Levermann-Dienstag: Neuer Vergleich?

Mehr als zweieinviertel Jahre läuft mein Levermann-Experiment nun schon. Allein in diesem Jahr gab es bereits etliche Transaktionen. Deshalb freue ich mich, dass es diesmal eine entspannte Bewertungsrunde gab. Alle meine zwölf Aktien im Depot hatten am Bewertungsstichtag, also am letzten Freitag, noch genügend Punkte, um bleiben zu dürfen. So hatte ich mal wieder Zeit für grundlegende Gedanken.

Depotübersicht vom Freitag, 13.04.2018

Depotübersicht

Dividendenzahlungen

Seit meinem letzten Levermann-Artikel gab es die folgenden Zahlungen (Steuern und Solizuschlag sind abgezogen):

  • 06.04.2018: Eastman Chemical 5,78
  • 16.04.2018: Ferrexpo 14,53

Überlegungen zum Vergleichswert

Seit Monaten geht es zwei Schritte vor, dann drei zurück. In der Facebook-Gruppe zur Levermann-Strategie hat sich jemand die Arbeit gemacht, die Performance meines experimentellen Depots seit Anfang des Jahres bis jetzt mit diversen Indizes und ETFs zu vergleichen und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass meins auf dieser Sprint-Strecke am schlechtesten abschneidet. Was soll ich dazu sagen? Ich hab’s ja auch nicht so mit Sprint-Strecken. 😉

Mal im Ernst, weder eine Underperformance innerhalb einer derart kurzen Zeitspanne noch eine Überperfomance sind Beweis für irgendwas. Deshalb bleibe ich nach wie vor neutral und gelassen zum Thema Levermann-Strategie.

Worüber ich jedoch nachdenke, ist: Was ist eigentlich der richtige Vergleichswert für mein experimentelles Depot? Alle halbe Jahre hatte ich bisher mit einem Musterdepot verglichen, in dem am Anfang einfach ein thesaurierender SDAX-ETF von Comstage für das gesamte Startkapitel von 12.000 EUR gekauft und dann in Ruhe gelassen wurde. Ich fand das passend, weil Aktien kleiner Unternehmen aus Deutschland das Depot bis dahin dominiert hatten.

Nun stehe ich jedoch vor der folgenden Situation: Punkt 1: Comstage hat seine ETFs Ende 2017 auf ausschüttend umgestellt. Die Dividenden-Ausschüttungen gehen also nicht mehr automatisch in den Kursverlauf mit ein. Ich müsste sie also händisch eintragen, was ich bestimmt vergesse. Andere SDAX-ETFs als die von ComStage finde ich leider nicht. Punkt 2: Inzwischen sind ohnehin überwiegend Large Caps im Depot, so dass der SAX keine passende Benchmark mehr darstellt.

Ich habe nun ein weiteres Musterdepot angelegt, in dem ich so tue, als hätte ich das gesamte Kapital gleich am Anfang komplett in einen DAX-ETF investiert und dann in Ruhe gelassen. Dazu habe ich den XTRACKERS DAX UCITS ETF – 1C EUR ACC (ISIN LU0274211480) ausgewählt. Der Verlauf dieses Musterdepots vom Anfang an (Januar 2016 bis heute) sieht so aus:

Depot-Chart mit DAX-ETF

Was wäre ein passender Vergleich?

So richtig glücklich bin ich mit der obigen Vergleichslösung allerdings nicht. Wäre es möglicherweise besser, das ursprüngliche Musterdepot mit dem SDAX-ETF als Ausgangsbasis zu nehmen und zum Jahresende 2017 einen Austausch gegen den DAX-ETF zu simulieren? Oder vielleicht eine ganz andere Lösung. Bis Ende Juni, wenn meine nächste Zwischenbilanz, diesmal nach zweieinhalb Jahren, fällig wird, werde ich mir schon etwas einfallen lassen. Bin für Vorschläge offen, aber sie müssen einfach sein.

Meine bisherigen halbjährlichen Zwischenstände:

Diese Artikel hatte ich dazu geschrieben:


Die aktuellen Detailauswertungen meiner Depotpositionen gibt es wie immer in meinem Newsletter noch innerhalb dieser Woche.

Alles zum Levermann-Depot auf meinem Blog findest du hier: Artikelserien / Experiment Levermann-Depot

Ansonsten geht es ganz normal in 14 Tagen mit der nächsten Bewertungsrunde weiter.

Das hier ist keine Anlageberatung. Don’t try this at home, kids!!!

10 Kommentare

  • Hallo Petra,

    mein Vorschlag für das Vergleichsproblem: Nehm doch schlicht einen festen und einfachen Mix an ETFs ohne Späße wie Rebalancing oder Marktkapitalisierungsanpassung an dein Echt-Depot. z.B. 50% SDAX, 50% DAX (oder je 33% SDAX, MDAX, DAX). Ob es jedoch Musterdepot-Möglichkeiten gibt, die die Dividenden fiktiv mit einbeziehen weiß ich nicht. Auch hier gäbe es die Möglichkeit der Vereinfachung, dass du dir die durchschnittliche Index-Dividendenrendite 1x p.a. fiktiv gutschreibst und entsprechend Anteile nachkaufst. Für den Fall wäre es wahrscheinlich sogar recht leicht, fiktive Steuern mit verrechnen.

    Was für den Anfangszeitraum mehr Aufwand aber evtl. auch ein „vergleichbareres“ Ergebnis brächte hab ich zu einem deiner frühen Vergleiche schon mal vorgeschlagen: Geh im der Anfangsphase des Vergleichsdepots nicht von sofortiger all-in-Investition aus, weil du auch im Echt-Depot zunächst großteils Cash hattest. Hier könnte man ähnlich in Stufen steigen. … auch wenn deine Antwort darauf sicher wieder die gleiche ist. 😉

    So, mal sehen ob es noch kompliziertere Vorschläge gibt! 😉

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    • Hallo Bernd,
      den ersten Vorschlag finde ich ziemlich gut und so schön einfach. Vielleicht finde ich ja auch einen anderen passenden und thesaurierenden Small Cap ETF als auf den SDAX, ansonsten lassen sich die Ausschüttungshöhen auch über justetf.com feststellen, Steuerabzug kriege ich ausgerechnet, und Nachkauf dann immer, wenn eine bestimmte Summe Bargeld zusammen ist. Oje, das klingt nach Arbeit. Also besser einen Thesaurierer finden. Überhaupt, bis zu drei bis vier passenden Thesaurierern wäre OK:
      Ich weiß nicht mehr, was meine damalige Antwort auf Deinen Vorschlag war. Muss ich mal suchen … Finde aber den ersten Vorschlag besser.
      Gruß P.

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  • Je ähnlicher der Vergleichsindex ist, umso geringer die Performanceunterschiede. – vielleicht ist ein anderer Denkansatz ne Möglichkeit: in was hättest du dein Geld stattdessen gesteckt? Dax? EuroStoxx? ein Haus? Klingt vielleicht etwas unorthodox, aber ich denke genau darauf kommts ja irgendwie an.

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    • Gute Frage, egal ob unorthodox oder nicht, sicher auch in Aktien. Ansonsten könnte ich ja irgendwas behaupten und sagen, ich hätt’s einfach ausgegeben und die Überrendite meines Levermann-Depots gegenüber dieser Lösung stünde fest. 😉

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  • Hallo Petra,

    wenn im mittel Lage und Midcap überwiegen würde ich den Hadax hernehmen, überwiegen Small Caps dann der Sdax.

    LG Ralph

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  • Hallo Petra

    hier meine Vorschläge für einen Vergleich:

    INDEX ISIN WKN Fondsname
    MDAX DE0005933923 593392 iShares MDAX UCITS ETF (DE)
    oder alternativ:
    MDAX DE000ETFL441 ETFL44 Deka MDAX UCITS ETF
    STOXX Europe Mid 200 IE00B60SX063 A0RGCP Source STOXX Europe Mid 200 UCITS ETF A
    MSCI EMU Mid Cap IE00BCLWRD08 A1W370 iShares MSCI EMU Mid Cap UCITS ETF
    MSCI EMU Small Cap IE00B3VWMM18 A0X8SE iShares MSCI EMU Small Cap UCITS ETF (Acc)

    Alle sollten
    – thesaurierend,
    – mit einer ausreichenden Historie,
    – mit Fondwährung Euro
    und – last not least – geeignet für einen Vergleich zu den vorwiegend von Dir ausgewählten Aktien sein.

    Übrigens: auch ein Vergleich mit einem aktiv gemanagten Fonds wie BCDI
    oder Value-Stars-Deutschland-Index (ISIN: DE000LS2VQ07)
    fände ich interessant.

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    • Hallo Peter,
      danke für Deine konkreten Vorschläge. Ja, es wird wohl auf eine Mischung aus verschiedenen ETFs hinauslaufen, und ich werde mich auch nicht auf Deutschland beschränken. Vielleicht noch einen kleinen US-Anteil dazumischen, denn ich denke, dass immer wieder US-Aktien im Levermann-Depot sein werden. Da muss dann die Fondswährung natürlich nicht Euro sein. Es genügt ja, eine Notierung in EUR zu verwenden.
      Die Idee, mit einem aktiven Fonds zu vergleichen, finde ich auch nicht schlecht. Darüber werde ich auf jeden Fall nachdenken.

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