Passive ETF-Geldanlage — ein paar Ideen zur Risikominderung

Am vorigen Freitag hatte ich einen Artikel zur ETF-Einmalanlage geschrieben bzw. ein Worst-Case-Szenario dazu dargestellt. Heute soll es darum gehen, wie man es besser hinbekommen könnte. Ich sage gleich vorweg: Es geht in diesem Artikel um passive Geldanlage. Die Situation ist die folgende: Jemand hat auf einmal eine größere Summe, die er/sie anlegen möchte und hat keine Lust, sich mit irgendwelchen ausgeklügelten Strategien zu befassen. Es soll möglichst einfach gehen und regelmäßige Erträge abwerfen. Deshalb betrachte ich auch in diesem Artikel nur das Investieren in einen ausschüttenden ETF auf einen breit gestreuten globalen Index, und zwar den MSCI World. Differenziertere Betrachtungen werden in weiteren Artikeln folgen.

In meinem Artikel Die Tücken der ETF-Einmalanlage hatte ich beschrieben, wie ein Einmal-Investment in einen ausschüttenden ETF auf den MSCI World innerhalb des Zeitraumes von 1999 bis jetzt im schlimmsten Fall verlaufen sein könnte.

Wenn man das Ganze nämlich auf EUR-Basis betrachtet, hätte es über 14 Jahre gedauert, bis die entsprechende Position im Depot wieder grün geworden wäre. Immerhin hätte es aber zwischendurch die Ausschüttungen gegeben. Ich bezweifle allerdings, dass ein unbedarfter Anleger das seelenruhig ausgesessen hätte. Hier hätte sicher fast jeder die Reißleine gezogen, um die „Verluste“ nicht noch größer werden zu lassen.

Die gute Nachricht ist: Solche überaus nachteiligen Einstiegspunkte sind selten. Die schlechte Nachricht ist: Sie kommen aber vor.

Ein paar Ideen zur Risikobegrenzung

Idee 1: Das Investment aufteilen auf vier Quartale

Wie sinnvoll ist das? Zur Beantwortung dieser Frage zeige ich einfach nur eine Abbildung. Die blaue Linie in diesem Chart ist der MSCI World Kursindex umgerechnet in EUR. Die rötliche Linie ist der Durchschnittspreis, den man bei der Aufteilung der zu investierenden Summe auf vier Quartale jeweils bezahlt hätte.

in 4 Quartale aufgeteilt

Es wird dadurch also nicht wirklich viel besser. Auch hier dauert es im schlimmsten Fall sehr lange, bis man wieder im grünen Bereich ist.

Idee 2: Das Investment aufteilen auf einen viel längeren Zeitraum

Das ist wahrscheinlich etwas, was der Psyche des Anlegers etwas besser bekommen würde. In der Abbildung zeigt der Chart die Wertentwicklung, wenn einfach über viele Monate hinweg jeden Monat ein kleiner Teil investiert wird, bis die Gesamtsumme angelegt ist.

100 Teilkäufe

Im dargestellten Beispiel wird eine Summe von 100.000 EUR in 100 monatliche Einzahlungen zu je 1.000 EUR aufgeteilt. Der Rest bleibt einfach als Barbestand, bis er investiert ist. Es dauert also bis dahin 100 Monate, also acht Jahre und 4 Monate.

In der Beispiel-Darstellung reichen die Zahlungen also von Januar 1999 bis April 2007. Der Verlauf ist nicht mehr „ganz so schlimm“, aber trotzdem geht es natürlich nach 2007 nochmal ganz schön abwärts, möglicherweise für manchen leider wieder eine KO-Situation.

Der Vorteil dieser Vorgehensweise besteht darin, dass man sich allmählich ans Investieren gewöhnt. Es kann vollautomatisch über einen Sparplan erfolgen. Außerdem gibt es von Jahr zu Jahr größere Ausschüttungen.

Idee 3: Aufteilen, einzahlen und zusätzlich sparen und einzahlen

Nachdem die große Summe vollständig investiert ist, muss doch nicht Schluss sein. Wenn unser Anleger nun noch nebenher regelmäßig weiter spart und investiert, wird der Verlauf des gesamten Investments mit hoher Wahrscheinlichkeit immer „sanfter“. Hier ein Beispiel:

Sparplan

Im oberen Beispiel ist folgendes dargestellt: Aus dem Vermögen von 100.000 EUR werden pro Monat 800 EUR investiert. 200 EUR werden zusätzlich vom laufenden Einkommen gespart und investiert. So reicht der „große Topf“ für 125 monatliche Einzahlungen, also bis zum Mai 2009. Danach besteht die investierte Summe dann nur noch aus der monatlichen Sparrate von 200 EUR.

Die blaue Linie zeigt die jeweils insgesamt investierte Summe plus den restlichen Cash-Bestand aus dem anfänglichen Vermögen, die rötliche Linie den jeweiligen Gesamtwert (Depot plus Cash).

Auch hier gibt es erhebliche Drawdowns. Aber der Anleger kann sich allmählich daran gewöhnen. Vielleicht ist es etwas einfacher, einen derartigen Verlauf durchzuhalten als das Beispiel aus dem vorigen ETF-Artikel.

Weiteres

Meine Darstellungen in diesem Artikel sollen wie immer nur ein wenig zum Nachdenken anregen und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Deshalb will ich es für heute bei diesen einfachen Beispielen belassen. Wer gerne mit Excel herumexperimentiert, kann sich z.B. bei onvista weitere Daten zu anderen Indizes herunterladen und eigene Betrachtungen anstellen, um weitere Eindrücke zum passiven Investieren mittels ETFs zu erhalten.

Zugegeben, ich habe es mir auch in diesem Artikel wieder sehr einfach gemacht, indem ich nur einen Index, nämlich den MSCI World betrachtet habe. Für jemanden, der erst mit einem sehr kleinem Sparplan über monatlich 25 bis 50 EUR mit dem Vermögensaufbau anfängt, ist solch ein Index bzw. ETF über diesen Index ausreichend. Für jemanden, der wie in meinem Beispiel bereits mit einer größeren Summe beginnt, gibt es geeignetere Möglichkeiten.

Dazu gehört die Kombination mehrerer Indizes (bzw. ETFs), um eine bessere Streuung zu erreichen und z.B. nicht die US-Aktion überzugewichten, wie es im MSCI World der Fall ist. Weiterhin ist die Einbeziehung der Emerging Markets sinnvoll. Im Vordergrund muss jedoch überhaupt erst einmal die Risikotoleranz des Anlegers stehen. Wer keine so großen Schwankungen seines Kapitals aushält, darf eben nur einen Teil in diese Anlageform investieren. Ich werde das in weiteren Artikeln im Einzelnen betrachten.

Ein überaus empfehlenswertes Buch zu diesem Thema ist das:


Es handelt sich hier um einen Affiliate-Link zu Amazon.

Titelbild dieses Artikels: Matthias Koranzki / pixelio.de

17 Kommentare

  • Hallo Petra,
    vielen Dank für deine Ausarbeitung dieses Themas.
    Wie immer halte ich eine passive Geldanlage in aktienorientierte Wertpapiere nicht für sinnvoll. Solche Kapitalanlagen waren seit den Nachkriegsjahren bis Mitte/Ende der 80er Jahre erfolgreich. Damals habe ich in festverzinste Wertpapier investiert und Aktienfonds wären erfolgreicher gewesen. Aber ich war mit der Rendite ohne Risiko bis 1989 zufrieden. Erst als die Zinsen unter 5,5% vielen, bin ich auf Aktien umgestiegen. Das war zum Glück eine Zeit, in der es fast keine fallenden Kurse gab (Mauerfall).

    Heute halte ich eine passive Geldanlage in aktienorientierte Wertpapiere für zu gefährlich. Man kann zwar eine Rückschau auf die Langzeitentwicklung machen, aber keinen einzigen Tag in die Zukunft schauen.
    Deine Langzeitbetrachtung passt auch nur auf den von Dir gewählten Zeitraum. Hättest Du die Betrachtung ab 1950 oder ab 1969 gemacht, sähe die Wertentwicklung viel erfreulicher und das Risiko erheblich geringer aus.
    So hat sich die Summe der eingezahlten Beiträge zu meiner stinglangweiligen Kapital-Lebensversicherung in 45 Jahren mehr als vervierfacht, und dabei war ich die ganzen Jahre auch noch versichert. Von solchen Renditen können jüngere Versicherungsnehmer nicht einmal träumen.

    Wer passiv Geld anlegen möchte, muss sich heute am Zinsmarkt orientieren, und sich mit Renditen um die 3% in halbwegs sicheren Anleihen zufrieden geben.

    Trotzdem empfehle ich die Anlage am Aktienmarkt. Da sollte man aber sein Kapital aktiv managen und wenn das Kapital zu gering ist, um den Aufwand zu selbst betreiben, in 2-5 gut gemanagten Fonds anlegen. Gemanagte Fonds sind zwar teurer, aber sicherer und langfristig betrachtet mindestens so ertragreich wie indexorientierte ETFs.
    Feste Sparraten sind zwar auf den ersten Blick schön, aber für eine Familie schwer zu realisieren, es sei denn, man setzt die Sparrate recht klein an. In einer Familie mit Kindern gibt es die Monat der Versicherungsprämien, der Weihnachtsgeschenke, der Urlaubsreise oder der Schulbücher. Dann kann es mal Krankheiten, Verdienstausfall geben, es ist ein neues Auto oder eine Reparatur fällig.
    Deshalb ist es besser, eine kleine Rate zum Fondssparen zu wählen, und zum Monatswechsel überschüssiges Geld auf ein Sparkonto (aktuell 0,7%)zu überweisen. Auf dem Sparkonto hält man immer eine flüssige Rücklage und wenn sich darüber hinaus größere Summen ansammeln, kann man diese zB. in einen ETF oder in einer Anleihe anlegen. Beides kann man ohne große Gebühren wieder auflösen, wenn zB. ein neues Auto fällig ist.

    schreibt Mogli

    Gefällt mir

  • Hallo Petra,

    bitte sei mir nicht böse, wenn ich zu diesem Artikel wieder Kritik äußere. Mir ist das Thema aber relativ wichtig, weshalb ich auf wesentliche Missverständnisse hinweisen will. Dabei möchte ich besonders auch zu Moglis Kommentar Stellung beziehen, weil er vielen Irrtümern aufsitzt, die weit verbreitet sind.

    Mein Hauptkritikpunkt ist wie auch Moglis, dass du nur einen Startzeitpunkt betrachtest. Wenn du jede deiner Simulationen für verschiedene Startzeitpunkte mit einer Einmal-Investition vergleichst (bei gleichem Zeitintervall!), wirst du sehen, dass für die überwiegende Mehrzahl der Startzeitpunkte die Einmal-Investition eine höhere Rendite abwirft.
    Dein Hinweis, dass man psychologische Auswirkungen mitbetrachten muss (z. B. Panikverkäufe nach starken Verlusten) ist nicht zu unterschätzen, dennoch auch hier – wie in meinem Kommentar zu deinem anderen einschlägigen Beitrag – Kritik. Für diejenigen, die in einer Phase ansteigender Kurse gestaffelt investieren und dann bei einem Crash mit abstürzen, sind die Folgen doppelt schlimm. Zum einen waren sie direkt vor dem Absturz voll investiert, sind also „volles Risiko gegangen“, zum anderen haben sie nicht einmal die möglichen vorangegangenen Kurssteigerungen mitgenommen. Wem das passiert, der wird wohl bei niedrigen Kursen aussteigen und nie wieder Aktien kaufen. Außer er liest das verlinkte Buch und besinnt sich eines Besseren. Dann wird er es aber bestimmt anders machen, nämlich sich vorher (!) überlegen, welches Risiko er eingehen will, dementsprechend den Anteil seines Vermögens festlegen, den er in Aktien-ETFs anlegen will, regelmäßig rebalancen und seiner Strategie treu bleiben.
    Und schließlich ist deine Idee 3 unter den genannten Voraussetzungen („regelmäßige Erträge“) kaum sinnvoll. Will ich denn regelmäßige Erträge oder habe ich Geld übrig, das ich ansparen kann? Wenn ich Geld übrig habe, sind thesaurierende ETFs aus steuerlichen Gründen (Zinseszins-Effekt) sinnvoller. Ansonsten gilt hier das Gleiche wie bereits oben gesagt.

    Nun zu Mogli: die Betrachtung des Zinsniveaus ist völlig sinnlos, wenn man die Inflation nicht mitbetrachtet. Die lag im langfristigen Mittel in den Jahren von 1962-1989 bei 3,1% (Quelle: destatis), da dürfte bei den festverzinsten, risikolosen Wertpapieren an realer Rendite nicht viel übrigbleiben. Vielleicht 2-3%?
    Dasselbe gilt für die Lebensversicherung: eine Vervierfachung in 45 Jahren entspricht gerade einmal 3,1% Steigerung p.a., und selbst wenn die Beiträge in dieser Zeit laufend eingezahlt wurden, die Rendite also höher ist, bleibt nach Inflationsbereinigung mit Sicherheit viel weniger übrig als bei einer reinen Risikolebensversicherung in Kombination mit einem Aktieninvestment. Hierbei ist die steuerliche Förderung (keine Einkommensteuer auf Auszahlungen aus alten LV-Verträgen) nicht mitbetrachtet, weshalb es sich u. U. für die Vergangenheit doch in Einzelfällen gelohnt hat, wobei natürlich der Nachteil der Illiquidität auch nicht zu vernachlässigen ist (im Notfall komme ich nicht ans Geld).
    Die Behauptung, dass aktiv gemanagte Fonds langfristig sicherer und ertragreicher seien als eine passive Anlage ist ein von der Finanzindustrie verbreitetes Märchen, das durch unzählige Untersuchungen widerlegt ist. Das bedeutet nicht, dass es nicht einzelne Fonds gibt, die für beliebige Zeitabschnitte den Markt schlagen, jedoch praktisch nie langfristig. Das größte Problem ist auch hier, dass man – wie Mogli so schön sagt – keinen einzigen Tag in die Zukunft blicken kann. Man kann also aus vergangenen (Über-)Renditen nicht auf zukünftige schließen und damit auch nicht identifizieren, welche wenigen Fonds langfristig besser als ihr Referenzindex abschneiden werden. Wer es nicht glaubt, sollte unbedingt auf den Link klicken und sich das Buch bestellen. Zur tiefergehenden Lektüre empfehle ich noch das Buch „Herleitung und Umsetzung eines passiven Investmentansatzes für Privatanleger in Deutschland“, ebenfalls von Gerd Kommer.
    Dass man als Privatanleger den Markt schlagen kann, möchte ich damit nicht ausschließen und ich probiere es gerade selbst mit der Levermann-Methode aus.

    Liebe Petra, nun wünsche ich dir und deinen Lesern ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest, einen guten Rutsch und ein vor allem gesundes und glückliches, aber auch erfolgreiches Jahr 2018!

    Klaus

    Gefällt mir

    • Hallo Klaus,

      ich bin über Kritik oder andere Meinungen überhaupt nicht böse. Und ja, es ist mir bekannt und ich stimme Dir voll zu, dass die höchste Rendite bei den meisten Startzeitpunkten bei Einmalinvestition herauskommt. es geht mir in diesem Artikel aber nicht um die höchste Rendite, sondern um Beipiele, wie auch schon im vorigen Artikel. Es kann eben auch so laufen wie ich es hier dargestellt habe. Das ist genau das, wofür ich hier sensibilisieren will. Was nützt es einem, wenn statistisch die höchste Rendte herausgekommen wäre, wenn er aber Pech gehabt hat und gerade zu einem so unvorteilhaften Zeitpunkt eingestiegen ist? Nichts, wenn er vorher panisch wieder aussteigt. Zu deinen Einwänden zur dritten Idee muss ich sagen: Ich habe keine historischen Daten für einen „MSCI World Performance Index“, was einer thesaurierenden Anlage gleichkäme. Man kann sich aber das weitere „Hineinsparen“ auch als z.T. durch die Ausschüttungen bezahlt ansehen, wobei wir die Steueraspekte mal beiseite lassen.
      Zur Sache mit dem Rebalancing komme ich noch in einem weiteren Artikel.

      Dir auch ein schönes Weihnachtsfest und guten Rutsch
      Petra

      Gefällt mir

      • Falls Interesse besteht: du findest die Indizes mit reinvestierten Dividenden, wenn du bei msci.com/end-of-day-data-search bei „Index Level“ „gross“ auswählst. Die Daten kann man im Anschluss auch gleich im .xls-Format exportieren.

        Gefällt 1 Person

        • Danke, das ist cool. Damit kann ich bessere Berechnungen anstellen. 🙂

          Gefällt mir

          • Mein Weihnachtsgeschenk für dich 😉

            Gefällt mir

            • Naja, so toll ist diese Ressource nach genauem Hinsehen nun doch wieder nicht … Eine Historie mit täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Werten über mehrere Jahre, um selbst Berechnungen damit anzustellen, kriegt man da doch nicht so einfach. Vielleicht übersehe ich da auch nur was.

              Gefällt mir

          • Bei mir funktioniert das wunderbar. Du musst in den Suchergebnissen auf den Namen des Indexes klicken, woraufhin er dir mit Graph angezeigt wird. Dort gibt es dann ganz oben den Button „Download Data“. Die Zeitreihen in EUR gehen nur bis in die 90er zurück, weshalb man sich für die Zeit davor (geht bis 1969) mit der Darstellung in USD und einer Wechselkurs-Korrektur abhelfen muss.

            Gefällt mir

  • Klaus, ich glaube der Irrtum liegt bei Dir.
    Selbstverständlich habe ich nicht die Inflation vergessen. Ich habe aber 1972 mit Pfandbriefen zu 10,75% angefangen, und etwa 1986 zum letzten Mal festverzinslich und risikoarm zu 5,75% angelegt. In der Zeit lag die Inflationsrate bei etwa 2,5 – 4%.
    Der DAX hat in dieser Zeit mit 16,66% pA rentiert, auch hier musst Du die Inflationsrate abziehen.
    Danach habe ich zwar auch noch festverzinsliche Wertpapiere gekauft, aber erheblich risikoreicher und zu 16%. Diese Anlagen habe ich aber regelmäßig im Blick gehabt. Seit 1989 habe ich mit PC-Unterstützung überwiegend in Aktien angelegt. Bei jedem Crash haben mich Stoppkurse vor großen Verlusten bewahrt. Wenn plötzlich, – und das geht sehr schnell-, reihenweise Stoppkurse greifen, dann verkauft man auch die anderen Positionen. Wenn man sich nicht wieder in Aktien traut, kauft man Aktienanleihen mit sehr großem Puffer. So habe ich mindestens 2 Kriesen mit geringen Verlusten überstanden. Die kleinen Verluste konnte ich auch schnell wieder ausgleichen.

    Zur Lebensversicherung mache ich Dir mal eine andere Rechnung auf.
    Da habe ich ab 1973 jährlich 92€ 43 Jahre lang eingezahlt. Das macht auf 43 Jahre eine Einzahlung von 3956€ aus. Die Versicherung hat also ohne Berücksichtigung angefallener Zinsen im Durchschnitt eine Einlage von 1978€ gehabt.
    Ab 2011 verringerte sich jährlich die Summe der Hochrechnung zum Versicherungsende. Deshalb habe ich die Versicherung zum 31.10.2016 gekündigt. Dann habe ich 14155€ ausbezahlt bekommen.
    Der Ertrag der Versicherung belief sich auf 10199€. Wenn ich den Ertrag auf 43 Jahre verteile hat meine 1978€ Einlage jährlich 237€ Ertrag gebracht.
    Der Betrag kam genau richtig zur Trump-Wahl, und hat selbst verwaltet seit dem erheblich bessere Erträge in Aktien gebracht. Letzteres ist selbstverständlich risikoreicher und arbeitsintensiver.

    weihnachtliche Grüße
    Hans

    Gefällt mir

  • Hallo Hans,
    leider kann ich dir nur hier antworten. Deine Berechnung für die LV-Rendite ist hanebüchen. Mit einem Renditerechner wie du ihn z. B. unter http://www.Zinsen-berechnen.de findest, kannst du dir ausrechnen, dass du eine Rendite (zeitgewichtet/IRR) von 5,088% hattest (falls du deine Beiträge vorschüssig bezahlt hast, ansonsten geringfügig höher). Nominal, nicht real wohlgemerkt. Der MSCI World hat sich in diesem Zeitraum etwa versechsundzwanzigfacht (in EUR), d.h. mit ca. 7,9% rentiert, dies auch nominal. Bei deinen Einzahlungen und dieser Rendite hättest du am Ende mehr als das doppelte an Vermögen gehabt, im Übrigen auch großteils steuerfrei (wg. Altanlagen vor 2009). Mit Pfandbriefen kenne ich mich nicht aus und mag mich jetzt auch nicht damit beschäftigen.
    Gruß, Klaus

    Gefällt mir

    • Hallo Klaus,
      mir ist klar, dass meine schnelle Berechnung nicht der Zins- und Zinseszinsberechnung entspricht.
      Man kann aber auch nicht eine Lebensversicherung mit der Performance eines Aktienindex vergleichen.
      Schau mal, wie viel der Dow oder der DAX in den letzten 12 Monaten (12/16-11/17) zugelegt haben, und welche Zinsen man aktuell bekommt.
      Wer alle Risiken ausblenden möchte, der kann ja Bitcoins kaufen. Leider lassen sich die Bitcoins nicht bis 1973 zurück rechnen, dass gäbe einen tollen Vergleich. 🙂

      Pfandbriefe sind mit Betriebsvermögen besicherte Anleihen, und keinesfalls wie nachrangige Unternehmensanleihen zu werten.
      Das verpfändete Betriebsvermögen (z.B. Maschinen, Fahrzeuge) kann auch nicht in die Konkursmasse fallen,

      Hans

      Gefällt mir

      • Offensichtlich verstehen wir unter „risikolos“ verschiedene Dinge. Du hast in deinem ursprünglichen Beitrag von festverzinslichen risikolosen Papieren gesprochen. Das können keine Unternehmensanleihen sein, egal wie sie besichert sind (ausgenommen staatliche Garantien). Auch wieder so ein Irrtum, genau wie beim angeblich so sicheren „Betongold“.

        Klaus

        Gefällt mir

        • Das waren Pfandbriefe der Deutschen Bundespost, und ich habe geschrieben, dass man Pfandbriefe nicht mit Unternehmensanleihen vergleichen kann.
          Hans

          Gefällt mir

          • Du hast geschrieben, es seien „mit Betriebsvermögen besicherte Anleihen“. Kam mir gleich spanisch vor. Wenn die Pfandbriefe von der Deutschen Bundespost begeben waren, waren sie mit öffentlichem Sondervermögen besichert und wohl tatsächlich risikolos. Ich nehme an, die hatten lange feste Laufzeiten?
            Klaus

            Gefällt mir

            • Die Pfandbriefe hatten vermutlich Laufzeiten von 5 Jahren, da die Zinsen recht hoch waren. Es war die Zeit, wo es zum ersten Mal 1 Mio Arbeitslose gab, und der Staat hat bei allen Institutionen viel Geld in Bauvorhaben und Fahrzeuge investiert, um die Wirtschaft anzukurbeln. Daraus ist die Hochzinspolitik entstanden.
              Der wesentliche Unterschied zwischen einer Anleihe und einem Pfandbrief ist, dass der Pfandbrief besichert ist. Hinter einem Pfandbrief steht immer ein Sachwert. Mein „Mentor und Ratgeber“ war in der Geschäftsleitung der Bank für „Handel und Schifffahrt“ Daher kenne ich mich da etwas aus. 🙂

              Es gibt verschiedene Qualitäten von „Betongold“. So lange es sich um eine Hypothek auf eine handelbare Immobilie handelt, vertraue ich dem „Betongold“, auch wenn die Preise schwanken können und eine Immobilie nicht so wie eine Aktie verkauft werden kann.
              Eine Beteiligung an einer Immobiliengesellschaft ist für mich weniger sicher, das hier die Immobilien in voller Höhe bewertet werden, und die Wertveränderungen voll durchschlagen.
              Eine Hypothek ist nur so hoch, wie ein Teil des Verkehrswerts der Immobilie, Wertveränderungen treffen daher nur den Eigentümer, der Kreditgeber merkt davon nichts, so lange die Immobilie versichert ist.

              Ich habe selbst mal ein Haus verkauft, und dem Käufer ein Teil des Kaufpreises als Kredit überlassen. Einfach, weil der Kaufpreis gut war, und es für den Käufer schwierig war, die Immobilie sofort über die Bank zu finanzieren.
              Jetzt habe ich gerade eine Wohnung in sehr guter Lage verkauft, und warte noch auf die Auszahlung des Geldes. Da habe ich den Verkauf zwar abgewickelt, bin ich aber nur Teil einer Erbengemeinschaft.
              Hans

              Gefällt mir

  • Pingback: Passive ETF-Geldanlage nach Maß | Sparen, anlegen, frei sein

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.