Aktienanlage nach Benjamin Grahams zehn Regeln

In meinem Levermann-Depot gibt es nach der Bewertungsrunde vom letzten Wochenende keinen Handlungsbedarf. Aber mir ist aufgefallen, dass ich mich hier im Blog in letzter Zeit mehr mit dem Levermann-Experiment beschäftigt habe als mit meinem hauptsächlichen Value Investing. Vorher hatte ich ab und zu ausführliche Artikel über meine Einschätzung zu einzelnen Aktien geschrieben, ohne mein Hauptdepot zu zeigen oder irgendwelche privaten Zahlen zu veröffentlichen. Ich werde zwar meine privaten Zahlen größtenteils weiterhin für mich behalten, aber ich habe am vergangenen Sonntag auf wikifolio.com ein Musterdepot erstellt, in dem ich öffentlich ausschließlich nach Value Investing Regeln handeln möchte.

Dort werde ich bei der Aktienauswahl noch strenger vorgehen. Während ich bisher Value Investing „frei nach Benjamin Graham und Warren Buffet“ betrieben habe, wie ich es auch in meinem Buch erläutere, halte ich mich in diesem Portfolio an zehn von Benjamin Graham stammende Regeln. Fünf dieser Regeln betreffen Qualitätskriterien und beziehen sich auf fundamentale Daten wie Gewinne und Verschuldung. Die anderen fünf betrachten Bewertungskriterien wie KGV und Dividendenrendite um einzuschätzen, ob die Aktie günstig zu haben ist. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, nur in solche Aktien zu investieren, die alle Qualitätskriterien und gleichzeitig mindestens zwei der Bewertungskriterien erfüllen. Die Einzelheiten habe ich unter „Handelsidee“ meines Portfolios genau beschrieben.

Hier ist es: Mein wikifolio „Zehn Regeln nach Benjamin Graham“

Es ist ziemlich schwierig, passende Aktien zu finden, und es verursacht auch etwas mehr Aufwand. Dafür sind die Investitionen langfristig ausgelegt, so dass der Aufwand mit hoher Wahrscheinlichkeit lohnen wird. Ich werde hier regelmäßig darüber schreiben. Ich plane das als neue Artikelserie, so dass dann alles zusammenhängend gefunden werden kann.

Die ersten fünf kleinen Positionen habe ich bereits aufgebaut. Es handelt sich dabei um

  • AMADEUS FIRE – ISIN: DE0005093108
  • BIC – ISIN: FR0000120966
  • VISCOFAN – ISIN: ES0184262212
  • VF – ISIN: US9182041080
  • TIFFANY – ISIN: US8865471085

Nach und nach folgen die Auswertungen der zehn Regeln für die einzelnen Aktien. Natürlich wird es weitere Käufe geben. Ich werde das alles hier auf meinem Blog begleiten. Für heute soll es jedoch genügen.

Fortsetzung folgt…

Titelbild: Andrea Damm / pixelio.de

16 Gedanken zu “Aktienanlage nach Benjamin Grahams zehn Regeln

  1. Felix (www.finanzblogroll.de) 7. September 2016 / 9:29

    Hallo Petra, interessante Unternehmen purzeln da heraus, die man sonst nicht unbedingt auf dem Schirm hat. Das Ganze dann noch in einem Zertifikat verpackt, um das Risiko zu streuen, ist eine tolle Idee.
    Bin sehr gespannt, wie es weiter geht 🙂

    Viele Grüße
    Felix

    Gefällt mir

    • Petra Wolff 7. September 2016 / 20:09

      Hallo Felix,

      ja ich bin auch gespannt, wie das weitergeht. Ein investierbares Zertifikat kann daraus gemacht werden, wenn das wikifolio 21 Tage besteht und mindestens 10 unverbindliche Vormerkungen über eine Anlagesumme von insgesamt mindestens 2.500 Euro hat. Ich hätte niemals damit gerechnet, schon nach zwei Tagen der Veröffentichung, in denen kaum etwas passiert ist, nur nach der Beschreibung der Anlageidee, die Vormerkungen und die Anlagesumme bereits zusammen zu bekommen. Ich hätte gedacht, so etwas dauert vielleicht ein halbes bis ein ganzes Jahr, sofern die Performance stimmt. Ich hoffe, ich kann diesen Vorschusslorbeeren gerecht werden. 😉

      Viele Grüße
      Petra

      Gefällt mir

  2. Sebastian 7. September 2016 / 22:47

    Hallo Petra,
    darf ich fragen, bei welchem Broker du bist?
    Hintergrund ist, dass z.B. BIC ja an dt. Börsen kaum gehandelt wird bzw. dann nur über Market Maker.
    Besser wäre es, solche Werte gleich an der Heimatbörse zu handeln.
    Wahrscheinlich bist du bei IB oder einem der Ableger? 😉
    Danke für die Infos hier!
    Viele Grüße
    Sebastian

    Gefällt mir

    • Petra Wolff 7. September 2016 / 23:07

      Hallo Sebastian,

      ich habe Depots bei mehreren Direktbanken. Man kann z.B. BIC ganz einfach im Live Trading ordern. Im Wikifolio geht das immer über Lang und Schwarz. In der Realität habe ich auch ein paar gekauft, ebenfalls übers Live Trading. Ich muss nicht unbedingt an der Heimatbörse handeln. Wenn man zur Börsenzeit kauft, gibt es auch im Live Trading recht gute Kurse. Außerdem kannst Du Limits setzen. Das sollte für die Größenordnung, die ein Privatanleger handelt, reichen, finde ich.
      Was ist IB?

      Viele Grüße
      Petra

      Gefällt mir

  3. Sebastian 8. September 2016 / 22:32

    Interactive Brokers, das ist ein internationaler Broker, über den man zu sehr günstigen Konditionen nahezu überall auf der Welt an den jeweiligen Börsen und auch in verschiedenen Währungen handeln kann.
    Der Nachteil ist, dass man sich selbst um die Steuer kümmern muss (wird nicht automatisch abgeführt) und das u.U. etwas aufwendig sein kann.
    Diese Live-Trading-Kurse sind ja meistens auch nicht optimal, weil da Tradegate, Lang & Schwarz usw. auch noch was mitverdienen wollen.
    Im „Roundtrip“ sind das dann auch schnell ein paar % 😦

    Gefällt mir

    • Petra Wolff 8. September 2016 / 22:55

      Interactive Brokers kannte ich noch nicht, danke.
      Wenn man nicht gerade viel tradet, sind die Live-Kurse der entsprechenden Anbieter zu verkraften. Den „optimalen Kurs“ zum Kaufen gibt es sowieso nie. Aber da muss sich einfach jeder das zu seiner Strategie passende auswählen.

      Gefällt mir

  4. Annabella 18. September 2016 / 17:13

    Sehr interessant, wenn es für diese Strategie nur auch so ein tolles Tool wie Dein Levermann – Tool gäbe…vielleicht findet sich ja auch mal eine Schweizer Aktie, werde das hier im Auge behalten. Superschön wie Du das mit den passenden pdf’s dann umgesetzt hast. Danke.

    Gefällt mir

    • Petra Wolff 18. September 2016 / 21:01

      Na klar, es sind auch Schweizer Aktien auf meiner Beobachtungsliste, die die fünf Qualitätskriterien bereits erfüllen. Eine davon ist auch nicht weit von einem möglichen Kaufkurs entfernt.
      Das mit den PDFs, die ich immer in gleichem Layout erstelle, habe ich mir so überlegt, weil ich alles möglichst transparent und nachvollziehbar gestalten wollte. Die Daten trage ich sowieso zusammen und werte sie mit Excel aus. Da war es naheliegnd, das noch übersichtlich zu formatieren und als PDF zu exportieren.

      Gefällt mir

  5. Moneymaker 13. Oktober 2016 / 21:31

    Hallo Petra,
    toller Blog! Darf ich fragen, wie Du Deine Vorauswahl triffst, um dann Aktien für Graham bzw. Levermann nochmal genauer unter die Lupe zu nehmen? Benutzt Du einen Aktienscreener und wenn ja, welchen?

    Gruß
    Moneymaker

    Gefällt mir

  6. Moneymaker 13. Oktober 2016 / 21:54

    Oh noch eine Frage. Gibt es vielleicht die Möglichkeit die Datei, wo du die 10 Punkte nach Graham einfügst, Deinen Lesern als Excel zur Verfügung zustellen?
    Danke!

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s