog- und Newsletter-Artikel zu diesem Thema.

Wohlstandswegweiser? Value Investing Scanner? Newsletter? Häh?

Wohlstandswegweiser zieht sich als roter Faden durch meinen Blog. Alles lässt sich irgendwo auf dieser Karte einordnen. Hier ist der erste Artikel dazu: Wo bitte geht’s zum Wohlstand?

Der Value Investing Scenner ist ein Excel-Tool mit Makros für die Benutzung unter Windows. Genaueres dazu findest du auf meiner Extra-Tools-Seite.

Genaueres zum Newsletter gibt es hier.

Noch etwas

Was ich hier und dann auch in den folgenden Artikeln zu diesem Thema beschreibe, ist einfach nur meine persönliche Meinung und keine Anlageberatung.

Bis bald!

11 Kommentare

  • Liebe Petra,
    wer mit der Vermögensbildung anfängt, fängt klein an. Das ist kein Makel, aber wer klein anfängt, darf und sollte mit einem ETF-Sparplan anfangen. ETFs mögen nicht die ultimative Geldanlage sein, aber für einen Beginner ohne Erfahrung auf jeden Fall ein empfehlenswertes Startinvestment.
    Falls mal ein ETF aufgelöst wird, passiert das nicht, weil dem Manager sein Frühstück nicht geschmeckt hat, sondern hat marktwirtschaftliche- oder gesetzliche Gründe. Marktwirtschaftlich, wenn der ETF kaum von den Anlegern angenommen wird, gesetzlich meist nach Gesetzesänderungen. Die USA haben die Besteuerung der Dividenden für nicht US-Bürger geändert, und ausländische Fonds haben Probleme, die einbehaltenen US-Steuern mit den Anteileignern abzurechnen.

    Kapitalanlage und Ethik lassen sich ganz schlecht vereinbaren. Kaum eine AG kann garantieren, dass ihre Produkte nicht auch vom Militär genutzt werden. Selbst wenn ich eine Bankaktie kaufe, kann es sein, dass die Bank einem Waffenfabrikanten die Maschinen finanziert, oder mit dem Waschmittel meiner Konsumgüter-Aktie die Uniformen gewaschen werden. Bei Fonds, – und ETFs sind Fonds-, ist es fast unmöglich einzelne Firmen auszuschließen. Spätestens wenn in den kleingedruckten Unterlagen „swapped“ steht, ist der Anleger hilflos.
    („swap ETF“ googeln)

    Von Dir weis ich ja, dass Du mit unwirtschaftlich kleinen Positionsgrößen handelst, aber empfehle diesen Fehler nicht den Anfängern.
    Lass den Anfänger erst einmal die ersten 10 000€ mit einem ETF-Sparplan ansparen, danach kann der Junginvestor diese 10 000€ in fünf Aktienpositionen aufteilen und in der Größe ab 2 000€ Aktien ordern. Die 2000€ sind bei den meisten Brokern die Positionsgröße, wo sich die Mindestgebühr befindet. Noch klüger ist es, die kleineste Kauforder bei 2250€ zu setzen, weil man dann auch bei dem Verkauf einer Position mit 10% Verlust (Stopp-Loss-Marke) oberhalb der Mindestgebühren bleibt.
    Fünf Aktienpositionen habe ich vorgegeben, um eine Streuung auf verschiedene Gesellschaften und Branchen zu erzielen.
    Wir investieren Alle, um Gewinne zu machen. In der Realität gibt es aber auch Verluste. Deshalb muss man sein Kapital aufteilen, und bei Verlusten rechtzeitig die Reisleine ziehen. Nur so erzielt man größere Gewinne als Verluste.

    Richtig klug ist der Anfänger, wenn er erst 20 000€ anspart, und dann für 10 000€ in Aktien geht. Mit 10 000€ in Aktien lässt sich gut handeln und 10 000€ in ETFs als Rücklage sind gut, wenn man mal eine größere Anschaffung machen muss. So kann man vermeiden, dass man seine Aktien zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen muss.

    Bevor man sein sauer erspartes Geld anlegt, sollte man sich gut informieren. Das tun Sie ja auch beim Kauf einer Waschmaschine. Wenn Sie sich in der Bank nur vom „Kundenberater“ beraten lassen, haben Sie hinterher das Produkt gekauft, bei dem die Bank die beste Provision bekommt.

    Mogli

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    • Danke für Deine Meinung, Mogli, ich akzeptiere es, dass du diese Meinung hast. Ich habe jedoch in vielen Punkten eine ganz andere. Und das Schöne ist, dass ich niemanden davon überzeugen muss. Es kann mir egal sein.

      Ich finde es auch immer ziemlich putzig, dass du „weißt“, was ich mache, z.B. heute über meine „unwirtschaftlichen“ Positionsgrößen. Die Wahrheit ist: Du weißt nur einen ganz kleinen nicht repräsentativen Ausschnitt, den du dann unberechtigterweise verallgemeinerst. Aber es ist OK, ich nehm es dir nicht übel.

      Schöne Grüße! 😉

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    • „10 000€ in ETFs als Rücklage sind gut, wenn man mal eine größere Anschaffung machen muss. So kann man vermeiden, dass man seine Aktien zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen muss.“

      Das ist ziemlicher Unsinn. ETF beinhalten schließlich ebenso Aktien (meist sind ja damit Aktien-ETF gemeint), und unterliegen daher genauso dem allgemeinen Marktrisiko.
      Eine Rücklage für ungeplante größere Ausgaben sollte eher auf dem Tagesgeldkonto o.ä. liegen.
      Vielleicht hat du dich aber auch einfach nur vertippt 🙂

      Gefällt 1 Person

  • Hallo Petra,
    Größe schütz leider nicht vor den unsystematischen Risiken einer Einzelauswahl. Auch bei riesigen Unternehmen haben wir gesehen, dass es nicht den Erfolgsgaranten gibt. Kodak hatte schon sehr früh die Digitalfotografie (1975) entwickelt, Nokia hatte schon das Touch-Display und trotzdem gibt es diese Unternehmen quasi nicht mehr. Walkman und CD Player sind ebenso Geschichte.
    Aus diesem Grunde sollte man gerade mit ETF´s anfangen, weil der Anfänger diese unsystematischen Risiken „weg diversifizieren“ kann. Klar, die systematischen können wir nicht umgehen weder mit Einzelaktien noch mit ETF´s.
    An dieser Stelle werde ich auch nicht müde, dass Buch „The behavior gap“ zu empfehlen.
    LG Henning

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    • Ja, Henning, es kann immer passieren, dass eine AG pleitegeht. Risiken bestehen immer. Über die Diversifizierungsmöglichkeiten mittels ETFs brauchst du mit mir auch nicht zu diskutieren, denn da rennst du offene Türen ein. Aber es gibt eben Anleger, die einfach keine ETFs möchten, und einzig und allein darum geht es in meinem Beitrag und nicht um die Diskussion, was besser ist, oder was man „sollte“. Solche sehr spezialisierten Beispiele wie Kodak und Nokia werden dann immer von irgend jemandem hervorgezerrt. Nimm’s bitte nicht übel, ist nicht böse gemeint. Ja, natürlich ist ein Start mit ETFs bequemer und sicher auch risikoloser, und vor allem ist er inzwischen so herrlich „Mainstream“.

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  • Mir gefällt dein Artikel! Ich bin ziemlich am Anfang an der Börse, habe einen Sparplan in ETFs….möchte allerdings einen Teil mit Einzelaktien abdecken. Habe die Levermann-Methode gelesen und das reizt mich extrem, das einfach mal auzuprobieren. Bin nun am Überlegen, ab welcher Summe das sinnvoll ist….(siehe auch Beitrag von Mogli)
    Dein Artikel spiegelt meine Gedanken wider und bestätigt mich.

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  • Das kann man schon so machen, wie du es beschreibst. Allerdings gehört natürlich untrennbar damit zusammen, dass man dann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit langfristig auf einen riesigen Batzen Geld verzichtet.

    Nur als Beispiel:
    Wenn man von Mitte 20 bis zur Rente über 40 Jahre hinweg monatlich einen festen Betrag spart und dann innerhalb von 15 Jahren (entspricht ungefähr der Restlebenserwartung) entspart, hätte man mit einer um einen Prozentpunkt höheren Rendite mindestens 30 % höhere Gesamtentnahmen, und dies unabhängig vom tatsächlichen Renditeniveau. Wenn man nicht vollständig entspart, weil man eine Reserve haben oder vererben will, wächst die Differenz schnell auf deutlich über 50 % an. Dabei hat der durchschnittliche aktive Privatanleger in der Vergangenheit 1,8 % weniger Rendite als mit einem passiven, global diversifizierten Portfolio gemacht!

    Du sagst zwar in einem vorherigen Kommentar, dass es nicht darum gehe was besser sei; wenn das aber unwichtig ist, dann kann man sein Geld gleich bei der Sparkasse auf dem Girokonto liegen lassen oder meinetwegen bei einer sogenannten „nachhaltigen“ Bank. Niemand wird sein Geld in Aktien investieren, der nicht eine möglichst hohe Rendite erwirtschaften will. Und dabei ist das von dir beschriebene Vorgehen höchst kontraproduktiv.
    Falls jemand aus den von dir genannten Gründen nicht in ETFs investieren will, sollte man ihm vor allem ein bisschen finanzielle Bildung empfehlen (und vielleicht zusätzlich noch SRI- [Socially Responsible Investment-] ETFs) und nicht, wie man einige der größten Fehler von Privatanlegern nachmacht, nämlich Stock Picking und das Verwechseln eines guten Unternehmens mit einer renditestarken Aktie.

    Und noch eine Anmerkung: Kodak und Nokia scheinen besonders krasse Negativbeispiele zu sein, allerdings ist es auch so, dass in den letzten 30 Jahren die Hälfte der ursprünglich enthaltenen Unternehmen aus dem DAX verschwunden sind, und das bestimmt nicht weil sich ihre Aktien so wunderbar entwickelt haben.

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    • Einfache Antworten:

      1. Zum „Nur als Beispiel“ Abschnitt. Der „durchschnittliche aktive Privatanleger“ ist immer ein beliebtes Argument. Überhaupt Betrachtungen, wie viel Rendite man womit gemacht „hätte“, wenn bisher für so einen langen Zeitraum eine Anlageklasse wie ETF noch gar nicht für alle zur Verfügung stand, hmmm. Und sich überhaupt auf irgendwelche theoretischen Studien zu verlassen, die den Faktor Mensch, der es vielleicht gar nicht schafft, so ein passives und abstraktes Investment wirklich über einen langen Zeitraum durchzuhalten, völlig außen vor lassen, nunja.

      2. Nächster Abschnitt: Völlig überflüssiges Oberlehrer-Benehmen kommentiere ich nicht ausführlich.

      3. Nächster Abschnitt: Der DAX ist nicht das Maß aller Dinge. Und ja, ein Investment in eine Aktie kann immer schiefgehen. Genauere Ausführungen zu einer Lösungssicht anstatt einer Problemsicht hebe ich mir jedoch für weitere Artikel zu diesem Thema auf.

      Aber hey, ich akzeptiere deine Meinung und habe auch nicht die Absicht, dich von etwas anderem zu überzeugen. 😉

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