Ziele

Es ist wichtig, Ziele zu haben. Das sollten sowohl kurz-, mittel- als auch langfristige Ziele sein. Sie sollten so klar definiert sein, dass keine Ausrede möglich ist. Sie sollten ein zeitliches Limit haben. Am besten legt man sie schriftlich fest.

Das kommt mir bekannt vor, habe ich vor Jahren bereits gelesen. Nun wurde ich daran erinnert, als ich mir diesen Vortrag anhörte bzw. ansah:

Gerald Hörhan – Warum ihr schuftet und wir reich werden

Das mit den Zielen ist nur einer der Inhalte daraus. Den möchte ich heute aufgreifen.

Wie habe ich das bisher gehandhabt? Ja, Ziele hatte ich immer. Die meisten, zumindest die kurzfristigen, habe ich auch erfüllt. Langfristige habe ich mir auch gesetzt, nur fehlte mir bisher ein Plan, oder der Plan hat nicht so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe.

Ich finde, es ist an der Zeit, mal wieder Bilanz zu ziehen und Ziele zu überdenken, insbesondere die finanziellen. Mein Fehler war bisher, dass ich mir beim langfristigen Ziel der finanziellen Freiheit immer jeweils nur eine bestimmte Zahl vorgestellt habe, derart: „Durch eine Million (früher DM, heute Euro) erreiche ich finanzielle Freiheit.“ Dazu fehlten mir allerdings die Ideen, wie ich das schaffen wollte, oder die Ideen, die ich hatte, taugten nichts.

Als längerfristiges Ziel hatte ich finanzielle Sicherheit auch schon vor etlichen Jahren, also die Situation, von meinem Kapital leben zu können. Also rechnete ich zusammen, was ich so für meinen Lebensunterhalt brauchte, und berechnete dann die Summe an Kapital, die mir das ermöglichen sollte. Diese Summe habe ich heute sogar zusammen, indem ich gespart und gut angelegt habe. Allerdings reicht sie zu finanzieller Sicherheit nur durch Kapitalanlage doch noch nicht, denn die Ausgaben haben sich seit damals doch etwas erhöht, und beim Schätzen der sicher zu erzielenden jährlichen Rendite war ich etwas zu optimistisch.

Ich werde meine Art der Zielsetzung etwas ändern müssen, sonst kommt es mir vor, als laufe ich auf einem Weg aus Gummi, der während des Laufens immer länger wird. Anstelle als Ziel eine bestimmte Summe anzusetzen, werde ich ab heute den Grad der fnanziellen Sicherheit in Prozent messen. Das definiere ich so:

Grad der finanziellen Sicherheit = passives Einkommen pro Jahr : Ausgaben pro Jahr

Finanzielle Sicherheit ist also bei einem Grad von 100% erreicht.

Für die letzten Jahre habe ich diesen Prozentsatz jeweils zum Jahresende ausgerechnet. Ende 2013 kamen dabei bereits fast 56% heraus. Warum aber sollte ich mich denn hier auf eine Betrachtung jeweils zum Jahresende beschränken? Ich kann das doch am Ende eines jeden Monats jeweils mit den Summen über die letzten 12 Monate durchführen, um zu sehen, wo ich stehe. Die Betrachtung über einen Zeitraum von 12 Monaten halte ich deshalb für sinnvoll, weil einige Kapitalanlagen nur einmal jährlich ausschütten, andere quartalsweise, und die Termine der Ausschüttungen ungleichmäßig verteilt sind. Alle Jahre wieder realisiere ich auch den einen oder anderen Kursgewinn, da ich ab und zu auch Aktien mit mittelfristigem Anlagehorizont von ein bis vier Jahren halte. So etwas wird dann auch mit untergebracht. Die Margenzahlungen für meine Bücher erfolgen quartalsweise, sind damit auch gut eingerechnet.

Habe nun den Grad der finanziellen Sicherheit jeweils monatlich wie beschrieben berechnet und komme auf folgende Ergebnisse:

Monat % fin. Sicherheit
12/2013 55,9%
01/2014 53,3%
02/2014 63,5%
03/2014 72,5%
04/2014 72,1%
05/2014 75,8%
06/2014 75,8%
07/2014 79,0%

Mir ist schon bewusst, dass diese Prozentzahl auch wieder sinken kann, insbesondere da darin auch realisierte Kursgewinne mitrechnen, die man nicht jedes Jahr hat. Trotzdem motiviert mich diese Tabelle, denn ich sehe, was bereits möglich ist.

Darum setze ich mir ganz kühn folgendes inzwischen kurzfristiges Ziel:

Bis Ende März 2016, also kurz vor meinem 45. Geburtstag, möchte ich die 100% erreichen.

Wie lautet mein Plan, das zu schaffen?

  1. Ich stelle weiterhin jeden Monat ein bescheidenes, aber realistisches Budget auf und halte mich möglichst daran.
  2. Ich bin weiterhin fleißig auf der Suche nach geeigneten Value-Aktien, und erstelle entsprechende ausführliche Analysen, auf deren Grundlage ich meine Entscheidungen treffe.
  3. Ich suche nach weiteren Ideen für passive Einkommensquellen und eigne mir das nötige Wissen dazu an.
  4. Ich überprüfe jeweils zum Monatsende meine Ergebnisse.

Als langfristiges Ziel für die nächsten zehn Jahre möchte ich finanzielle Freiheit, also noch etwas mehr als finanzielle Sicherheit. Genau quantifizieren werde ich das, wenn ich finanzielle Sicherheit erreicht habe.

Titelbild zum Artikel: Didi01 / pixelio.de

8 Kommentare

  • Hm, eine wahnsinnige Steigerung in nur 6 Monaten. Ich kann da nicht mithalten. Alleine eine Miete/Annuität dürfte um die 1000 € liegen. Hast Du extrem niedrige Ausgaben ? Anderes kann ich mir das nicht erklären.

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    • Ja, ich war selbst überrascht über die Ergebnisse und habe sie dreimal nachgeprüft, aber sie sind korrekt. Allerdings sind auch einige vor kurzem realisierte Kursgewinne mittelfristig gehaltener Aktien darin enthalten. Hin und wieder kaufe ich auch Aktien mit einem Kursziel oder trenne mich von überbewerteten Papieren. Ich weiß, dass diese Prozentzahl auch wieder sinken kann, deshalb ist mein Ziel auch sehr ehrgeizig.
      Meine Lebenshaltungskosten würde ich nicht als extrem niedrig ansehen. Ja, die Miete meiner Wohnung ist vergleichsweise günstig. Ansonsten hatte ich in den letzten Monaten keine Sonderausgaben, weil nichts kaputt gegangen ist, hatte eine sehr hohe Sparrate, was schöne Liquidität zum Investieren liefert.

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  • Hm, wenn Du mit 2000€/Monat auskommen würdest, müsstest Du Brutto monatlich etwa 3000€ an passivem Einkommen haben, um auf 100% Abdeckung zu kommen, d.h. bei 79% Abdeckung wären das 1580€/Monat netto bzw. 2370€/Monat Brutto. Bei 5% Dividendenrendiete wäre das ein Depot in der Höhe von 568.800€ – wenn die Einnahmen nur daraus kämen.

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    • Es lässt Dir wohl keine Ruhe, oder? Ist in Ordnung, kann ich verstehen, ich bin auch immer von Natur aus skeptisch. Trotzdem möchte ich hier keine konkreten Zahlen angeben, weil ich finde, das sollte jedem selbst überlassen sein. Nur soviel: Ich komme mit viel weniger als 2000€ pro Monat aus. In den letzten Monaten habe ich mich wirklich nur auf die nötigsten Ausgaben beschränkt, und die passiven Einnahmen kommen nicht nur aus Dividenden. Die 100% bedeuten kein Leben in Saus und Braus, sondern besagen, dass es zur Not gerade so ohne aktive Einnahmen klappen würde. Aber als erstes Zwischenziel ist es in Ordnung.

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  • Glückwunsch für dein fortschreitenden Plan.
    Gerald Hörhan kenn ich auch. Allerdings spricht der mir zu undeutlich und es ist teilweise sehr anstrengend ihm zuzuhören. Er ist mir auch zu fixiert auf seine Immobilien und man hört überall irgendwie immer nur das gleiche von ihm.
    Von der Thematik her hat er aber Recht.
    Gruß
    Alex

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    • Naja, der ist eben Österreicher. Da hört man sich aber hinein. Von Immobilien hat er echt Ahnung. Inspiriert durch ihn, weiß ich nun, worauf ich bei der Auswahl noch achten sollte und habe noch ein paar gute Ideen zum Einsatz von Kredit als Hebel, wie es funktioniert, bekommen. Ich bin noch ein wenig am Forschen, Kalkulieren und Zusammentragen. Dann setze ich meine Immobilienreihe fort.

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