10 Ideen fürs Dividendendepot

In letzter Zeit habe ich auf verschiedenen Blogs und auf Youtube Artikel gelesen bzw. Videos angeschaut zum Thema „Dividendenaktien und -depots“. Dort werden oftmals Kombinationen von Aktien mit jeweils hoher Dividendenrendite vorgestellt, deren Zahlungen möglichst gleichmäßig über das Jahr verteilt fließen sollen. Ich mag solche Beiträge sehr und möchte deshalb das Thema aufgreifen.

Ich setze mir jedoch ein klein wenig andere Prioritäten. Natürlich möchte ich auch hohe Dividendenrenditen haben. Das sollen aber möglichst keine Eintagsfliegen sein. So bevorzuge ich Aktien von Unternehmen mit einem sehr stablien Geschäftsmodell, mit kontinuierlichen, immer weiter gesteigerten Dividendenzahlungen. Überhaupt sollen die Dividenden aus den Gewinnen gezahlt werden und nicht über längere Zeiträume aus der Substanz. Ich möchte zusätzlich eine günstige bis faire Bewertung. Natürlich ist kein Investment perfekt. Ein paar Abstriche muss man bei der einen oder anderen Kennzahl schon machen.

Ob die Zahlungen gleichmäßig über das ganze Jahr verteilt vorkommen, ist mir egal, ebenso ob es nur einmal im Jahr Dividende gibt, oder ob die Zahlungen quartalsweise erfolgen. Ich verstehe es ehrlich gesagt nicht, warum quartalsweise oder sogar monatsweise Zahlungen besser sein sollen. Das verursacht doch nur mehr Aufwand und damit mehr Kosten für die Unternehmen.

Unter diesen Bedingungen habe ich mir also zehn Aktien ausgesucht. Das sind Aktien, die ich jetzt kaufen würde, wenn ich mit dem Aufbau eines sehr langfristig angelegten Aktiendepots beginnen würde. Ich habe bei der Auswahl auch auf eine Streuung über Branchen hinweg geachtet. Im wirklichen Leben habe ich einige Stücke davon bereits seit Jahren in meinem Langfristdepot, von den anderen werde ich wahrscheinlch demnächst welche kaufen.

Was ich hier schreibe soll natürlich weder eine Empfehlung zum Nachmachen noch eine Anlageberatung sein. Es sind einfach nur Ergebnisse meiner Überlegungen.

Die zehn Aktien

Hier werde ich sie nur nennen. Weiter unten gibt es zu jeder Aktie mehr Details.

  • Münchener Rück
  • BMW Vz.
  • AT&T
  • Tupperware Brands
  • Southern
  • Altria Group
  • Deutsche Post
  • Procter & Gamble
  • Metro Vz.
  • Coca-Cola

Die betrachteten Bewertungszahlen kommen unter Verwendung des Kurses vom Freitag, 21.04.2017 zustande, den ich jeweils mit angebe. Bei der Auswahl habe ich folgende Angaben betrachtet, von denen ich jedoch der Übersichtlichkeit halber hier nur einen Teil wiedergebe.

  • Dividendenrendite = letzte Jahresdividende geteilt durch Kurs
  • KGV Kurs-Gewinn-Verhältnis unter Verwendung des Gewinns des letzten Geschäftsjahres
  • KUV Kurs-Umsatz-Verhältnis
  • KBV Kurs-Buchwert-Verhältnis
  • KCV Kurs-Cashflow-Verhältnis
  • RoE Eigenkapitalrendite
  • Eigenkapitalquote
  • Dividende je Aktie (Langzeitentwicklung)
  • Ergebnis je Aktie (Langzeitentwicklung)
  • Anteil der Dividende am Gewinn (Langzeitentwicklung)
  • Cashflow je Aktie (Langzeitentwicklung)
  • Umsatzentwicklung
  • Eigenkapitalentwicklung

Münchener Rück (Munich Re)

ISIN: DE0008430026
Rückversicherungsgesellschaft
Dividendenrendite: 4,7%
Kurs: 182,40 EUR
KGV: 11,3 | KUV: 0,5 | KBV: 0,9 | KCV: 9,4
RoE: 8,2% | EK-Quote: 11,8%

BMW Vorzugsaktien

ISIN: DE0005190037
Automobilhersteller
Dividendenrendite: 4,8%
Kurs: 73,22 EUR
KGV: 7,0 | KUV: 0,5 | KBV: 1,0 | KCV: 15,2
RoE: 14,6% | EK-Quote: 25,0%

AT&T

ISIN: US00206R1023
Telekommunikation
Dividendenrendite: 4,8%
Kurs: 39,93 USD
KGV: 19,0 | KUV: 1,5 | KBV: 2,0 | KCV: 6,2
RoE: 10,54% | EK-Quote: 30,5%

Tupperware Brands

ISIN: US8998961044
Aufbewahrungssysteme
Dividendenrendite: 4,2%
Kurs: 64,22 USD
KGV: 14,5 | KUV: 1,5 | KBV: 15,3 | KCV: 13,6
RoE: 105,1% | EK-Quote: 13,4%

Southern

ISIN: US8425871071
Stromerzeuger
Dividendenrendite: 4,4%
Kurs: 49,98 USD
KGV: 19,4 | KUV: 2,5 | KBV: 1,9 | KCV: 10,1
RoE: 9,5% | EK-Quote: 24,3%

Altria Group

ISIN: US02209S1033
Tabak und Alkohol
Dividendenrendite: 3,3%
Kurs: 71,47 USD
KGV: 9,8 | KUV: 5,4 | KBV: 10,9 | KCV: 36,7
RoE: 111,5% | EK-Quote: 27,8%

Deutsche Post

ISIN: DE0005552004
Post und Logistik
Dividendenrendite: 3,4%
Kurs: 30,72 EUR
KGV: 14,0 | KUV: 0,7 | KBV: 3,4 | KCV: 15,6
RoE: 23,8% | EK-Quote: 29,0%

Procter & Gamble

ISIN: US7427181091
Konsumgüter
Dividendenrendite: 3,0%
Kurs: 88,62 USD
KGV: 23,3 | KUV: 3,6 | KBV: 4,1 | KCV: 15,3
RoE: 18,3% | EK-Quote: 45,1%

Metro Vorzugsaktien

ISIN: DE0007257537
Handelsunternehmen
Dividendenrendite: 4,0%
Kurs: 26,60 EUR
KGV: 14,1 | KUV: 0,1 | KBV: 1,6 | KCV: 5,6
RoE: 11,3% | EK-Quote: 21,3%

Coca-Cola

ISIN: US1912161007
Softdrink-Produzent
Dividendenrendite: 3,2%
Kurs: 43,07 USD
KGV: 28,5 | KUV: 4,4 | KBV: 8,0 | KCV: 21,0
RoE: 28,3% | EK-Quote: 26,4%

4 Gedanken zu “10 Ideen fürs Dividendendepot

  1. Anonymous 22. April 2017 / 19:35

    Es gibt noch mehr (andere) AGs, die kontinuierlich ihre Dividenden erhöhen. Die Zeitschrift Euro hat da mal Aktien für endloses Investment vorgestellt. In der Realität waren die Kursrückschläge mir aber zu groß und Wachstumswerte bringen mit richtigem Timing bessere Renditen.
    Solche Artikel zu Aktien für die Ewigkeit gibt es öfters, -quasi jährlich.

    Nach Dividendenzahlungen gibt es immer den Dividendenabschlag im Kurs.
    Weil früher Kursgewinne nach längerer Haltedauer steuerfrei waren, bin ich bis heute immer noch kein Freund von Dividendenzahlungen. Ein Grund, weshalb ich auch gerne mal Zertifikate kaufe.
    Im Prinzip ist eine Dividende ein kleiner Teilverkauf meiner Depotwerte gegen meinen Willen.
    Bei der Wiederanlage entstehen Kosten.

    Dividenden machen nicht nur dem Unternehmen Arbeit, sondern auch dem Aktionär. Spätestens bei der Steuererklärung und ausländischen Unternehmen.
    Das ist auch ein Grund, weshalb ich AGs, die keine Dividende zahlen, aber im Kurs gut zulegen, lieber mag.
    Das ist nur nebensächlich, aber schön bei Zertifikaten und Optionen.

    Mogli

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  2. Bernd 22. April 2017 / 20:37

    Danke für den tollen und spannenden Beitrag inkl. den anschaulichen Diagrammen.

    Das Thema an sich und einige deiner Kandidaten hatte ich zuletzt auch betrachtet und mich für meine Ansparphase bewusst gegen eine gezielte Dividendenstrategie entschieden. Persönlich finde ich, dass sich die Dividendenstrategie aktuell aus steuerlichen Gründen bestenfalls für die Rentenzeit, aber nicht für die Ansparphase lohnt. Hält man Aktien lange, welche ihre Gewinne betriebsintern reinvestieren, führt dies zu Unternehmenswachstum und Kursanstiegen. Dies führt nach Steuer zu höherem Profit, als wenn diese Firmen Dividenden auszahlen und man nach Versteuerung wieder reinvestiert. Sprichwort: Steuerstundungseffekt. Dem steht u.a. entgegen, dass man als Spar-Anfänger i.d.R. unter dem Steuerfreibetrag ist und dann die Dividenden ohnehin nicht versteuert werden. Dann (und nur dann) ist es steuerlich sogar vorteilhaft, in Dividendanktien zu investieren und Dividenden zu reinvestieren, anstatt höhere Kursanstiege zu haben, denn höhere Anstiege führen beim späteren Verkauf zu höheren Steuern.
    Gleiches Phänomen lässt sich auch auf die Frage „Ausschüttender oder Thesaurierender Fonds?“ anwenden.
    Pro Dividendenaktien sprechen zahlreiche Studien, die Dividendentiteln unterm Strich langfristig eine höhere Gesamtperformance zusprechen. … was jedoch je nach Land und Steuersystem individuell betrachtet werden muss. Zudem muss man sich eingestehen, dass sich Steuerregelungen ohnehin alle paar Jahre ändern.

    Zu Quartals- und Monatszahlern: Dividendenauszahlungen sind in meiner Weltanschauung eher in der Rentenphase wichtig, nicht in der Phase des Vermögensaufbaus, wo auch Kursanstiege ausreichen würden. Erst später will man von (regelmäßigen) Erträgen sein Leben bestreiten. Und Lebenshaltungskosten fallen nunmal monatlich an, wonach auch ein monatliches Einkommen wünschenswert wäre. Kein Arbeitnehmer wünscht sich z.B. jährliche Gehaltszahlungen. Nicht jeder hat die finanzielle Disziplin, die Einnahmen aus den Dividendenmonaten März-Mai sparsam über die restlichen 9 Monate zu verteilen. Es besteht das Risiko, dass verfügbarer Cash schlicht verkonsumiert wird. Außerdem verzichtet man 9 Monate auf Rendite, wenn man den Cash dann auf Tagesgeldkonten rumliegen hat. Daher finde ich das Konzept von Monatszahlern aus Anlegersicht gar nicht so dumm. Wenn dem Unternehmen hier zusätzliche Aufwände entstehen, kann das natürlich nicht im Sinne des Anlegers sein!

    Speziell bei der Coca Cola Aktie gefällt mir persönlich die zuletzt sehr hohe und steigende Ausschüttungsquote überhaupt nicht. Ansonsten ist das Unternehmen interessant.

    Es gibt zu diesem Thema wie du sagtest zahlreichen tolle Inhalte im Internet, dessen Aufzählung lange dauern würde. Wenn du erlaubst, würde ich meinen „Liebling“ aus der kürzeren Vergangenheit kurz nennen. Alexander vom Blog „Rente mit Dividende“ war zuletzt 2x im Podcast vom Finanzrocker. Diese Episoden empfand ich ausgesprochen interessant! Und nicht nur aus oberfränkischer Dialekt-Verbundenheit. 😉

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    • Petra Wolff 22. April 2017 / 21:22

      Du hast das Für und Wider sehr gut dargestellt. Es ist wie mit allem: Jede Medaille hat zwei Seiten. Es gibt nun einmal nicht zwei Versionen der gleichen Aktie, einmal mit und einmal ohne Dividende, so dass man das exakt nachrechnen könnte.

      Zum Thema quartalsweise gegenüber jährlicher Ausschüttung: Dadurch, dass der Anleger die Dividende in vier Portionen bekommt anstatt auf einmal, ist sie nicht automatisch besser angelegt. Es hängt ja davon ab, was in dem Unternehmen in der Zeit mit dem Geld gemacht wird. Und ich bin mal so kühn zu behaupten, dass das in der Regel keine langfristigen und besonders renditestarken Transaktionen sein werden.

      Den „Rente mit Dividende“-Blog kenne ich und den entsprechenden Finanzrocker-Podcast habe ich auch gehört. Fand ich auch sehr sympatisch und hab mich gefreut, dass es noch einen zweiten Teil gab.

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  3. Marco 4. Mai 2017 / 12:57

    Puh ein sehr schöner Blog, leider habe ich beim durchstöbern ganz die Zeit vergessen. (Ist aber jetzt in meinen Favoriten gespeichert)

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