Abwärts!

Abwärts!Alle Börsenticker sind rot. Es geht nach unten. Und es ist so wie immer in einer solchen Situation. Hier ein paar Schlagzeilen: +++ China-Crash stürzt Asiens Börsen ins Minus +++ Die schwärzesten Tage im Dax +++ Ein Crash geht um die Welt +++ Abwärtsstrudel statt Comeback +++ Nur ein kurzer Blick heute Nachmittag auf die Seite von n-tv brachte diese Ausbeute an Überschriften. Ich will hier nicht die Gründe analysieren, das ist bereits in zahlreichen Artikeln anderer Autoren beschrieben. Ich sehe das so:

Shopping-Time! Die zentralen Fragen dabei sind nun: Wann genau? Wo? Was?

Klar hat auch mein Depot kräftig nachgegeben. Dadurch ist aber nichts verloren. Ich besitze nach wie vor dieselben Firmenanteile in Form von Aktien, die ich vor dem Kursrutsch bereits hatte. Zu jener Zeit wollte ich sie nicht verkaufen. Warum sollte ich das also jetzt wollen? Im Gegenteil. Es ist noch gar nicht allzu lange her, dass ich mir so gedacht habe: Sieht ja schön grün aus im Depot, aber ich hätte doch gerne von der einen oder anderen Position mehr gekauft, als das noch günstiger möglich war. Oder ich hätte gern so manche Aktien, die ich bisher noch nicht habe, weil die mir für einen Kauf zu teuer erschienen. Aus dieser Sicht bedeutet doch die aktuelle Situation eher Licht am Horizont als schwarze Zukunft.

Niemand würde auf die Idee kommen, wenn zum Beispiel im Marken-Outlet ein großer Sale stattfindet, seine besten Kleidungsstücke sorgenvoll zu betrachten und zu sagen: Au weia, so etwas ist momentan so billig. Da laufe ich doch mal schnell noch zum Second-Hand-Laden und verkaufe meine für noch weniger. Im Gegenteil: Alle würden losrennen, um noch ein gutes Schnäppchen während des Ausverkaufs zu machen. Ob das nun immer vernünftig ist, sei dahingestellt.

Nun zu meinen anfangs gestellten „W-Fragen“.

Wann genau?

Wann ist der Tiefpunkt oder wann hat man die besten Einkaufsmöglichkeiten? Antwort: Nicht sofort, ein Sale dauert immer ein ganze Weile. Nicht alle Angebote gibt es gleich am ersten Tag. Aber wenn man zu spät kommt, gibt es nichts Tolles zu günstigen Preisen mehr. Genauer kann Antwort leider nicht ausfallen. Wie kann man das nun also auf den Aktienkauf übertragen?

Sofortiges „Losspringen“ ist nicht nötig. Dazu braucht man sich nur einmal ähnliche Situationen in der Vergangenheit anzusehen. Ich bin zwar kein Anhänger von Chart-Analysen, aber zur groben Orientiertung ist ein langfristiger Chart eine gutes Veranschaulichungswerkzeug. Also genügt es, demnächst genaue Betrachtungen zu einzelnen Firmen bzw. Vergleiche anzustellen. Vielleicht am nächsten Wochenende oder an einem der nächsten Wochenenden, wann auch immer man dazu Zeit und Muße findet. Wenn es sich wirklich um einen für einen Großeinkauf lohnenden Crash handelt, dann dauert der noch länger als es uns lieb ist. Also auch vielbeschäftigte Menschen brauchen sich dafür keinem Extra-Stress auszusetzen.

Ich werde demnächst wieder verstärkt ausführliche Analysen durchführen. Wenn ich finde, dass ein Kurs angemessen ist, kaufe ich. Wenn es danach noch weiter abwärts geht, kaufe ich nach wenn möglich. Verkaufen will ich sowieso nicht sofort wieder. Also ist das „fallende Messer“ hier nicht allzu gefährlich, denn ich habe dicke Handschuhe an beim Hineingreifen.

Wo?

Ich tendiere dazu, den größten Anteil meines Depots aus dem Euro-Raum zu halten. Allerdings sind sehr viele amerikanische Aktien wegen hoher Dividendenrendite mit lang zurückreichender Historie überaus attraktiv. Hinzu kommt natürlich, dass ein starker Euro für noch günstigere Kaufpreise sorgt. Deshalb werde ich mich sowohl im Euro-Raum als auch in Übersee, überhaupt in starken Industrieländern ausführlich umschauen.

Was?

Wonach genau soll man suchen? Die Antwort ist einfach: Nach Qualität, also Value-Aktien. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie auch in schwierigen Zeiten schöne Gewinne erwirtschaften können. Weiterhin lege ich großen Wert auf eine anständige Dividendenrendite. Sicher werde ich in nächster Zeit hier ausführliche Analysen zu konkreten Aktien veröffentlichen.

Und sollte es doch eher als erwartet, wieder aufwärts gehen, noch bevor ich fleißig eingekauft habe, ist das zwar Pech, aber ich habe ja dabei nichts verloren. Den optimalen Einstiegspunkt trifft man ohnehin fast nie.

Dieser Artikel gibt lediglich meine persönliche Meinung wieder und ist nicht als Beratung aufzufassen.

Foto: Tim Reckmann / pixelio.de

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