Und jetzt kommt ein Karton

Es ist wieder einmal soweit. Es stehen zwei Käufe im Graham-Depot an. Das Graham-Depot führe ich in Gestalt eines wikifolios und probiere darin die Aktienanlage nach den zehn Regeln von Benjamin-Graham aus. Ich habe mir dazu als Vorgabe gesetzt, dass die Aktien dafür wenigstens 7 der 10 Regeln erfüllen sollten. Es ist nicht so einfach, geeignete Papiere dafür zu finden. Manchmal drücke ich deshalb auch bei dem einen oder anderen Kriterium ein Auge zu, denn man kann ja schließlich nicht alle Geschäftsmodelle bzw. Branchen über einen Kamm scheren. Einige Unternehmen haben inzwischen neue Zahlen berichtet. Das habe ich nun zum Anlass genommen, ausführliche Scans nach geeigneten Kaufkandidaten durchzuführen.

So habe ich zwei Aktien gefunden, und zwar einen Kartonhersteller aus Österreich und einen Reifenproduzenten aus Finnland. Beide Branchen bzw. Länder sind noch nicht in meinem wikifolio vertreten und passen deshalb gut dazu.

Die Aktien bzw. Datenblätter

Die erste ist Mayr-Melnhof Karton (ISIN: AT0000938204). Hier gibt es für das vergangene Geschäftsjahr noch keine genauen Zahlen. Habe deshalb zwei Auswertungen erstellt, eine für 2015 und eine für 2016 mit so gut wie möglich geschätzten Zahlen.
Hier ist das Datenblatt dazu: MayrMelnhof.pdf

Die zweite ist Nokian Renkaat (ISIN: FI0009005318), ein Hersteller von Reifen für Extrem-Witterungen. Die Zahlen für 2016 sind zwar erst vorläufig und auch noch nicht vollständig, lassen aber eine derartige Bewertung schon zu.
Hier mein Datenblatt: NokianRenkaat1.pdf

Ich war mit diesen beiden Unternehmen was die Punktevergabe angeht deshalb ein wenig nachsichtig, weil ich mir gut etwas unter deren Geschäft vorstellen kann und der Meinung bin, dass so etwas weiterhin gebraucht wird und eher wächst als schrumpft.

Ich werde diese beiden Aktien in der kommenden Woche in mein wikifolio aufnehmen.

Ein paar Worte zu meinem wikifolio und meinen echten Aktienkäufen

Ich kaufe die Aktien nicht nur „virtuell“ für mein wikifolio, sondern auch in meinem privaten Depot, allerdings nicht unbedingt am selben Handelstag und auch nicht im gleichen Umfang wie im wikifolio.

Mein privates Haupt-Depot, in dem sich auch andere Aktien befinden, die ich nicht so streng nach den zehn Regeln von Benjamin Graham aussuche, werde ich hier nicht offenlegen.

Und ja, das wikifolio ist investierbar, und zwar deshalb, weil es so viele Vormerkungen von Interessenten dafür gab. Ich gebe mir damit natürlich die größte Mühe und habe, um das glaubwürdig darzustellen, selbst etwas Geld in das entsprechende Lang&Schwarz-Zertifikat investiert, auch wenn es zusätzlich zu den Aktienkäufen für mich doppelt gemoppelt ist. Das heißt aber nicht, dass ich damit jemandem empfehle, ebenfalls dieses Zertifikat zu kaufen, im Gegenteil. Ich habe das nur deshalb getan, weil ich selbst die Kontrolle darüber habe.

Außerdem sollte jedem klar sein, dass es sich um ein Zertifikat, also eine Wette, handelt, und nicht um einen Fonds mit Sondervermögen. Wenn der Emittent Lang&Schwarz pleite geht, ist das darin investierte Geld futsch.

Alle Informationen zum Graham-Depot

Alles was zu diesem Projekt gehört, habe ich unter Artikelserien auf einer Seite verlinkt. Dort findet man bisherige Beiträge und Datenblätter, eine Bewertungsvorlage und den Link zum wikifolio, wo die zehn Regeln genau erklärt sind. Hier geht’s zu der Seite: Zehn Regeln nach Benjamin Graham

Die öffentlichen Depot-Stände vom 10.03.2017
Levermann-Experiment: +40,2% mehr
Graham-wikifolio: +0,8% mehr

Titelbild: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Ein Gedanke zu “Und jetzt kommt ein Karton

  1. Anonymous 19. März 2017 / 10:19

    Ein Zertifikat ist nicht grundsätzlich eine Wette, sondern eine Inhaberschuldverschreibung.

    Es gibt zwar auch Zertifikate, deren Ausgestaltung einer Wette gleicht. Das sehe ich bei einem Aktien-Wickifolio nicht so.
    Gehen die im Zertifikat vereinbarten Bedingungen zu deinen Gunsten auf, so schuldet der Emittent Dir den vereinbarten Betrag. Falls der Emittent in die Insolvenz geht, werden aus der Insolvenzmasse die zuerst vorrangigen Verbindlichkeiten wie Löhne beglichen. Danach werden Lieferungen und Einlagen beglichen. Ist dann noch Konkursmasse vorhanden, werden die Teilhaber befriedigt.

    Hat der Emittent wie vereinbart in Aktien investiert, haben die Einleger gute Aussichten, einen großen Teil ihrer Einlagen zurück zu bekommen. Hat der Emittent die Einlagen mit unsymetrischen Wetten verloren, wird die Konkursmasse viel zu gering sein, um die Verbindlichkeiten auszugleichen.

    Als Letztes werden die Teilhaber ausgezahlt. Da Diese mit ihrer Einlage haften, bleibt für die Teilhaber meist Nichts übrig.

    Lang & Schwarz ist aber schon sehr lange am Markt tätig, und hat einen guten Ruf. Eine Insolvenz ist zwar möglich, aber unwahrscheinlich.
    Emittenten agieren tatsächlich ähnlich wie ein Wettbüro, indem sie angenommene Wetten mit Gegenpositionen ausgleichen.
    Dabei haben die Emittenten den Vorteil, dass sie nicht sofort neue Gegenpositionen verkaufen müssen, sondern einfach vorhandene Gegenpositionen schlechter bewerten.
    So ein Ausgleich einer neuen Markposition dauert nur wenige Minuten.

    Vermutlich wird L&S nicht jede kleine Tec- oder S-DAX Aktie kaufen, aber die Jungs verstehen es, mit Futures und anderen Derivaten die Risiken der Wickifolios auszugleichen. Mit der Anpassung an die Marktsituation und der Differenz zwischen kurz- und langfristigen Bewegungen erzielt L&S dabei mit den Einlagen im Eigenhandel noch eine Überrendite auf eigene Rechnung.

    Natürlich besteht bei einem Zertifikat immer das Emittentenrisiko.
    Deshalb sollte man zur Vorsicht nur einen Teil seines Vermögens einem einzelnen Emittenten anvertrauen und auch nicht den Löwenanteil seines Vermögens in Zertifikate verschiedener Emittenten anlegen.

    Außerdem gilt: Je älter man ist, um so sicherer sollte man seine Spareinlagen anlegen.

    Mogli

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