"Der Weg zur finanziellen Freiheit" – 15 Jahre später

Vor etwas mehr als 15 Jahren habe ich es zum ersten Mal gelesen. Irgendwie war es damals hier das einzige Buch dieser Art, das mir auffiel. Es hat mich, wie man so schön sagt, „auf den rechten Weg gebracht“, was meine Finanzen angeht, denn vorher war ich ein Konsumidiot. (Das Wort habe ich in einem anderen Blog gelesen. Danke couponschneider.blogspot.de)

Ich hatte das Buch vor Jahren schon weggegeben, da ich der Meinung war, alle Informationen daraus für mich bereits gewonnen zu haben. (Siehe dazu mein Artikel „Vom Umgang mit Büchern„.) Ich bin inzwischen auch noch kein Millionär, aber auf gutem Wege zur finanziellen Sicherheit bzw. finanziellen Freiheit. Nun kam mir jedoch die Idee, es doch noch einmal lesen zu wollen, einfach um zu sehen, wie ich heute zu alledem stehe, was der Bodo Schäfer da so aufgeschrieben hat. So habe ich es mir wieder beschafft. Inzwischen bekommt man es auf tauschticket.de praktisch „nachgeworfen“.

Klar, Neues darin zu finden, habe ich nicht erwartet, aber da ich inzwischen eine Menge Erfahrungen gesammelt bzw. andere Literatur zum Thema gelesen habe, war ich gespannt, in welchem Licht ich das Werk heute insgesamt sehen würde.

Folgende vier Hauptgedanken sind darin dargelegt:

  1. Wie man eine gesunde Einstellung zum Geld erlangt und mühelos spart.
  2. Wie man sein Einkommen erhöht, indem man dazu die entscheidenden Dinge verbessert und „vermarktet“.
  3. Wie man in Aktien oder in Fonds investiert, um damit von seinen Kapitalerträgen leben zu können.
  4. Wie man einen Coach findet und mit ihm umgeht.

Das entspricht nicht der Gliederung des Buches, sondern das sind einfach die von mir erkannten „Grundpfeiler“. Nun meine Einschätzung dazu aus heutiger Sicht:

Zu Punkt 1: Einstellung zum Geld und Sparen
Das ist hervorragend erklärt und funktioniert sehr gut. Schon dieser Teil war den Kauf des damals nicht billigen Buches wert. Das ganze Konzept von finanziellem Schutz, finanzieller Sicherheit und finanzieller Freiheit ist prima erläutert. Sicher hat sich Bodo Schäfer das nicht alles selbst ausgedacht, aber das soll mir egal sein. Dass er das selbst wie beschrieben praktiziert hat, finde ich glaubwürdig.

Zu Punkt 2: Einkommen erhöhen, sich gut verkaufen
Auch das ist etwas, was sehr einleuchtend ist. Davon habe ich in den letzten Jahren ein wenig umsetzen können. Irgendwie war das Thema jedoch für mich „eingeschlafen“. Nun nachdem ich aber noch einmal die entsprechenden Abschnitte dazu gelesen habe, sind mir einige neue Ideen gekommen, die ich in nächster Zeit verfolgen werde. Ich denke, das ist das, womit der Autor reich geworden ist – „Selbstvermarktung“. Ein Hintergedanke von mir dazu ist: Vielleicht ist er erst durch diesen Bestseller zum Millionär und damit finanziell frei geworden. Er hat behauptet, es schon zu sein, und dadurch hat es dann geklappt. Natürlich kann ich es nicht beweisen, niemand kann das. Wenn es so sein sollte, ist er ein Genie. Ich gönne es ihm, denn er hat mir dadurch nichts weggenommen …

Zu Punkt 3: Traumrenditen mit Aktien und Fonds
Es ist nicht alles völlig verkehrt, was er dazu schreibt, jedoch würde ich einigen Darstellungen heute doch heftig widersprechen. Die avisierten Renditen von 12% bekommt man allein so, wie er es dort beschreibt, nicht hin. In dem Abschnitt über Aktien sind ein paar gute Ansätze zu erkennen. Günstige Einstiegspunkte zum Kauf einer Aktie zu nutzen bzw. Nachkauf von Qualitätsaktion bei noch billigeren Kursen zu wagen, sind gute Ideen. Sicher kommt man damit oft hoch ins Plus, aber davon alleine hat man noch keine halbwegs kontinuierliche Rendite für sein gesamtes Kapital, zumal ja auch immer nur ein Teil investiert wird. Darauf zu verweisen, dass die Aktien allgemein immer im Schnitt um soundso viel Prozent im Kurs gestiegen sind, bringt dabei gar nichts. Er führt zwar die Idee von Kursgewinnen an, schreibt aber nur etwas zum Kauf, nicht zum Verkauf. Und der gehört nun einmal dazu, wenn man nicht nur Buchgewinne haben will. Dividenden erwähnt er zwar, aber damit wird man kaum von Anfang an 8 bis 12% erwirtschaften. Das Kapitel über die Fonds wird durch das „Vertrauen-Sie-dem-Management-Mantra“ dominiert. Ich glaube, dazu erübrigt sich jeder weitere Kommentar.

Zu Punkt 4: Zum Coach
Die Abschnitte dazu finde ich recht amüsant. Vor kurzem habe ich ähnliche Ausführungen von jemand anderem gehört, und zwar: Wenn man etwas lernen will, ist es gut, als Lakei desjenigen anzufangen, dem man nacheifern will. Finde ich plausibel. Ob der Bodo Schäfer wirklich den besagten Ölmilliardär als Mentor für sich gewinnen konnte, ist zweifelhaft, denn auf Journalisten-Nachfrage, kann sich dieser nicht daran erinnern, Bodo Schäfer gecoacht zu haben.

Fazit: Wie auch immer, ich finde auch heute noch, dass es ein lesenswertes Buch ist, wenn man lernen will, mit seinen Finanzen klarzukommen bzw. sich selbst gut zu verkaufen.


Der Weg zur finanziellen Freiheit: Die erste Million

Titelbild dieses Artikels: Rainer Sturm / pixelio.de

2 Gedanken zu “"Der Weg zur finanziellen Freiheit" – 15 Jahre später

  1. egghead 3. September 2014 / 15:00

    Ich habe das Buch mehrfach in der Hand gehabt und es dann nicht gekauft, weil mir das Gelesene den Preis nicht wert erschien. Ich vermute, dass hinter dem Buch eine amerikanische Vorlage stand, Passagen lesen sich, als ob es flachgedrückt aus dem Ameriikanischen übersetzt worden wäre.
    Zu viel „Tschaka“ und zu wenig Konkretes für mich – „Aktien oder Immobilien“ hat mir als Taschenbuchausgabe die Augen geöffnet bzw. war das wo ich wohl selbst draufkam, denn die Essenz dieses Buches war (ohne „Tschaka“) Aktien UND Immobilien.

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    • Petra-Wolff 3. September 2014 / 20:49

      Als Ratgeber zur Investition in Aktien halte ich es auch nicht für sehr geeignet, da hast Du Recht. Ich glaube auch nicht, dass er sich alles selbst ausgedacht hat, was da so drin steht. Aber damals hat es mir sehr geholfen, überhaupt mit meinen Finanzen klarzukommen. Damals gab es bei uns noch nicht allzuviel Literatur zu diesem Thema.

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