Dein Glücksprinzip: eine Challenge

glueckDurch einen Zufall bin ich an einen Film erinnert worden, den ich vor einigen Jahren gesehen hatte. Er heißt „Das Glücksprinzip“, im Original „Pay It Forward“. Es ist ein ziemlich rührender Film, sicher auch ein klein wenig kitschig. Aber mir gefällt der Grundgedanke darin. Auch wenn der nicht unmittelbar etwas mit Sparen oder Anlegen zu tun hat, passt er hierher, denn ich sehe ihn als äußerst bereichernd an.

Die Idee

In dem Film gibt der Sozialkundelehrer den Kindern die Aufgabe, sich etwas auszudenken, womit man die Welt besser machen könnte. Der Hauptheld des Films, ein kleiner Junge, hat eine ganz einfache Lösung, nämlich besagtes Glücksprinzip, das er selbst dann auch anwendet. Seine Idee besteht darin, drei Menschen ganz selbstlos etwas Gutes zu tun. Diese Menschen sollen aber dafür keinen Gegengefallen erweisen, sondern ihrerseits jeweils drei anderen etwas Gutes tun usw. Ein Schneeballprinzip also,

Ist das realistisch?

Mir gefällt die Idee, aber ist sie realistisch? Wahrscheinlich nicht. Ich denke zwar, dass die meisten Menschen im Grunde ihres Herzens gut sind und es vielleicht versuchen würden, aber die Sache wird sicher immer einschlafen. Aber wenn etwas nicht perfekt läuft, muss das ja nicht heißen, dass es überhaupt nicht läuft. Es muss auch nicht das Original sein. Ganz ehrlich, versetz dich mal in die Situation: Du hilfst jemandem irgendwie weiter und dann sagst du ihm: „Wenn du mir dafür danken möchtest, tu bitte drei anderen Menschen etwas Gutes und erklär diesen wiederum, dass sie die Kette fortsetzen sollen usw.“ Das ist wohl nicht jedermanns Sache.

Eine realistische Variante

Deshalb will ich ein realistischeres Glücksprinzip vorschlagen: Das mit den langen Erklärungen lass einfach weg, und die guten Taten müssen auch nicht auf drei beschränkt werden. Überhaupt müssen das auch gar keine großen Sachen oder Gesten sein. Ich meine mit den guten Taten nichts, was dich zusätzlich Zeit oder Geld kostet. Wann immer du kannst, und es dir nichts ausmacht, tu einem anderen Menschen etwas Gutes. Und wenn es „nur“ ein nettes Wort ist oder einfach mal die Überwindung, die Meinung eines anderen zu akzeptieren, obwohl man selbst anderer Meinung ist. Dafür musst du dich nicht aufopfern und auch nicht jede Bitte erfüllen, die an dich herangetragen wird.

Die Challenge

Lass uns eine Challenge daraus machen. Sagen wir so: Achte mal eine Woche lang bewusst darauf! Du kannst auch für dich eine Strichliste darüber führen, wenn es dir hilft. Du musst dazu nicht zusätzlich herumlaufen und krampfhaft überlegen, was du nun wem Gutes tun könntest, nur um einen Strich auf deiner Liste zu machen. Bau das einfach in dein normales tägliches Leben ein, mach es nebenbei und achte nur mal eine Woche genau darauf. Du wirst sehen, dass das auch dir selbst eine Menge bringt. Vielleicht lohnt es sich, es dann als Angewohnheit beizubehalten?

Gute Ideen zu diesem Thema dürfen gern als Kommentar hinterlassen werden.

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Das Glücksprinzip

Titelbild dieses Artikels: Philipp Wiebe / pixelio.de

2 Kommentare

  • Liebe Petra,

    den besagten Film kenne ich nicht. Aber deine Worte, die du dazu geschrieben hast, haben mich sehr berührt, und ich wurde beim Lesen an zwei Filme erinnert: „Ziemlich beste Freunde“ und „Das bescheuerte Herz“. In beiden Fällen geht es auch darum uneigennützig Gutes für andere zu tun. Jedesmal eine Aufforderung! Genauso hier! Ich muss wirklich mit mir ins Gericht gehen, nicht um eine ehrliche Antwort zu geben – sondern um eine wahrhaftige Entscheidung zu treffen.

    Danke für deinen Beitrag, die Welt ein bisschen besser zu machen!

    Liebe Grüße,
    Horst

    Gefällt 1 Person

  • Irgendwie gibt diese netten Gesten schon in meinem Leben.
    Wenn die Paketdienste mir ein Paket bringen, freue ich mich, und gebe den „Kleinverdienern“ ein Trinkgeld.
    Zu Ostern, Nikolaus und Weihnachten bekommen der Briefträger und andere Menschen, die mich regelmäßig bedienen ein süßes Geschenk. Meiner alten Nachbarin habe ich einen gefährlichen Baum gefällt, bevor der Baum Schaden anrichten konnte. Einer anderen Nachbarin habe ich ihre Gartenwerkzeuge gerichtet und geschärft. Auf dem Wertstoffhof habe ich Fremden schön öfters schwere Sachen mit abgeladen. Ich gebe nicht jedem Bettler etwas, aber wenn mir ein Bettler wirklich bedürftig erscheint, bekommt er mein Kleingeld oder etwas Essbares aus meinem Einkauf von mir. In meiner Nachbarschaft steht ein Haus leer, der Besitzer ist im Pflegeheim. Mit 2 Nachbarn kümmern wir und Unkraut oder Schnee auf dem Weg vor dem leeren Haus.
    Hier kommen auch ein paar Asylantenkinder mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Schule vorbei. Diesen Kindern habe ich schon mehrfach die Räder repariert, und die nötigen Ersatzteile gekauft.
    Wir Menschen sind im Grunde soziale Wesen, nur in der Anonymität der Großstadt scheint diese Eigenschaft zu verkümmern.
    Andererseits kann ich mich auch erinnern, von anderen Hilfe bekommen zu haben, und ich weis auch, dass es schmerzlich ist, wenn man Hilfe verweigert bekommt.

    Mogli

    Gefällt 1 Person

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