Zuversicht trotz fallender Aktienkurse — so geht’s

Kennst du das?

„Zuerst war mein Depot um X Prozent im Plus, nun ist es um Y Prozent im Minus. Weiß jemand warum? Was soll ich nur tun?“

Ich will mal so anfangen:

Denk mal an das Wetter. Es gibt freundliches und sonniges Wetter, aber auch trübes und graues. Manchmal regnet, stürmt und schneit es. Andererseits ist dann mal wieder eine Affenhitze, in der man nicht weiß, wohin. Worauf will ich hinaus? Genauso wenig, wie du das Wetter beeinflussen kannst, kannst du das Auf und Ab an den Aktienmärkten beeinflussen.

Wenn schlechtes Wetter ist, hast du (meistens jedenfalls) die Wahl, nicht rauszugehen, oder zumindest passende Kleidung anzuziehen. Mit deinen Aktien ist es doch im Grunde genommen ähnlich. Du musst bei fallenden Kursen nicht rausgehen, oder anders ausgedrückt, die Aktie wieder verkaufen.

Passende Kleidung?

Wie wähle ich die passende „Börsenkleidung“, also die passenden Aktien für mein Depot aus? Ich schaue nicht als erstes auf die Aktie und deren Kursverlauf, sondern auf das Unternehmen, oder besser gesagt, dessen wirtschaftliche Daten.

  • Macht es Gewinne?
  • Kann man sich darauf verlassen, oder ist das zu abhängig von einer Mode?
  • Steigert es die Gewinne langfristig oder hält sie wenigstens stabil?
  • Beteiligt es mich als Aktionär in Form einer Dividende an den Gewinnen?
  • Ergibt es eine vernünftige Dividendenrendite (mindestens um die 3% bezogen auf meinen Kaufpreis)?
  • Werden die Dividenden ausschließlich aus den Gewinnen gezahlt bzw. wird nur ein angemessener Teil (um die 50%) des Gewinns als Dividende ausgeschüttet?
  • Ist das Unternehmen nicht zu hoch verschuldet?

Wenn mir die Aktie eines Unternehmens jedes Jahr ein passives Einkommen in Form der Dividende beschert, idealerweise von Jahr zu Jahr etwas mehr, kann mir der zwischenzeitliche Kurs der Aktie doch völlig egal sein. Ich besitze nach wie vor meine Anteile am Unternehmen und gut ist. Das ist für mich Value Investing im wahrsten Sinne des Wortes, also Investieren in Werte.

Ich muss auch nicht andauernd meine Aktien im Depot beobachten oder analysieren. Ich schaue nur ab und zu, wenn es neue Zahlen gibt, ob alles noch stimmt, und falls ja, ist kein Handlungsbedarf. Alle anderen Nachrichten und Mutmaßungen innerhalb der allgemeinen Nachrichtenflut ignoriere ich in der Regel. Es kann zwar sein, dass mir dabei doch einmal irgendetwas Wichtiges durch die Lappen geht, aber Fehler passieren so oder so.

Dividenden statt Kursgewinnen?

Nur an Dividenden und niemals an Kursgewinnen profitieren? Das würde ich so auch nicht sagen. Kursgewinne nehme ich vor allem dann gerne mal mit, wenn sich die Situation bezüglich Gewinnen, Dividendenausschüttungen, vor allem Ausschüttungsanteil, gravierend verschlechtert hat, aber die Aktie noch schön im Plus notiert. Wenn dann noch dazukommt, dass der Gewinn, den ich durch solch einen Verkauf realisieren kann, so hoch ist, wie die voraussichtlichen Dividendenzahlungen der nächsten Jahre nicht sein können, fällt es mir besonders leicht, den Kursgewinn zu realisieren.

Verluste realisiere ich in der Regel nicht. So sind immer mal wieder ein paar Aktien im Depot, die so vor sich hindümpeln, aber auch diese Unternehmen zahlen Dividenden, wenn auch niedrige, und durch die Streuung über genügend Positionen, gleicht sich das dann schon wieder aus. Das mag jeder sehen wie er will, aber es ist eine Herangehensweise, die für mich persönlich sehr gut funktioniert.

Aber andere Strategien sind besser, oder?

Es ist wirklich schön und gut, wenn man immer wieder nach Strategien sucht, um den Markt um Längen zu schlagen, wie es eine Menge Studien von einigen Vorgehensweisen angeblich bewiesen haben wollen. Möglicherweise gibt es sogar wirklich etwas Funktionierendes. Aber das Wichtigste dabei wird immer vergessen: Schaffst du es, auch in schwachen Phasen dabeizubleiben? Ich behaupte, dass die meisten es nicht schaffen, solche Dinge wie Levermann-Strategie und Magic Formula in aller Konsequenz durchzuziehen, wenn der Einsatz zu hoch ist. Darum bleibe ich bei meinem langweiligen „normalen“ Portfolio und betreibe die anderen Sachen nur als kleine Experimente nebenbei.

Titelbild des Artikels: Christoph Alber / pixelio.de

2 Kommentare

  • Der Depotstudent

    Als Value Investor oder Investorin ist das zwar eher ungewöhnlich, aber ich als „komplett passiver“ Anleger behelfe mir da immer damit, dass ich mir einfach verbiete, regelmäßig ins Depot zu schauen.
    Das ist zwar auch nicht so einfach, aber dafür schaue ich in guten Zeiten eben doppelt so häufig rein 😉

    Viele Grüße vom Depotstudent 🙂

    Gefällt mir

  • „Das ist zwar auch nicht so einfach, …“

    Na, also, bitte: immer diese Geheimniskrämerei! Schaut der Depotstudent denn nun keinmal während der schlechten/guten Zeiten ins Depot. Immerhin, ich gebe zu bedenken, dass 1×0= 0 nicht häufiger als 2×0=0 ist. Wenn 0=0, sollte der Depotstudent evtl. das Studienfach wechseln?

    Fallen, wie Petra behauptet, oder steigen die Aktienkurse gerade? Ich meine, und da bin ich zuversichtlich, dass Aktienkurse gerade steigen oder auch nicht, weil die Börse über Ostern geschlossen hat.

    Liebe Grüße vom Guru 🙂

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.