Quant-Investing überall!

Ich behaupte: In fast jeder erfolgreichen Anlagestrategie steckt ein wenig Quant-Investing.

Wenn man Quant-Investing (Quantitatives Investieren) hört, denkt man zunächst an ganz spezielle Strategien wie Levermann oder Magic Formula von Joel Greenblatt. Doch was lässt sich daraus auch woanders hin übernehmen?

Die Grundidee

Es werden Aktien nach bestimmten Kriterien, z.B. Punktezahlen oder Rankings, ausgesucht und ein ganzer Korb davon gekauft. Verkauft wird auch wieder nach genauen Kriterien oder wie im Fall der Magic Formula nach einem festgelegten Zeitraum. „Ein Jahr ist seit dem Kauf um“ ist ja schließlich auch ein Kriterium.

Die Idee dahinter ist, dass die verwendete Auswahlmethode mit hoher Wahrscheinlichkeit Aktien bestimmen wird, die sich in Zukunft sehr gut entwickeln. Deshalb nehmen wir einfach eine gewisse Mindestanzahl solcher Aktien, so werden genug erfolgreiche darunter sein, um auf eine sehr gute Gesamtperformance zu kommen. Ich nenne das gern „Klasse durch Masse“. Greife dorthin, wo die besten Happen sind und nimm recht viel mit, dann wird überwiegend Leckeres dabei sein!

Kernpunkt: Disziplin

Das Wichtigste dabei ist die Disziplin. Du hast überprüfbare Kriterien für den Kauf und ebenso für den Verkauf. Halte dich möglichst daran. Klar darfst du die Kriterien auch ab und zu nachjustieren, aber es sollte in sehr geringem Maß erfolgen. Wenn du das Ganze dann nicht nur für eine oder zwei Aktien machst, sondern gut streust, dann ist das doch bereits Quant-Investing im weiteren Sinne.

Beispiele für Strategien mit Quant-Investing-Komponente

Ich sehe mich im Hauptteil meiner Geldanlage eher als Value Investor und lege besonderen Wert auf solide Unternehmen, die Dividenden zahlen. Für meine Aktienauswahl lege ich bestimmte Kriterien wie Dividendenrendite, KGV, KCV, Gewinnentwicklung usw. und natürlich etwas gesunden Menschenverstand an. Ich überlege mir auch gleich beim Kauf, ob ich diese Aktie als langfristiges oder mittelfristiges Investment einstufe. Während des Haltens habe ich Kriterien, die ich ab und zu, wenn auch selten, überprüfe, und aufgrund deren Ergebnis ich handle. In meinem Hauptdepot befinden sich immer mindestens zwanzig Aktienpositionen. Also steckt doch auch ein wenig Quant-Investing darin, oder?

Auch das reine „Buy and hold“ hat etwas vom Quant Investing: Die Auswahl erfolgt nach bestimmten Kriterien. Verkauft wird „so gut wie nie“. Das ist auch eine Regel. Und es werden meistens mehr als nur ein bis zwei Aktienpositionen aufgebaut.

Selbst in passiver Geldanlage in ETFs steckt eine Quant-Investing-Komponente. Deshalb sind ja die Indexfonds relativ kostengünstig, weil darin alles automatisch abläuft. Schaut man von draußen darauf, z.B. aus der Sicht eines Anlegers mit ETF-Sparplan: Gekauft wird immer, und zwar gleichviel. Das Beste ist auf jeden Fall darin enthalten.

Gegenbeispiele

Worin steckt nicht einmal ein Fünkchen Quant Investing?

  • wildes Zocken mit Aktien oder anderen Wertpapieren
  • binäre Optionen
  • Roulette-Spiel
  • immer den heißesten Trends nachlaufen
  • dauernd kopflos seine eigenen Regeln brechen
  • Bitcoin-Investment
  • Lotto spielen

Soll reichen, denn ich habe keine Lust, noch mehr Unsinn aufzuzählen.

Auf den Punkt gebracht

In seiner reinen Form funktioniert Quant-Investing vollautomatisch nach einfachen Regeln. Trotzdem verbietet mir doch niemand, zusätzlich meinen Kopf einzuschalten. Das Beste aus dem Quant-Investing, das sich immer übernehmen lässt, ist die Disziplin.

Oftmals gibt es fließende Übergänge zwischen verschiedenen Anlagemethoden. Man muss doch nicht immer alles in genau eine Schublade stecken! Und deshalb behaupte ich, dass in fast jeder erfolgreichen Anlagestrategie etwas Quant-Investing steckt, was sehr sinnvoll ist.

Titelbild: Kathrin Antrak / pixelio.de

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