6 Monate Experiment Levermann-Depot

Da mit meinem heutigen Bewertungstermin schon 6 Monate seit dem Start des Experimentes vergangen sind, will ich zusätzlich zu den üblichen Betrachtungen ein kleines Zwischenfazit ziehen, soweit das überhaupt schon möglich ist.

Zunächst wieder, was inzwischen geschah

Es gab am 30.06.2016 für jeweils 10 KPS-Aktien im Depot eine Gratisaktie. Bei 124 Stück im Bestand sind das 12,4 Stück. Nun sind also insgesamt 136,4 im Depot. Weiterhin hat Helma Eigenheimbau am 04.07.2016 eine Dividende gezahlt, netto 13,39 EUR. Das war der letzte Gruß dieser Aktie, die sich mit einer Punktebewertung von 3 nun aus dem Depot verabschieden möchte. Dann soll es wohl so sein! Bei der vorigen Bewertung hatte sie noch 4 Punkte und durfte geradeso noch bleiben. Nun ist sie gegenüber dem letzten Mal so stark gestiegen, dass das einen KGV-Punkt gekostet hat. Alle anderen Aktien bleiben. Einen neuen Kaufkandidaten gibt es leider nicht.

So sieht das Depot momentan aus:

Levermann-Depot

Und nun zu einer kleinen Was-wäre-wenn-Betrachtung nach 6 Monaten Levermann-Experiment

Der aktuelle Stand von Depotwert plus Cash ist 12.072,82 EUR, also gegenüber dem Startwert von 12.000 EUR ein Zuwachs von 0,6%. Das ist jetzt nicht gerade spektakulär. Als Benchmark betrachte ich den SDAX. Auch wenn nicht alle Aktien in meinem Experiment aus dem SDAX stammen, halte ich das für vernünftig. Was wäre nun, wenn ich am Anfang einfach einen SDAX-ETF gekauft hätte? Folgenden habe ich gefunden: COMSTAGE-SDAX-TR-UCITS-ETF (ISIN: LU0603942888). Der ist thesaurierend und passt deshalb ganz gut für die Betrachtung. Ich hätte etwa 145 Stück gekauft. Dann wäre mein derzeitger Stand (Depot plus Rest-Cash) etwa bei 12.200 EUR, also ein Zuwachs von 1,7%. Ich habe in den Chart mit dem bisherigen Verlauf meines Levermann-Depots mal den Verlauf des ETF-Depots als zusätzliche Linie hineingestümpert:

Levermann-Depot mit SDAX-ETF

Was sagt mir das? Eigentlich noch gar nichts, außer dass mein Experiment mehr Aufwand bedeutet hat, als einfach am Anfang einen ETF zu kaufen. Die Ergebnisse von beiden sind noch innrhalb des normalen „Rauschens“. Allerdings muss ich feststellen, dass es bisher mehr Hin- und Her mit Käufen und Verkäufen gab, als ich von einer Strategie erwartet hätte, die mit Der entspannte Weg zum Reichtum überschrieben ist. Klar, dass die Provisionen für die Käufe und Verkäufe die Rendite schmälern.

Nachtrag vom 13.07.2016 – nach dem Verkauf von Helma Eigenheimbau:

Levermann

Ein Mitstreiter in Bezug auf die Levermann-Strategie, der das seit Jahren schon sehr erfolgreich mit seinem Wikifolio macht — hier der Link: Wikifolio Qualität angelehnt an Susan Levermann — hat nicht so viel Hin- und Her wie ich, weil er z.B. die KGV-Kriterien etwas anders auslegt als in der Original-Strategie beschrieben. Während ich die KGVs bei jeder Bewertung anhand des aktuellen Kurses berechne, verwendet er die historischen KGVs, die sich nur mit dem Geschäftsjahresende ändern. Vielleicht ist das ein besserer Ansatz, weil den Kursschwankungen dadurch nicht zu viel Einfluss auf die Gesamtbewertung gegeben wird. Trotzdem ändere ich noch nichts und verfolge das noch ein weiteres halbes Jahr, bevor ich vielleicht darüber nachdenke. Überhaupt ist mein Levermann-Experiment für mindestens drei Jahre ausgelegt, und dabei bleibe ich auch.

Ich verfolge das Ganze zwar gespannt weiter, aber ich empfehle es immernoch nicht zum Nachmachen. Ihr könnt alles dazu in der Artikelserie „Experiment Levermann-Depot“ nachlesen.

Falls Ihr Fragen dazu habt oder Anmerkungen, auch zu anderen Themen dieses Blogs, oder ich irgendeinen Quatsch geschrieben habe (Fehler passieren), schreibt mir – öffentlich über die Kommentar-Funktion oder nicht öffentlich über „Kontakt“.

nächster Levermann-Artikel: Oops, ein Fehler!

9 Gedanken zu “6 Monate Experiment Levermann-Depot

  1. Chris 15. Juli 2016 / 14:46

    Mit der Volatilität des Kurses und damit des KGV habe ich das selbe Problem. Würde das Problem nicht dadurch gelöst werden, dass man statt des aktuellen Kurses den Einkaufkurs der Aktie zur Berechnung des KGVs nimmt? Damit würde man nur den Vorteil nicht mehr beachten, dass Aktien mit einem geringen KGV höhere Chancen auf eine Kurssteigerung haben.

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    • Petra Wolff 16. Juli 2016 / 8:50

      Hi Chris! Deine Idee ist gar nicht schlecht. So wie Du es vorgeschlagen hast, würdest Du auch mit einer Art historischem KGV arbeiten. Das heißt, die nächste Änderung im KGV käme erst mit Abschluss eines neuen Geschäftsjahres, wenn eine neue Zahl für Gewinn pro Aktie hinzukommt. Zwar ist das ein klein wenig aufwändiger als einfach die historischen KGVs von den entsprechenden Seiten im Web auszulesen, jedoch irgendwie netter.
      Lass mich die Idee ein wenig weiterspinnen: Solange die Aktie noch nicht im Depot ist, berechnen wir die KGVs wie bisher mit dem jeweils aktuellen Kurs. Dann würden Aktien mit niedrigem KGV (sowohl über 5 Jahre als auch für das aktuelle Jahr) den Punkt erhalten. Damit würde man die Kurssteigerungs-Chancen von Aktien mit geringem KGV beachten. Für Aktien, die schon im Depot sind, nimmt man den Einstandskurs zur Berechnung der KGVs, Damit ist ein Gegenmittel für die übertriebene KGV-Volatilität gefunden.
      Was hältst Du davon?
      Trotzdem werde ich in meinem Experiment das zunächst so lassen wie es ist, und erst über eine Änderung nachdenken, wenn weitere 6 Monate vergangen sind. Aber es steht Dir natürlich frei, das für Dich gleich anders auszuprobieren.
      Danke für die Idee!

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  2. Chris 26. Juli 2016 / 12:54

    Hi,

    ja genauso waren meine Gedankengänge zum KGV.

    Ich führe auch ein Depot nach Levermann und berechne mir jetzt einfach auf beide Arten den KGV. So kann ich erstmal die beiden Arten beobachten und vergleichen.

    Grüße,

    Chris

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  3. Mogli 10. September 2016 / 14:53

    Hallo Petra,
    auch ich habe einen Teil meines Kapitals nach der Levermann-Strategie angelegt.
    Außerdem bin ich auch Börse-Online (BO) Leser, Consors-Kunde (CB) und Nutzer der Onvista (Ov)-Webseite.

    Zunächst eine Frage:
    Welche Dreiecke in der BO-Datenbank (Spalte) nutzt Du, und warum ?
    Die Daten von BO, CB und Ov stammen ja quasi alle von „theScreener“, oder ähneln den Daten mit anderer Symbolik, um sich ein Wenig zu unterscheiden.
    Bei BO gibt es aber weniger bewertete Aktien als bei Ov oder CB.

    Zu deinem Levermann-Depot möchte ich Dir sagen, dass deine Positionen zu klein bemessen sind.
    Dieses wirkt sich über die Gebühren negativ auf die Performence aus.
    Bei der CB erreichst Du mit einem Ordervolumen von 2000€ den Break-Even der Gebühren.
    Bei deinen Ordervolumen zahlst Du etwa den doppelten Gebührenanteil gegenüber einer Order von 2 000€. Wenn Du Positionsgrößen von 2250€ kaufen würdest, läge die Positionsgröße bei einem Verkauf mit 10% Verlust noch über dem Break-Even von 2000€.
    Natürlich liegt es in deinem eigenen Ermessen, mit welchen Ordervolumen Du arbeitest, aber mit Real-Money sind die kleinen Positionen ungünstig.

    Nach fast 30 Jahren Aktieninvestment bzw. über 40 Jahre Wertpapiererfahrung möchte ich sagen, dass es wohl keine „Liegestuhl“-Anlagestrategie gibt, mit der man heute noch regelmäßig Einkünfte erzielen kann.
    Die „Aktien kaufen und Schlafmittel nehmen“ nach André Kostolany funktioniert schon lange nicht mehr, bzw. hat es so nie gegeben. Dazu sind zu viele „Eckpfeiler“ der Aktienkultur eingestürzt, vom Kurszettel verschwunden oder spielen in der untersten Liga.
    Trotzdem halte ich Aktien für die richtige Anlageklasse in der heutigen Zeit, bzw. Aktienanleihen und Discountzertifikate für „entschärfte Aktien“ oder „Rentnerpapiere“.
    Mit anderen Worten:
    Wer in die Wirtschaft investiert, und Erträge erwirtschaften möchte, der muss regelmäßig die Wertentwicklung seiner Anlagen im Blick haben und für freies Kapital lukrative Investitionsmöglichkeiten suchen.

    Die Levermann-Strategie ist ein gutes Hilfsmittel, um Aktien zu bewerten und chanchenreiche Titel zu finden.
    Auf den Kontraindikator der Analystenmeinungen würde ich aber lieber verzichten, um nicht zu riskieren, ein totes Pferd reiten zu wollen.

    Mogli

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    • Petra Wolff 10. September 2016 / 15:54

      Hallo Mogli,

      vielen Dank, dass Du Dir Zeit genommen hast, diesen ausführlichen Kommentar zu schreiben. So etwas ist es, das mich dazu bewegt, mit dem Bloggen am Ball zu bleiben. Nun zu Deinen Anmerkungen im einzelnen:

      Zuerst zu Deiner Frage: Ich benutze keinerlei Dreiecke in der Börse-Online-Datenbank. Überhaupt benutze ich Börse Online nicht. Ich verwende bisher finanzen.net, onvista, und 4-traders. Welche Angaben ich genau woher hole und wie ich das alles auswerte, habe ich in der Detail-Dokumentation zu meinem Excel-Tool beschrieben. Man findet es unter „Artikelserien / Experiment Levermann-Depot“ auf der Download-Seite.

      Ich weiß, dass ich für die gleichen Gebühren die doppelte Positionsgröße handeln könnte. In meinen sonstigen Investitionen in anderen Depots gehe ich vernünftige Größen ein. Ich sehe die von mir hier gewählte Positionsgröße als Kompromiss. Das Levermann-Depot ist, wie ich es ganz oft betone, ein Experiment, und nichts weiter. Ich betreibe es nebenbei. Dafür wollte ich mir kein doppelt so großes Budget geben. Würde ich nun aber in dem von mir vorgegebenen Budget die Positionsgrößen doppelt so groß machen, könnte ich nicht genügend Positionen aufbauen, um der Strategie gerecht zu werden. Übrigens ist die Entwicklung seit dem Erscheinen des obigen Artikels, auf den Du hier geantwortet hast, äußerst positiv verlaufen trotz kleiner Positionsgrößen. Das will für mich noch gar nichts heißen. Ich finde, das Experiment muss dazu erst noch Jahre weitergehen.

      Das mit dem „Aktien kaufen und Schlafmittel nehmen“ gilt heute meines Erachtens schon noch, aber in abgeschwächter Form, d.h. die Aktien sollte man mit Bedacht auswählen, und das Schlafmittel sollte nicht zu stark sein. 😉 Bei seinen Anlagen immer auf dem Laufenden zu sein, finde ich ebenfalls sehr wichtig. Nur sollte man es mit dem Verfolgen der Entwicklung nicht allzu übertreiben, also sich nicht panisch machen lassen von Wirtschaftsnachrichten und Meinungen von sogenannten Experten.

      Klar habe ich auch so meine Kritikpunkte an der Levermann-Strategie. Die Analystenmeinungen halte ich ebenfalls für ein sehr schwaches Bewertungskriterium. Zumal ja noch dazukommt, von wo man seine Information dazu bezieht. In der einen Quelle steht Hü, in der anderen Hott. Eigentlich könnte man da auch gleich würfeln. Aber mal Spaß beiseite. Ich halte mich mit meinem Experiment doch noch relativ nahe an die Levermannschen Vorgaben. Ich habe mir vorgenommen, erst nach einem Jahr ganz vorsichtig an einigen Parametern zu drehen, die mir nicht so gefallen. Bis dahin bleibe ich konsequent und beobachte gut.

      Viele Grüße
      Petra

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  4. Mogli 10. September 2016 / 18:09

    Hallo Petra,
    vielen Dank für die schnelle Antwort.

    Den Grund deiner Positionsgröße habe ich mir schon gedacht. In diesem Fall hätte ich aber ein virtuelles Musterdepot geführt, und das Real-Money in weniger Positionen mit 2000€ Volumen investiert. Aus den Gewinnen hätte ich das Kapital für weitere Positionen generiert.
    Andererseits hättest Du auch mit mehr Kapital für den Test starten können, denn Stephan Pflug hat trotz kleiner Fehler wg fehlender Infos eine gute Performance vorgemacht.
    Hättest Du sein Wicki-Zerti gekauft, hättest Du fast das „Liegestuhl-Investment“ gehabt. 🙂

    Leider komme ich auch auf viele Trades, weil ich Verluste lieber gleich am Anfang begrenze, statt größere Verluste zu riskieren. Ich gehe Davon aus, dass eine Aktie, die ich im Aufwärtstrend gekauft habe, diesen Trend nicht signifikant verlassen darf, wenn meine Auswahl richtig war. Vor neuen, negativen Nachrichten bin ich aber auch nicht gefeit. Außerdem handele ich auch noch O-Scheine, um kurze Kursbewegungen zu nutzen und meinen Kundenstatus zu behalten.
    Dh. ich bin schon fast täglich an der Börse unterwegs, habe aber dabei noch viel Zeit für den „Liegestuhl“ bzw. zur freien Gestaltung oder den Garten.

    P.S. Beachte bitte, dass mehrere deiner Börseninfos vom Finanzen-Verlag, und damit aus der gleichen Personengruppe kommen.
    Mogli

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    • Petra Wolff 10. September 2016 / 18:29

      Ja, Stephan macht das prima. Aber es ist gegen meine Natur, einfach in ein Zertifikat zu investieren, denn ich bin ein Kontrollfreak. 😉
      Ansonsten investiere ich sonst eher langfristig und freue mich über ein schönes passives Einkommen in Form von Dividendenzahlungen. So handle ich nicht viel hin und her. Ich finde, jeder muss das tun, was zu ihm passt.
      Ich finde nichts Negatives daran, dass die Infos vor allem aus einer Quelle kommen. Ich handle auch nicht blind nach Punkten, sondern hinterfrage das vor dem Kauf noch kritisch, soweit es geht. Bei den Kriterien, die nicht exakt sind, iempfinde ich es eher als Vorteil, immer die gleiche Quelle zu benutzen.
      Ich wünsche Dir viel Erfolg mit Deinen Trades, schöne Entspannung im Liegestuhl und viel Freude bei der Gartenarbeit. 🙂 P

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